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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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20. Juni 2012

Erstlinien-Erhaltungstherapie bei nicht-plattenepithelialem NSCLC

„Eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie kann die Tumorkontrolle verlängern“

Interview mit PD Dr. Martin Reck, Großhansdorf.

Aufgrund eines redaktionellen Fehlers in der 2. Frage des Interviews mit PD Dr. Martin Reck, Großhansdorf, aus Journal Onkologie 04/2012 wird dieses im Folgenden noch einmal korrekt abgedruckt.

Mit der Zulassungserweiterung von Pemetrexed (Alimta®) zur Erhaltungstherapie bei Patienten mit nicht-platten-epithelialem NSCLC nach Ansprechen auf eine Platin-haltige Erstlinientherapie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten erweitert: Patienten können jetzt eine längere aktive Therapiephase ohne Substanzwechsel durchlaufen.

 

Welche klinischen Erfahrungen haben Sie mit der weiterführenden Erhaltungstherapie mit Pemetrexed im Anschluss an eine Platin-haltige Erstlinienbehandlung gemacht?

Die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed kann dazu beitragen, den in der Erstlinientherapie erzielten Behandlungserfolg zu stabilisieren und damit die Tumorkontrolle zu verlängern. Gelingt dies, haben Patienten oft eine bessere Lebensqualität und weniger tumorsymptomatische Beschwerden. Das ist aus klinischer Sicht wichtiger als abstrakte Erfolgsparameter wie das progressionsfreie Überleben. Wir kennen mittlerweile zahlreiche Patienten, die sich nach einer Pemetrexed-haltigen Erstlinien- bzw. Induktionstherapie für eine Weiterbehandlung mit Pemetrexed entschieden haben. Die meisten kommen mit der Erhaltungstherapie gut zurecht, insbesondere dann, wenn auch die Erstlinientherapie ohne gravierende Einschränkungen vertragen wurde.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der PARAMOUNT-Studie (1), die zur Zulassungserweiterung von Pemetrexed in der Erhaltungstherapie geführt haben?

PARAMOUNT war eine placebokontrollierte Studie, die erstmals das Konzept der „continuation maintenance“ erfolgreich geprüft hat – also die Erhaltungstherapie mit einer bereits in der Erstlinientherapie eingesetzten Substanz ohne zwischenzeitliche Therapiepause. Die Studienteilnehmer hatten ein fortgeschrittenes, nicht-plattenepitheliales NSCLC und erhielten eine Standard-Erstlinientherapie mit Pemetrexed/Cisplatin. Patienten, die anschließend mit Pemetrexed weiterbehandelt wurden, waren signifikant länger progressionsfrei als Patienten aus der Kontrollgruppe. Das progressionsfreie Überleben in der Pemetrexed-Gruppe betrug ab Beginn der Erstlinientherapie 6,9 Monate.

Wie wurde die Erhaltungstherapie von den Studienteilnehmern vertragen und wie sieht das Therapiemanagement aus?

Der Aspekt der Verträglichkeit gleich welcher Therapie hat für Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen eine große Bedeutung. Bei einer Erhaltungstherapie mit Pemetrexed können unerwünschte Wirkungen auftreten, deren Spektrum aber aus der Erstlinientherapie bekannt ist. So kann die Knochenmarkfunktion eingeschränkt sein und dies zu Leukämien und Anämien führen, die jedoch überwiegend gering bis mäßig-schwer ausfallen. Auch berichten manche Patienten von Abgeschlagenheit (Fatigue) unter der Therapie. All dies macht engmaschige Kontrolluntersuchungen erforderlich, um die Verträglichkeit der Therapie im Hinblick auf den weiteren Nutzen einschätzen und bei entsprechenden Beschwerden frühzeitig reagieren zu können.

Bei welchen Patienten ist eine Erhaltungstherapie mit Pemetrexed besonders aussichtsreich?

Ausgehend von den Ergebnissen der PARAMOUNT-Studie sind das zunächst alle Patienten, die auf die Erstlinientherapie mit einer Tumorrückbildung oder einer Krankheitsstabilisierung angesprochen haben. Sie sollten die Therapie gut vertragen haben und vor diesem Hintergrund auch den Wunsch haben, medikamentös weiterbehandelt zu werden.

Wie wird das neue Konzept der „continuation maintenance“, also der Erhaltungstherapie ohne Substanzwechsel, im Therapiealgorithmus für das nicht-plattenepitheliale NSCLC berücksichtigt?

Der Therapiealgorithmus beschreibt ein strukturiertes Vorgehen entsprechend dem Allgemeinzustand des Patienten sowie den histologischen und molekularbiologischen Tumormerkmalen. Neu ist die Aufnahme der vorgestellten „continuation maintenance therapy“ mit Pemetrexed in das Therapieschema, und zwar für Patienten mit Platin-basierter Erstlinientherapie als Alternative zu einer Therapiepause. Dieses Vorgehen wird derzeit in Fachgesellschaften diskutiert und dürfte auch Eingang in die Aktualisierung der S3-Leitlinie Lungenkarzinome finden, die für 2013/2014 vorgesehen ist.

Wie beurteilen Sie die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed als „continuation maintenance“ im Vergleich zu Erhaltungstherapien, die einen Substanzwechsel vorsehen („switch maintenance“)?

Mit der Fortführung der Erstlinienbehandlung als „continuation maintenance“ lassen sich die initialen Behandlungsergebnisse weiter ausbauen und länger erhalten, weshalb es sich bei dieser Maßnahme um eine echte Erhaltungstherapie handelt. Dagegen entspricht eine Erhaltungstherapie mit Substanzwechsel eher einer frühen Zweitlinientherapie und findet als therapeutische Option deutlich weniger Zustimmung. Die „switch maintenance“ mag für einige Patienten geeignet sein, die meisten dürften aber mehr von der „continuation maintenance“ profitieren.

Welches Fazit lässt sich aus den Studiendaten und den bisherigen Erfahrungen mit der Erhaltungstherapie ziehen?

Die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed ist für Patienten, die auf die Erstlinienbehandlung objektiv und symptomatisch angesprochen haben, ein wichtige neue Option. Sie kann im klinischen Alltag gut umgesetzt werden, wenn ein enger und vertrauensvoller Kontakt zum Patienten besteht und engmaschige Therapiekontrollen eingeplant sind. Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine gute Kommunikation mit den Patienten. Sie sollten wissen, was mit einer Erhaltungstherapie erreicht werden kann und wie es bei einem Tumorprogress weitergeht. Generell sollten die Erwartungen an die Wirksamkeit medikamentöser Therapien bei fortgeschrittenem NSCLC realistisch dargestellt werden, ohne den Patienten die Perspektive zu nehmen. Vor diesem Hintergrund ist die Erhaltungstherapie ein Baustein in einem Gesamttherapiekonzept, das eine kontinuierliche Betreuung des Patienten und einen offenen Dialog vorsieht.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Literaturhinweis:
(1) Paz-Ares LG et al., Lancet Oncol 2012; 13(3): 247-255.

Quelle:
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