Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
Fachinformation
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
28. Mai 2015

Verlängerung des Gesamtüberlebens und Lebensqualität im Fokus

Therapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms

Interview mit Dr. Clemens Müller-Naendrup, Olpe.

Für Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) sind eine Verlängerung des Gesamtüberlebens sowie eine Verbesserung der Lebensqualität entscheidend. Wie diese Therapieziele erreicht werden können und ob eine EGFR-Mutation ausschlaggebend für die Wahl der Therapie ist, erläuterte Dr. Clemens Müller-Naendrup aus Olpe.

Dr. Müller-NeandrupJOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Müller-Naendrup, worauf kommt es bei der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC an?

Müller-Naendrup: Etwa 70 Prozent der NSCLC-Patienten befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnose in einem fortgeschrittenen, inkurablen Stadium. Somit ist das primäre Therapieziel die Verbesserung oder zumindest der Erhalt der Lebensqualität. Erreicht wird dies durch die Linderung tumorbedingter Symptome, idealerweise in Verbindung mit einer Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS). Grundlage dafür sind effektive und wenig toxische Behandlungen. Besonders wichtig ist das in höheren Therapielinien, wenn Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Patienten abnehmen. Mit einer Chemotherapie lassen sich diese Ziele nicht immer erreichen, deshalb werden zusätzliche Therapieoptionen gebraucht.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie kann eine solche Alternative aussehen?

Müller-Naendrup: Nach einer platinbasierten Erstlinientherapie bietet sich zum Beispiel eine orale Behandlung mit dem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib an. In mehreren Studien wurde unter dieser Therapie eine Verbesserung tumorbedingter Symptome und der Lebensqualität nachgewiesen. Zudem konnten das OS und das progressionsfreie Überleben (PFS) bei guter Verträglichkeit verlängert werden (1).

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Was spricht aus Ihrer Sicht für den Einsatz von Erlotinib in der Second-Line-Therapie?

Müller-Naendrup: Im Vergleich zu einer Chemotherapie zeichnet sich eine Therapie mit Erlotinib durch ein besseres Nebenwirkungsprofil, weniger hämatologische Toxizität und fehlende Neurotoxizität aus. Ein weiterer Vorteil ist die Wirksamkeit- unabhängig von Tumorhistologie und EGFR-Mutationsstatus. Für die Therapie mit Erlotinib spricht auch die einfache, kontinuierliche Durchführung mit einer fixen Dosierung. Berechtigterweise wird Erlotinib in den aktuellen ESMO-Guidelines ab der zweiten Therapielinie unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus für Patienten mit einem reduzierten Performance-Status empfohlen.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie sehen die Therapieergebnisse von Erlotinib bei nicht-mutiertem EGFR-Gen aus?

Müller-Naendrup: Die Datenlage bei Patienten mit EGFR-Wildtyp wird immer noch kontrovers diskutiert. Dabei konnte bei diesen Patienten in mehreren Studien (2) eine mit einer Chemotherapie vergleichbare Effektivität hinsichtlich des OS, PFS und der Ansprechraten gezeigt werden. In einer italienischen Studie (3) wurde nach einer platinhaltigen Erstlinientherapie Docetaxel mit Erlotinib bei EGFR-Wildtyp-Patienten verglichen: Zwar zeigte sich die Therapie mit Docetaxel bei Patienten mit gutem Performance-Status in Bezug auf das PFS und die Ansprechrate signifikant überlegen, allerdings auf Kosten einer höheren Toxizität. Neutropenien sowie Neuropathie, Alopezie, Asthenie und Nausea traten häufiger auf. Der OS-Unterschied war nicht signifikant. Somit stellt Erlotinib vor allem bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand aufgrund seiner besseren Verträglichkeit eine wirksame Alternative zur Chemotherapie dar.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie wirkt sich eine Therapie mit Erlotinib auf die Lebensqualität der Patienten aus?

Müller-Naendrup: Entscheidend ist die deutliche Verbesserung der Kardinalsymptome Husten, Luftnot und Schmerzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Patienten seltener in die Praxis kommen müssen. Der Zeitgewinn trägt zu einer verbesserten Lebensqualität bei. Mobilität und Aktionsradius der Patienten vergrößern sich, soziale und berufliche Aktivitäten werden wieder ermöglicht. Nicht zu unterschätzen ist auch die chemotherapiefreie Zeit. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Therapie mit Erlotinib unter Abwägung von Nutzen, Risiken und des therapeutischen Index für diese Patienten mehr Lebensqualität bei einer soliden Effektivität bedeutet.

Vielen Dank für das Gespräch!


Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Shepherd FA et al. N Engl J Med 2005;353: 123-132.
(2) Ciuleanu T et al. Lancet Oncol 2012;13:300-308.
(3) Garassino MC et al. Lancet Oncol 2013;14: 981-88.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017