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Medizin

28. Februar 2019 Mammakarzinom: Ribociclib verstärkt endokrine Therapie

Der CDK4/6-Inhibitor Ribociclib (Kisqali®) kann nun auch bei prämenopausalen Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom eingesetzt werden. Das progressionsfreie Überleben (PFS) bei HR+/HER2-negativem Brustkrebs lässt sich dadurch erheblich steigern – bei guter Verträglichkeit.
Basierend auf 2 Phase-III-Studien hat die Europäische Kommission die Zulassung des Cyclin-abhängigen Kinase-Inhibitors erheblich erweitert: Ribociclib ist jetzt allgemein zur Behandlung von Frauen mit HR+/HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant zugelassen – nicht nur bei postmenopausalen Patienten. Es kann als initiale endokrin-basierte Therapie oder nach vorangegangener endokriner Behandlung eingesetzt werden. Prä- und perimenopausale Patientinnen sollten zusätzlich einen LHRH-Agonisten erhalten, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Janni, Universitätsklinikum Ulm.

Die Ergebnisse im Überblick: In der MONALEESA-3-Studie erhielten postmenopausale Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR+/HER2-negativen Mammakarzinom entweder Ribociclib + Fulvestrant oder nur den Östrogenrezeptor-Antagonisten + Placebo. Die Behandlung erfolgte primär oder nach endokriner Vortherapie. Mit Ribociclib lag das mediane PFS bei 20,5 Monaten, mit Fulvestrant allein nur bei 12,8 Monaten. Zuvor hatte die MONALEESA-2-Studie für die Kombination Ribociclib + Letrozol eine PFS-Verlängerung gezeigt.

Die MONALEESA-7-Studie belegte schließlich die Wirksamkeit von Ribociclib bei prä- und perimenopausalen Patientinnen mit fortgeschrittenem HR+/HER2-negativen Mammakarzinom. In der Kombination mit einem Aromatasehemmer und Goserelin lag das mediane PFS bei 27,5 Monaten, ohne CDK4/6-Inhibitor nur bei 13,8 Monaten. Ribociclib kann also die endokrin-basierte Therapie so verstärken, dass das PFS quasi verdoppelt wird. Eine Subgruppenanalyse der 3 Phase-III-Studien ergab zudem, dass die Kombination mit Ribociclib auch bei Patientinnen mit viszeralen Metastasen besser wirkt als eine rein endokrine Behandlung.

Ein weiterer Vorteil von Ribociclib ist die gute Verträglichkeit, erklärte Prof. Dr. Sherko Kümmel, Klinikum Essen-Mitte. Schließlich ist eine gute Lebensqualität gerade in der nicht mehr heilbaren Situation wichtig. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Neutropenien, die die Patientinnen allerdings meistens nicht bemerken und die sich ggf. mit Dosisreduktionen oder Medikamentenpausen behandeln lassen.

Dr. Dorothea Ranft

Quelle: Pressekonferenz, 19.02.2019, Frankfurt; Veranstalter: Novartis


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