Samstag, 31. Oktober 2020
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Chemotherapie

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Die Chemotherapie ist neben der Chirurgie und der Strahlentherapie eine der drei Säulen der Tumortherapie. Diese zytostatische Therapie (auch: antineoplastische Therapie) stellt den medikamentösen Ansatz gegen Krebs dar. Die zugrunde liegenden Wirkmechanismen können dabei stark variieren. Die verwendeten Substanzen – die Zytostatika – führen u.a. zur Apoptose, Zelldifferenzierung oder Seneszenz der Tumorzellen. Ansatzpunkt für die meisten Zytostatika ist die gesteigerte Zellteilung von Tumorzellen im Vergleich zu gesunden Zellen.

Chemotherapien können danach eingeteilt werden, zu welchem Zeitpunkt sie angewendet werden: Ob als Induktionstherapie, Konsolidierungstherapie, adjuvant, neoadjuvant, als Erhaltungstherapie oder in Form einer Salvage-Therapie. Ebenfalls können Chemotherapien nach ihrem jeweiligen primären Therapieziel charakterisiert werden: kurativ, Hochdosis-Chemotherapie, symptomatisch oder palliativ. Eine Chemotherapie kann systemisch, regional oder topisch verabreicht werden. Die Verabreichungsform ist meist intravenös, kann aber auch oral oder in seltenen Fällen auch anderweitig möglich sein. Als Chemotherapeutika kommen Vertreter verschiedenster Substanzklassen zum Einsatz, wie z.B. Alkylanzien, Antibiotika, Antimetaboliten oder auch Pflanzenderivate.

Um die Wirksamkeit zu erhöhen, werden meistens mehrere Zytostatika kombiniert. In welcher Abfolge und in welcher Menge diese eingesetzt werden, ist normalerweise in speziellen Chemotherapie-Schemata festgehalten. In vielen Fällen wird eine Chemotherapie auch mit einer Strahlentherapie kombiniert. Für diese Radiochemotherapien gibt es auch festgelegte Schemata.

Da durch eine Chemotherapie immer auch gesunde Zellen des Körpers angegriffen werden, geht eine solche Therapie in der Regel mit Nebenwirkungen für den Patienten einher. Besonders prominente unerwünschte Nebenwirkungen sind beispielsweise Haarausfall, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Wird eine neue Chemotherapie oder -kombination zugelassen oder ändern sich diesbezüglich Empfehlungen in den Leitlinien, werden Sie auf www.journalonko.de darüber immer aktuell informiert.

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    Prof. Dr. Anne Letsch, Kiel / Prof. Dr. Marie von Lilienfeld-Toal, Jena 
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