Montag, 21. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

20. September 2019 Mayo Clinic erhält FDA-Zulassung für moderne Bildgebungsanlage zur Krebserkennung

Die Food and Drug Administration (FDA) hat die Verwendung einer Positronen-Emissions-Tomographie-Radiochemie-Anlage, auch Zyklotronanlage genannt, an der Mayo Clinic in Florida genehmigt. „Das Zyklotron ist ein unschätzbares Werkzeug für die Patientenversorgung und Innovation“, sagt Kent Thielen, MD, CEO der Mayo Clinic in Florida. „Es wird uns helfen, eine Reihe von Erkrankungen früher und mit weitaus größerer Genauigkeit zu diagnostizieren.
Die Zyklotronanlage wird Radiopharmazeutika produzieren, d.h. radioaktive Verbindungen, die an Patienten verabreicht werden und auf spezifische Merkmale der Zellfunktion ausgerichtet sind. Mithilfe dieser Scans können selbst minimale Mengen an Krebszellen ausfindig gemacht werden. Die Mayo Clinic kann jetzt zum Beispiel Carbon-11-Cholin bzw. C-11-Cholin für die Bildgebung von rezidivierendem Prostatakrebs anbieten. Prostatakrebszellen absorbieren Cholin und ihre Wechselwirkungen mit C-11-Cholin können durch Positronenemissionstomographie-Scans erfasst werden. Eine frühere und genauere Erkennung von rezidivierendem Prostatakrebs hilft Ängste und Unsicherheiten bei Patienten abzubauen. Nach Angaben der American Cancer Society gibt es in Florida in diesem Jahr schätzungsweise 12.000 neue Fälle von Prostatakrebs.

Die Mayo Clinic wird auch mit Fluor-18 markierte Glukose oder F-18 FDG für die bildgebende Diagnostik bei Krebs-, Herz- und neurologischen Erkrankungen anbieten; Stickstoff-13-Ammoniak für die bildgebende Diagnostik bei Herzerkrankungen und Fluor-18-Natriumfluorid für metastasierende Skeletterkrankungen. Die Anlage kann die Produktion auf künftige, von der FDA zugelassene Radiopharmazeutika und den erstmaligen Einsatz von Radiopharmazeutika für die Positronenemissionstomographie ausweiten. Das Zyklotron der Mayo Clinic ist die einzige Anlage in der Region, die Radiopharmazeutika für die Positronenemissionstomographie zur Verwendung in der klinischen Praxis und Forschung anbietet. Diese Medikamente müssen wegen der kurzen Halbwertszeit innerhalb von Minuten nach der Herstellung verabreicht werden.

Neben der Produktion von Radiopharmazeutika für die Anwendung am Menschen kann das Zyklotron auch eine breite Palette neuer Positronen-Emissions-Tomographie-Radiopharmazeutika für die Forschung anbieten. In der Forschung können Radiopharmaka mehr Licht auf wichtige Treiber von Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten werfen. „In naher Zukunft werden sie dazu beitragen, der Theranostik zu weiterem Durchbruch zu verhelfen. Unter Theranostik ist ein präzisionsmedizinischer Ansatz zu verstehen, der auf der Grundlage spezifischer und ganz gezielter diagnostischer Tests eine zielgenaue Therapie ermöglicht“, erklärt Manoj Jain, MD, Inhaber des Lehrstuhls für Nuklearmedizin an der Mayo Clinic in Florida.

„Radiopharmazeutika bieten mit ihren zielgenauen Fähigkeiten eine einzigartige Möglichkeit, nicht nur eine Krankheit zu diagnostizieren, sondern auch eine Behandlung durchzuführen, die hoffentlich präziser und wirksamer ist und weniger Nebenwirkungen hat“, sagt Dr. Jain. „Das Zeitalter der Theranostik ist angebrochen und die Mayo Clinic ist in diesem Bereich führend.“

Quelle: Mayo Clinic


Das könnte Sie auch interessieren

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf
© Sabphoto / Fotolia.com

In der Schule, vor dem Smartphone oder am Computer: Die Liste sitzender Aktivitäten von Jugendlichen ist lang. Fast die Hälfte ihrer Wachzeit – knapp sieben Stunden pro Tag – verbringen Schüler heutzutage sitzend oder liegend. Je mehr die jungen Menschen sitzen, desto riskanter ist auch ihr Gesundheitsverhalten: Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten...

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mayo Clinic erhält FDA-Zulassung für moderne Bildgebungsanlage zur Krebserkennung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression