Journal Onkologie

Hämatologie

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Isatuximab beim Myelom: Subkutane Gabe mit Einsparpotenzial

Nach EU-Zulassung der neuen Darreichungsform ist Isatuximab ab 1. Juli 2026 in Deutschland auch subkutan beim multiplen Myelom verfügbar. Die neue Applikationsweise gilt für alle bestehenden intravenösen Indikationen. Daten aus mehreren Settings stützen ihre klinische Einordnung. Das initial identische Induktionsschema für Personen mit und ohne Eignung für eine Hochdosistherapie ermöglicht Therapieflexibilität.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

R/R LBCL: Effektivität eines Bridging-Regimes beeinflusst Wirksamkeit und Sicherheit von CAR-T-Zelltherapien

Anlässlich des 31. EHA in Stockholm (Schweden) erläuterten Fachmediziner, unter anderem wie effektive Regime zur Überbrückung der Zeit bis zur CAR-T-Zelltherapie-Infusion (Bridging-Therapy), die Behandlungsergebnisse in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit beim rezidivierten/refraktären großzelligen B-Zell-Lymphom (R/R LBCL) zugunsten eines höheren Ansprechens und weniger Toxizität beeinflussen könnten [1].
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Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Praktische Anwendung von BCMA-Therapien im Fokus

Beim Multiplen Myelom (MM) kommt es im Knochenmark zu einer unkontrollierten Vermehrung von Plasmazellen,1 auf deren Oberfläche häufig das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) überexprimiert wird.2 Menschen mit MM erleiden häufig Rezidive und werden zunehmend refraktär gegenüber Substanzklassen. Damit wächst die Bedeutung an Behandlungsoptionen mit einem differenzierten Wirkmechanismus, die bereits möglichst früh anhaltende, tiefe Remissionen ermöglichen.1,3,4,5 Zielgerichtete Therapien gegen BCMA spielen bereits beim ersten Rezidiv des MM eine entscheidende Rolle im Therapiealgorithmus. In der Erstlinie werden mittlerweile bereits mehrere Targets adressiert, weshalb nachfolgend dringend neue Angriffspunkte benötigt werden.1 Welche BCMA-gerichteten Therapieoptionen stehen Patient*innen mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom im ersten Rezidiv heute zur Verfügung? Welche praktischen Aspekte in der ambulanten Anwendung und beim Therapiemanagement gilt es zu beachten? Jetzt anmelden und die Podcast-Folge anhören.
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O-Ton Onkologie
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Update zum rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom (RRMM) ab dem ersten Rezidiv

Das Multiple Myelom (MM) ist die häufigste onkologische Erkrankung des Knochenmarks und gilt aktuell als nicht heilbar. Im Krankheitsverlauf kommt es oft zu Resistenzen der Myelomzellen gegen die aktuelle Therapie, sodass Patient*innen häufig Rezidive erleiden und ein Therapiewechsel erforderlich wird.1-4 Bei Rezidiven ist die Folgetherapie abhängig von den zuvor eingesetzten Substanzklassen, patientenindividuellen Faktoren und dem Behandlungsablauf.1,2 Um die Lebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten, werden dringend neue wirksame Therapieoptionen mit einem differenzierten Wirkmechanismus benötigt. Welche Chancen bieten neue Therapien und für welche Patient*innen sind diese geeignet? Jetzt anmelden und die Podcast-Folge anhören.
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Follikuläres Lymphom: EU-Zulassung für Epcoritamab + Rituximab und Lenalidomid

Die Europäische Kommission hat eine Zulassungserweiterung für Epcoritamab erteilt. Der subkutan zu verabreichende bispezifische Antikörper mit begrenzter Therapiedauer kann nun als Kombination mit Rituximab und Lenalidomid (R2) bei Erwachsenen mit rezidivierendem oder refraktärem (r/r) follikulärem Lymphom (FL) ab der zweiten Therapielinie eingesetzt werden. Die chemotherapiefreie Kombinationstherapie ist auf 12 Zyklen begrenzt. Mit ihr können FL-Patient:innen in der EU erstmals ab dem ersten Rezidiv eine auf einem bispezifischen Antikörper basierende Behandlung erhalten. In der Zulassungsstudie EPCORE FL-1 war Epcoritamab + R2 gegenüber R2 bereits bei einem medianen Follow-up von 14,8 Monaten in beiden primären Endpunkten signifikant überlegen: in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate (ORR). R2 zählt bislang zu den Standardtherapien des r/r FL.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE | EHA 2026

R/R LBCL: Neue Ansätze und eine differenzierte Tumorbiologie

Neue Konzepte jenseits von TCRTs (T-Cell redirecting therapies), wie ein niedermolekular-induzierter, zielgerichteter Proteinabbau (TPD, targeted protein degradation) zum Beispiel mit Golcadomid, haben das Potenzial den wirkstofftauglichen (druggable) Strukturraums und die therapeutischen Möglichkeiten beim großzelligem B-Zell-Lymphom (LBCL) zu erweitern, schilderte Prof. Dr. Eliza Hawkes, Fachärztin im Bereich Hämatologie und Onkologe in Melbourne (Australien) anlässlich des 31. EHA in Stockholm.
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EHA 2026
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CEPHEUS-Studie bei NDMM: Hoher klinischer Nutzen für Daratumumab-basiertes Quadruplet in der nicht-Transplantations-geeigneten Situation

Moderne Quadruplet-Therapien unter Einbeziehen eine Anti-CD38-Antikörpers werden heute sowohl bei Erkrankten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM) eingesetzt, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sind (TE) als auch bei jenen, die Transplantations-ungeeignet (TI) sind – ein echter Paradigmenwechsel in der ersten Therapielinie. Wie groß der klinische Nutzen einer Vierfachtherapie aus dem Anti-CD38-Antikörper Daratumumab mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (Dara-VRd) speziell für TI-Erkrankte ist, bestätigten die finalen Daten der Phase-III-Studie CEPHEUS für diese Population, die beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellt wurden [1].
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Follikuläres Lymphom: Bispezifischer Antikörper wird in der Erstlinie vs. CIT untersucht

Die Erstlinienbehandlung (1L) beim follikulären Lymphom (FL) wird weitestgehend von Chemo-Immuntherapie (CIT)-Regimen bestimmt, wodurch ein langfristiger Vorteil im Gesamtüberleben (OS) erreicht werden kann. Dies betreffe jedoch nur eine Subgruppe der Patient:innen, bei den meisten Betroffenen schreite die Erkrankung dennoch fort, erklärte Dr. Tara Graff, Iowa, USA, auf dem EHA-Kongress 2026.
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EHA 2026
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ATG/ATLG bleibt Standard zur GvHD-Prophylaxe bei allo-SCT

Sowohl Post-Transplant Cyclophosphamide (PTCy) als auch Anti T-Lymphozyten-Globulin (ATLG) oder Anti-Thymozyten-Globulin (ATG)– gewonnen aus Blut von Kaninchen, die mit der Jurkat-T-Zelllinie bzw. humanen Thymozyten immunisiert wurden – werden im Kontext einer allogenen Stammzelltransplantation (allo-SCT) zur Prophylaxe einer Graft-versus-host-Erkrankung (GvHD) bei HLA-kompatiblen nicht-verwandten oder verwandten Spender:innen eingesetzt. Erstmals wurden nun beide Strategien in einer großen Phase-III-Studie mit Nicht-Unterlegenheits-Design direkt miteinander verglichen, und zwar im Hinblick auf Überlebensparameter und ihre Fähigkeit, der GvHD vorzubeugen. Prof. Johannes Schetelig von der Bereichsleitung Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden, stellte die Daten, die mit ATG/ATLG einen Sieger hervorbrachten, beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vor [1].
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

CEPHEUS-Daten untermauern Nutzen der Daratumumab-basierten Quadruplet-Therapie

Die finale Analyse der Phase-III-Studie CEPHEUS zeigt einen nachhaltigen Nutzen der Daratumumab-basierten Quadruplet-Therapie DVRd (Daratumumab plus Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason) bei nicht-transplantationsgeeigneten Patient:innen mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom. Die Ergebnisse wurden auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentiert und von PD Dr. Johannes Waldschmidt, Universitätsklinikum Würzburg, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz erläutert.
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EHA 2026
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EHA 2026

CLL: 3-Jahres-Daten der Beobachtungsstudie NAOS: Acalabrutinib 1L und ≥2L

Die Ergebnisse aus der bisher größten europäischen und französischen Beobachtungsstudie NAOS zur Behandlung von Patient:innen mit CLL in der Erstlinie (1L) sowie nach 2 oder mehr Vortherapien (≥2L) bei refraktärer/rezidivierender (rr) Erkrankung mit dem Bruton-Tyrosinkinase (BTKi) Acalabrutinib unterstützen die Ergebnisse randomisierter kontrollierter Studien (RCT). Die Ergebnisse von NAOS mit einem Follow-up von 3 Jahren wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-kongress präsentiert [1].
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Diffus-großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) - 3d-Darstellung
Ambition 2030 – Gemeinsam die Heilungschancen verbessern

DLBCL: Ein Positionspapier zur Optimierung von Patientenversorgung, Therapiesequenzen und Strukturen

Ambition 2030 ist eine multidisziplinäre Initiative deutscher Expert:innen, mit dem Ziel, die Überlebens- und Heilungschancen von Patient:innen mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) in Deutschland bis zum Jahr 2030 nachhaltig zu verbessern. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl innovativer Immun- und Zelltherapien rücken Fragen der optimalen Patient:innenauswahl, der Therapiesequenz sowie der strukturellen Umsetzung zunehmend in den Fokus. Im Mittelpunkt der Initiative steht die systematische Identifikation bestehender Versorgungslücken entlang des gesamten Behandlungspfades. Darauf aufbauend werden konkrete und praxisnahe Maßnahmen – in enger Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Fachgesellschaften, Gesundheitsinstitutionen und weiteren relevanten Stakeholdern – entwickelt. Die Vision: Patient:innen eine Heilung zu ermöglichen, bei gleichzeitig bestmöglicher Lebensqualität und einer Minimierung langfristiger Nebenwirkungen. Die vorliegende Publikation fasst die Empfehlungen der Expert:innen und mögliche Initiativen zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung sowie Überlebens- und Heilungschancen für Patient:innen mit DLBCL in Deutschland zusammen. Darüber hinaus soll das Positionspapier einen Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen leisten und Impulse für eine koordinierte Implementierung innovativer Therapieoptionen im deutschen Gesundheitssystem geben.
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Medizin
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Isatuximab als subkutane Darreichungsform zur Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen

Die Europäische Kommission hat Isatuximab subkutan (SC) in Kombination mit den jeweils zugelassenen Standardtherapien für die Behandlung von Patient:innen mit Multiplem Myelom (MM) in allen bestehenden Indikationen der intravenösen (IV) Formulierung von Isatuximab zugelassen. Isatuximab ist die erste onkologische Therapie in der EU, die wahlweise als manuelle SC-Injektion oder mittels On-Body Delivery-System (OBDS) appliziert werden kann. Die manuelle Injektion erfolgt vergleichbar wie bei anderen monoklonalen Antikörpern.
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Real-world-Daten zu Asciminib bei fortgeschrittener Ph+ ALL

Bei stark vorbehandelten Patient:innen mit fortgeschrittener Philadelphia-Chromosom-positiver (Ph+) akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL), die im Rahmen eines Managment Access Programms den Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Asciminib allein oder in Kombination erhileten, erreichten rund ein Drittel der Betroffenen innerhalb von 3 Monaten eine hämatologische Remission (vollständig oder partiell) im peripheren Blut. Die Ergebnisse dieser nicht-interventionellen retrospektiven Datenanalyse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress vorgestellt [1].
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EHA 2026
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Paroxysmale nächtliche Hämoglobinämie: Bei der Behandlung mit Komplement-Inhibitoren kommt es auf die Überwachung an

Die Komplementinhibitor-Therapie (Ci-Therapie) hat den natürlichen Verlauf der PNH verändert. Sowohl proximale (C3-Inhibitoren) als auch terminale (C5-Inhibitoren) Ci haben in der Behandlung der PNH ihren festen Platz, gehen jedoch jeweils mit spezifischen Vor- und Nachteilen einher. Unter terminaler Ci-Therapie wird die intravaskuläre Hämolyse (IVH) zwar gut kontrolliert, allerdings ist das Risiko für eine extravaskuläre Hämolyse (EVH) erhöht. Eine engmaschige Nachsorge ist daher unerlässlich. Welche Bedeutung die Durchflusszytometrie (HSFC) in diesem Zusammenhang hat und worauf dabei zu achten ist, zeigte eine beim EHA vorgestellte Fallkontrollstudie [1].
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Erstlinienbehandlung der CLL: Endergebnisse der CLL14-Studie validieren einjährige Therapie mit Ven-Obi

Die einjährige Behandlung mit Venetoclax-Obinutuzumab (Ven-Obi) gehört bei zuvor unbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) inzwischen zum Versorgungsstandard. Grundlage dafür waren die Ergebnisse der randomisierten CLL14-Studie [1]. Auf dem EHA-Kongress wurden nun die finalen Studiendaten vorgestellt, die neue Erkenntnisse zu den Langzeitergebnissen fast zehn Jahre nach Therapieende liefern.
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