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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. September 2016

Metastasiertes Mammakarzinom: Eribulin frühzeitig in der Zweitlinie einsetzen

Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom können ab der 2. Behandlungslinie vom Einsatz des Mikrotubuli-Inhibitors Eribulin (Halaven®) als Monochemotherapie profitieren. In den Zulassungsstudien zeigte sich ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben (OS) für Patienten, die mit Anthrazyklinen und Taxanen vorbehandelt waren (1, 2). Eribulin ist seit Mai 2016 auch für erwachsene Patienten mit nicht resezierbarem Liposarkom in der Zweitlinie zugelassen (3).
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Beim lokal fortgeschrittenen bzw. metastasierten Mammakarzinom ist – je nach Tumoreigenschaften und Vortherapie – die Auswahl an Medikamenten begrenzt, sagte PD Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Homburg/Saarland. Hier erweitere Eribulin das therapeutische Spektrum. 5 Jahre nach Erstzulassung habe man überzeugende klinische Erfahrungen gesammelt, so der Referent. Nach der retrospektiven Auswertung eines eigenen Patientenkollektivs (n=44) decken sich die klinischen Erfahrungen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit mit den Daten der Zulassungsstudien, in Einzelfällen übertrafen die Behandlungserfolge sogar die Studienergebnisse. So berichtete Juhasz-Böss von Patientinnen, bei denen in der metastasierten Situation der Progress über mehrere Monate bis über 2,5 Jahre vermieden werden konnte.

Die unter Zytostatika üblichen Nebenwirkungen wie Leukopenie, Polyneuropathie, Fatigue und Übelkeit seien wenig ausgeprägt und führten äußerst selten zum Therapieabbruch. Lediglich eine Patientin beendete die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen – allerdings hatte sie Eribulin als Siebtliniengabe erhalten. Eine Dosisreduktion war lediglich bei 3 der 44 Patientinnen erforderlich. Bei 8 Patientinnen konnte aufgrund einer stabilen Erkrankung nach durchschnittlich 8,5 Behandlungszyklen (i.v. d1/8 q3w) eine Therapiepause eingelegt werden. „Unsere Datenauswertung verdeutlicht, dass Eribulin eine angemessene therapeutische Option beim metastasierten Mammakarzinom darstellt – sowohl für stark vorbehandelte Patientinnen, aber vor allem auch in der frühen Phase“, so Juhasz-Böss. Das gute onkologische Ansprechen und die Verträglichkeit der Therapie sprächen dafür, Eribulin früh in der Zweitlinie zu nutzen.


Vorteile beim Gesamtüberleben

Die Wirksamkeit von Eribulin nach Taxan- und Anthrazyklin-Therapie wurde in 2 großen Phase-III-Studien nachgewiesen. In der offenen randomisierten Studie EMBRACE verlängerte Eribulin das Gesamtüberleben im Vergleich mit anderen Monochemotherapien nach Wahl des Arztes bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs nach mindestens 2 Vortherapien (≥ Drittlinie) signifikant um 2,7 Monate (13,2 vs. 10,5 Monate; HR=0,81; p=0,014) (1). In der Studie 301 (4) zeigte sich bei der Gesamtpopulation der Patientinnen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium nach höchstens 2 erfolgten Chemotherapien eine Tendenz zur Überlegenheit hinsichtlich des OS von Eribulin versus Capecitabin. Subgruppenanalysen ergaben zudem, dass Patientinnen mit HER2-negativen (medianes OS: 15,9 vs. 13,5 Monate; HR=0,84; p=0,03) sowie triple-negativen Tumoren (medianes OS: 14,4 vs. 9,4 Monate; HR=0,70; p=0,01) (2) einen größeren Überlebensvorteil von Eribulin haben könnten. Die mit Eribulin gezeigte Lebensverlängerung ging nicht zulasten der Lebensqualität (5).


Liposarkome

Es zeigte sich auch ein bemerkenswerter Überlebensvorteil für Patienten mit Liposarkom in der Phase-III-Studie 309, sagte Juhasz-Böss (3). In der Studie verglich man die Wirksamkeit von Eribulin und Dacarbazin bei Patienten mit Liposarkom und Leiomyosarkom. Zugunsten von Eribulin ergab sich eine signifikante Überlebensverlängerung (13,5 vs. 11,5 Monate, HR=0,768, p=0,017). Patienten mit inoperablem fortgeschrittenen oder metastasierten Liposarkom profitierten besonders (medianes OS: 15,6 vs. 8,4 Monate; HR=0,511; p=0,0006) (3).

Eine Erklärung für den Überlebensvorteil bei verschiedenen Tumorentitäten könnte der besondere Wirkmechanismus von Eribulin sein, sagte Dr. Gunnar Steinert, Eisai GmbH (6, 7): Eribulin ist ein Hemmer der Mikrotubuli-Dynamik, dessen Wirkstoff Halichondrin B aus einem Meeresschwamm isoliert wurde. Er bindet mit hoher Affinität für β-Tubulin am Plus-Ende der Mikrotubuli und inhibiert selektiv nur die Wachstumsphase der Mikrotubuli (8). Darüber hinaus bewirke Eribulin eine Umgestaltung des Tumorgefäßsystems und ermögliche eine gleichmäßige Durchblutung der Tumorkerne und Reoxygenierung hypoxischer Tumorbereiche (6, 9). Ebenso scheint Eribulin den Prozess der epithelial-mesenchymalen Transition von Tumorzellen zu inhibieren. Zudem werde die Migrationsfähigkeit und damit die Invasivität der Tumorzellen gemindert, erklärte Steinert. Dies könne ein verbessertes Ansprechen auf die Therapie auch in nachfolgenden Behandlungslinien bewirken.
Susanne Pickl
Meet the Expert „2 Jahre überzeugende klinische Erfahrungen ab der 2. Linie mit Halaven® beim fortgeschrittenen Mammakarzinom“, 27.05.2016, anl. d. Senologiekongresses 2016, Dresden; Veranstalter: Eisai
Literatur:
(1) Cortes J et al. Lancet 2011;377:914-23 (1).
(2) Kaufman PA et al. ASCO 2013; Poster 1049.
(3) Schöffski P et al. Lancet 2016; 387(10028): 1629-37.
(4) Kaufman PA et al. Cancer Res 2012;72: abstr S6-6.
(5) Velikova G et al. ESMO 2014; Poster392P.
(6) Funahashi Y et al. Cancer Sci 2014;105:1334-42.
(7) Yoshida T et al. Br J Cancer 2014; 110(6): 1497-505.
(8) Fachinformation HALAVEN® 0,44 mg/ml Injektionslösung. Stand Mai 2016.
(9) Ueda S et al. Br J Cancer 2016; 114(11):1212-18.
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