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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Juli 2018 Seite 3/3
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Beim Platin-sensiblen Ovarialkarzinomrezidiv sollte bei positivem AGO-Score der Patientin (ECOG-Staus 0, kein Resttumor nach Primäroperation und < 500 ml Aszites) und resezierbarem Rezidiv zunächst evaluiert werden, ob eine Patientin von einer sekundären Zytoreduktion profitieren würde. Diesbezüglich mahnte Hefler zur Zurückhaltung und einer sehr sorgfältigen Patientinnenselektion. Grundsätzlich sollte bei allen Patientinnen im rezidivierten Stadium eine molekularbiologische Testung des BRCA-Status vorliegen, außer, die Patientin lehne diese ab, so Hefler weiter. Patientinnen mit einer somatischen BRCA-Mutation oder BRCA-Keimbahnmutation sollten nach Ansprechen auf die Platin-basierte Chemotherapie für ihre rezidivierte Erkrankung einen PARP-Inhibitor erhalten. Bei Patientinnen ohne BRCA-Mutation sollte nach Bevacizumab-Vorbehandlung (in der Erstlinie oder im Rezidiv) ein PARP-Inhibitor gegeben werden, ansonsten Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie. Hefler merkte an, dass in Deutschland nach einer Therapie mit einem PARP-Inhibitor beim ersten Rezidiv gemäß Zulassung in späteren Therapielinien kein Bevacizumab gegeben werden dürfe, im Gegensatz zur gängigen Praxis in Österreich. Auch die Immuntherapie sei eine Option, inwieweit die Wirksamkeit und FDA-Zulassung von Pembrolizumab bei verschiedenen fortgeschrittenen soliden Tumoren mit hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-high-Tumoren) beim Ovarialkarzinom eine Rolle spielten, werde sich noch zeigen. „Wir haben in einer sehr komplexen Situation mit vielen Daten für die Entscheidungsfindung und bei einer sehr heterogenen Patientinnengruppe ein breites Armamentarium zur Verfügung, was uns aber auch Chancen bietet“, schloss Hefler.


Interaktive Fallbesprechung: langanhaltende Remission unter Niraparib

Abschließend stellte Marth den Fall einer 47-jährigen Patientin vor, bei der im März 2008 im Alter von 47 Jahren ein high-grade seröses Ovarialkarzinom im FIGO-Stadium IIIc diagnostiziert wurde. Nach ihrer Primäroperation verblieb kein Resttumor, im Rahmen einer Studie erhielt sie außerdem intraperitoneales Catumaxomab. Aufgrund von Komplikationen musste bei der Patientin außerdem eine Relaparotomie durchgeführt werden, berichtete Marth. Nach kompletter Abheilung erhielt die Patientin 6 Zyklen Carboplatin/Paclitaxel mit kompletter Remission.

Im März 2010 folgte nach CA-125-Anstieg die Diagnose des ersten Rezidivs nach einem Platin-freien Intervall von 19 Monaten. Als Therapiemöglichkeiten nannte Marth die erneute Operation auf Basis der DESKTOP III-Studie, die Kombination von Carboplatin/Gemcitabin mit Bevacizumab auf Basis der OCEANS-Daten oder von Carboplatin/Paclitaxel mit Bevacizumab auf Basis der GOG 213-Studie, die Gabe einer Platin-haltigen Chemotherapie mit nachfolgender Erhaltungstherapie mit Niraparib auf Grundlage der NOVA-Studie, eine Platin-haltige Kombinationstherapie nach der ICON4-Studie oder Carboplatin in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin (PLD) basierend auf der Calypso-Studie. Der BRCA-Status der Patientin war unbekannt. Aufgrund der Vorgeschichte schied die Option der Re-Operation für die Patientin aus. Über die Hälfte der Besucher des interaktiven Symposiums entschieden sich für eine der Kombinationstherapien mit Bevacizumab. Die Kombination von Bevacizumab mit Carboplatin und Paclitaxel werde in Österreich aufgrund der Gefahr einer Polyneuropathie bei erneuter Kombination Platin + Taxan, im Gegensatz zu den USA, kaum verwendet, so Marth. Tatsächlich wurde die Patientin mit 6 Zyklen Carboplatin + PLD gemäß dem Calypso-Protokoll behandelt. Weder Niraparib noch Bavacizumab waren damals in dieser Indikation verfügbar.

Im Juni 2012 wurde nach einem Platin-freien Intervall von 23 Monaten das zweite intraabdominelle Rezidiv ohne Aszites nach CA-125-Anstieg diagnostiziert. Zur Wahl stellte Marth die gleichen Optionen wie beim ersten Rezidiv mit der Ausnahme, dass statt Carboplatin + PLD nun eine Monotherapie mit Carboplatin zur Wahl stand. Die meisten Ärzte im Auditorium entschieden sich für eine Behandlung mit 6 Zyklen Carboplatin + Gemcitabin in Kombination mit Bevacizumab gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Bevacizumab, wie diese junge Patientin in sehr gutem Allgemeinzustand in der Realität auch behandelt wurde.

Nach einem Platin-freien Intervall von 25 Monaten trat im Juli 2014 mit einem sehr starken Tumormarker-Anstieg das dritte Rezidiv auf und die durchgeführte molekularbiologische Tumoranalyse ergab keine BRCA-Mutation bei der Patientin. In dieser Situation entschied sich die überwiegende Mehrheit des Auditoriums für die Platin-basierte Chemotherapie gefolgt von einer Niraparib-Erhaltungstherapie, was auch der Vorgehensweise in der Realität entsprach. Nach 5 Zyklen einer Monotherapie mit Carboplatin und einem Zyklus Oxaliplatin erreichte die Patientin eine komplette Remission und erhielt daraufhin eine Erhaltungstherapie mit Niraparib im Rahmen der NOVA-Studie. „Bis heute – bis April 2018 – ist die Patientin in kompletter Remission, die damit bereits 40 Monate andauert – das ist wirklich beeindruckend“, berichtete Marth. Die Nebenwirkungen der Erhaltungstherapie waren insgesamt sehr gering. Es trat nur eine kurze Phase einer Grad-1-Thrombozytopenie und einer Grad-1-Fatigue auf, die aber keine Therapiepausen oder Dosisreduktionen erforderten. „Die Patientin erhält heute noch immer die volle Dosis, sie ist in sehr gutem Allgemeinzustand und lebt ohne Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Medikation.“
Mascha Pömmerl
Quelle: Symposium „Niraparib: unabhängig vom BRCA-Status. Auf den Punkt gebracht“, im Rahmen der 27. Wissenschaftlichen Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), 11.-14.04.2018, Salzburg; Veranstalter: Tesaro
Literatur:
(1) Mirza MR et al. N Engl J Med 2016;375:2154-64.
(2) Mahner S et al. Präsentation beim 8th Annual Meeting of the Society of Gynecologic Oncology, 12.-15. März 2017, National Harbor, MD, USA.
(3) Wang J et al. Ann Oncol 2017;28 (Suppl. 5): v330-v354, Abstract 933PD.
(4) Konstantinopoulos PA et al. Late Breaking Abstract 3 und Präsentation.
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