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Medizin
24. Februar 2014

DKK 2014: Erste Ergebnisse der ADAPT-Studie zum Einsatz von Genexpressionstests zur Vermeidung unnötiger Chemotherapien

Genexpressionstests beim frühen östrogenempfindlichen Brustkarzinom sind in vielen Ländern Teil der modernen Medizin - in Deutschland müssen betroffene Patientinnen jedoch noch immer um deren Kostenerstattung kämpfen. Erste Ergebnisse der zur Zeit größten deutschen Brustkrebsstudie ADAPT (1) der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) zeigen nun, dass durch den Einsatz des Genexpressionstests Oncotype DX und eine frühe individuelle Abschätzung der Effektivität der Antihormontherapie weit mehr als 60% der Patientinnen (2), die mit einem mittleren Rückfallrisiko eingestuft wurden, die Chemotherapie und deren harte Folgen erspart bleiben können. Dadurch sind die Ärzte in der Lage, die Therapie jeder einzelnen Patientin ganz persönlich anzupassen. Betroffene lässt dies vor allem an Lebensqualität gewinnen.

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Im Rahmen des Krebsaktionstages des 31. Deutschen Krebskongresses gaben Wissenschaftler, Ärzte und Patienten am Samstag einen Einblick in die aktuelle Situation der Anwendung und Erstattung von Genexpressionstests. Mit dem genomischen Test Oncotype DX lässt sich beim frühen östrogenempfindlichen Mammakarzinom bestimmen, wie hoch das persönliche Rückfallrisiko einer Patientin ist und ob zu erwarten ist, dass diese von einer Chemotherapie profitiert. Anhand der Ergebnisse können Ärzte den Behandlungsplan ganz individuell auf die Patientin zuschneiden. Der Oncotype DX-Brutkrebstest ist umfangreich validiert und sein Nutzen weltweit durch zahlreiche Studien belegt - in vielen europäischen Ländern wird er deshalb auch von den privaten und staatlichen Kostenträgern erstattet.

An der Brustkrebsstudie ADAPT sind derzeit knapp 80 medizinische Einrichtungen in ganz Deutschland beteiligt. "Erste Ergebnisse der von uns durchgeführten ADAPT-Studie bestätigen, dass durch den Einsatz von Genexpressionstests und eine frühe individuelle Abschätzung der Effektivität der Antihormontherapie weit über 60% der Patientinnen, die zuvor als Frauen mit einem mittleren Rückfallrisiko eingestuft worden waren, auf eine Chemotherapie verzichten können", so Dr. med. Oleg Gluz, wissenschaftlicher Co-Leiter der Westdeutschen Studiengruppe. "Eine Übertherapie mit Chemotherapeutika und somit auch die starken Nebenwirkungen, wie Übelkeit, regelmäßiges Erbrechen oder Haarausfall, könnten vielen Patientinnen erspart bleiben."

Dr. med. Claudia Gerber-Schäfer, Oberärztin am Vivantes Brustzentrum des Berliner Klinikums Am Urban, hat sehr gute Erfahrungen mit Genexpressionstests und spricht sich für deren flächendeckenden Einsatz in Deutschland aus: "Warum soll ich meine Patientinnen übertherapieren und ihnen unnötige Nebenwirkungen einer Chemotherapie zumuten, wenn genomische Diagnostiktests ermitteln können, dass durch die Chemotherapie kein Nutzen zu erwarten ist?"

Literaturhinweise:
(1) ADAPT = Adjuvant Dynamic marker-Adjusted Personalized Therapy/Adjuvante, an dynamischen Tumormarkern orientierte, personalisierte Therapie bei Brustkrebs im frühen Stadium, bei der die Risikoeinschätzung und die Vorhersage des Therapieansprechens optimiert wird (http://www.wsg-online.com/cms/default.aspx?ID=387&LID=1557&CID=4)
(2) Poster-Präsentation: Run-In Phase of prospective WSG-ADAPT HR+/HER2- trial demonstrates feasibility of early endocrine sensitivity prediction by Recurrence Score® and conventional parameters in clinical routine. Harbeck N., Gluz O. et al. San Antonio Breast Cancer Symposium 2013.

Quelle: Genomic Health


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