Mittwoch, 27. Januar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Xospata
 
Medizin

28. Mai 2018 Translationale Forschung zum Leberkrebs gewürdigt

Bereits zum vierten Mal fördert die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) mit dem Novartis-Forscherpreis herausragende grundlagenorientierte und translationale Forschungsarbeiten zur molekularen Pathogenese und Diagnostik von Tumorerkrankungen. Der diesjährige Preis wurde im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der DGP-Jahrestagung in Berlin verliehen.
„Das Verständnis grundlegender molekularer Mechanismen von Erkrankungen ist für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze essentiell,“ so Prof. Dr. med. Peter Schirmacher, Vorsitzender der DGP. „Mit dem Preis würdigt die DGP Forschungsarbeiten, die zur Identifizierung neuer therapeutischer Ziele beitragen und Tumorpatienten langfristig neue Behandlungsperspektiven bieten können.“

Den diesjährigen Novartis-Forscherpreis über 10.000 Euro erhält Frau Dr. rer. nat. Sofia Weiler vom Universitätsklinikum Heidelberg. In ihrer Forschungsarbeit „Induction of Chromosome Instability by Activation of Yes-Associated Protein and Forkhead Box M1 in Liver Cancer” untersucht Frau Dr. Weiler die Rolle des Hippo-/YAP* -Signalwegs beim Leberkrebs (1). Dieser steuert maßgeblich die Zelldifferenzierung und ist für Wachstum und Entwicklung von Organen und Geweben mitverantwortlich (1,2).

Eine gestörte Aktivität des Hippo-/YAP-Signalwegs führt zu unkontrolliertem Zellwachstum und kann so Tumore hervorrufen (1,2). Bei Darm-, Lungen- und Leberkrebs wurde bereits eine Störung dieses Signalwegs nachgewiesen (2). In ihrer Arbeit konnte Frau Dr. Weiler nun zeigen, dass die ungebremste Aktivierung des Hippo-/YAP-Signalwegs einen wesentlichen Krebs-verursachenden Mechanismus, nämlich die chromosomale Instabilität, hervorrufen kann. Dieser neue Mechanismus schließt eine wesentliche Lücke im Verständnis dieses Signalwegs und bietet für die Zukunft sowohl neue diagnostische Möglichkeiten als auch therapeutische Ansatzpunkte, darunter eventuell auch für die Tumor-Immuntherapie.

„Die Forschungsarbeit der Preisträgerin bietet einen wichtigen Einblick in die molekularen Entstehungsmechanismen beim Leberkrebs und kombiniert profunde Grundlagenforschung mit innovativen Therapiemöglichkeiten,“ stellte Dr. Ulrike Haus, Medical Director Oncology, Novartis Pharma GmbH, fest. „Die Ergebnisse sind sowohl für die Forschung als auch für die Klinik von hoher Relevanz. Wir gratulieren Frau Dr. Weiler herzlich und wünschen ihr für ihre wissenschaftliche Zukunft weiterhin viel Erfolg.“

Auf die Ausschreibung des diesjährigen Novartis-Preises wurden insgesamt 8 Forschungsarbeiten eingereicht; 6 davon erfüllten die Bewertungskriterien. Die Auswahl erfolgte durch eine unabhängige Expertenjury der DGP.

*YAP: Yes-associated protein

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Weiler SME, Pinna F, Wolf T et al. Induction of Chromosome Instability by Activation of Yes-Associated Protein and Forkhead Box M1 in Liver Cancer. Gastroenterology 2017; 152(8):2037-2051.
(2) Harvey KF, Zhang X, Thomas DM. The Hippo pathway and human cancer. Nat Rev Cancer 2013; 13(4):246-257.


Anzeige:
Adakveo
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Translationale Forschung zum Leberkrebs gewürdigt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2020
  • Phase-III-Studie ASCEMBL bei resistenten/intoleranten Patienten mit CML: STAMP-Inhibitor Asciminib deutlich effektiver als TKI Bosutinib
  • Ruxolitinib-resistente/-intolerante MF-Patienten profitieren im klinischen Alltag möglicherweise von einer Rechallenge
  • Real-world-Daten zu PV: Rechtzeitige Umstellung von HU auf Ruxolitinib wirkt möglicherweise Anstieg thromboembolischer Ereignisse entgegen
  • 5-Jahres-Daten der RESPONSE-2-Studie: Überlegenheit von Ruxolitinib gegenüber BAT im Langzeitverlauf bestätigt
  • Phase-I-Studie: Anhaltendes molekulares Ansprechen mit neuem BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei CML-Patienten mit T315I-Resistenzmutation
  • Patienten mit ITP sind emotional erheblich belastet
  • r/r DLBCL: Vielversprechende erste Daten zur CAR-T-Zell-Therapie mit Tisagenlecleucel in Kombination mit Ibrutinib
  • r/r FL: CAR-T-Zell-Therapie mit Tisagenlecleucel wirksam und sicher
  • Myelofibrose: Ruxolitinib-Startdosis von 10 mg 2x tägl. auch bei initial niedriger Thrombozytenzahl sicher anwendbar
  • Phase-III-Studie REACH3: Ruxolitinib bei chronischer steroidrefraktärer oder steroidabhängiger GvHD wirksamer als die beste verfügbare Therapie