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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2014 Einsatzmöglichkeiten der SIR-Spheres® Mikrosphären mit SIRT bei Lebermetastasen

Europäische Nuklearmediziner, Radiologen, Onkologen und Chirurgen kamen zum 5. multidisziplinären Symposium zur zielgerichteten Leberkrebstherapie mit Y-90-Mikrosphären in Rom zusammen. Die Mediziner folgten der Einladung der Universität La Sapienza, des Tumorinstituts Regina Elena (IRE) und des dermatologischen Instituts San Gallicano (ISG) und diskutierten die Einsatzmöglichkeiten der SIR-Spheres® Mikrosphären. Sie tauschten sich über große, multizentrische, randomisierte Studien aus, die derzeit die Wirksamkeit der Kunstharz-Mikrokügelchen bei der Therapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC) und des metastasierten Kolonkarzinoms (mCRC) untersuchen.

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Die Phase-II-Studie SORAMIC prüft, ob SIR-Spheres Mikrosphären mit anschließender Gabe von Sorafenib den Behandlungserfolg bei HCC-Patienten steigern können. 375 Patienten im fortgeschrittenen Stadium werden durch 40 Kliniken in Europa rekrutiert. Aktuell sind 300 Patienten registriert.

Die prospektive randomisierte Phase-III-Studie SIRFLOX evaluiert bei Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen, ob mit FOLFOX6m mit oder ohne Bevacizumab in Kombination mit einer zielgerichteten Radiotherapie mit SIR-Spheres Mikrosphären wirksamer und sicherer ist als eine alleinige First-Line-Therapie mit FOLFOX6m mit oder ohne Bevacizumab. Erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.

Bisherige Daten bei Patienten mit HCC und Lebermetastasen des mCRC zeigen: Durch SIRT kann die Lebenserwartung gesteigert (1-4) und die Lebensqualität verbessert werden (5). Auch beim cholangiozellulären Karzinom sowie bei Lebermetastasen bei Mammakarzinom und neuroendokrinen Tumoren ist der Einsatz der SIR-Spheres Mirkosphären erfolgversprechend. In einigen deutschen Kliniken ist die SIRT bereits Bestandteil von Leberresektions-protokollen. So setzt Frau Prof. Dr. Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg, die Therapie mit den radioaktiven Mikrokügelchen in einzelnen Fällen nach interdisziplinärer Bewertung zum Downsizing der Tumorlast ein, um anschließend eine Resektion durchführen zu können. "Zukünftig wird es noch wichtiger, die Rolle der SIRT in der Chirurgie zu definieren. Mit großer Spannung erwarten wir die ersten Studienergebnisse in Europa. Sie werden die Effizienz und Wirksamkeit der Therapie weiter belegen", führte sie aus. "Das Symposium hat gezeigt, dass sich die SIRT als wertvolle palliative Behandlungsoption von Patienten mit nicht resektablen primären und sekundären Leberkarzinomen etabliert hat".

In Europa haben bereits 9.000 Patienten SIR-Spheres Mikrosphären erhalten, davon über 3.800 in Deutschland. Bei dem Verfahren bestrahlen Yttrium-90-Kunstharz-Mikrokügelchen die Tumoren hochselektiv mit Dosen von bis zu 1000 Gray im Körperinneren. Aufgrund der geringen Strahlenreichweite von durchschnittlich nur zwei bis drei Millimetern beträgt die Strahlenexposition des gesunden Leberparenchyms weniger als 25 Gray. Patienten mit fortgeschrittenem Tumorbefall in der Leber konnten aufgrund der Strahlensensibilität des Organs zuvor nur begrenzt einer Strahlentherapie zugeführt werden.

Literaturhinweise:
(1) Seidensticker R et al. Cardiovasc Interv Radiol 2012; 35:1066-1073.
(2) Hendlisz A et al. J Clin Oncol 2010; 28:3687-3694.
(3) Bester L et al. J Vasc Interv Radiol 2011; doi: 10.1016/j.jvir2011.09.028.
(4) Sangro B et al. Hepatology 2011; 54(3):868-878.
(5) Van Hazel G et al. Journal of Surgical Oncology 2004; 88:78-85.

European Multidisciplinary Symposium on Liver-Directed Cancer Therapy using 90Y Microspheres, 7.-8.2.14, Rom.


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