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14. Dezember 2011 Zehn Irrtümer über Brustkrebs

„Wer Brustkrebs hat, der lebt nicht mehr lange.“ Das ist nur eines von vielen Gerüchten über diese Erkrankung. Die steigende Zahl von Prominenten, die ihre Brustkrebs-Erkrankung öffentlich machen, verschärft die Aufmerksamkeit dafür und wirft oftmals Fragen auf. Tatsächlich können inzwischen die meisten Patientinnen mit Brustkrebs im frühen Stadium geheilt werden. Aber auch für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die ein längeres Leben bei gleichzeitig besserer Lebensqualität ermöglichen. Für Betroffene ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und sich umfassend über ihre Erkrankung zu informieren. Mit einigen Vorurteilen räumen wir deshalb hier auf.

1. „Meistens erkranken ältere Frauen an Brustkrebs.“
Falsch. Bei vier von zehn Frauen wird die Diagnose vor dem 60. Lebensjahr gestellt. Beispielsweise bekamen prominente Frauen, wie Silvia Van der Vaart oder Miriam Pielhau, mit Anfang 30 die Diagnose Brustkrebs. Übrigens: Etwa ein Prozent aller Brustkrebsdiagnosen betrifft Männer.


2. „Wenn ich Brustkrebs bekomme, ist das Schicksal. Da kann man nichts tun.“
Brustkrebs hat viele Ursachen, die letztlich noch nicht bis ins Detail geklärt und zum Teil auch nicht beeinflussbar sind. Es ist aber in gewissem Rahmen möglich, das eigene Brustkrebsrisiko zu senken. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung verringert regelmäßiger Sport die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken. Alkoholgenuss nur in Maßen und ein rauchfreies Leben wirken sich ebenfalls positiv aus. Wichtig ist aber vor allen Dingen die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und das regelmäßige Selbstabtasten der Brust. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

3. „Wenn ich Brustkrebs hätte, würde ich es auf jeden Fall merken.“
Falsch. Es können auch Symptome wie Abgeschlagenheit und ein Krankheitsgefühl auftreten, die man nicht unbedingt in Verbindung mit einer Krebserkrankung bringt.
Deutliche Symptome, die dringend einen Arztbesuch erfordern, sind: Tastbare Knoten, Verhärtungen und Größenunterschiede der Brüste, sichtbare Veränderungen der Haut und Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze.


4. „Um den Tumor zu entfernen, wird immer die Brust abgenommen.“
Falsch. In der Mehrzahl der Fälle können Ärzte brusterhaltend operieren. Dabei wird nur der Tumor aus dem Brustgewebe entfernt. Nur wenn der Tumor zu groß ist und beispielsweise schon Teile der Haut angegriffen hat, bzw. in die Muskeln der Brustwand eingewachsen ist, muss die Brust amputiert werden.

5. „Brustkrebs ist gleich Brustkrebs und alle Patientinnen erhalten die selbe Therapie.“
Falsch. Die Therapieentscheidungen werden abhängig von Erkrankungsstadium und Tumortyp getroffen. Im Anschluss an die Operation entscheiden die Ärzte von Fall zu Fall neu, welche weiteren Therapien notwendig sind. Eine Brustkrebstherapie ist immer eine individuelle Entscheidung, für die eine Vielzahl an Therapieansätzen zur Verfügung steht. Hierzu zählen die Strahlentherapie, die Chemotherapie als Infusion oder in Tablettenform, die antihormonelle Therapie, die Antikörpertherapie und die Therapie mit Small Molecules.


6. „Die Brustkrebstherapie kann in jedem Krankenhaus problemlos durchgeführt werden“
Es gibt Unterschiede. In Deutschland gewährleisten zertifizierte Brustzentren eine qualifizierte Behandlung. Ein interdisziplinäres Team bespricht, welche Therapieschritte individuell für die Patientin in Frage kommen.


7. „Immer mehr Frauen sterben an Brustkrebs.“
Falsch. Tatsächlich wird immer häufiger Brustkrebs diagnostiziert, im Jahr 2006 waren es bereits 57.970 betroffene Frauen (RKI „Krebs in Deutschland 2005-2006“, 2010). Durch frühere Diagnosen und verbesserte Therapien konnte die Anzahl der Sterbefälle jedoch deutlich gesenkt werden.

8. „Eine Reha wird nur Privatpatienten angeboten.“
Falsch. Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist heute in Deutschland ein fester Bestandteil des Therapieprozesses und Standard. Jede Patientin hat einen Anspruch darauf und kann dieses hilfreiche Angebot nutzen.


9. „Der Besuch in einer Selbsthilfegruppe ist bedrückend, weil immer nur über die Brustkrebserkrankung gesprochen wird.“
Für viele Patientinnen ist es äußerst hilfreich, sich mit Frauen auszutauschen, die auf ähnliche Erfahrungen zurückschauen. Gemeinsam Wege zurück in den Alltag zu finden, zusammen Aktivitäten zu planen, sich zu treffen und auch einfach einmal miteinander zu lachen, kann von vielen Sorgen befreien und eine echte Bereicherung sein.


10. „Nach einer Brustkrebs-Erkrankung kann man keine Kinder mehr bekommen.“
Falsch. Bei mehr als der Hälfte aller Frauen setzt nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie die Periode wieder ein. Eine Schwangerschaft ist dann möglich. Experten raten aber, nach der Therapie mindestens zwei Jahre zu warten. Das Rückfallrisiko wird durch eine Schwangerschaft nicht erhöht.


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