Journal Onkologie
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Editorial

Kongress-News | EHA

EHA 2026
 4 Min|
EHA 2026

14- vs. 28-Tages-Schema von Ven/Aza: Gleichwertigkeit nicht bei allen molekularen Subgruppen

Die Kombination aus dem BCL2-Inhibitor Venetoclax (Ven) und der hypomethylierenden Substanz Azacitidin (Aza) – mit kontinuierlichem Ven über 28-Tage (AV28) – ist Erstlinien-Standard für Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML), die für eine intensive Chemotherapie nicht geeignet sind. Im klinischen Alltag wird Ven allerdings häufig mit verkürzter Dauer verabreicht, ohne dass dafür belastbare Evidenz vorliegt. In der randomisierten Phase-II-Studie OPTI-AML wurde das Standardschema erstmals direkt mit einer verkürzten Ven-Applikation über 14 Tage (AV14) verglichen. Wie beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 zu hören war, war das verkürzte Schema dem Standard im Hinblick auf die nach 2 Zyklen erreichte Rate an kompletten Remissionen (CR) nicht gleichwertig, zumindest nicht bei bestimmten molekularen Subgruppen [1].
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EHA 2026
 3 Min|
EHA 2026

RR DLBCL: Glofitamab + GemOx unabhängig von prognostischen Markern TMTV und ctDNA überlegen wirksam

Der CD20xCD3‑bispezifische Antikörper Glofitamab ist in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin (Glofit-GemOx) bei Erkrankten mit vorbehandeltem rezidivierten/refraktären diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (RR DLBCL) zugelassen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) infrage kommen. Grundlage bildete die Phase-III-Studie STARGLO, die nach 3 Jahren signifikante Verbesserungen von Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreiem Überleben (PFS) vs. Rituximab-GemOx (R‑GemOx) gezeigt hatte [1]. In einer aktuellen STARGLO-Analyse, vorgestellt beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026, konnten die Marker basales totales metabolisches Tumorvolumen (TMTV) und zirkulierende Tumor‑DNA (ctDNA) zu Therapiebeginn und longitudinal als prognostische Biomarker identifiziert und zur Vorhersage langfristiger Therapieergebnisse genutzt werden. Glofit-GemOx blieb gegenüber R-GemOx überlegen wirksam, unabhängig vom Status der Biomarker [2].
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EHA 2026
 3 Min|
EHA 2026

CLL: Hinzunahme von Venetoclax ist wirksame Strategie bei Resistenz gegenüber BTK-Inhibition

Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren (BTKi) spielen in der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) eine tragende Rolle. Allerdings können Resistenzmutationen in den Genen BTK und PLCG2 zur Resistenz gegenüber BTKi und zur Progression der Erkrankung führen. Eine beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellte Phase-II-Studie untersuchte eine Strategie, dieser Resistenzbildung proaktiv zu begegnen. Erkrankte mit CLL, bei denen unter Therapie mit dem BTKi Ibrutinib eine Resistenzmutation nachgewiesen wurde, erhielten zusätzlich Venetoclax. Dies führte zur Rückentwicklung der Mutationen, verlängerte das progressionsfreie Überleben (PFS) und ermöglichte den Erkrankten außerdem ein Absetzen der Therapie [1].
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News | Vision Zero

Entitätsübergreifend
 5 Min|
vision zero - gemeinsam gegen Krebs (Logo)

Mehr Patient:innen in klinischen Studien in Deutschland: Zwei Vorschläge für eine Vision Zero

Zu den Zielen von Vision Zero gehört eine bessere Verzahnung von Grundlagenforschung, klinischer Entwicklung und praktischer Anwendung im Gesundheitswesen [1]. Klinische Studien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie Patient:innen frühzeitig Zugang zu innovativen Therapien ermöglichen. Vor diesem Hintergrund möchten wir einen patienten- und arztzentrierten Ansatz vorstellen, um die Rekrutierung in onkologische Studien in Deutschland zu erhöhen.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Auf dem Foto sieht man 13 Personen, di eim Rahmen des Vision Zero Summits 2026 ein Schild hochhalten, auf dem das Wort Krebs mit einem rosa Balken durchgestrichen ist.
Vision Zero Summit 2026

Vision Zero, Forschung und Innovation – die Neuvermessung der Onkologie

Krebs ist nicht nur eine medizinische, sondern vor allem eine gesellschaftliche Herausforderung, die Orientierung, Vertrauen und Sichtbarkeit erfordert. Auf dem Vision Zero Berlin Summit 2026 diskutierten Expert:innen unter anderem über die Zukunft der Krebsforschung, intelligente und innovative Präventions- und Vorsorgekonzepte, Früherkennung und personalisierte Therapien, um das primäre Ziel der Initiative Vision Zero Oncology – die Zahl der vermeidbaren krebsbedingten Todesfälle auf Null zu senken – zu erreichen.
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GI-Tumoren

Pankreaskarzinom
 10 Min|
Schematische Darstellung eines menschlichen Oberkörpers mit markiertem Pankreas

Moderne Pankreaschirurgie: Standards, Innovationen und Zukunftsperspektiven

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist eine der aggressivsten und tödlichsten Krebserkrankungen weltweit und wird aufgrund seiner späten, unspezifischen Symptomatik oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert [1]. Die chirurgische Resektion in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie stellt bis heute den einzigen potenziell kurativen Therapieansatz dar [2]. Die traditionelle Beantwortung der Frage, wann ein:e Patient:in dem/der Pankreaschirurg:in vorgestellt werden sollte, war historisch betrachtet relativ eindimensional: Eine Vorstellung erfolgte zumeist dann, wenn die präoperative Bildgebung einen lokal resezierbaren Befund ohne Fernmetastasen zeigte, um eine sofortige Operation („Upfront Surgery“) durchzuführen. Dieses Paradigma hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. Die moderne Onkochirurgie begreift das Pankreaskarzinom als eine primär systemische Erkrankung, weshalb die chirurgische Vorstellung idealerweise unmittelbar nach der Diagnosestellung in einem interdisziplinären Tumorboard eines spezialisierten High-volume-Zentrums erfolgen sollte [3]. Der Zeitpunkt der tatsächlichen operativen Intervention hat sich jedoch stark individualisiert. Neue Aspekte in der Entscheidungsfindung umfassen die Abkehr von rein anatomischen Resektabilitätskriterien hin zu einem biologischen Verständnis der Erkrankung (das sog. A-B-C-Klassifikationssystem) [4]. Zudem hat die Etablierung effektiver neoadjuvanter Therapien (NAT) bei borderline-resezierbaren und lokal fortgeschrittenen Tumoren dazu geführt, dass Patient:innen, die früher als inoperabel galten, heute durch komplexe gefäßchirurgische Rekonstruktionen oder das „Arterial Divestment“ kurativ operiert werden können [5]. Gleichzeitig erfordern neue operative Zugänge, wie die robotische Pankreaschirurgie (RPD), sowie das essenzielle Management schwerer postoperativer Komplikationen zur Vermeidung eines „Failure to Rescue“, eine strenge Zentralisierung [6]. Dieser Übersichtsartikel diskutiert die neuesten Entwicklungen und Aspekte, die den optimalen Zeitpunkt der chirurgischen Vorstellung und Intervention beim Pankreaskarzinom definieren, anhand von 5 relevanten Hauptthemen.
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Gastrointestinale Tumoren
 12 Min|
Arzt hält 3D-Modell des kompletten Verdauungstrakts

GIST: Diagnostik, Therapie und interdisziplinäres Management

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) stellen die am häufigsten vorkommenden Weichteilsarkome des Gastrointes­tinaltrakts dar. Ihren mesenchymalen Ursprung haben die GIST in den sog. Cajal-Zellen, die als Schrittmacherzellen der Peristaltik im Plexus myentericus im Ösophagus, Magen und Darm vorkommen [1, 2]. Aufgrund der typischen Mutationen in den Rezeptortyrosinkinasen KIT oder PDGFRA ist die Durchführung der Immunhistochemie und Molekularpathologie die elementare Voraussetzung sowohl für die Diagnostik und Prognoseabschätzung als auch für die Festlegung der neoadjuvanten oder adjuvanten Therapie bei GIST [3]. Damit stellen diese Weichteilsarkom-Subtypen seit der Entdeckung der KIT-Mutationen in GIST im Jahr 1998 und der Einführung von Imatinib Anfang der 2000er Jahre, welche die GIST-Therapie revolutionierten, seit mehr als 20 Jahren eine Modellerkrankung in der Onkologie für die zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) dar [3, 4].
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Gastrointestinale Stromatumoren
 8 Min|
Human digestive system x-ray. Organs of the gastrointestinal tract 3D rendering illustration. Anatomy, medical, biology, science, healthcare concepts.
Nutzen oraler TKI konsequent ausschöpfen

Therapie- und Nebenwirkungsmanagement bei GIST

Bei fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) stehen – abhängig vom molekularen Subtyp – mit Imatinib, Sunitinib, Regorafenib und Ripretinib 4 etablierte sequenzielle Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)-Therapie­linien zur Verfügung; Avapritinib nimmt bei GIST mit PDGFRA-D842V-Mutation eine mutationsspezifische Sonder­stellung ein (Abb. 1). Da die Dauer der Krankheitskontrolle in jeder Linie begrenzt ist, sollte eine wirksame Behandlung bei beherrschbarer Toxizität nicht vorschnell aufgegeben werden. Ziel ist, dass Patient:innen von jeder Therapie so lange wie onkologisch sinnvoll und bei akzeptabler Lebensqualität profitieren.
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Ösophaguskarzinom
 4 Min|
Schematische Darstellung eines menschlichen Oberkörpers mit orange hervorgehobenem Ösophagus
Kein Standard, aber großes Potenzial durch aktuelle Studien

Von der Radiochemotherapie zur Immunerhaltung: PD-1-Therapie bei Ösophaguskarzinomen

Die kombinierte Radiochemotherapie (RCT) und die Checkpoint-Inhibitoren sind beide für sich genommen etablierte Therapiestrategien in der Behandlung des Ösophaguskarzinoms. Allerdings ist die direkte Kombination der Strahlen- und der Immuntherapie nicht regelhaft vorgesehen. Dennoch könnte gerade die Kombination der beiden Therapien eine wichtige Lücke für nicht operable Patient:innen schließen. Aktuell laufende Studien zeigen in diese Richtung.
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Ösophaguskarzinom
 8 Min|
Schematische Darstellung eines Mannes mit orange hervorgehobenem Ösophagus und Magen

Präoperative Radiochemotherapie vs. perioperative Systemtherapie bei AEG: Paradigmenwechsel nach ESOPEC und MATTERHORN

Bei Adenokarzinomen des distalen Ösophagus und des ösophagogastralen Übergangs (AEG) ohne Fernmetastasen konkurrierten lange zwei multimodale Konzepte: die präoperative Radiochemotherapie (RCT) nach CROSS* und die peri­operative Chemotherapie (CT) nach FLOT**. Mit der ESOPEC-Studie gab es einen direkten randomisierten Vergleich, der FLOT als bevorzugte Strategie etablierte. Gleichzeitig erweitert die perioperative Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren – insbesondere die mittlerweile zugelassene Kombination Durvalumab mit FLOT (MATTERHORN-Studie) – das therapeutische Spektrum für diese Tumorentität. Die RCT bleibt für einzelne ausgewählte Konstellationen relevant und ermög­licht bei histologischem Residualtumor eine adjuvante Nivolumab-Therapie. Künftig dürften Mikrosatelliteninstabilität bzw. Mismatch-Repair-Status (MSI-H/dMMR), HER2, Claudin 18.2 und weitere molekulare Zielstrukturen die perioperative Behandlung noch stärker individualisieren.
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Hepatozelluläres Karzinom
 9 Min|
3D-Darstellung der Leber mit Krebs, rot auf blauem Hintergrund

Immuntherapie beim HCC: Von der Zulassung zur klinischen Praxis

In den letzten Jahrzehnten hat die Immuntherapie die Behandlung maligner Erkrankungen revolutioniert. Insbesondere beim Melanom, aber auch beim Bronchialkarzinom, werden immunonkologisch (IO) Verläufe mit tiefem und anhaltendem Ansprechen erreicht. Eingesetzt zur IO-Therapie werden Antikörper gegen PD-1 (programmierter Zelltod 1) oder PD-L1 (programmierter Zelltod-Ligand 1) sowie CTLA-4 (zytotoxisches T-Lymphozyten-assoziiertes Protein-4). Auch für das hepatozelluläre Karzinom (HCC) stellt ein IO-Regime bei metastasierter Erkrankung oder nicht ­lokal therapierbaren Leberherden die empfohlene Erstlinientherapie dar [1]. Im Vergleich zu Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) konnte das Gesamtüberleben (OS) durch Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) nahezu verdoppelt werden. Seit 2020 wurden 3 ICI-Regime in Deutschland zugelassen. Alle 3 Regime werden in der aktuellen Konsultationsfassung der S3-Leitlinie zur Therapie des HCC in der Erstlinie empfohlen [1]. In der vorliegenden Zusammenfassung werden die 3 Zulassungsstudien IMbrave150, HIMALAYA und CheckMate 9DW sowie bestätigende Ergebnisse aus der Routineversorgung und darauf aufbauende differenzierte Therapieentscheidungen in der klinischen Praxis diskutiert.
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Krebsprävention

Entitätsübergreifend
 10 Min|
Künstliche Intelligenz (KI). Arzt zeigt auf digitales medizinisches Interface. Text umgeben von Icons, angeordnet im Kreis.
Vertrauen entscheidet, ob aus Wissen vorbeugendes Handeln wird

Wenn Algorithmen unser Leben durchrechnen

Deutschland gibt Milliarden für Gesundheit aus und landet bei der Lebenserwartung in Westeuropa trotzdem fast am Ende des Rankings. Für Ethiker:innen eine „verpasste Präventionschance“. An einem Wintermorgen stehe ich im Flur der Abteilung „Künstliche Intelligenz in der Onkologie“ in Heidelberg. Hinter den Türen: Videokonferenzen, Programmcode, Datensätze. Das Ziel: den Krankheitsverlauf von Millionen Menschen Jahrzehnte im Voraus zu berechnen und Präventionsfenster zu öffnen. Wie viel unserer Zukunft wären wir bereit, auf die Vorhersagen eines Algorithmus zu setzen?
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Entitätsübergreifend
 9 Min|
Mann trägt Sonnencreme auf seinen Arm auf während er im Sommer eine Wanderung macht

Hautkrebs und Sport – Präventionsdefizite in einem Risikosetting

Sport im Freien gilt als Risikosetting für die Entstehung von Hautkrebs. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind in Sportarten wie Fußball, Tennis, Leichtathletik, Wasser- und Bergsport regelmäßig der Sonne und damit UV-Strahlung ausgesetzt. Trainer:innen und Übungsleiter:innen stehen in der Verantwortung, die in ihrer Obhut befindlichen Sportler:innen vor den schädlichen Folgen langfristiger UV-Exposition zu schützen. Eine aktuelle repräsentative Studie belegt deutliche Wissens- und Präventionsdefizite unter Trainer:innen und Übungsleiter:innen in Deutschland. Der vorliegende Beitrag fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und zeigt aktuelle Präventionsansätze auf.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Medical technology, innovation health and medical research, healthcare and medicine concept. Doctor or technician working with AI data analysis, lab experiment, data science
Interview mit Dr. Konstanze Blatt, Berlin

Gesundheitsdaten für die Krebsmedizin – viele Bausteine für die datenbasierte Forschung

Für eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung bringt die Bundesregierung eine Reihe von Gesetzesinitiativen auf den Weg. Dazu zählt das Medizinregistergesetz, das auch die Qualität und Vergleichbarkeit von Gesundheitsdaten optimieren soll. Für die Zusammenführung von klinischen Krebsregisterdaten ist die IT-Plattform PLATO 2 [1] in Vorbereitung. Welche Hürden die datenbasierte Krebsforschung noch nehmen muss, erläutert Dr. Konstanze Blatt, Generalsekretärin der Deutschen Krebsgesellschaft, im Interview.
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Thorakale Tumoren
 6 Min|
Arzt zeigt mit Finger auf eine Röntgenaufnahme einer Lunge

Lungenkrebsscreening in Deutschland: Chancen, Hürden und politischer Handlungsbedarf

Lungenkrebs ist nach wie vor die tödlichste Krebserkrankung in Deutschland. Mit der geplanten Einführung des Lungenkrebsscreenings sollen mehr Patient:innen die Chance auf eine frühzeitige Diagnose erhalten. Prof. Dr. Torsten Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin, thematisiert die Herausforderungen bei der Prävention, der Früherkennung und der praktischen Umsetzung des neuen Screeningprogramms in einer aktuellen Podcast-Folge.
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Fortbildung

Thorakale Tumoren
 14 Min|
Arzt führt CT für Lungenkrebs-Untersuchung durch

Lungenkrebsscreening mit Niedrigdosis-CT in Deutschland: Standardisierte Befundbewertung und Rundherd-Management

Große randomisierte Studien sowie erste etablierte nationale Programme haben für das Lungenkrebsscreening mit ­Niedrigdosis (low-dose)-Computertomographie (LDCT) eine Verschiebung zu früheren Tumorstadien und folglich eine Reduktion der lungenkrebsspezifischen Mortalität gezeigt. Bei geeigneten Einschlusskriterien und standardisierten Abläufen überwiegt der nachgewiesene Nutzen potenzielle Risiken, wie Strahlenexposition, falsch-positive Befunde und Überdiagnosen. Aufbauend auf diesen Vorerfahrungen wurde das Lungenkrebsscreening am 01.04.2026 in Deutschland in die Regelversorgung eingeführt. Definierte Einschlusskriterien und standardisierte Vorgaben für die Durchführung, Befundbewertung und das Management positiver Screeningbefunde wie die Lung-RADS v2022 Kriterien sind zentrale Hebel, um falsch-positive Befunde zu reduzieren und Überdiagnostik zu kontrollieren. Zudem sind Qualitäts­sicherungsmaßnahmen wie Zweitbefundung, interdisziplinäre Fallkonferenzen und der Einsatz computer­assistierter ­Detektionssoftware entscheidend, um die diagnostische Sicherheit zu erhöhen.
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Vor Ort & Virtuell

Studie

Nierenzellkarzinom
 3 Min|
Schematische Darstellung von Nierenzellkrebs, Nieren rot in blau durchschimmerndem Körper

Therapie des RCC nach Versagen einer Sequenz- oder Kombinationstherapie mit CPI und VEGF-TKI

Eine randomisierte, doppelblinde klinische Prüfung der Phase III mit Belzutifan + Zanzalintinib im Vergleich zu Belzutifan + Placebo bei Patienten mit forgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC), deren Erkrankung sowohl unter PD-1/L1- als auch unter VEGF-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI)-Therapie, die sequenziell oder in Kombination verabreicht wurde, fortgeschritten ist (LITESPARK-034) – Studie AN 72/25 der AUO.
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Urothelkarzinom
 3 Min|
Schematische Darstellung von Harnblasenkrebs, bläulich durchschimmernder Mensch vor schwarzem Hintergrund

Zweitlinientherapie des high-risk NMIBC nach BCG-Gabe

Randomisierte, offene, multizentrische klinische Prüfung der Phase III zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit des intravesikalen Erdafitinib-Verabreichungssystems TAR-210 im Vergleich zur vom Prüfarzt gewählten intravesikalen Chemotherapie bei Patienten mit nicht-muskelinvasivem Hochrisiko-Blasenkarzinom (HR-NMIBC) und spezifischen FGFR-Genveränderungen, die zuvor eine intravesikale Behandlung mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) erhalten hatten (MoonRISe-3) – AB 108/25 der AUO.
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BNGO

BNGO
 7 Min|
Gynäkologin wertet Mammopgraphie aus, vor ihr ein schematischer Querschnitt einer weiblichen Brust
14. BNGO-Hauptstadtkongress

Neues und Bewährtes aus der gynäkologischen Onkologie in der Niederlassung – Teil I

Wie in der letzten Ausgabe angekündigt, fassen wir heute Neues, Aktuelles und Bewährtes auf dem Gebiet der gynäko­logischen Onkologie vom Jahreskongress des Berufsverbands Niedergelassener und ambulant tätiger Gynäkol­ogischer Onkologen in Deutschland e.V. (BNGO) im Juni 2026 in Berlin zusammen. Hier berichten wir von den Beiträgen vom ­Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) der beiden Berliner Ordinarien der Universitäts-Frauen­kliniken und den Satellitensymposien der Sponsoren. In letzteren wurde auf Studiendaten zu Medikamenten und Therapiekonzepten noch näher eingegangen. Eine neue nicht-interventionelle Studie (NIS) unter ­Leitung des BNGO zum Neutropeniemanagement steht in den Startlöchern und wurde dem Auditorium vorgestellt.
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d-uo

d-uo
 5 Min|
Arzt sitzt vor Laptop, Taschenrechner, Münzen und ein Sparschwein auf dem Tisch

Die OV und die Tumornachsorge im EBM aus Sicht einiger Urologen

Urologische Tumorerkrankungen stellen hohe Anforderungen an Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Deutsche Uro-Onkologen e.V. (d-uo) engagieren sich seit Jahren für eine bessere Dokumentation und Versorgungsforschung in der Uro-Onkologie. Vor diesem Hintergrund wurden die Vergütungssysteme von Onkologie-Vereinbarung (OV) und einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) und deren unzureichende Honorierung der aufwendigen Patientenbetreuung analysiert.
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Gesundheitspolitik

Entitätsübergreifend
 6 Min|
health care industry or health care costs
Von Arzneimittel-Rabatten bis Zuckersteuer

Spardruck im Gesundheitswesen nimmt trotz Reformbedarf weiter zu

Trotz des umfassenden Sparpakets zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) soll es ­weitere Einsparungen im Gesundheitswesen geben. Auch die onkologische Versorgung ist betroffen: Krankenkassen werden künftig über Rabattverträge bei der Verordnung von patentgeschützten Krebsarzneien mitreden. Die Tabak- und die Alkoholsteuer werden kräftig erhöht.
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Pharmaforum

NSCLC
 5 Min|
Erstlinienbehandlung des ALK+ aNSCLC
Erstlinienbehandlung des ALK+ aNSCLC

Herausragende Langzeitwirksamkeit von Lorlatinib für die klinische Routine nutzen

Das 7-Jahres-Update der Phase-III-Studie CROWN bestätigte erneut die anhaltend gute Wirksamkeit von Lorlatinib, einem ALK-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der dritten Generation, in der Erstlinientherapie des ALK-positiven fort­geschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (ALK+ aNSCLC) gegenüber Crizotinib und setzte damit neue Maßstäbe für die Langzeitwirksamkeit [1, 2]. Die Daten zeigten, dass eine einzelne Substanz erstmalig in der Lage ist, den fortgeschrittenen Lungenkrebs anhaltend zu kontrollieren – sowohl systemisch als auch intrakraniell. Unerwünschte Ereignisse traten früh auf und waren durch Dosisanpassungen ohne Wirksamkeitsverlust gut handhabbar. Gute Aufklärung, ein geeignetes Therapiemanagement und die langfristige Begleitung der Patient:innen stellen sicher, dass die Behandelten im klinischen Alltag bestmöglich profitieren.
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Hämatologie
 5 Min|
Teclistamab und Talquetamab beim RRMM

Teclistamab und Talquetamab beim RRMM: Ambulante Aufdosierung verbessert die Versorgung

Innovative T-Zell-Redirektionstherapien (TCR) haben bei Patient:innen mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) eine therapeutische Lücke geschlossen. Mit wachsender Anwendungserfahrung rückt insbesondere die ambulante Aufdosierung von bispezifischen Antikörpern in den Fokus. Sie kann dazu beitragen, Hürden in der ­Pa­tienten­versorgung abzubauen und Behandlungszentren zu entlasten.
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Gallengangskarzinom
 4 Min|
Cholangiokarzinom: Molekulare Diagnostik und zielgerichtete Therapie

Cholangiokarzinom: Molekulare Diagnostik und zielgerichtete Therapie

Beim fortgeschrittenen Cholangiokarzinom ist eine frühzeitige molekulare Testung zentral, um potenziell therapeutisch relevante Alterationen wie FGFR2-Fusionen oder -Rearrangements zu identifizieren ­[1, 2]. Für entsprechend vorbehandelte Patient:innen kann der Wirkstoff Futibatinib eine zielgerichtete Therapieoption darstellen [3]. Prof. Dr. Arndt Vogel, Physician Scientist am Princess Margaret Cancer Center, ­Toronto, spricht über die Herausforderungen der Diagnostik, den Stellenwert der molekularen Testung und praktische Erfahrungen bei der Integration zielgerichteter Therapien in den klinischen Alltag.
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NSCLC
 8 Min|
BRAF-V600E-mutiertes NSCLC
BRAF-V600E-mutiertes NSCLC

Datenupdate unterstreicht langanhaltendes Gesamtüberleben unter zielgerichteter Kombinationstherapie

Aktuelle Daten bei therapienaiven Betroffenen mit BRAF-V600E-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) unter der zielgerichteten Therapie aus Encorafenib und Binimetinib zeigen das bislang längste berichtete mediane Gesamtüberleben (mOS) von nahezu 4 Jahren [1]. Die Kombination aus BRAF-Inhibitor und MEK-Inhibitor ­bestätigt mit dem Update der einarmigen Phase-II-Studie PHAROS ihre anhaltende und klinisch bedeutsame anti­tumorale Wirksamkeit bei einem gut handhabbaren Sicherheitsprofil für Betroffene mit ungünstiger Prognose [1-4].
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Hämatologie
 6 Min|
CML-Erstlinientherapie

CML-Erstlinientherapie: Tiefes und ­anhaltendes Ansprechen unter Asciminiba ­auch nach 144 Wochen

Bei der Erstlinienbehandlung (1L) von Patient:innen mit neudiagnostizierter chronischer myeloischer Leukämie (CML) zeigte eine Behandlung mit dem STAMPb-Inhibitor Asciminib bereits in den Analysen nach 48 und 96 Wochen eine ­vorteilhafte Wirksamkeit und Verträglichkeit [1, 2]. Die kürzlich veröffentlichten Langzeitdaten nach 144 Wochen ­bestätigen nun ein tiefes und anhaltendes Ansprechen unter Asciminib bei guter Verträglichkeit [3, 4]. Sie erweitern damit die bislang aus späteren Therapielinien verfügbare Langzeitevidenz [5, 6].
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