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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. Februar 2015 Tyrosinkinaseinhibitoren plus niedrig dosierte Chemotherapie ist sehr effektiv bei Erwachsenen mit Ph+ ALL

ASH 2014

Zur Therapie der Philadelphia Chromosom positiven akuten lymphatischen Leukämie (Ph+ ALL) wurden auf dem ASH eine deutsche und eine italienische Studie vorgestellt, in denen sich ein Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) kombiniert mit einer wenig intensiven Chemotherapie bei erwachsenen bzw. älteren Patienten mit Ph+ ALL als sehr effektiv erwies (1, 2).

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Die Kombination aus Chemotherapie und einem TKI zählt mittlerweile zum neuen Standard in der Therapie der Ph+ ALL. Ältere Patienten, die nicht für eine Stammzelltransplantation geeignet sind, haben jedoch auch trotz des TKI eine schlechte Prognose.

Wie Oliver Ottmann, Frankfurt/Main, berichtete, entwickelte die European ALL Working Group (EWALL) einen altersadaptierten niedrig intensiven Chemotherapie-Backbone für Ph+ ALL Patienten im Alter von ≥ 55 Jahren, das sich in Kombination mit Nilotinib (400 mg bid) bei neu diagnostizierten Ph+ ALL-Patienten als sehr effektiv erwies (1). Eingeschlossen wurden zwischen Februar 2012 und Oktober 2014 56 neu diagnostizierte Patienten mit Ph+ ALL. Davon waren 47 für die Wirksamkeitsanalyse evaluierbar. Von ihnen erreichten 41 (87%) eine komplette hämatologische Remission (CHR). Es wurde eine hohe Rate an molekularem Ansprechen beobachtet, das über die Zeit zunahm, mit einer 26%igen BCR-ABL Negativität und 80% MMR während der Konsolidierung. Das Gesamtüberleben der Patienten ohne Stamzelltransplantation (SCT) ist vielversprechend mit einer 2-Jahres Gesamtüberlebensrate von 73%. Eine Allogene SCT erwies sich auch bei älteren Patienten mit Ph+ ALL als eine therapeutische Option - die SCT-Rate lag bei 20%.

In der italienischen Studie (Gimema LAL 1509) wurden zunächst Steroide (Tag -6 bis 31) und Dasatinib (140 mg/Tag zwischen Tag 1 und 84) eingesetzt (2). Patienten, die eine bestätigte CMR am Ende der Induktion (Tag +85) erzielt hatten, wurden für weitere 6 Monate mit Dasatinib therapiert. Patienten mit CHR, jedoch keiner CMR wurden einer SCT zugewiesen, sofern sie dafür geeignet waren und sofort transplantiert, wenn ein Spender vorhanden war. Patienten, für die noch kein Spender vorhanden war, erhielten eine Konsolidierung mit Clofarabin und Cyclophosphamid. Patienten, die für eine SCT nicht geeignet waren, bekamen 2 Zyklen Clofarabin und Cyclophosphamid, Dasatinib wurde bis zur Krankheitsprogression gegeben.

Nach 57 Tagen wiesen alle Patienten eine CHR auf, 18% erzielten eine CMR am Ende der Induktionsphase. Dieser Patientengruppe könnte eine weitere intensive Therapie erspart bleiben. Patienten mit einem p210-Fusionsprotein sprachen weniger gut auf einen TKI an. Auch in dieser Studie waren die Daten für das Gesamtüberleben und das krankheitsfreie Überleben vielversprechend.

as

Literaturhinweise:
(1) Ottmann O et al. ASH 2014, Abstract #798.
(2) Chiaretti S et al. ASH 2014, Abstract #797.


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