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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. April 2018

Akute Myeloische Leukämie – es tut sich was!

Christoph Röllig
Auch heute noch ist die AML mit einer Heilungsrate unter 30% eine Erkrankung mit schlechter Prognose. Das kann und wird aber nicht so bleiben: Nachdem die zytogenetische Diagnostik die ­Hetero­gentität der Erkrankung offenlegte und den Weg für eine risikobasierte Therapiestrategie bereitete, haben molekularbiologische Methoden die klonale Zusammensetzung dieser und anderer myeloischer Neoplasien beschrieben und damit den Grundstein für neue prognostische und therapeutische Möglichkeiten gelegt. Durchflusszytometrische und molekulare Methoden ermöglichen heute die Beobachtung messbarer Resterkrankung, parallel entwickeln sich darauf basierend therapeutische Strategien, um die AML zunehmend individualisiert in Abhängigkeit von Ansprechen und Krankheitslast zu behandeln. Während durch die Optimierung von Dosierungen, Sequenzierungen und Kombinationen traditioneller eingesetzter Zytostatika wie Cytarabin und Anthrazyklinen bislang eher inkrementelle Verbesserungen der Therapieergebnisse gelungen sind, versprechen nun bereits erfolgte oder erwartete Neuzulassungen eine grundlegende Verbesserung der therapeutischen Erfolgsaussichten. Spiegelbild der wachsenden und zunehmend individualisierten Behandlungsmöglichkeiten ist die soeben aktualisierte Onkopedia-Leitlinie der DGHO. Für eine langfristige Remission und Heilung kommt der allogenen Blutstammzelltransplantation weiterhin eine Schlüsselrolle zu. Voraussetzung für einen Erfolg dieser Strategie ist die richtige Auswahl von Patienten, basierend auf einer Abwägung aus Risiko und Nutzen. Die Entwicklung dosisreduzierter Konditonierungsprotokolle, der Einsatz optimierter haploidenter Transplantationsstrategien und die wachsenden Spenderregister ermöglichen es heute, auch einem größeren Teil unserer überwiegend älteren Patienten diese kurative Behandlung anzubieten. Mit den beiden Artikeln zum Thema AML können Sie übrigens ­2 CME-Punkte erwerben.

In weiteren Texten näher beleuchtet werden außerdem Tumordiagnostikmethoden bei hämatologischen Erkrankungen sowie die differential­diagnostische Abklärung einer Hypereosinophilie. Außerdem widmet sich diese Frühjahrsausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE dem Thema Knochen: Das Osteosarkom ist der häufigste primäre maligne Knochentumor im Kindes- und Jugendalter und kommt auch im fortgeschrittenen Alter häufiger vor. Vom Osteosarkom abgesehen, sind Tumoren des Knochens meist Metastasen eines anderen Primarius. Lesen Sie hierzu eine Übersicht zum aktuellen Stand der chirurgischen Knochen­metastasen-Therapie. Dass eine Strahlentherapie jenseits onkologischer Indikationen auch bei gutartigen Erkrankungen von M. Dupuytren bis Arthrose im Sinne einer Röntgenreizbestrahlung zum Einsatz kommen kann, wird als fächerübergreifende Fortbildung vorgestellt.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihr Dr. Christoph Röllig
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