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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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19. Juli 2012

CALGB-Studie im Fokus

Interview mit Prof. Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Berlin.

Eine randomisierte Phase-III-Studie der CALGB, die auf dem diesjährigen ASCO vorgestellt wurde, verglich Paclitaxel weekly, nab-Paclitaxel weekly oder Ixabepilone mit oder ohne Bevacizumab als Erstlinientherapie bei Frauen mit metastasiertem oder lokal rezidiviertem Brustkrebs nach Taxan-haltiger adjuvanter Chemotherapie. Entgegen den Erwartungen konnte mit nab-Paclitaxel (Abraxane®) in Kombination mit Bevacizumab keine bessere Effektivität als mit Paclitaxel/Bevacizumab nachgewiesen werden. Das progressionsfreie Überleben war nicht signifikant unterschiedlich (nab-Paclitaxel/Bev: 9,2 Monate; Paclitaxel/Bev: 10,6 Monate; p=0,12). Unter nab-Paclitaxel/Bevacizumab war die Toxizität höher als unter Paclitaxel/Bevacizumab, was im 3. Zyklus zu 45% Dosisreduktionen geführt hat, und im 5. Zyklus brachen 47% der Patientinnen die Therapie ab im Vergleich zu 28% unter Paclitaxel/Bevacizumab (1).

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Prof. Dr. med. Jens-Uwe
Blohmer,
Berlin

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Blohmer, haben Sie eine Erklärung dafür, dass für nab-Paclitaxel plus Bevacizumab kein Wirksamkeitsvorteil gegenüber Paclitaxel plus Bevacizumab nachgewiesen werden konnte? In der Monotherapie war nab-Paclitaxel den generischen Taxanen ja bisher überlegen.

Blohmer: Nach der Datenlage fällt auf, dass die Therapie mit nab-Paclitaxel häufig wegen hoher Toxizität abgebrochen wurde, und das wäre eine Erklärung dafür, dass kein Wirksamkeitsvorteil nachgewiesen werden konnte.

Möglicherweise ist von nab-Paclitaxel auch noch nicht die optimale Applikationsform und Dosis bekannt. In dieser Studie wurde eine Dosis von 150 mg/m2 wöchentlich in Kombination mit Bevacizumab eingesetzt, was zu der hohen Abbrecherquote geführt haben könnte. Bei Paclitaxel wissen wir, dass die wöchentliche Applikation von 90 mg/m2 die wirksamste ist.
 

 JOURNAL ONKOLOGIE: Gibt es auch noch andere Hypothesen?

Blohmer: Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Resistenzmechanismen bei nab-Paclitaxel andere sind als bei Paclitaxel. Wird ein Karzinom effektiv behandelt – z.B. mit Paclitaxel – entstehen hypoxische Tumorzellen und der Hypoxie-induzierte Transkriptionsfaktor (HIF) wird aktiviert, der die Expression von VEGF fördert. Das nutzt die Tumorzelle, um die Zytotoxizität des Paclitaxels zu überwinden. Bevacizumab wirkt gegen die Resistenzbildung, indem es VEGF bindet. Möglicherweise – so die Hypothese – spielt für die Resistenzbildung gegen nab-Paclitaxel das VEGF nicht diese Rolle und vielleicht ist Bevacizumab hier gar nicht der geeignete Kombinationspartner.

Wir haben also zum einen die Toxizität bei der wöchentlichen Dosierung von 150 mg/m2, eventuell ist auch eine andere Applikationsform von nab-Paclitaxel effektiver, und es könnten andere Resistenzentwicklungen als bei Paclitaxel vorliegen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie dosieren Sie nab-Paclitaxel?

Blohmer: Wir setzen nab-Paclitaxel entweder in der Dosierung von 260 mg/m2 alle 3 Wochen ein oder 125 mg/m2 wöchentlich an den Tagen 1, 8, 15 und anschließend 1 Woche Pause.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche persönlichen bzw. praktischen Erfahrungen haben Sie mit nab-Paclitaxel gewonnen?

Blohmer: Die Erfahrung ist gut, nab-Paclitaxel hat eine gute Wirkung und eine vergleichsweise niedrige Nebenwirkungsrate. Wir sehen bei unseren Patientinnen sogar weniger Polyneuropathien als unter Paclitaxel.

JOURNAL ONKOLOGIE: Haben die neuen Kombinationsdaten Einfluss auf den Einsatz von nab-Paclitaxel in der klinischen Praxis?

Blohmer: Wir haben in Einzelfällen nab-Paclitaxel mit Bevacizumab bei vorbehandelten Patientinnen eingesetzt und damit auch gute Erfahrungen gesammelt. Nach der jetzigen Datenlage würde ich nab-Paclitaxel routinemäßig nicht zusammen mit Bevacizumab einsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Literaturhinweis:
(1) Rugo HS, et al. J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr CRA1002)

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