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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Oktober 2011 Denosumab bei Knochenmetastasen: Verbesserung der Lebensqualität der Patienten

Der RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab (XGEVA®), der kürzlich in einer Dosierung von 120 mg in der EU zur Prävention von skelettbezogenen Ereignissen (SREs) bei Erwachsenen mit Knochenmetastasen zugelassen wurde, verzögerte das erste Auftretens von SREs, reduzierte die Anzahl von auftretenden Ereignissen sowie den Schmerz, was zu einer höheren Lebensqualität der Patienten führte.
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Einige Krebsarten wie das Prostata-, das Mamma- oder das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom metastasieren im fortgeschrittenen Stadium häufig in den Knochen. Etwa die Hälfte dieser Patienten entwickelt in Folge der ossären Metastasierung SREs, hauptsächlich in Form notwendiger Knochenbestrahlungen, pathologischen Frakturen oder Rückenmarkskompressionen. Für den Patienten sind diese SREs meist mit starken Schmerzen und einer starken Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität assoziiert, wie Frau PD Dr. Diana Lüftner, Berlin, aus ihrer Praxiserfahrung berichtete. Des Weiteren fügte sie an, seien die SREs durch hohe Behandlungskosten (Bestrahlungen, Operationen und medikamentöse Therapien) und lange stationäre Aufenthalte mit einer großen Belastung für das Gesundheitswesen verbunden. Diesen Patienten kommt die Zulassung des monoklonalen Antikörpers Denosumab zugute.

SREs unter Denosumab signifikant verringert

Denosumab konnte in 3 klinischen Studien bei einem Kollektiv von 5.700 Patienten im Vergleich zu Zoledronsäure das Auftreten von SREs bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren und Knochenmetastasen signifikant um 8,2 Monate verzögern [1]. Außerdem kam es zu einer Reduktion der Anzahl aufgetretener SREs. So war das Risiko eines ersten oder nachfolgenden SREs unter Denosumab um 18% im Vergleich zu Zoledronsäure verringert. Zusätzlich kam es unter Denosumab zu einer verzögerten Schmerzprogression von fast 2 Monaten und einer durchweg geringeren Schmerzintensität, was eine Umstellung auf starke Opioide zur Schmerzreduktion seltener nötig machte [2].

Auch in einer niedrigen „Number-Needed-to-Treat“ (NNT) zeigte sich der gute Therapieerfolg von Denosumab, wie Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen, bemerkte. Dieser Wert beschreibe in diesem Fall, wie viele Patienten mit Denosumab im Vergleich zu Zoledronsäure behandelt werden müssten, um ein zusätzliches SRE zu verhindern. Für Denosumab ergab sich eine NNT von 5 bei Patienten mit Prostatakarzinom, eine NNT von 7 bei Mammakarzinom-Patienten und eine NNT von 6,5 bei anderen soliden Tumoren. Daraus sei abzulesen, dass sich der Nutzen von Denosumab schon bei der Behandlung relativ weniger Patienten zeigte. Als weiteren Zusatznutzen für Arzt und Patient nannte er die subkutane Verabreichung des Antikörpers, was eine Vereinfachung im Gegensatz zur intravenösen Gabe von Zoledronsäure darstelle. Zudem werde der Antikörper im Gegensatz zu Zoledronsäure nicht über die Niere ausgeschieden, weshalb keine Dosisanpassungen bei verminderter Nierenfunktion erforderlich seien.

Zu der Sicherheit von Denosumab sagte Prof. Dr. Ingo Diel, Mannheim, dass der Antikörper sich als allgemein gut verträglich erwiesen habe. So traten unter Denosumab 57% seltener Akute-Phase-Reaktionen auf als unter Zoledronsäure. Kieferosteonekrosen waren in beiden Armen ähnlich häufig (Denosumab: 1,8%, Zoledronsäure: 1,3%; p=0,13). Es kam unter Denosumab mit 9,6% häufiger zu Hypokalzämien als unter Zoledronsäure (5,0%), diese Nebenwirkung war aber durch Vitamin-D- und Kalzium-Supplementation gut zu handhaben und verursachte keine Symptome oder klinische Folgen.

Aufgrund dieser guten Ergebnisse und der Kenntnisse des Wirkmechanismus des Antikörpers werde dieser in aktuellen Studien nun auch im adjuvanten Setting bei Prostata- und Mammakarzinom-Patienten im Hinblick auf eine Verzögerung der ossären Metastasierung getestet. „Vorläufige Analysen lassen hier einen nennenswerten Vorteil erwarten“, so Diel.

sr

Literatur:
1. Lipton A et al, abstract 1249P, ESMO 2010.
2. Cleeland CS et al. Ann Oncol 2010 21:8s (Abstract 1248P)

Launch-Pressekonferenz „XGEVA®: Neue Hoffnung für Patienten mit Knochenmetastasen“, 09.09.2011, München; Veranstalter: Amgen GmbH

Quelle:


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