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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. November 2015

Eisentabletten-Gabe alle 24 Stunden offenbar nicht zielführend - Hepcidin hemmt Aufnahme im Darm stärker als angenommen

Bei Eisenmangel werden in der Regel Eisentabletten zur täglichen Einnahme verschrieben. Bei starkem Mangel wird die Dosis auf mehrere Tabletten täglich erhöht. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht wurde, zeigt nun aber auf, dass der Körper Eisen, das ihm im 24-Stunden-Rhythmus zugeführt wird, möglicherweise gar nicht in den gewünschten und benötigten Mengen aufnehmen kann, da die Eisenresorption an Tag 2 stark vermindert war. Allerdings wurde in dieser Studie die Eisenabsorption nur über zwei Tage evaluiert – der Verlauf der Hepcidin-Konzentration bei mehrwöchiger Eisensupplementierung muss erst untersucht werden.

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Schuld daran ist ein Hepcidin. Sobald der Körper Eisen erhält, setzt in der Leber die Hepcidin-Produktion ein. Das winzige Eiweiß – es besteht nur aus 25 Aminosäure-Bausteinen – gelangt über das Blut auch in den Darm. Dort reguliert es unter anderem, wie viel Eisen aus dem Nahrungsbrei in den Körper aufgenommen wird. Wie eine Gruppe von Forschenden um Diego Moretti, Oberassistent bei ETH-Professor Michael B. Zimmermann nun zeigt, hemmt Hepcidin bei der Eisensupplementierung die Eisenaufnahme im Darm stärker als bisher angenommen.

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler über 50 junge Frauen, deren Eisenvorrat erschöpft war, die jedoch noch nicht an Blutarmut litten. Die Frauen erhielten eine tägliche Dosis von mindestens 40 Milligramm Eisen, wie sie üblicherweise bei Eisenmangel verabreicht wird. Danach maßen die Forschenden, wie sich die Hepcidin-Konzentration entwickelte, und quantifizierten deren Effekt auf die Absorption der nachfolgenden Eisendosen.

Dabei zeigte sich, dass die Hepcidin-Konzentration nach sechs bis acht Stunden ihren Höhepunkt erreichte, aber auch 24 Stunden nach der ersten Eisengabe noch immer in genügend hohen Mengen vorlag, um die Aufnahme der zweiten Eisendosis markant zu reduzieren. Diese zweite Dosis, die entweder schon am gleichen Tag oder 24 Stunden nach der ersten verabreicht wurde, konnte der Körper demnach verglichen mit der ersten Gabe nur in verminderter Menge absorbieren.

Bei der herkömmlichen Eisensupplementierung treten oft unerwünschte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden auf. Diese stehen in einem engen Verhältnis zur verabreichten Eisenmenge und sind mit ein Grund, weshalb viele Patientinnen die Eisenergänzung abbrechen.

Könnte man die Absorptionseffizienz verbessern, wäre es möglich, mit einer kleineren Eisendosis einen größeren biologischen Effekt zu erzielen, und dies bei verminderten Nebenwirkungen. "Wahrscheinlich wäre es effizienter, mit der nächsten Dosis länger zu warten, um die prozentuale Absorption zu verbessern", sagt Moretti. Er räumt jedoch ein, dass die Aussagekraft dieser Studie aus zwei Gründen begrenzt ist: Bei den Testpersonen handelte es sich ausschließlich um gesunde, junge Frauen, und die Eisenabsorption wurde nur während zwei Tagen untersucht. Wie sich die Hepcidin-Konzentration während einer mehrwöchigen Eisensupplementierung verhält, wird in einer Folgestudie, die bereits in Arbeit ist, untersucht. Dabei testen die Wissenschaftler die Eisensupplementierung während zwei respektive vier Wochen.

Um die Eisenresorption zu untersuchen, verwendeten die Forscher stabile Eisenisotope als Indikatorsubstanzen. Diese Stoffe haben ein modifiziertes Verhältnis von stabilen Eisen-Isotopen. In der Natur ist Eisen-56 das häufigste stabile Eisen-Isotop (91,7%), gefolgt von Eisen-54 (5,8%) und Eisen-57 (2,1%). Eisen-58 liegt nur in Spuren vor. Für ihre Untersuchung benutzen die Wissenschaftler Tabletten mit einem erhöhten Gehalt an Eisen-57, Eisen-54 und Eisen-58. Anhand der Veränderung des Isotopen-Verhältnisses im Körper konnten die Forschenden die körpereigene Eisenabsorption bestimmen.

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)
Literatur:

Moretti D, Goede JS, Zeder C et al. Oral iron supplements increase hepcidin and decrease iron absorption from daily or twice-daily doses in iron-depleted young women. Blood 126, 1981-1989. DOI: 10.1182/blood-2015-05-642223
http://www.bloodjournal.org/content/early/2015/08/19/blood-2015-05-642223?sso-checked=true

 
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