GI-Tumoren sowie Krebsprävention
Dr. med. Christoph K. W. DeinzerDiese Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE beschäftigt sich mit gastrointestinalen (GI-)Tumoren, vor allem gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), dem Ösophaguskarzinom und Adenokarzinomen des ösophagogastralen Überganges. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Thema Prävention, von der Hautkrebsprävention zu künstlicher Intelligenz (KI) und Datennutzung für die künftige Krebsforschung.
Dr. Christoph K. W. Deinzer, MHBA
GIST sind die häufigsten Weichteilsarkome des GI-Trakts und stellen seit über 20 Jahren eine Modellerkrankung für die zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren dar. In etwa 80% der Fälle liegen Mutationen im KIT-Gen vor, 8% weisen Mutationen im PDGFRA-Gen auf. Immunhistochemie und Molekularpathologie sind bei GIST elementar sowohl zur Diagnostik und Prognoseabschätzung als auch zur Festlegung der neoadjuvanten, adjuvanten oder palliativen Therapie. Ich zeige in meinem Beitrag, der mit 1 CME-Punkt zertifiziert ist, dass auch bei dieser Entität aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie hin zu einer individualisierten und in der Therapiesequenz optimierten Therapie führen. Im Rahmen der kürzlich gestarteten Kooperation von JOURNAL ONKOLOGIE mit der Deutschen Sarkom-Stiftung (https://www.sarkome.de) berichten Prof. Dr. Peter Reichardt und Markus Wartenberg über das Nebenwirkungsmanagement bei GIST.
Aktuell laufende Studien zeigen, dass die kombinierte Radiochemotherapie (RCT) mit Checkpoint-Inhibition beim Ösophaguskarzinom eine wichtige Lücke für nicht operable Patient:innen schließen könnte, erläutern Dr. Mathias Sonnhoff et al.
Über die präoperative Radiochemotherapie vs. Chemotherapie bei Adenokarzinomen des ösophagogastralen Übergangs berichtet Prof. Dr. Ulrich Ronellenfitsch. Im Beitrag von Prof. Dr. Henning Wege und Dr. Roman Feller geht es um die Immuntherapie beim hepatozellulären Karzinom (HCC). Einen Ausblick auf die künftige Chirurgie des Pankreaskarzinoms mit KI-gestützter Orchestrierung aus Molekularbiologie, Systemtherapie und minimalinvasiver Chirurgie skizzieren Prof. Dr. Ulrich Wellner und Prof. Dr. Tobias Keck.
Sport im Freien gilt als Risikosetting für die Entstehung von Hautkrebs. Prof. Dr. phil. Sven Schneider beleuchtet Präventionsansätze. Inga Pabst erläutert im Interview mit Dr. Konstanze Blatt von der Deutschen Krebsgesellschaft das geplante Medizinregistergesetz, das auch die Qualität und Vergleichbarkeit von Gesundheitsdaten optimieren soll. „Wenn Algorithmen unser Leben durchrechnen“ ist der Titel einer Reportage von Dr. rer. nat. Karin Greulich-Bode, die der Abteilung „Künstliche Intelligenz in der Onkologie“ in Heidelberg einen Besuch abgestattet hat.
Eine spannende Lektüre wünscht
Ihr
Dr. Christoph K. W. Deinzer, MHBA