Donnerstag, 19. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
07. April 2015

Nebennierenkarzinom-Studie: Linsitinib hilft bei nur sehr wenigen Patienten, diesen jedoch extrem gut

In einer vom Universitätsklinikum Würzburg und der University of Michigan in Ann Arbor/USA geleiteten Studie wurde das experimentelle Medikament Linsitinib bei 90 Patienten mit Nebennierenkrebs getestet. Nur vier der Patienten sprachen auf die Behandlung an - allerdings bemerkenswert gut.

Anzeige:
 
 

Das Nebennierenkarzinom ist eine bösartige und sehr aggressive Tumorerkrankung. Trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren stirbt weiterhin fast die Hälfte der Betroffenen innerhalb der ersten vier bis fünf Jahre nach der Erstdiagnose. In Deutschland erkranken pro Jahr zwischen 80 und 120 Menschen, was den Nebennierenkrebs zu einer seltenen Krankheit macht. Mit Ausnahme einer Kombinations-Chemotherapie, die maßgeblich von Krebsforschern des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) etabliert wurde, gibt es nur wenige gute Therapieoptionen.

Internationale Studie mit 139 Teilnehmern


Als neuen Behandlungsansatz erprobte eine internationale Phase III-Studie zwischen den Jahren 2009 und 2011 das experimentelle Medikament Linsitinib bei 90 Patienten. Als Kontrollgruppe erhielten 49 weitere Menschen mit Nebennierenkarzinom ein Placebo. Die Ergebnisse wurden jetzt auf der Homepage der renommierten britischen Fachzeitschrift  Lancet Oncology veröffentlicht - und sind auf den ersten Blick ernüchternd: Bei 86 der 90 Studienteilnehmer zeigte sich im Überleben kein Unterschied zur Kontrollgruppe, was die Studie an sich zu einem Fehlschlag macht. Jedoch: Vier Patienten sprachen extrem gut auf das Medikament an: Bei ihnen ließ sich die Erkrankung jeweils über mehr als zwei Jahre kontrollieren. Bei drei Patienten kam es sogar zu einer deutlichen Reduktion der Tumormassen, die für über drei Jahre anhielt - und dies bei erstaunlich wenig Nebenwirkungen. "Eine der Würzburger Patientinnen nimmt das Medikament jetzt schon seit viereinhalb Jahren ein und die Erkrankung ist auf den CT-Bildern kaum noch zu sehen", berichtet Prof. Martin Fassnacht. Der Schwerpunktleiter Endokrinologie/Diabetologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW ist einer der Hauptkoordinatoren und Erstautor der Studie. "Einen solch erfreulichen Verlauf habe ich bisher bei kaum einer anderen Therapie gesehen und das, obwohl Würzburg zu den wenigen großen Referenzzentren weltweit für diese Erkrankung gehört", unterstreicht der Internist und Krebsexperte.

Eine Chance für personalisierte Medizin?


"In weiteren Studien muss es jetzt darum gehen, herauszufinden, welche - zum Beispiel genetischen - Faktoren bei den Patienten dazu führen, dass Linsitinib gerade bei ihnen so gut wirkt", sagt Prof. Fassnacht und fährt fort: "Die Hoffnung ist jetzt, dass es uns in der Zukunft gelingt, mit einer noch stärker personalisierten Medizin maßgeschneiderte, individuell wirksame Therapieoptionen zu entwickeln."

Da das Nebennierenkarzinom sehr selten ist, müssen viele klinische Einrichtungen kooperieren, um die für aussagefähige Studien erforderlichen Patientenzahlen zusammenzubekommen. So waren an der hier beschriebenen Untersuchung insgesamt 35 Institutionen aus folgenden neun Ländern beteiligt: Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Polen und den USA. Mit 16 bzw. 17 Patienten brachten das Universitätsklinikum Würzburg und die University of Michigan in Ann Arbor/USA die meisten Teilnehmer ein. Das Würzburger Nebennierentumorzentrum ist Teil des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken und konnte deshalb auf eine sehr gute Infrastruktur zurückgreifen. Das am Uniklinikum Würzburg angesiedelte, integrative onkologische Zentrum zählt zu den von der Deutschen Krebshilfe geförderten deutschen Spitzeneinrichtungen der Krebsbehandlung und -erforschung.

Literaturhinweis:
Fassnacht M et al.
Linsitinib (OSI-906) versus placebo for patients with locally advanced or metastatic adrenocortical carcinoma: a double-blind, randomised, phase 3 study
Lancet Oncology, Volume 16, No. 4, p426–435, April 2015
www.thelancet.com/journals/lanonc/onlineFirst

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs