Journal Onkologie

Hämatologie | Beiträge ab Seite 2

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Hämatologie
EBMT 2026

CAR-T-Zell-Therapien rücken immer mehr in den wissenschaftlichen Fokus

Das Motto der Jahrestagung der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026 lautete „Advancing the Art of Patient Care“. Damit unterstreicht die Fachgesellschaft einmal mehr die traditionell enge Partnerschaft zwischen ärztlicher Community und betroffenen Patient:innen. Wissenschaftlich richtet die EBMT den Blick weiterhin auf ihre beiden zentralen Säulen – Stammzelltransplantationen und zelluläre Therapien. Letztere, insbesondere CAR‑T‑Zell-Therapien, gewinnen zunehmend an Bedeutung, was sich auch in den hochrangigen Abstracts zu dieser Thematik widerspiegelte.
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Medizin
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Proteinhemmung schwächt Leukämiezellen erfolgreich

In einer Studie der Universitätsmedizin Mainz konnten Krebszellen bei akuter myeloischer Leukämie durch einen neu entdeckten Mechanismus gezielt geschwächt werden. Die Hemmung bestimmter Proteine, die die Genaktivität beeinflussen, löste eine starke Abwehrreaktion der Krebszellen aus. Diese Immunantwort ähnelte der einer Grippe, schwächte die Tumorzellen und konnte deren Zelltod auslösen. Mit immunstimulierenden Botenstoffen konnten die Forschenden diesen Effekt sogar verstärken. Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, eine neue, gezielt entwickelte Kombinationstherapie für akute myeloische Leukämie zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht.
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Der Einfluss der Lymphknoten-Architektur auf Lymphome

Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) gelang es erstmals, die Organisation von Immunzellen im menschlichen Lymphknoten zu kartieren. Die Studie wurde gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie Heidelberg (EMBL), dem Berlin Institute of Health (BIH) der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Basel durchgeführt. Sie konnten zeigen, warum die Architektur des Lymphknotens bei bösartigen Lymphomen schrittweise abgebaut wird. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden um Prof. Dr. Sascha Dietrich (UKD) in der Fachzeitschrift Nature Cancer.
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AS cHL: 5-Jahres-Update der HD21-Studie bestätigt günstiges Langzeitsicherheitsprofil von BrECADD

AS cHL: 5-Jahres-Update der HD21-Studie bestätigt günstiges Langzeitsicherheitsprofil von BrECADD

Bei der Behandlung von Patient:innen mit klassischem Hodgkin Lymphom in fortgeschrittenen Stadien (Advanced Stage classic Hodgkin Lymphoma=AS cHL) bestätigen sich die mit dem BrECADD-Schema (Brentuximab vedotin, Etoposid, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Dacarbazin und Dexamethason) erreichten hohen primären Heilungsraten im Langzeit-Follow-up. Nach den finalen Daten der GHSG (German Hodgkin Study Group)-HD21-Studie liegt das 5-Jahres-progressionsfreie Überleben (PFS) für alle Patient:innen bei 94% [1]. Das Daten-Update bestätigt für BrECADD zudem ein insgesamt günstiges Langzeitsicherheitsprofil. Bei PET2-negativen Erkrankten hat sich die Begrenzung der Therapie auf 4 Zyklen bewährt.
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Hämatologie
ASH 2025: Wegweisende Daten für die DLBCL-Therapie – von der Erstlinie bis zum Rezidiv

ASH 2025: Wegweisende Daten für die DLBCL-Therapie – von der Erstlinie bis zum Rezidiv

Für die Erstlinientherapie (1L) des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) und für Patienten* mit refraktärer oder rezidivierter (r/r) Erkrankung haben sich in den vergangenen Jahren starke Antikörper-basierte Therapieoptionen etabliert [1]. Aktuelle Daten von der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 zeigen: Real-World-Evidenz (RWE) zu dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Polatuzumab Vedotin (Pola) + R-CHPa bekräftigen dessen Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit nicht vorbehandeltem 1L DLBCL [2]. Ab dem ersten Rezidiv zeigen die neuesten Daten zu Glofitamab▼ i.v. als erstem bispezifischen Antikörper in der Kombination mit Gemcitabin/Oxaliplatin (GemOx) einen klaren Vorteil im Gesamtüberleben (OS) für Patienten, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASCT) geeignet sind [3]. Mit dem Update der Onkopedia-Leitlinie DLBCL im Dezember 2025 wurde Glofitamab i.v. + GemOx als neue Therapieoption ab dem ersten Rezidiv in die Empfehlungen aufgenommen. Pola + R-CHP als etablierter Standard wird weiterhin in 1L DLBCL für Patienten mit International Prognostic Index (IPI) 2-5 empfohlen [1].
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Hämatologie

Negative Phase-III-Daten zu Venetoclax beim MDS – wie geht es damit jetzt weiter?

Die Phase-III-Studie VERONA verfehlte ihre Hauptziele. Was bedeutet das für zusätzliches Venetoclax beim myelodysplastischen Syndrom (MDS)? Das Aus zwar nicht, aber man sollte sich auf eine echte Hochrisikopopulation konzentrieren, urteilte ein deutscher Experte. Und in der Schnelligkeit des Ansprechens sieht er sogar eine echte Chance für eine spezielle Subgruppe. Für Imetelstat wurden auf dem ASH außerdem prädiktive Marker präsentiert, die wohl in wenigen Zyklen anzeigen, wer ansprechen wird und wer nicht.
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Medizin
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Stammzelltherapie bei Multiplem Myelom: Ambulante Behandlung möglich

Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung, bei der sich Plasmazellen, die normalerweise für die Produktion von Antikörpern zuständig sind, unkontrolliert im Knochenmark vermehren. Eine Heilung ist noch nicht möglich. Verschiedene Therapien können aber den Grad der Erkrankung stabil halten und Beschwerden mindern. Ein Ansatz ist die Behandlung mit Stammzellen des eigenen Körpers. Dies geht häufig mit wochenlangen Aufenthalten im Krankenhaus einher.
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Zulassungserweiterungen für Nivolumab beim Hodgkin-Lymphom in den USA und der EU

Der Checkpoint-Inhibitor Nivolumab hat sowohl in den USA und als auch in der EU eine Zulassungserweiterung für zwei neue Indikationen beim klassischem Hodgkin-Lymphom (cHL) erhalten. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilte die Zulassung für Nivolumab in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD) zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patient:innen ab 12 Jahren mit zuvor unbehandeltem cHL im Stadium III oder IV. In der EU hat die Europäische Kommission Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin für die Behandlung von Kindern ab 5 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen bis zum Alter von 30 Jahren mit rezidiviertem oder refraktärem cHL nach einer vorangegangenen Therapiezeile zugelassen.
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RRMM: Elranatamab ermöglicht verlängerte Therapiepausen ohne Wirksamkeitsverlust

Auf dem Kongress der American Society of Hematology (ASH) 2025 in Orlando wurden neue Analysen zu Elranatamab [1] bei Patient:innen mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom (RRMM) präsentiert. Eine retrospektive Analyse der MagnetisMM-3-Studie zeigt, dass verlängerte Behandlungspausen möglich sein können, ohne die Wirksamkeit der Therapie zu gefährden [2]. Zusätzlich bestätigen erste internationale Real-World-Daten die Wirksamkeit von Elranatamab auch außerhalb klinischer Studien [3].
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Patientenratgeber zur akuten myeloischen Leukämie aktualisiert

Die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe hat den Patientenratgeber „Akute Myeloische Leukämie (AML)“ aktualisiert. Die Broschüre soll Patient:innen und ihren Angehörigen dabei helfen, das Krankheitsbild der AML und die verfügbaren Therapien besser zu verstehen, um im Austausch mit ihren Ärzt:innen gezielt nachfragen zu können. Auch soll sie Mut machen, denn die Behandlungschancen sind heute besser als noch vor einigen Jahren.
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Belantamab-Mafodotin für Menschen mit rrMM ab April verfügbar

Belantamab-Mafodotin steht ab 1. April in Deutschland zur Verfügung und ist bei Erwachsenen zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom indiziert in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason (BVd) bei Patient:innen, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben oder in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason (BPd) bei Patient:innen, die bereits mindestens eine Therapie, darunter Lenalidomid, erhalten haben.
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CAR-T-Zell-Therapien bei RR LBCL und RRMM: Real-World-Daten zum Thema Sicherheit zeigen Unterschiede auf

Mit der steigenden Verfügbarkeit von CAR-T-Zell-Therapien, wächst auch das Interesse an den beobachteten Nutzen-Risiko-Profilen aus der Versorgungsforschung. Da klinische Head-to-Head-Studien fehlen, können Real-World-Daten, wichtige Einblicke für Therapieentscheidungen liefern, so die Einschätzung von Dr. med. Gabriel Brisou, Hämatologe in Marseille, Frankreich.
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DKK 2026

CLL: Nicht-kovalenter BTKi Pirtobrutinib überzeugt nach BTKi-Vortherapie

Pirtobrutinib ist seit April 2025 als erster nicht-kovalenter Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Erkrankter mit rezidivierter oder refraktärer chronisch lymphatischer Leukämie (r/r CLL) nach BTKi-Vorbehandlung zugelassen. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie BRUIN CLL-321 hatte die Substanz bei Erkrankten mit r/r CLL nach BTKi-Vortherapie das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Zeit bis zur nächsten Therapie gegenüber einer Vergleichstherapie signifikant verlängert – bei guter Verträglichkeit [1].
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