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Medizin
27. September 2016

Langzeitergebnisse nach 10 Jahren – Vergleich unterschiedlicher Therapien beim Prostatakarzinom

Laut einer aktuellen Veröffentlichung im New England Journal Medicine bleibt es schwierig, bei Prostatakarzinomen, die durch prostataspezifische Antigen(PSA)-Tests entdeckt werden, die Wirksamkeit unterschiedlicher Therapien zu vergleichen. Bei einer Studie wurden drei Behandlungsmethoden, nämliche die aktive Überwachung, die radikale Prostatektomie sowie eine externe Strahlentherapie bei Patienten mit klinisch begrenztem Prostatakarzinom verglichen.
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Dabei erhielten 82.429 Männer im Alter von 50 bis 60 Jahren, zwischen 1999 und 2009 einen PSA-Test; 2.664 Männer bekamen die Diagnose eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms. 1.643 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen und mittels Randomisierung entweder klinisch überwacht (545) oder chirurgisch (553) bzw. mittels Radiotherapie (545) behandelt.

Insgesamt gab es 17 Todesfälle, die auf einen Prostatatumor zurückzuführen sind, jedoch war zwischen den Therapiegruppen kein signifikanter Unterschied zu beobachten (P=0,48 Gesamtvergleich): 8 Todesfälle in der Gruppe, die aktiv überwacht wurde (1,5 Todesfälle pro 1.000 Personenjahre; 95% Konfidenzintervall [KI]: 0,7-3,0), 5 Todesfälle in der Gruppe der chirurgische behandelten Patienten (0,9 Todesfälle pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 0,4-2,2) und 4 in der Patientengruppe, die eine Radiotherapie erhielten (0,7 Todesfälle pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 0,3-2,0). Ebenso zeigte die Gruppe der Patienten, die aktiv überwacht wurde (33 Männer; 6,3 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 4,5-8,8) mehr Metastasenbildung, im Vergleich zu der Gruppe, die chirurgisch behandelt wurde (13 Männer; 2,4 pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 1,4-4,2) oder eine Radiotherapie erhielt (16 Männer; 2,4 pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 1,9-4,9) (P=0,004 Gesamtvergleich). Die höchste Rate für das Fortschreiten der Krankheit wurde bei der Gruppe, die aktiv überwacht wurde beobachtet (112 Männer; 22,9 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 19,0-27,5), verglichen mit der Gruppe, die chirurgisch behandelt wurde (46 Männer; 8,9 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 6,7-11,9) oder eine Radiotherapie erhielt (46 Männer; 9,0 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre; 95% KI: 6,7-12,0) (P<0,001 Gesamtvergleich).

Fazit: Die Zehn-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit Prostatakarzinom war hoch und ohne signifikanten Unterschied zwischen den drei verschiedenen Therapieformen. Eine chirurgische Behandlung und eine Radiotherapie waren im Vergleich zu einer aktiven Überwachung mit einer niedrigeren Inzidenz für das Fortschreiten der Krankheit und der Metastasenbildung verbunden.

(übs. v. d. Red. siko)

Quelle: NEJM 2016

Literatur:

Hamdy FC, Donovan JL, Lane JA et al.
10-Year Outcomes after Monitoring, Surgery, or Radiotherapy for Localized Prostate Cancer.
NEJM, DOI: 10.1056/NEJMoa1606220
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27626136


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