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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juli 2020 MM: Verbesserte Lebensqualität durch subkutane statt intravenöse Daratumumab-Gabe

Das Multiple Myelom (MM) ist nach wie vor eine Erkrankung mit einem sehr hohen „unmet medical need“. Zwar hat sich das Gesamtüberleben (OS) durch neue Therapieoptionen insgesamt signifikant verbessert, doch besteht weiterhin keine Heilungschance – auf kurze Remissionsphasen folgen unweigerlich Rezidive. Umso bedeutsamer ist die Verbesserung der Lebensqualität während der Therapie. Eine Möglichkeit dafür besteht in der subkutanen anstatt der intravenösen Gabe von Daratumumab (Darzalex®), wie Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, auf einer Pressekonferenz erläuterte.
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Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison (Dara-VMP) ist die Standardtherapie in der Behandlung des MM, da mit dieser Kombinationstherapie ein klarer Überlebensvorteil gewonnen wird: In der ALCYONE-Studie ergab sich bei einem medianen Follow-up von 40,1 Monaten eine OS-Rate von 36,4% (1).

Auch die Kombination mit Lenalidomid und Daxamethason ist vielversprechend: In der MAIA-Studie führte diese Kombination zu einem signifikant verbesserten progressionsfreien Überleben (PFS) mit einer PFS-Rate von 68% nach einem medianen Follow-up von 36,4 Monaten (2).

Bei einem medianen Follow-up von 18,8 Monaten konnte in der CASSIOPEIA-Studie unter der Daratumumab-Kombination mit Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (Dara-VTd) vor Stammzelltransplantation eine PFS-Rate von 90% erzielt werden (3).
Intravenös vs. subkutan
Trotzdem stelle die intravenöse Gabe von Daratumumab die Patienten vor große Herausforderungen, da die Infusionsdauer viele Stunden betrage: bei der ersten Infusion 7 Stunden, bei der zweiten 4,3 Stunden und bei der dritten 3,4 Stunden, erklärte Goldschmidt. Um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, wurde in der PAVO-Studie Daratumumab subkutan (s.c.) statt intravenös (i.v.) verabreicht – die Behandlungszeit verkürzte sich dadurch von 3-7 Stunden auf 3-5 Minuten, sagte er.

Die open-label multizentrische Phase-1b-Studie kam zu dem Ergebnis, dass Daratumumab s.c. langsamer absorbiert wird als i.v. Trotzdem waren die klinischen Ansprechraten mit der i.v.-Gabe vergleichbar. Zudem verringerten sich die IRRs (infusion-related -reaction) und die unerwünschten Ereignisse beträchtlich: In der COLUMBA-Studie zeigten unter s.c.-Gabe 12,7% der Patienten IRRs, unter i.v.-Gabe 34,5%. Entsprechend zufriedener zeigten sich die Patienten bei s.c.-Verabreichung in den patient-reported outcomes (4).
Weniger Nebenwirkungen bei vergleichbarer Wirksamkeit
Demzufolge lautete Goldschmidts Fazit: „Daratumumab s.c. kann in allen 3 Kombinationen gegeben werden. Es zeigt eine vergleichbare Wirksamkeit wie Daratumumab i.v., ist aber mit weit weniger Nebenwirkungen und durch die enorme Zeitersparnis auch mit einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität verbunden. Zudem schont die gewonnene Zeit auch Ressourcen der Krankenhäuser.“

(sm)

Quelle: Online-Pressekonferenz „Zulassungserweiterung von Daratumumab (Darzalex®) für die subkutane Gabe beim Multiplen Myelom“, 07.07.2020; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Mateos MV et al. Lancet 2020;395:132-41.
(2) Bahlis N et al. Blood (2019) 134 (Supplement_1):1875.
(3) Moreau P et al. Lancet 2019;394:29-38.
(4) Usmani SZ et al. ASH-Kongress 2019; Poster 1865.


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