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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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31. Oktober 2013

Resistenzentwicklung: Effekte der Botenstoffe erforschen, die von Melanomzellen unter Vemurafenib freigesetzt werden

Für eine bestimmte Gruppe von Patienten, die an Hautkrebs erkranken, gibt es seit kurzem ein wirksames Medikament. Allerdings werden die Tumorzellen nach einiger Zeit resistent gegen das Mittel. Wie sie das schaffen, untersuchen Wissenschaftler der Uni Würzburg in einem neuen Forschungsprojekt.

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Lauschangriff auf den Tumor

"Vemurafenib hält das äußerst bösartige maligne Melanom in Schach und verlängert das Leben der Patienten, die an schwarzem Hautkrebs leiden." Mit dieser Meldung hat das Nachrichtenmagazin "Focus" vor etwas über einem Jahr bei vielen Patienten, die an Hautkrebs erkrankt waren, Hoffnungen geweckt. Der Artikel stand unter der Überschrift "Therapie-Durchbruch gegen schwarzen Hautkrebs."

Allerdings war das nur die halbe Wahrheit: "Leider kommt es unter dieser zielgerichteten Therapie bei nahezu allen behandelten Patienten zu einer Resistenzentwicklung der Tumorzellen gegen das Medikament und im Folgenden zum Fortschreiten der Erkrankung", berichtet der Dermatologe Dr. Sebastian Haferkamp von der Universitäts-Hautklinik Würzburg.

In einem neuen Forschungsprojekt will er nun gemeinsam mit PD Dr. Svenja Meierjohann von der Physiologischen Chemie des Biozentrums die Abläufe untersuchen, die zu dieser Resistenz führen. Beide Forscher untersuchen schon seit Längerem die grundlegenden Mechanismen des Melanoms. Die Hiege-Stiftung unterstützt das gemeinsame Projekt mit 40.000 Euro.

Vemurafenib kommt bei Menschen zum Einsatz, die ein verändertes Protein im Tumorgewebe tragen, das auf eine Mutation im sogenannten BRAF-Gen zurückgeht. Das mutierte Protein kann zu einem unkontrollierten Wachstum des Tumors führen. Vemurafenib hemmt das Protein und damit auch das Tumorwachstum - zumindest für einen gewissen Zeitraum. Warum verliert das Mittel seine Wirksamkeit? "Es ist bekannt, dass Tumorzellen und normale Zellen der Tumorumgebung, wie zum Beispiel Fibroblasten, Keratinozyten oder Endothelzellen, miteinander durch Botenstoffe kommunizieren und sich gegenseitig beeinflussen", erklärt Svenja Meierjohann. Unter Therapie mit Vemurafenib setzen nun Melanomzellen ganz spezielle Botenstoffe vermehrt frei, die die Zellen der Tumorumgebung dazu veranlassen, aktiv eine Resistenzentwicklung zu unterstützen. Der Tumor kann in der Folge ungebremst weiterwachsen. Wie es die Melanomzellen schaffen, die Nachbarzellen für ihre Zwecke zu missbrauchen, ist bisher allerdings nur unzureichend verstanden.

Im Rahmen des geförderten Projekts wollen Meierjohann und Haferkamp in einem ersten Schritt die Botenstoffe charakterisieren, die von Melanomzellen unter der Vemurafenib-Behandlung freigesetzt werden. Anschließend werden sie untersuchen, welchen Effekt diese Botenstoffe auf die Zellen der Tumorumgebung haben. Mit dem Wissen über die Kommunikation von Melanomzelle und Tumorumgebung wollen sie herausfinden, ob und auf welche Weise eine Vemurafenib-Behandlung das Tumormilieu stimulieren und damit zu einer Resistenzentstehung beitragen kann.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg
 
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