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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2016

Bevacizumab first-line – wirksam und sicher bei älteren Patientinnen mit Ovarialkarzinom

Der First-Line-Einsatz von Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel hat sich im klinischen Alltag als wirksame und sichere Standardtherapie zur Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom etabliert. Das gilt auch für die älteren Patientinnen jenseits des 65./70. Lebensjahres. Die Kombination Bevacizumab, Carboplatin und Paclitaxel ist unabhängig vom Alter der Patientinnen Standard für die First-Line-Behandlung.
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Ältere Patienten werden grundsätzlich seltener in kontrollierte Studien eingeschlossen. Im klinischen Alltag führt das dazu, dass ältere Patienten nicht adäquat – nach Standard – behandelt werden. Die Inzidenz des Ovarialkarzinoms steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Die Frage ist, ob ältere Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom in einem vergleichbaren Maße wie jüngere Patientinnen von der First-Line-Standardtherapie mit Bevacizumab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel profitieren.
 
Signifikanter PFS-Vorteil mit Bevacizumab
 
Das mittlere Erkrankungsalter der Patientinnen mit Ovarialkarzinom beträgt 69 Jahre (1). In der Zulassungsstudie GOG-0218 (2, 3) lag das mediane Alter mit 60 Jahren niedriger, was der Studiensituation geschuldet ist. Dennoch war etwa ein Drittel der Patientinnen über 65 Jahre und die ältesten Patientinnen fast 90 Jahre alt. Die Subgruppenauswertung ergab, dass die älteren Patientinnen im gleichen Ausmaß von der First-Line-Behandlung mit Bevacizumab, Carboplatin und Paclitaxel profitierten wie die jüngeren Patientinnen. Daten aus dem klinischen Alltag haben dies inzwischen untermauert (4).
 
Die Ergebnisse im Detail: In der dreiarmigen Zulassungsstudie GOG-0218 (2, 3) verlängerte die First-Line-Behandlung mit Bevacizumab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel die progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) gegenüber alleiniger Chemotherapie statistisch signifikant um 6,2 Monate und damit um etwa ein halbes Jahr (p<0,0001; Abb. 1). Median blieben die first-line über 15 Monate behandelten Patientinnen 18,2 Monate ohne erneuten Tumorprogress im Vergleich zu 12 Monaten im Kontrollarm ohne Bevacizumab. Die relative Risikoreduktion um 28% (Hazard Ratio [HR] 0,717) bezeichneten die Autoren als „klinisch relevant“ (2). Dass es prognostisch wichtig ist, Bevacizumab über die Chemotherapie hinaus zu geben, verdeutlicht der zweite experimentelle Studienarm der GOG-0218-Studie (2, 3): Hier hatten die Patientinnen Bevacizumab nur während der Chemotherapie-Phase erhalten und gegenüber dem Kontrollarm nur marginal profitiert (Abb. 1).
 

Abb. 1: Die Kaplan-Meier-Kurven zeigen in der GOG-0218-Studie eine signifikant längere progressionsfreie Überlebenszeit zugunsten der First-Line-Behandlung mit Bevacizumab über 15 Monate in Kombination mit Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie (mod. nach (2, 3)).
Abb. 1: Die Kaplan-Meier-Kurven zeigen in der GOG-0218-Studie eine signifikant längere progressionsfreie Überlebenszeit zugunsten der First-Line-Behandlung mit Bevacizumab über 15 Monate in Kombination mit Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie (mod. nach (2, 3)).

Wirksamkeitsvorteil auch für ältere Patientinnen
 
Die Subgruppenauswertung der GOG-0218-Studie (2) untermauert, dass die älteren Patientinnen jenseits des 65./70. Lebensjahres genauso deutlich von der First-Line-Therapie mit Bevacizumab profitieren und die Behandlung ähnlich gut vertragen wie die jüngeren Patientinnen. Auch bei den älteren Frauen reduzierte Bevacizumab das relative Progressionsrisiko um etwa 30%, was im Range des Gesamtkollektivs liegt. Für die 60-69-Jährigen betrug die HR 0,763 und für die ³ 70-Jährigen 0,678 (2).
 
Die Wirksamkeit und Sicherheit der First-Line-Therapie mit Bevacizumab wird unter klinischen Alltagsbedingungen bestätigt: Patientinnen im klinischen Alltag sind in der Regel älter als Studienpatientinnen und weisen mehr Komorbiditäten auf – so auch in der nicht-interventionellen Studie (NIS) OTILIA (4). Alle Patientinnen hatten ein neu diagnostiziertes fortgeschrittenes Ovarialkarzinom (Stadium IIIB-IV gemäß FIGO-Klassifikation) und wurden bzw. werden first-line mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin behandelt. 179 von 671 Patientinnen waren bereits 70 Jahre und älter. Die ersten Ergebnisse zeigen eine mediane progressionsfreie Zeit von 20,2 Monaten für das Gesamtkollektiv. Die PFS-Kurven verlaufen unabhängig vom Alter fast deckungsgleich.
 
Bevacizumab sichere Option
 
Die OTILIA-Daten bestätigen zudem, dass auch die älteren Patientinnen die Bevacizumab-haltige Kombination insgesamt gut vertragen (4). Lediglich die Hypertonie war bei älteren Patientinnen häufiger, ließ sich aber in der Regelmedikamentös gut einstellen. Darüber hinaus zeigten sich im Vergleich mit den Patientinnen unter 70 Jahren keine klinisch relevanten Unterschiede: Bei insgesamt niedriger Inzidenz war die Rate an Thrombozytopenien (4-6%), Blutungen oder thromboembolischen Ereignissen (jeweils ï‚£ 5%) ähnlich. Ausdruck der guten Verträglichkeit und Sicherheit unabhängig vom Lebensalter der Patientinnen ist auch, dass sich die Therapieabbruchrate mit 14,8% (< 70 Jahre) bzw. 15% (³ 70 Jahre) bei gleicher medianer Behandlungsdauer praktisch nicht unterschied. Die Lebensqualität, die mit dem validierten EORTC QLQ-C30-Fragebogen erfasst wurde, blieb – bezogen auf das Gesamtkollektiv – unter der First-Line-Therapie mit Bevacizumab stabil. Im Krankheitsverlauf besserte sich die Lebensqualität sogar tendenziell, nachdem die Chemotherapie-Phase beendet war.
 
Fazit für die Praxis
 
Die First-Line-Behandlung mit Avastin® in Kombination mit Chemotherapie ist unabhängig vom Lebensalter der Patientin Standard beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom. Die Subgruppenauswertung der Zulassungsstudie GOG-0218 sowie aktuelle Daten aus dem klinischen Alltag (OTILIA-Studie) bestätigen die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel auch bei Patientinnen ab dem 70. Lebensjahr.
 
„Ältere Patientinnen profitieren genauso von der First-Line-Behandlung mit Bevacizumab wie jüngere“
Interview mit Andreas Kuznik, Leitender Oberarzt der Frauenklinik der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

 
Andreas Kuznik
Welchen Stellenwert hat Bevacizumab für Sie im Rahmen der First-Line-Behandlung des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms?
 

Bei uns an der Klinik ist der Stellenwert von Bevacizumab sehr hoch. Wir setzen die Kombination mit Bevacizumab und Carboplatin/Paclitaxel standardmäßig bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ein. Nach der neuen FIGO-Klassifikation sind das die Patientinnen ab dem Stadium IIIA bis IV. Nach Jahrzehnten der therapeutischen Stagnation ist es mit Bevacizumab erstmals gelungen, wieder einen substanziellen Vorteil für unsere Patientinnen zu erzielen, indem wir ihnen signifikant mehr progressionsfreie Überlebenszeit schenken können.
 
Welchen Einfluss hat das Alter der Patientinnen auf die Therapieentscheidung?
 

Aus meiner Sicht keinen. Ältere Patientinnen profitieren nach unserer Erfahrung genauso von der First-Line-Behandlung mit Bevacizumab wie jüngere Patientinnen. Die älteste Patientin, die ich derzeit behandle, ist Jahrgang 1934, also 82 Jahre alt. Ich habe weitere Patientinnen mit den Jahrgängen 1936 und 1942 und alle 3 Frauen vertragen die First-Line-Therapie mit Bevacizumab inklusive der Chemotherapie-Phase mit Carboplatin/Paclitaxel gut. Das Alter ist keine Kontraindikation. Die Behandlung von älteren Patientinnen unterliegt keinen gravierenden Einschränkungen im Vergleich zu der Therapie von jüngeren Patientinnen.
 
Wie vertragen nach Ihrer Erfahrung ältere Patientinnen die Kombinationstherapie mit Bevacizumab?
 
Wir machen auch bei unseren älteren Patientinnen gute Erfahrungen mit Bevacizumab. Es ist wichtig, sich ein gutes Bild vom biologischen Allgemeinzustand zu machen. Die Kontrollen sind im Zweifelsfall etwas engmaschiger und wir legen großen Wert auf die gute Zusammenarbeit mit dem Hausarzt.
 
Viele ältere Frauen haben einen erhöhten Blutdruck, der sich nach unseren Erfahrungen in der Regel gut einstellen lässt. Der Blutdruck wird regelmäßig durch den Hausarzt oder die Patientin selbst kontrolliert. Natürlich kontrollieren wir auch bei jedem Zyklus die Nierenwerte und die Eiweiß-Ausscheidung im Urin.
 
Thromboembolische Ereignisse haben wir unter Bevacizumab noch nicht beobachtet. Patientinnen mit einer entsprechenden Vorgeschichte überwachen wir besonders engmaschig, sehen hier aber keine grundsätzliche Kontraindikation. Nach unserer Erfahrung kann ich sagen: Wenn ich mich bei einer älteren Patientin für eine Chemotherapie entscheide, kann ich auch Bevacizumab einsetzen.

Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG
Birgit-Kristin Pohlmann
Roche
Literatur:
1. RKI, Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. 2015.
2. Burger RA et al. N Engl J Med 2011, 365: 2473-2483.
3. Burger RA et al. J Clin Oncol ASCO 2011, 29 (suppl), 337s: 5023.
4. Wimberger P et al. ESGO 19, Nizza, 24.-27.10.2015, #138.
 
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