Donnerstag, 4. März 2021
Navigation öffnen
Infos für Patienten

17. Juni 2015 Mutige Männer für NRW

Mönchengladbach, Lippstadt, Offenbach und zuletzt Neuss – das sind Beispiele für insgesamt acht deutsche Städte, die sich seit 2010 mit der Kampagne „1000 Mutige Männer“ für die Darmkrebsfrüherkennung stark gemacht haben. Nun geht das Projekt in die nächste Runde: Mit „Mutige Männer für NRW“ wird aus der Stadtaktion eine NRW-weite Initiative unter Federführung der Deutschen ILCO NRW e.V. (Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs). Gesucht werden „mutige Männer“, die sich nicht scheuen, zur Früherkennungs-Darmkrebsspiegelung (Koloskopie) zu gehen.

Darmkrebsvorsorge,Patienten-Arztgespräch„Dafür braucht es zwar eigentlich keinen Mut, doch eine gute Portion Entscheidungskraft, ein offenbar unangenehmes Thema endlich anzugehen“, sagt Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft NRW, die gemeinsam mit der BARMER GEK als Träger der Kampagne und der ILCO NRW hinter dem Projekt steht. „Wir haben die Kampagne daher so gestaltet, dass sich die Menschen damit identifizieren und individuell auseinander setzen können“, erklärt Margret Schrader.
Die Initiative soll dazu beitragen, dass Darmkrebs nicht länger ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. „Als Krankenkasse möchten wir alle Menschen, egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, dazu bewegen, eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit zu tun - darum fördern wir die ILCO NRW bei der Aktion“, sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in NRW. Das Projekt soll gezielt zur Teilnahme an den Früherkennungs-Untersuchungen motivieren. Der Aufruf ist dabei an Männer und Frauen gleichermaßen adressiert, auch wenn das Aktionsmotto konkret die Männer ins Visier nimmt. „Grund dafür ist die Erfahrung, dass sich Frauen meist früher und intensiver mit Gesundheitsthemen - auch mit Krebsvorsorgeuntersuchungen - auseinandersetzen als Männer. Mit der Aktion soll deshalb vor allem das „starke Geschlecht“ aus der Reserve gelockt werden“, erläutert dies Harald Kemper vom Landesvorstand der ILCO NRW.

Berechtigt zur Teilnahme an der Koloskopie zur Darmkrebs-Früherkennung sind gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren. Doch obwohl sich die Untersuchung längst als effektiv bei der Darmkrebs-Früherkennung erwiesen hat, scheuen bislang immer noch viele Menschen den Gang zum Arzt. Werden bei einer Darmspiegelung Polypen gefunden und vorsorglich abgetragen, kann die Wahrscheinlichkeit, Darmkrebs zu entwickeln, stark gesenkt werden. Einer Modellrechnung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zufolge wurden unter den 4,2 Millionen Teilnehmern der Früherkennungs- und Vorsorgekoloskopie in den Jahren 2003 bis 2010 nahezu 100.000 Darmkrebserkrankungen verhütet. Hinzu kommen die zahlreichen Fälle, in denen durch die Koloskopie ein bereits vorhandener Darmkrebs in einem frühen, heilbaren Stadium erkannt werden konnte.

Bild: Jeanette Dietl - Fotolia


Das könnte Sie auch interessieren

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Neue Perspektiven für Frauen mit Eierstockkrebs

In der medikamentösen Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs wurde erstmals nach fast 15 Jahren ein Fortschritt erzielt: Das neue Medikament, ein sogenannter Angiogenesehemmer, greift den Tumor gezielt an und verzögert damit das Fortschreiten der Krebserkrankung. Für die betroffenen Frauen ist dies ein großer Vorteil: Die Therapie ermöglicht ihnen mehr Zeit, die sie – trotz der schweren Erkrankung – weitestgehend beschwerdefrei...

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Individualisierte Schmerztherapie

Individualisierte Schmerztherapie
© Dan Race / Fotolia.com

Schmerz ist eine komplexe Empfindung. Der menschliche Körper besitzt ein weitverzweigtes Netzwerk aus Schmerzrezeptoren und Schmerzleitungen.  Schmerzen können bei Krebserkrankungen durch das Wachstum eines Tumors oder auch durch unerwünschte Begleiterscheinungen von Therapien verursacht werden.  Um das Schmerzerleben adäquat behandeln zu können, ist es notwendig, eine individuelle Schmerztherapie durchzuführen. Die Mitarbeit der Betroffenen ist dabei...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mutige Männer für NRW"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.