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Medizin
31. März 2021

S3-Leitlinie Hautkrebsprävention aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) und der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie e.V. (ADB) die S3-Leitlinie Hautkrebsprävention aktualisiert und 61 neue Empfehlungen aufgenommen. 43 weitere Empfehlungen wurden angepasst. Aktualisierungen betreffen sowohl Empfehlungen zur Primär- als auch zur Sekundärprävention. Die Kapitel „Klimawandel und UV-Strahlung“ sowie „Berufsbedingter Hautkrebs“ sind neu in die Leitlinie integriert. Um begriffliche Unklarheiten im Bereich Prävention, Früherkennung und Screening zu beseitigen, ist darüber hinaus in einem weiteren eigenständigen Kapitel eine begriffliche Einordnung ergänzt worden. In dieser werden relevante Definitionen und Konzepte der Prävention eingeordnet und voneinander abgrenzt.
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UV-Strahlen – sei es durch Solarien oder durch natürliche Sonneneinstrahlung – steigern das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. „Solariumbesucher und -besucherinnen erkranken häufiger an Hautkrebs, dies gilt auch für das besonders gefährliche maligne Melanom. Das Erkrankungsrisiko steigt außerdem mit der Häufigkeit an Solarienbesuchen. Je jünger der Solariennutzer beim ersten Besuch gewesen ist, desto höher das Risiko“, sagt Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. Zusammen mit Prof. Dr. Andrea Bauer, Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie e.V., koordinierte er die Erstellung der S3-Leitlinie. In der Leitlinie sind beispielsweise zielgruppenspezifische Empfehlungen zur Verhaltensprävention bei künstlicher UV-Strahlung erarbeitet worden. „Um das Hautkrebsrisiko zu reduzieren, empfehlen wir, generell auf Solariumbesuche zu verzichten“, so Breitbart.


Neu in der Leitlinie: „Berufsbedingter Hautkrebs“

Neu in der Leitlinie ist unter anderem das Kapitel „Berufsbedingter Hautkrebs“. Nach dem aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand werden bestimmte Hautkrebsarten durch arbeitsbedingte solare UV-Strahlungsexposition wesentlich mitverursacht und sind damit als Berufskrankheit anerkannt. „Hierzu zählen Plattenepithelkarzinome der Haut sowie die Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms, die aktinischen Keratosen, wenn sie multipel sind. Das heißt, dass die aktinischen Keratosen in einer Anzahl von mehr als fünf pro Jahr einzeln oder in einer zusammenhängenden Fläche von größer als 4cm² auftreten“, so Bauer. Zur Prävention sollten Arbeitgeber daher für Mitarbeiter, die im Freien tätig sind, entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten. Wirksame Maßnahmen sind zum Beispiel die Schaffung von Schattenplätzen, die Vermeidung von Außenarbeiten unter freiem Himmel in der Mittagssonne und die Ausgabe geeigneter Schutzkleidung.


Aktueller Wissensstand „Klimawandel und UV-Strahlung“

In dem ebenfalls neu hinzugefügten Kapitel „Klimawandel und UV-Strahlung“ wird der aktuelle Wissensstand zu diesem Thema dargelegt. Die Leitlinienautoren zeigen unter anderem städtebauliche Maßnahmen auf, mit denen gesundheitliche Schäden durch Hitze und UV-Strahlung verringert werden können.


Früherkennung

Neben der Risikovermeidung (primäre Prävention) beschäftigt sich die Leitlinie auch mit dem Thema der Früherkennung von Hautkrebs (sekundäre Prävention). Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Die Leitlinienautoren empfehlen neben dem standardisierten Hautkrebsscreening zudem die Selbstuntersuchung der Haut.
Erstmalig liefert die Leitlinie zudem eine umfassende Aufarbeitung gesundheitsökonomischer Bewertungen von primärpräventiven Maßnahmen sowie ein systematisches Literaturreview zur Kosteneffektivitätsanalyse der sekundären Prävention von Hautkrebs.
Zu den häufigsten Hautkrebsarten zählen das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom. Laut der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) erkrankten im Jahr 2017 etwa 235.000 Menschen an hellem Hautkrebs und 40.455 am Malignen Melanom.

Die Leitlinie ist auf hier abrufbar.
Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert.

Quelle: DKG


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