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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. Januar 2017

Dritter 3-Tesla-Magnetresonanztomograph geht in Betrieb

Nach aufwändigen Ein- und Umbauarbeiten ist nun am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein weiterer moderner 3-Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) offiziell übergeben worden. Mit Beginn des neuen Jahres steht das Großgerät dann regulär für die Patienten zur Verfügung. Es ist das dritte MRT dieser Feldstärke an der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Eine Forschungskooperation zwischen der Radiologie und dem Leipziger Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) ermöglichte zudem die Installation eines Zusatzgeräts für den Einsatz hochintensiver fokussierter Ultraschallwellen zum Abtragen von Tumorgewebe – non-invasiv.
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Der neue MRT löst das bisherige 1,5-Tesla-Gerät ab. Dieses kam mit dem Neubau des Operativen Zentrums 2003 und war seitdem in Betrieb. "Einer der entscheidenden Vorteile des neuen MRT ist natürlich seine höhere Feldstärke", erläutert Prof. Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, "wir erreichen damit eine wesentlich höhere Bildqualität."

Ein Schwerpunkt des Geräteeinsatzes liege in der neuroradiologischen Bildgebung, ergänzt PD Dr. Patrick Stumpp, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Klinikdirektor. "Die Darstellung von Nervenbahnen, zum Beispiel in der Vorbereitung von Tumoroperationen, funktioniert mit diesem Gerät deutlich besser und schneller", so PD Dr. Stumpp. Auch bei der Gelenkdiagnostik helfe nun die bessere Auflösung.
 

Arbeit am neuen 3-Tesla-MRT. © Ines Christ / UKL
Arbeit am neuen 3-Tesla-MRT. © Ines Christ / UKL


Mit dem dritten 3-Tesla-Gerät sei die Klinik gut aufgestellt, sagt Prof. Kahn, doch seien alle MRT einschließlich des vierten 1,5-Tesla-Geräts ausgelastet: "Die Anzahl der Untersuchungen ist in den vergangenen Jahren merkbar angestiegen." Jedes Jahr würden insgesamt 17.000 Untersuchungen durchgeführt, davon rund 5.000 mit dem neuen MRT.

Der Einbau des Geräts und die notwendigen Umbauten erfolgten bei laufendem Betrieb im benachbarten Untersuchungsraum. Wegen der Größe des MRT mussten Teile der Fassade und mehrere Wände geöffnet werden.

Das neue Gerät verfügt über spezielle Eigenschaften, die die Untersuchung für Patienten angenehmer machen sollen. Mit 70 Zentimetern Durchmesser verfügt es über die aktuell größtmögliche Tunnelöffnung. Ein Lichtring vergrößert diese Öffnung zumindest optisch noch weiter. Auch lässt sich der gesamte Raum in einem vom Patienten favorisierten Farbton ausleuchten. Ein Großmonitor vermittelt zudem über ein ausgeklügeltes Spiegelsystem das Gefühl, in eine zuvor ausgesuchte Szenerie (Unterwasser, Urwald, Wüste,…) "einzutauchen". Der von manchen als beengend empfundene Tunnel soll dadurch möglichst nicht mehr wahrgenommen werden. "Viele Untersuchungen sind ab sofort auch leiser und damit angenehmer für unsere Patienten", hebt PD Dr. Stumpp einen wichtigen Punkt hervor.

Die moderne Technik und der Patientenkomfort haben ihren Preis: 1,7 Millionen Euro kostete die Anschaffung, eine knappe halbe Million Baukosten kamen hinzu.

Neue Behandlungsmethode HiFU (Hochintensiver fokussierter Ultraschall)

Als erste Klinik in Sachsen verfügt das UKL nun über ein so genanntes MR-gesteuertes HiFU-System. "Über eine Forschungskooperation mit dem Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) steht uns nun ein innovatives Zusatzgerät zur Verfügung, welches zunächst zur Therapie des Uterusmyoms und zur Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen zum Einsatz kommen soll", erläutert Prof. Kahn. "Die zeitgleiche Anschaffung und Installation an das neue MRT ist sinnvoll, da eine nachträgliche Installation sehr viel aufwändiger und teurer wäre."

Das Verfahren sei eine "raffinierte Kopplung aus MRT und hochintensivem fokussiertem Ultraschall", beschreibt er. "Wir sprechen nicht einmal mehr von minimal-, sondern von non-invasiv. Einstiche in die Haut sind nicht nötig."
Die Ultraschallwellen dringen durch Haut und Muskulatur bis in das Zielorgan vor. Die durch die Fokussierung der Wellen hervorgerufenen sehr hohen Temperaturen zerstören dann den Tumor.
Universitätsklinikum Leipzig
 
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