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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Februar 2004 Editorial 01/04

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Die Zervixkarzinom bedingte Mortalität hat in den letzten Jahren aufgrund effektiver Früherkennungsmaß-nahmen in den industrialisierten Ländern signifikant abgenommen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Behandlung des Zervixkarzinoms.
Bei fast allen Zervixkarzinomen lassen sich onkogene Humane Papillomviren (HPV) nachweisen. In den letzten Jahren konnte diesen Viren eine wichtige Rolle in der Pathogenese des Zervixkarzinoms zugeschrieben werden. Dies stellt die Grundlage für den prophylaktischen Ansatz einer Impfung dar. Zahlreiche Studien sind hierzu bei Patientinnen mit intraepithelialer Neoplasie der Zervix im Gange. Sollte das Prinzip der Impfung funktionieren, könnte in Analogie zur Röteln-Impfung möglicherweise eine weitere dramatische Senkung in der Inzidenz des Zervixkarzinoms erreicht werden. Weiterhin werden therapeutische Ansätze bezüglich einer Vakzinierung in fortgeschrittenen Stadien erprobt.
Auch in Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms gibt es zahlreiche Neuerungen. Ähnlich wie beim Mammakarzinom wird derzeit in einer deutschlandweiten Studie die Technik der Sentinel-Lymphknotenmarkierung beim Zervixkarzinom evaluiert. Hierbei zeigt sich, dass die kombinierte Markierung mit Patentblau und Radionuklid die höchste Sensitivität aufweist. Gerade bei den Frühstadien, in denen die Rate des Lymphknotenbefalls unter 20 % liegt, könnte den Patientinnen durch die gezielte Lymphknotenentnahme nach Sentinelmarkierung die Morbidität einer systematischen pelvinen Lymphonodektomie erspart werden.
Bei makroskopischem Befall der Zervix (Stadium FIGO Ib) wird die Operation nach Wertheim durchgeführt. Hierbei werden über einen abdominellen Zugang (Längsschnitt) Uterus mit den Parametrien und den pelvinen Lymphknoten entfernt. Durch die Möglichkeiten der laparoskopischen Lymphonodektomie rückt die Technik der vaginalen radikalen Entfernung des Uterus mit den Parametrien nach Schauta wieder mehr in den Vordergrund, eine Technik, in der heute nur noch wenige Operateure Routine haben. Zudem könnte die endoskopische Methode die Staginglaparotomie ersetzen und bietet aufgrund der optischen Vergrößerung die Möglichkeit, nervenschonender zu operieren und somit die oftmals problematische Blasenfunktionsstörung nach konventioneller Operationstechnik zu vermeiden.
In den fortgeschrittenen Stadien mit Befall der Beckenwand ist die Strahlentherapie die Therapie der Wahl. Im Jahre 1999 wurden drei große prospektive Studien publiziert, die zeigen konnten, dass die Fünf-Jahresüberlebensrate des Zervixkarzinoms durch die kombinierte simultane Radiochemotherapie gegenüber der alleinigen Radiotherapie verbessert werden kann. Hierbei erhielten die Patientinnen einmal wöchentlich Cisplatin zur fraktionierten Strahlentherapie. Weiterhin zeichnet sich ab, dass Hochrisiko-Zervixkarzinompatientinnen mit positivem Nodalstatus, Lymphangiosis carcinomatosa oder schlecht differenzierten Tumoren von einer postoperativen Radiochemotherapie profitieren. Ebenso scheint die Gabe von Erythropoetin eine wichtige Rolle in der Therapie des Zervixkarzinoms zu spielen und zwar nicht nur in Hinblick auf eine signifikante Reduktion der Transfusionshäufigkeit, der Verbesserung der Lebensqualität unter Therapie, sondern auch in Hinblick auf eine geringere Rezidivrate.
Diese interessanten Aspekte werden in der vorliegenden Ausgabe des Journals Onkologie ausführlich diskutiert und dargestellt.

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