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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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25. März 2014

DKK 2014 - Mammakarzinom

Interimsergebnisse der ADAPT-Studie: Mehr als 60% der Frauen mit mittlerem Risiko kann Chemotherapie erspart bleiben

Nach ersten Ergebnissen der Studie ADAPT kann mehr als 60% der Frauen mit Hormonrezeptor-positivem/ HER2-negativem Brustkrebs und mittlerem Risiko durch Einsatz des Genexpressionstests Oncotype DX sowie den frühen Test auf die Effektivität einer Antihormontherapie eine Chemotherapie erspart werden.

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Bei einem zu erwartendem Benefit von 5-10% wird Frauen mit frühem Brustkrebs eine Chemotherapie empfohlen. Eine eindeutige Entscheidung für eine Chemotherapie ist aber nur bei 10-20% zu treffen, etwa genauso groß ist die Gruppe, für die eine Chemotherapie nicht notwendig ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chemotherapie benötigen Patientinnen mit Tumoren kleiner 2 cm, G1 oder G2, Hormonrezeptor-positiv, sehr niedriger Zellteilung und ohne befallene Lymphknoten. Zur Chemotherapie raten würde man Patientinnen, die jünger als 35 Jahre alt sind oder G3-Tumoren mit einer hohen Zellteilungsrate aufweisen oder Patientinnen mit 4 befallenen Lymphknoten. Übrig bleibt eine große Gruppe von Frauen mit einem mittleren Risiko, berichtete Dr. Oleg Gluz, Mönchengladbach. Zudem gäbe es in dieser Gruppe eine große Unschärfe - in etwa 40% der Fälle würde sich die Einschätzung der Pathologen unterscheiden. Mit dem Standardvorgehen werden so etwa 50-70% der Patientinnen aus der mittleren Risikogruppe übertherapiert.

Eine Möglichkeit, die Gruppe mit hohem Rückfallrisiko zu identifizieren, die einen Vorteil von einer Chemotherapie hat, bietet der Genexpressionstest Oncotype DX. Dieser bestimmt die Expression von 16 in Zusammenhang mit der Tumorgenese stehenden Genen sowie von 5 Referenzgenen mittels realtime PCR in Paraffin-fixiertem Tumorgewebe. Daraus wird ein "Recurrence Score" berechnet, der das 10-Jahres-Rezidivrisiko der Patientinnen als eine kontinuierliche Funktion angibt. Ein intermediäres Risiko haben Patientinnen mit einem Recurrence-Score zwischen 18-30.

In der Studie ADAPT wurden anhand dieses Recurrence-Scores Patientinnen mit hormonsensiblem, HER2-negativem frühen Brustkrebs und 0-3 positiven Lymphknoten, die Kandidatinnen für eine adjuvante Chemotherapie sind, in 3 Risikogruppen (high, intermediate und low-Risk) eingeteilt. Alle Patientinnen erhalten eine endokrine Therapie als Induktionstherapie. Patientinnen mit Recurrence-Score 0-11 werden adjuvant nur mit einer endokrinen Therapie weiter behandelt. Jene mit einem Recurrence-Score von 12-25 gelten als Kandidatinnen für eine zusätzliche Chemotherapie. Patientinnen, bei denen der Proliferationsmarker Ki-67 nach der endokrinen Induktionstherapie noch über 10% liegt, werden in 2 Chemotherapiearme randomisiert und erhalten ein dosisintensiviertes Regime mit nab-Paclitaxel oder konventionellem Paclitaxel, jeweils gefolgt von EC. Jene aber, bei denen nach der endokrinen Induktion der Ki-67 auf unter 10% gefallen ist, erhalten erstmals unter Studienbedingungen keine adjuvante Chemotherapie mehr, sondern werden nur mit einer endokrinen Therapie weiter behandelt. Erste Ergebnisse der ADAPT-Studie bestätigen nun, dass durch den Einsatz des Genexpressionstests und eine frühe individuelle Abschätzung der Effektivität der Antihormontherapie bei 63% der Patientinnen, die zuvor als Frauen mit einem mittleren Rückfallrisiko eingestuft worden waren, auf eine Chemotherapie verzichtet werden kann.

Der Genexpressionstest ist in Deutschland noch keine Regelleistung, während die Erstattung in anderen Ländern (z. B. USA, GB, Israel und Irland) von den Krankenkassen bereits erstattet wird.

as

Genomic Health-Symposium und Pressekonferenz: "Genexpressionsanalyse beim Mammakarzinom." Berlin, 22.02.2014.

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