Donnerstag, 29. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

19. August 2005 Hormonrefraktäres Prostatakarzinom: Ausblick auf künftige Therapie-Strategien

In der Therapie des hormonrefraktären Prostatakarzinoms hat sich die Docetaxel-haltige Chemotherapie etabliert, nachdem 2 große Phase-III-Studien, die letztes Jahr auf dem ASCO präsentiert wurden, erstmals einen lebensverlängernden Effekt durch eine Chemotherapie zeigen konnten. Auch auf dem diesjährigen ASCO gab es interessante Mitteilungen zu Docetaxel beim Prostatakarzinom, berichtete Prof. Peter Albers, Kassel. Aus Phase-II-Studien gibt es Hinweise auf einen lebensverlängernden Effekt durch die zusätzliche Gabe von Vitamin D3 zu Docetaxel sowie auf eine deutlich bessere Verträglichkeit der wöchentlichen, intermittierenden Chemotherapie mit Docetaxel im Vergleich zur kontinuierlichen Chemotherapie.
Anzeige:
Xospata
 
Dass die Addition von Vitamin D3 (Calcitrol) zu Docetaxel in der Therapie des hormonrefraktären Prostatakarzinoms hilfreich und sinnvoll ist, bestätigt eine multizentrische, randomisierte Phase-II-Studie mit 250 Patienten (Beer et al. ASCENT; ASCO 2005 #4516). Patienten im 1. Studienarm erhielten 36 mg/m2 Docetaxel wöchentlich + 45 mg Calcitrol, Patienten im 2. Studienarm 36 mg/m2 Docetaxel wöchentlich + Plazebo. Primärer Studienendpunkt war das Ansprechen des PSA-Wertes. Die Reduktion der Nebenwirkungen unter dem wöchentlichen im Vergleich zum 3-wöchentlichen Schema bezeichnete Albers als erstaunlich. So lag die Neutropenie-Rate, die in der Zulassungsstudie unter der 3-wöchentlichen Gabe ca. 30% betrug, nur noch bei 10%. Das PSA-Ansprechen war in beiden Armen gleich – das primäre Ziel wurde also nicht erreicht. Dennoch gibt es Hinweise auf ein längeres Überleben im Docetaxel/Calcitrol-Arm. Das mediane Überleben unter Docetaxel/Plazebo betrug 16,4 Monate. Unter Docetaxel/ Calcitrol war das mediane Überleben gegen Studienende noch nicht erreicht und liegt schätzungsweise bei 23,5 Monaten. Dies, so Albers, wäre ein sensationelles Ergebnis. Da das PSA-Ansprechen offensichtlich nicht unbedingt etwas über die Überlebensdauer aussagt, plädierte Albers dafür, künftig die Studien zum Prostatakarzinom auf das Überleben und nicht allein auf das PSA-Ansprechen auszulegen.

Intermittierende Chemotherapie mit Docetaxel: Eine aktive und gut verträgliche Therapieform
Docetaxel wurde in der Zulassungsstudie kontinuierlich alle 3 Wochen bis zum Progress verabreicht. In einer weiteren multizentrischen Phase-II-Studie, die auf dem ASCO vorgestellt wurde, erwies sich die intermittierende Chemotherapie mit Docetaxel beim hormonrefraktären Prostatakarzinom als eine aktive und gut verträgliche Therapieform (Miller et al. ASCO 2005 #4613). 0 Die Patienten (n=75) erhielten wöchentlich Docetaxel (35 mg/m2; d1, 9, 16) plus Estramustin (140 mg TID; D1-3, 8-10, 15-17 q4w) über 3 Zyklen. Anschließend folgte eine Therapiepause. Bei Progress (PSA-Anstieg) wurde die Chemotherapie erneut über 3 Zyklen wiederholt. Von den 75 Patienten haben 10 sogar 4 Sequenzen geschafft und 4 reagierten noch mit einer PSA-Reduktion. Das 1-Jahresüberleben lag bei 70%. Das mediane Überleben von 18,5 Monaten entspricht dem aus Phase-III-Studien. Auch diese Studie bestätigte die deutlich bessere Verträglichkeit der wöchentlichen Gabe (Tabelle 1). Dies ist laut Albers die erste Phase-II-Studie die gezeigt hat, dass die besser verträgliche wöchentliche Gabe von Docetaxel beim hormonrefraktären Prostatakarzinom gleich gut wirksam ist wie das 3-wöchentliche Schema. Vor diesem Hintergrund hat die AUO (Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie) eine Phase-III-Studie vorbereitet, um den kontinuierlichen mit dem intermittierenden Einsatz von Docetaxel beim hormonrefraktären Prostatakarzinom zu vergleichen.
Nach einer Analyse aller vorhandenen randomisierten Phase-III-Studien mit Docetaxel in der Therapie des hormonrefraktären Prostatakarzinoms erwies sich Docetaxel den bisher eingesetzten Chemotherapien als überlegen. Das Resümee von Albers : „Wir haben heute mit Docetaxel einen neuen Therapiestandard beim hormonrefraktären Prostatakarzinom, die nächste Aufgabe liegt darin, für diesen Standard besser verträgliche Applikationsformen zu finden.“

as

Quelle: „Post-ASCO“: Neue Studienergebnisse – Die Zukunft in der Theraie des HRPC, Frankfurt, 24. Mai 2005. Veranst. : Sanofi-Aventis


Anzeige:
Keytruda
Keytruda

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hormonrefraktäres Prostatakarzinom: Ausblick auf künftige Therapie-Strategien"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib