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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Mai 2014

Überlebensvorteil durch Panitumumab bei Patienten mit mCRC und RAS-Wildtyp

Amgen gab heute die Veröffentlichung von Ergebnissen der PEAK-Studie bekannt. Bei PEAK handelt es sich um eine randomisierte multizentrische Phase II-Studie, in der die Wirksamkeit von Vectibix® (Panitumumab) in Kombination mit dem Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie-Regime FOLFOX als Erstlinientherapie mit dem Regime Bevacizumab plus FOLFOX bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) und KRAS (Exon 2)-Wildtyp verglichen wurde.

Präspezifizierter sekundärer Studienendpunkt war die Beurteilung der Therapieeffekte im Rahmen einer erweiterten RAS-Mutationsanalyse, bei der die Exons 2, 3 und 4 von KRAS und NRAS untersucht wurden. Die Veröffentlichung im Journal of Clinical Oncology zeigt, dass Patienten mit dem Tumorstatus RAS-Wildtyp, die mit der Kombination Panitumumab plus FOLFOX behandelt wurden, ein im Trend verlängertes Gesamtüberleben (OS) und ein besseres progressionsfreies Überleben (PFS) hatten als Patienten, die das Regime Bevacizumab plus FOLFOX erhalten hatten (1).

Bei den 285 mCRC-Patienten mit KRAS (Exon 2)-Wildtyp, die initial in die Studie aufgenommen waren, betrug das mediane OS unter der Therapie mit Panitumumab plus FOLFOX 34,2 Monate; die mit Bevacizumab plus FOLFOX behandelten Patienten überlebten median 24,3 Monate (HR = 0,62, 95% KI, 0,44 -0,89; p=0,009). Das PFS (primärer Endpunkt) war in
beiden Therapiegruppen vergleichbar (HR = 0,87, 95% KI, 0,65 - 1,17, p=0,353).

Aktuelle Studien haben kürzlich darauf hingewiesen, dass aktivierende Mutationen in KRAS (zusätzlich zu denen in Exon 2) und Mutationen in NRAS, zusammengefasst als RAS bezeichnet, als prädiktive Biomarker für das klinische Ansprechen auf Panitumumab anzusehen sind. Ein weiteres Ziel der PEAK-Studie war es daher, die Behandlungsergebnisse in Abhängigkeit vom RAS-Tumorstatus zu bestimmen. In einer vorab festgelegten Analyse der archivierten Tumorproben von mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp wurde jetzt gezeigt, dass in diesem Kollektiv mit Panitumumab in Kombination mit FOLFOX ein medianes OS von 41,3 Monaten erreicht wurde, während die mit Bevacizumab plus FOLFOX behandelten Patienten median 28,9 Monate überlebten (HR = 0,63, 95% KI, 0,39-1,02, p=0,058). Beim PFS zeigte sich ein signifikanter Vorteil zugunsten des Panitumumab-Arms (HR = 0,65, 95% KI, 0,44-0,96, p=0,029). Bei Patienten mit KRAS (Exon 2)-Wildtyp, aber Mutationen in anderen RAS-Exons war das PFS im Arm mit Panitumab plus FOLFOX im Trend kürzer als im Vergleichsarm mit der Kombination Bevacizumab/FOLFOX. Diese Ergebnisse stimmen mit Berichten überein, nach denen die Kombinationstherapie mit Anti-EGFR-Antikörpern und Oxaliplatin-haltigen Regimen bei mCRC-Patienten mit mutiertem RAS prädiktiv für ein schlechteres Outcome ist.

"In der erweiterten Biomarker-Analyse der PEAK-Studie mit Testung auch der KRAS-Exons 3 und 4 sowie der NRAS-Exons 2-4 wurde für Patienten mit RAS-Wildtyp ein medianes Gesamtüberleben von mehr als 40 Monaten durch die Anti-EGFR-Therapie gezeigt. Damit haben wir beim mCRC einen wichtigen Schritt in eine weiter individualisierte Therapie gemacht. Für mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp liefert die PEAK-Studie klinisch relevante Resultate, sodass wir heute in unserer Klinik bei Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren über die Vorteile dieser Therapie sprechen“, erklärte Prof. Dr. Meinolf Karthaus, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie des Klinikums Neuperlach, Städtisches Klinikum München GmbH und deutscher Teilnehmer der PEAK-Studie. "Die Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie (AIO) hat auf die neuen Daten sehr rasch reagiert und bereits im November 2013 ein Statement der KRK-Leitgruppe herausgegeben (2). Danach wird bei mCRC-Patienten die primäre Bestimmung des RAS-Status, d.h. von KRAS und NRAS, empfohlen. Bei Vorliegen eines RASWildtyp ist der primäre Einsatz eines Anti-EGFR-Antikörpers mit einem klinisch relevanten Überlebensvorteil verbunden und sollte daher im Therapiekonzept berücksichtigt werden", fügte Karthaus hinzu.

Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen der Panitumumab-Therapie gehören Hautausschlag, verringerte Magnesiumspiegel und Übelkeit. Neue Toxizitäten von Panitumumab wurden nicht berichtet. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse im Bevacizumab-Arm waren Übelkeit, Fatigue und Hautausschlag. Weltweit erkranken jährlich rund 1,2 Millionen Menschen an einem Kolorektalkarzinom (3). Damit ist das Kolorektalkarzinom bei Männern der am dritthäufigsten, bei Frauen der am zweithäufigsten diagnostizierte Tumor, an dem 2008 über 600.000 Erkrankte starben  (3). Auch in Deutschland steht das Kolorektalkarzinom mit einem Anteil von 13,4% bei Männern und 12,7% bei Frauen an dritter bzw. zweiter Stelle der Krebsneuerkankungen: Pro Jahr erkranken 73.000 Bundesbürger an Darmkrebs; rund 26.700 Patienten sterben jährlich daran (4).

PEAK (´509) Studiendesign

Die PEAK (Panitumumab Efficacy in Combination with mFOLFOX6 Against Bevacizumab plus mFOLFOX6 in mCRC subjects with wild-type KRAS tumors) (´509) Studie ist eine weltweit durchgeführte, multizentrische randomisierte Phase II-Studie, in der die Wirksamkeit von Panitumumab in Kombination mit FOLFOX, einem Oxaliplatin-haltigen Chemotherapieregime, mit der von Bevacizumab in Kombination mit FOLFOX bei nicht vorbehandelten Patienten mit inoperablem mCRC vom Wildtyp KRAS Exon 2 verglichen wird. Ein vorab spezifiziertes sekundäres Ziel der PEAK-Studie war die Beurteilung der Wirksamkeit von Panitumumab + mFOLFOX6 oder Bevacizumab + mFOLFOX6 auf PFS (primärer Endpunkt) und OS ebenso wie die Beurteilung der Sicherheit beider Kombinationsregime in einer Subgruppe von Patienten mit RAS- Wildtyp (Exons 2, 3 und 4 von KRAS und NRAS).

Literaturhinweise:
(1) Schwartzberg LS et al.; J Clin Oncol 2014; DOI/10.1200/JCO.2013.53.2473
(2) www.aio-portal.de/tl_files/aio/Arbeitsgruppen/Kolon-
Rektum/statement_der_krk_leitgruppe_11-2013.pdf
(3) Jemal Global Cancer Statistics. CA Cancer. J Clin 2011;61:69-90
(4) Krebs in Deutschland 2009/2010, Robert-Koch-Institut, 9. Ausgabe, 2013

Quelle: Amgen
 
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