Montag, 8. März 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Medizin

31. Juli 2019 Brustrekonstruktion nach Krebserkrankung

Diagnose Brustkrebs – für Frauen gibt es kaum eine schlimmere Nachricht. Doch dank des medizinischen Fortschritts lassen sich mittlerweile viele Brustkrebserkrankungen erfolgreich behandeln und die Prognosen fallen immer besser aus. Der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zufolge sinkt die Zahl der Patientinnen, die an der Erkrankung sterben, kontinuierlich, obwohl die Anzahl der Erkrankungen steigt. Eine erfolgreiche Behandlung setzt eine vollständige Zerstörung des Tumors voraus, die meist operativ erfolgt. Mediziner versuchen dabei oftmals brusterhaltend zu operieren, doch nicht allen Frauen bleibt eine teilweise oder vollständige Brustamputation erspart. Eine solche Amputation stellt für Betroffene eine gravierende physische und psychische Belastung dar, die das Leben vollständig verändert. Manche fühlen sich nicht mehr als Frau, doch auch körperliche Beschwerden wie Schulter- und Rückenschmerzen können entstehen.
Anzeige:
Blenrep
„Nach einer Amputation ist es Patientinnen mittlerweile freigestellt, sich einem Rekonstruktionseingriff zu unterziehen. Unterschiedliche Methoden, wie die Implantation eines Silikonkissens oder der Aufbau mit Eigengewebe, stehen dafür zur Verfügung. Betroffene Frauen sollten sich ausführlich beraten und sich mit der Entscheidung ausreichend Zeit lassen. Eine OP kann sowohl direkt nach der Amputation als auch noch Jahre danach erfolgen“, erklärt Dr. Lijo Mannil, Köln.

Mit Eigengewebe natürliches Ergebnis erzielen

Mediziner können die weibliche Brust nach einer erfolgten Amputation mithilfe von Eigengewebe wieder aufbauen. „Bei diesem Eingriff erfolgt eine Verpflanzung von durchblutetem Gewebe samt Gefäßversorgung aus Unterbauch, Gesäß oder Rücken. Dabei wird mithilfe eines Operationsmikroskops beispielsweise die am Bauch entnommene DIEP-Lappenplastik an die bestehenden Brustwandgefäße mikrochirurgisch angeschlossen“, erläutert Mannil die medizinischen Hintergründe. Bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe können zunächst mehr Komplikationen auftreten als beim Einsetzen eines Implantates, weil es sich hierbei um eine aufwendigere und intensivere Operation handelt. Zudem entstehen bei dieser Art von Eingriff weitere Narben, und zwar an den Stellen, an denen die Gewebeentnahme stattfindet. „Vorteile liegen in der Natürlichkeit sowie Dauerhaftigkeit des Ergebnisses. So verändert sich die Brust bei Schwankungen des Körpergewichts mit. Außerdem treten bei einer möglicherweise notwendigen Strahlentherapie weniger Probleme auf“, so Mannil.

Brustrekonstruktion mit Implantaten

Alternativ erfolgt die Brustrekonstruktion mit Implantaten. Oftmals muss vor Einsetzen des Implantates jedoch erst einmal die Dehnung der Haut sowie der Muskeln erfolgen. Dies geschieht mithilfe eines Gewebeexpanders, der zunächst unter den Muskel eingesetzt und anschließend sukzessive von außen mit Kochsalzlösung befüllt wird. Dieser Vorgang nimmt meist einige Monate in Anspruch. Anschließend erfolgt ein Austausch des Expanders gegen das dauerhafte Kissen. Bei diesem Schritt können Mediziner Form und Lage des Implantates noch individuell anpassen. Eine weitere Operationsalternative stellt der netzgestützte Wiederaufbau dar. Hierbei kommt entweder ein Kunststoffnetz oder eine sogenannte azelluläre Matrix, also eine sterile Schweine- oder Rinderhaut, zum Einsatz. Im Laufe der Zeit überwachsen die körpereigenen Zellen dann das eingesetzte Netz, das die Aufgabe hat, den Brustmuskel zu stärken, um somit ein Absacken zu vermeiden. „Prinzipiell gilt es, in Abhängigkeit vom Krankheitsbild, für jede Patientin eine individuelle Lösung zu finden, damit sie mit der schweren Erkrankung abschließen und wieder positiv nach vorne schauen kann. Dabei müssen sich die betroffenen Frauen der Tatsache bewusst sein, dass eine Rekonstruktion in der Regel keine medizinische Notwendigkeit darstellt und sie auch ohne diesen Eingriff ein erfülltes und gesundes Leben führen können“, teilt Mannil abschließend mit.

Quelle: Klinik für Chirurgie V am St. Vinzenz-Hospital Köln


Anzeige:
Kyprolis

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Welt ohne Krebs schaffen

Eine Welt ohne Krebs schaffen
© transurfer - stock.adobe.com

Am 4. Februar fand zum 20. Mal der Welt-Krebstag statt. Das Motto der Union for International Cancer Control /UICC) ist “Create a future without cancer. The time to act is now.”: Eine Welt ohne Krebs schaffen – jetzt handeln. An diesem Tag stehen Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen im Mittelpunkt. Der Berufsverband der Frauenärzte greift das Motto auf und informiert über hochwirksame Strategien, die jede Frau persönlich im Rahmen von...

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf
© Sabphoto / Fotolia.com

In der Schule, vor dem Smartphone oder am Computer: Die Liste sitzender Aktivitäten von Jugendlichen ist lang. Fast die Hälfte ihrer Wachzeit – knapp sieben Stunden pro Tag – verbringen Schüler heutzutage sitzend oder liegend. Je mehr die jungen Menschen sitzen, desto riskanter ist auch ihr Gesundheitsverhalten: Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Brustrekonstruktion nach Krebserkrankung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.