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Medizin
14. Oktober 2014

DGHO 2014: 10 Jahre Pemetrexed - Ein Meilenstein der NSCLC-Therapie

Vor 10 Jahren wurde mit Pemetrexed (Alimta®) in der Europäischen Union ein neues Zytostatikum zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) zugelassen. Heute ist die kontinuierliche Erhaltungstherapie mit Pemetrexed im Anschluss an eine Induktionstherapie mit Pemetrexed/Cisplatin ein Behandlungsstandard bei NSCLC-Patienten mit fortgeschrittenem Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge. Welchen Stellenwert dieses Therapiekonzept besitzt, und was sich durch seine Einführung in der medizinischen Praxis verändert hat, waren Themen eines moderierten Podiumsgesprächs im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) 2014 in Hamburg. Präsentiert wurde dort auch die aktuelle Studiensammlung "Alimta", die Kurzfassungen der zentralen Studien des Multi-Target-Enzym-Inhibitors beim NSCLC und malignen Pleuramesotheliom und Informationen zu Wirksamkeit, Sicherheit und Anwendung bietet.

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"Der Stellenwert einer Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Pemetrexed nach Induktion mit Pemetrexed/Cisplatin beim fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC spiegelt sich in der Bewertung der ESMO Consensus Conferences wider, in der dieses Therapieregime mit dem höchstem Empfehlungsgrad IA bewertet wird", informierte Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Chefarzt Klinik für Innere Medizin II, Lungen- und Bronchialheilkunde, Krankenhaus Martha-Maria, Halle-Dölau bei einer Presseveranstaltung im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2014 (1). "Grundlage hierfür ist, dass Pemetrexed mit seinem umfassend dokumentierten Studienprofil gezeigt hat, dass NSCLC-Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge von der vergleichsweise gut verträglichen Erstlinientherapie mit Pemetrexed mit einem signifikant verlängertem Gesamtüberleben profitieren können", führte Prof. Schütte weiter aus.

Alimta-Studienprofil: Histologie als Basis für die Therapieindividualisierung

Pemetrexed wurde in Europa im September 2004 zunächst in Kombination mit Cisplatin zur Behandlung des malignen Pleuramesothelioms (Asbesttumor) sowie in Monotherapie für die Zweitlinientherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC zugelassen (2,3). Im April 2008 folgte die Zulassung von Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin für die Erstlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC außer bei überwiegender plattenepithelialer Histologie.

Die für die Zulassung in der NSCLC-Erstlinientherapie maßgebliche Phase-III-Studie lieferte erstmals einen Hinweis auf den Stellenwert des histologischen Tumortyps für die Therapiewahl (4): Patienten mit Adenokarzinom und großzelligem Karzinom überlebten unter der Therapie mit der Pemetrexed/Cisplatin-Dublette statistisch signifikant länger als Patienten unter Gemcitabin/Cisplatin (12,6 vs. 10,9 Monate; Hazard Ratio 0,84; 95%-Konfidenzintervall 0,71-0,99; p=0,03; bzw. 10,4 versus 6,7 Monate; Hazard Ratio 0,67; 95%-Konfidenzintervall 0,48-0,96; p=0,03). Eine Verlängerung der medianen Überlebenszeit auf über ein Jahr, wie sie unter Pemetrexed/Cisplatin für Patienten mit Adenokarzinom der Lunge erstmals nachgewiesen werden konnte, bedeutet für die palliativ orientierte Therapie des fortgeschrittenen NSCLC einen großen Erfolg.

Erhaltungstherapie beim NSCLC: Kontinuierliche Weiterbehandlung

Da Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC eine effektive und vergleichsweise gut verträgliche Behandlungsoption ist, wurde angenommen, dass Patienten, die auf diese Induktionstherapie mit einer kompletten oder partiellen Remission oder einer Krankheitsstabilisierung angesprochen haben, von einer kontinuierlichen Weiterbehandlung mit Pemetrexed in Monotherapie profitieren könnten. Der Beleg für diese Hypothese wurde mit der Phase-III-Studie PARAMOUNT erbracht (5, 6).

Gerechnet ab dem Beginn der Induktionstherapie erreichten Patienten unter Pemetrexed gegenüber den Studienteilnehmern im Placebo-Arm ein signifikant längeres medianes Gesamtüberleben von 16,9 versus 14,0 Monaten (p=0,0191). "Ziel der NSCLC-Erhaltungstherapie ist es, den mit Pemetrexed/Cisplatin in der Induktionstherapie erreichten Behandlungserfolg anhaltend zu stabilisieren und die Überlebenszeit von Patienten in der palliativen Situation bei möglichst guter Lebensqualität zu verlängern", so PD Dr. Ingo Tamm, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin, Onkologische Schwerpunktpraxis Kurfürstendamm, Berlin.

Auf der Basis der Daten aus der PARAMOUNT-Studie erhielt Pemetrexed in Monotherapie im Oktober 2011 die Zulassungserweiterung zur Erhaltungstherapie bei Patienten mit nicht-plattenepithelialem NSCLC, deren Erkrankung nach einer platinhaltigen Erstlinientherapie nicht unmittelbar fortgeschritten ist. Mit der kontinuierlichen Weiterbehandlung wird das Potenzial des in der Erstlinientherapie erfolgreich eingesetzten Medikaments voll ausgeschöpft. Zusätzlich bleiben Optionen für weitere Therapielinien erhalten.

Fazit

10 Jahre nach der ersten Zulassung von Pemetrexed in der Indikation NSCLC ist die Induktions- und Erhaltungstherapie mit dem Multi-Target-Enzym-Inhibitor eine Standardtherapieoption in der Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC.

Aktuelle Publikation zu den Meilensteinen der Pemetrexed-Therapie

Eine Alimta-Studiensammlung mit pointierten Zusammenfassungen der wichtigsten Studien beim NSCLC und Pleuramesotheliom steht im Internet zum Download auf www.lilly-pharma.de in der Rubrik Fachservice unter Infomaterial - Alimta-Material zur Verfügung. Die Sammlung wird ergänzt durch Informationen zu Wirksamkeit, Sicherheit und Anwendung des Multi-Target-Enzym-Inhibitors.

Literaturhinweise:
(1) Besse B et al. 2014, Ann Oncol 25: 1475-1484
(2) Vogelzang NJ et al. 2003, J Clin Oncol 21 : 2636-2644
(3) Hanna N et al. 2004, J Clin Oncol 22 : 1589-1597
(4) Scagliotti GV et al. 2008, J Clin Oncol 26 : 3543-3551
(5) Paz-Ares L et al. 2012, Lancet Oncol 13: 247-255
(6) Paz-Ares LG et al. 2013, J Clin Oncol 31: 2895-2902

Quelle: Lilly


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