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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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05. Juni 2017

Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom, die nicht für eine Cisplatin-Therapie in Frage kommen, profitieren von Pembrolizumab in der Erstlinie

Erste Daten der Phase-II-Studie KEYNOTE-052, der größten Studie zur Behandlung von therapienaiven Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom, die nicht für eine Platin-basierte Chemotherapie in Frage kommen, zeigen ein klinisch relevantes und langanhaltendes Ansprechen der Patienten auf eine Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab, betonte Prof. Peter H. O’Donnell, Chicago, im Rahmen einer Oral Abstract Session bei der 53. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA (1). In die gleiche Richtung weist eine Biomarkeranalyse, deren erste Daten auf eine positive Assoziation mit dem Ansprechen hindeuten.
Aufgrund von Komorbiditäten oder einer Niereninsuffizienz kommen viele Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom nicht für eine Platin-basierte Chemotherapie in Frage. Die Phase-II-Studie KEYNOTE-052 untersuchte, ob diese Patienten möglicherweise von einer Behandlung mit dem Immuncheckpoint-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in der Erstlinie profitieren. 370 Patienten erhielten 200 mg Pembrolizumab alle drei Wochen. Primärer Endpunkt der Studie war die Gesamtansprechrate (ORR), ermittelt gemäß den RECIST-v1.1-Kriterien. Die Wirksamkeit und die Sicherheit der Medikation wurden bei  Patienten evaluiert, die mindestens eine Dosis Pembrolizumab erhalten hatten. Zudem wurde eine Assoziation des Ansprechens mit einem bestimmten 18-Gen-Expressionsprofil sowie einem sog. Combined Positive Score (CPS) ermittelt, welcher immunhistochemisch die PD-L1-Expression ermittelt .

Zum Zeitpunkt der Analyse (9. März 2017), entsprechend eine medianen Follow-up-Zeit von 9,5 Monaten, betrug die objektive ORR 29% (95% KI 25-34), darunter 27 (7%) Patienten mit komplettem Ansprechen und 81 (22%) Patienten mit partiellem Ansprechen. Weitere 67 Patienten zeigten eine Krankheitsstabilisierung. Die mediane Dauer des Ansprechens war noch nicht erreicht. Bei Patienten mit einer höheren PD-L1-Expression, die oberhalb eines Schnittpunkts von 10% lag (CPS ≥10%), betrug die bestätigte objektive ORR bei 80 Patienten 51% (95% KI 40-63), und bei 185 Patienten mit einer geringeren PD-L1-Expression 23% (95%KI 17-29).

CPS ≥10% kann laut O’Donnell daher als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf die Behandlung genutzt werden. Weitere Responder auf die Behandlung konnten in der Studie durch den Biomarker „inflamed T cell GEP-Score“, der  Auskunft über den Inflammationsstatus des Microenvironments gib, ermittelt werden. Der Score war positiv mit dem Ansprechen auf Pembrolizumab assoziiert (p<0,0001).

Pembrolizumab erwies sich zudem als gut verträglich, auch bei den in die Studie eingeschlossenen älteren Patienten sowie Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand. Nebenwirkungen aller Grade traten bei 65% der Patienten auf, Nebenwirkungen ab Grad 3 bei 18%. Immunassoziierte Nebenwirkungen wurden bei 21% der Patienten dokumentiert.  
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass den ersten Daten der KEYNOTE-052-Studie zufolge Patienten, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht für eine Therapie mit Cisplatin in Frage kommen, gut auf eine Erstlinien-Immuntherapie mit Pembrolizumab ansprechen und diese auch gut vertragen. Bestimmte Biomarker können als prädiktive Marker genutzt werden.
red.
ASCO 2017
Literatur:
(1) O‘Donnell PH et al. Biomarker findings and mature clinical results from KEYNOTE-052: First-line pembrolizumab (pembro) in cisplatin-ineligible advanced urothelial cancer (UC). J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 4502)
(2) O‘Donnell PH et al. Vortrag im Rahmen der Oral Abstract Session „Genitourinary (Nonprostate) Cancer“, ASCO 2017, 05. Juni 2017
 
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