Journal Onkologie

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Überblick
Arzt und Patientin freundlich zugewandt

Shared Decision Making in der Onkologie: Kleiner Leitfaden für Ärzte

Shared Decision Making (SDM), oder partizipative Entscheidungsfindung, ist ein essenzielles Konzept in der modernen Onkologie. Dieser Ansatz setzt auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient, um Therapieentscheidungen basierend auf wissenschaftlicher Evidenz und individuellen Präferenzen gemeinsam zu treffen. Gerade in der Krebsbehandlung, wo es oft verschiedene Therapieoptionen mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen gibt, spielt SDM eine zentrale Rolle. Der folgende Artikel beleuchtet alle relevanten Aspekte von SDM in der Onkologie, inklusive Herausforderungen, internationaler Unterschiede und digitaler Unterstützungstools (1).
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Entitätsübergreifend
Geschlechtersensible Onkologie: Große Wissenslücken zwischen Forschung und Versorgung
DKK 2026

Geschlechtersensible Onkologie: Große Wissenslücken zwischen Forschung und Versorgung

Eine Sitzung des Deutschen Krebskongresses 2026 zur geschlechtersensiblen Onkologie offenbarte erhebliche Defizite in der Berücksichtigung biologischer und sozialer Geschlechtsunterschiede. Vier Expert:innen beleuchteten verschiedene Aspekte des Problems und zeigten: Trotz bekannter Unterschiede zwischen Männern und Frauen fehlt es an systematischer Umsetzung in der klinischen Praxis.
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Gemischte Bilanz der Krebsfrüherkennung in Deutschland
DKK 2026

Gemischte Bilanz der Krebsfrüherkennung in Deutschland

Auf dem Deutschen Krebskongress 2026 zogen Expert:innen eine gemischte Bilanz der Krebsfrüherkennung in Deutschland. Während das Darmkrebsscreening als europäisches Erfolgsprogramm mit über 30% Inzidenzrückgang Erfolge zeigt, zeigen sich bei anderen Tumorentitäten erhebliche Defizite. Das ab April 2026 startende Lungenkrebsscreening und neue risikoadaptierte Ansätze beim Prostatakarzinom bieten jedoch vielversprechende Perspektiven. Einigkeit herrschte über die Notwendigkeit organisierter Programme mit systematischen Einladungsverfahren.
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Medizin
S3-Leitlinie onkologische Ernährungsmedizin aktualisiert: keine Empfehlungen für spezielle Diäten

S3-Leitlinie onkologische Ernährungsmedizin aktualisiert: keine Empfehlungen für spezielle Diäten

Die im Leitlinienprogramm Onkologie aktualisierte S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie" spricht sich gegen restriktive Diäten bei Krebs aus. Sogenannte Krebsdiäten und Fastenprogramme sind nicht geeignet, betonen die an der Leitlinie beteiligten Fachgesellschaften. Studien zeigen keinen Nutzen, aber ein hohes Risiko für Mangelernährung – was bei Krebspatient:innen zum Tod führen kann.
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Krebsprävention durch Ernährung: Individualisierte Ansätze statt Nahrungsergänzungsmittel
DKK 2026

Krebsprävention durch Ernährung: Individualisierte Ansätze statt Nahrungsergänzungsmittel

Auf dem Deutschen Krebskongress 2026 widmete sich eine Sitzung dem komplexen Zusammenspiel zwischen Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln und Krebsprävention. Die drei Vorträge von Prof. Dr. Johann Ockenga (Klinikum Bremen-Mitte), Dr. Eunike Velleuer (Helios Klinikum Krefeld) und Prof. Dr. Jutta Hübner (Universitätsklinikum Jena) behandelten verschiedene Aspekten der Prävention – von der Primär- bis zur Tertiärprävention.
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Neue Studiendaten: TTFields-Therapie mit signifikanten Überlebensvorteilen
DKK 2026

Neue Studiendaten: TTFields-Therapie mit signifikanten Überlebensvorteilen

Beim diesjährigen Deutschen Krebskongress präsentierten Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein vom Universitätsklinikum Ulm und Prof. Dr. med. Thomas Wehler vom Universitätsklinikum Marburg und Gießen, vielversprechende Ergebnisse zur TTFields-Therapie. Sowohl die PANOVA-3-Studie beim Pankreaskarzinom als auch die LUNAR-Studie beim metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (mNSCLC) zeigten signifikante Verbesserungen des Gesamtüberlebens.
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Medizin
Beruflicher Wiedereinstieg nach Krebserkrankung: Neue Daten zeigen Chancen und Hürden
DKK 2026

Beruflicher Wiedereinstieg nach Krebserkrankung: Neue Daten zeigen Chancen und Hürden

Die Chancen auf eine Rückkehr in den Beruf nach einer Krebserkrankung sind ungleich verteilt. Das zeigen neue Analysen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) auf Basis von Daten der Deutschen Rentenversicherung: Während Fach- und Führungskräfte mit flexiblen Arbeitsbedingungen häufig früher und dauerhaft wieder erwerbstätig sind, gelingt der Wiedereinstieg Menschen in körperlich belastenden, wenig flexiblen Tätigkeiten deutlich seltener. Die Zahlen wurden auf dem Deutschen Krebskongress 2026 vorgestellt.
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Medizin
Metastasen können weitere Metastasen bilden

Metastasen können weitere Metastasen bilden

Metastasen galten lange Zeit als relativ „passiv". Hatten sie sich einmal in einem Organ angesiedelt, so die gängige Annahme, wuchsen sie dort lokal weiter, ohne selbst neue Metastasen zu bilden. Eine aktuelle Studie der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg und der Universität Erlangen widerlegt diese Vorstellung nun eindeutig. Die Forschungsteams zeigen erstmals, dass sich bestimmte Metastasen innerhalb eines Organs weiter ausbreiten können, während andere dazu nicht in der Lage sind.
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Entitätsübergreifend
Prävention von Frakturen und skelettalen Komplikationen – Zwei neue Denosumab-Biosimilars erweitern das osteologische Versorgungsspektrum in der Onkologie
Prävention von Frakturen und skelettalen Komplikationen

Zwei neue Denosumab-Biosimilars erweitern das osteologische Versorgungsspektrum in der Onkologie

Antiresorptive Therapien spielen bei onkologischen Patient:innen eine wichtige Rolle zur Prävention und Behandlung von Osteoporose. Darüber hinaus werden Wirkstoffe wie der monoklonale Antikörper Denosumab auch zur Vorbeugung von skelettbezogenen Ereignissen eingesetzt. Die beiden neu verfügbaren Denosumab-Biosimilars Stoboclo™ (60 mg) und Osenvelt™ (120 mg) des Biosimilar-Spezialisten Celltrion Healthcare erweitern hier das osteologische Versorgungsspektrum in der Onkologie [1, 2].
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Medizin
Zum Weltkrebstag: Auf die medizinische Heilung folgt oft gesellschaftliche Diskriminierung

Zum Weltkrebstag: Auf die medizinische Heilung folgt oft gesellschaftliche Diskriminierung

Unter dem Motto „United by Unique“ lenkt der am 4. Februar stattfindende internationale Weltkrebstag den Blick auf die individuellen Lebensrealitäten von Menschen mit Krebs. Für junge Erwachsene bedeutet eine überstandene Erkrankung jedoch häufig nicht das Ende der Belastung. Beim Abschluss von Versicherungen, der Kreditvergabe, bei Verbeamtungen oder in Adoptionsverfahren erfahren viele weiterhin Benachteiligung. Diese Gesetzeslücke ist bislang wenig bekannt, erfordert aber dringenden politischen Handlungsbedarf.
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Entitätsübergreifend

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
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Entitätsübergreifend
Mediziner mit Schild Diagnostik Therapie und Nachsorge

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Editorial
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CAYAs, AYACS und YACS

Die Januar-Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE beschäftigt sich mit dem Thema „Cancer Survivorship“ und an Krebs erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der internationalen Fachliteratur werden verschiedene Begriffe verwendet: CAYAs (Children, Adoles­cents and Young Adults) bezeichnet die gesamte Altersgruppe von 0-39 Jahren. Für die Zeit nach der Behandlung wurden die Abkürzungen CCS (Childhood Cancer Survivors), AYACS (Adolescents and Young Adult Cancer Survivors) und YACS (Young Adult Cancer Survivors) geprägt – hier stehen die jungen Überlebenden und ihre spezifischen Herausforderungen im Umgang mit Therapie-Nebenwirkungen, Spät- und Langzeitfolgen im Fokus.
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Entitätsübergreifend
Künstliche Intelligenz in der Onkologie: Von der Datenanalyse zur Prozessoptimierung

Künstliche Intelligenz in der Onkologie: Von der Datenanalyse zur Prozessoptimierung

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens führt zu einer stetig wachsenden Datenmenge, die insbesondere in der Onkologie neue Möglichkeiten eröffnet. Künstliche Intelligenz (KI) kann komplexe Datenquellen systematisch analysieren und in klinisch nutzbare Informationen überführen. Während KI-Anwendungen in Radiologie und Pathologie bereits etabliert sind, rücken zunehmend auch praxisnahe Einsatzfelder in den Fokus. Ein zentrales Anwendungsgebiet ist die strukturierte Auswertung von Real-World-Daten (RWD) und Real-World-Evidenz (RWE). Mittels Natural Language Processing (NLP) lassen sich unstrukturierte Freitexte aus Arztbriefen oder Befunden automatisiert in auswertbare Variablen überführen. Dadurch können Forschungsprojekte, Registerauswertungen und klinische Entscheidungsprozesse erheblich erleichtert werden. Darüber hinaus ermöglicht KI die Automatisierung klinischer Arbeitsprozesse, etwa durch die Vorstrukturierung ärztlicher Dokumente oder die Erstellung standardisierter Berichte. Erste Studien zeigen, dass sich der Dokumentationsaufwand dadurch um bis zu 30-50% reduzieren lässt. Trotz dieser Potenziale bestehen wesentliche Hürden für eine breite Implementierung, wie z.B. Datenschutzfragen, regulatorische Unsicherheiten und die Akzeptanz im klinischen Team. Die erfolgreiche Nutzung von KI erfordert daher nicht nur technologische Innovation, sondern auch transparente Modelle, klare Verantwortlichkeiten sowie die Integration in bestehende Versorgungsabläufe. KI sollte ärztliche Expertise nicht ersetzen, sondern diese gezielt unterstützen und zu einer evidenzbasierten, patientenzentrierten Versorgung beitragen.
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Entitätsübergreifend
Eine junge Krebspatinetn mit braunem Tuch und dem Kopf und blauem Pulli sitzt auf einem Sofa und lächelt in die Kamera.

Beschleunigte Alterung bei Krebsüberlebenden: Chronische Erkrankungen treten früher auf

Krebstherapien im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute überleben mehr als 85% der jungen Patient:innen mindestens 5 Jahre nach der Diagnose. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters sehen sich die Überlebenden jedoch erhöhten Risiken für Zweitkrebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse und andere behandlungsbedingte Spätfolgen gegenüber. Eine wegweisende Simulationsstudie beleuchtet nun erstmals systematisch das Phänomen der „beschleunigten Alterung“ bei über 22.000 Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter.
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