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Medizin

22. November 2018 Hochrisiko-Neuroblastom: Mono-Immuntherapie mit Dinutuximab beta verträglicher als Kombination mit IL-2

Das Neuroblastom ist mit der höchsten Sterblichkeitsrate bei Kindern und Jugendlichen verbunden. Die Immuntherapie mit dem monoklonalen Anti-GD2-Antikörper Dinutuximab kombiniert mit Interleukin-2 (IL-2) verbessert das Überleben bei Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastom. In der Studie wurde das ereignisfreie Überleben (EFS) nach Behandlung mit ch14.18/CHO (Dinutuximab beta) und und subkutanem IL-2 mit Dinutuximab beta allein bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Hochrisiko-Neuroblastom untersucht.
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Die Immuntherapie mit Antikörper in Kombination mit aktivierenden Botenstoffen des Immunsystems (Zytokinen) hat das Überleben der Erkrankung deutlich verbessert. Bislang wurde diese Therapie immer kombiniert verabreicht. Dem Forscherteam um Prof. Dr. Holger N. Lode, Greifswald, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Kinderonkologie - Neuroblastom (SIOPEN) gelang es in einer klinischen Studie zum ersten Mal nachzuweisen, dass der Antikörper alleine genauso gut wirkt wie die ausgesprochen nebenwirkungsreiche Kombination aus Antikörper und Interleukin-2. „Mit diesem klaren Ergebnis wird die Immuntherapie beim Neuroblastom für betroffene Kinder und Jugendliche deutlich verträglicher bei gleicher Wirksamkeit“, sagte der Geschäftsführende Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin und Kinderonkologe Lode. Die Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Medizinjournal Lancet Oncology veröffentlicht.

Erst vor kurzem ist die Greifswalder Kinderonkologie erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert worden. Ein klinisch-wissenschaftlicher Schwerpunkt in Greifswald ist die Weiterentwicklung der Immuntherapie mit Antikörpern. Das Ziel der Immuntherapie ist es, das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs zu stärken. Herkömmliche Krebstherapien wie die Chemotherapie greifen dagegen vor allem die Krebszellen direkt an.

In den letzten Jahren hat sich die kinderonkologische Abteilung als eines der führenden Zentren im Bereich der Neuroblastom-Behandlung in Europa etabliert. Mehr als 100 Kinder aus aller Welt mit einem Neuroblastom sind bereits nach Greifswald gekommen, um die Krebserkrankung als letzte Möglichkeit mit einer speziellen Immuntherapie zu bekämpfen, die nur an wenigen Zentren weltweit angeboten wird. Aktuell forschen die Greifswalder Wissenschaftler an einem Impfstoff gegen das Neuroblastom, welcher das Immunsystem nicht nur stärker, sondern auch dauerhaft auf die Tumorzellen aufmerksam macht und so die natürliche Abwehr der Kinder gegen den Krebs ermöglicht.

Quelle: Universität Greifswald

Literatur:

Interleukin 2 with anti-GD2 antibody ch14.18/CHO (dinutuximab beta) in patients with high-risk neuroblastoma (HR-NBL1/SIOPEN): a multicentre, randomised, phase 3 trial
Published: Lancet Oncology, November 12, 2018;
DOI: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(18)30578-3


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