Dienstag, 27. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. März 2005 Lipsomales Doxorubicin / Paclitaxel /Trastuzumab erweist sich als die derzeit effektivste Kombination

HER2-positives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom

Bislang ist die Kombination Anthrazyklin plus Trastuzumab wegen inakzeptabler Kardiotoxizität nicht zugelassen. Klinische Studien zeigen jedoch, dass keine klinisch relevanten Kardiotoxizitäten auftreten, wenn Trastuzumab mit liposomal verkapseltem Doxorubicin kombiniert wird. Das gilt auch für die 3er-Kombination mit dem nicht-pegylierten liposomalen Doxorubicin (Myocet®), Paclitaxel und Trastuzumab als First-line-Therapie bei HER2-positiven Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. Dies konnte eine kürzlich in San Antonio vorgestellte Phase-II-Studie (Cortés et al.) zeigen, in der erstaunlich hohe Ansprechraten erreicht wurden.
Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 
In der Therapie des metastasierten und lokal fortgeschrittennen Mammakarzinoms gehören die Anthrazykline heute zum Standard. Zunehmend werden Anthrazykline auch mit Taxanen kombiniert, was sich beim metastasierten Mammakarzinom als sehr wirksam erwiesen hat. Die Kombination von konventionellen Anthrazyklinen und Trastuzumab ist bei HER2-positiven Patientinnen eine interessante Theapieoption, jedoch mit einer nicht akzeptablen Kardiotoxizität verbunden. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz von liposomal verkapseltem Doxorubicin vielversprechend. Dass sich liposomales Doxorubicin problemlos in ein Taxan-/Trastuzumab-haltiges Regime integrieren lässt und diese Kombination bei tolerabler Toxizität zu außerordentlich hohen Ansprechraten führt, zeigte kürzlich die Studie von Cortés und Mitarbeitern. In diese Phase-II-Studie wurden 54 HER2-positive Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Brustkrebs (n=30) und metastasiertem Brustkrebs (n=24) eingeschlossen. Eine Vorbehandlung mit Anthrazyklinen und/oder Taxanen galt als Ausschlusskriterium, ebenso ein Myokardinfarkt. Außerdem musste die linksventrikuläre Auswurffraktion (LEVF) >50% sein. 0
Die Behandlung bestand aus 6 Zyklen Myocet® (50 mg/m2, 3-wöchentlich) und Paclitaxel (80 mg/m2, wöchentlich) plus Trastuzumab (4 mg/kg initial, dann 2 mg/kg wöchentlich). Die Therapie mit Paclitaxel plus Trastuzumab wurde bis 52 Wochen im Fall des lokal fortgeschrittenen oder bis zur Progression im Fall des metastasierten Mammakarzinoms fortgeführt. Primärer Endpunkt der Studie waren die Ansprechrate, sekundäre Endpunkte die Zeit bis zur Progression (Time to Progression = TTP) und die Verträglichkeit.
Die Ansprechraten waren für dieses Patientenkollektiv, das sich in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium befand, außerordentlich hoch mit einer Gesamtansprechrate von 92,6%. 27 von 54 Patientinnen (50%) hatten eine komplette Remission, 23 (42,6%) eine partielle Remission, bei 4 Patientinnen (7,4%) stabilisierte sich der Krankheitsverlauf (Tabelle 1). Die mediane Zeit bis zur Progression belief sich auf 28,5 Monate. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 24,8 Monaten wurden nur 7 von 51 evaluierbaren Patientinnen progredient. Damit erwies sich die Kombination aus Myocet®/ Paclitaxel/Trastuzumab als die derzeit mit Abstand effektivste Kombination in der Therapie des HER-2-positiven metastasierten und lokal fortgeschrittenen Brustkrebses.
Die kardiale Sicherheit von liposomalem Doxorubicin wurde in dieser Studie erneut bestätigt: Es wurde kein Fall einer symptomatischen Kardiotoxizität beobachtet, der mit der Behandlung in Zusammenhang gebracht werden konnte. Trotz der langen Behandlungsdauer kam es nur bei wenigen Patientinnen zu einem asymptomatischen Abfall der LVEF, nur 9 Patientinnen beendeten gemäß Studienprotokoll die Behandlung aufgrund eines klinisch nicht relevanten Abfalls der LVEF unter 50%. Insgesamt blieb die mediane LVEF konstant. Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung war eine febrile Neutropenie, die bei 12 Patientinnen auftrat (22,2%). Insgesamt bezeichneten die Autoren der Studie die Therapie mit der 3er-Kombination, insbesondere in Hinsicht auf die kardiale Verträglichkeit, als gut tolerabel bei gleichzeitig hoher Wirksamkeit.
Quelle: Poster Cortés et al.: Updated results of a phase II Study (M77035) of Myocet® combined with weekly Herceptin® and Paclitaxel in Patients with HER2-positive locally advanced or metastatic breast cancer.

as


Anzeige:
Xospata
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lipsomales Doxorubicin / Paclitaxel /Trastuzumab erweist sich als die derzeit effektivste Kombination "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib