Journal Onkologie

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Überblick
Arzt und Patientin freundlich zugewandt

Shared Decision Making in der Onkologie: Kleiner Leitfaden für Ärzte

Shared Decision Making (SDM), oder partizipative Entscheidungsfindung, ist ein essenzielles Konzept in der modernen Onkologie. Dieser Ansatz setzt auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient, um Therapieentscheidungen basierend auf wissenschaftlicher Evidenz und individuellen Präferenzen gemeinsam zu treffen. Gerade in der Krebsbehandlung, wo es oft verschiedene Therapieoptionen mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen gibt, spielt SDM eine zentrale Rolle. Der folgende Artikel beleuchtet alle relevanten Aspekte von SDM in der Onkologie, inklusive Herausforderungen, internationaler Unterschiede und digitaler Unterstützungstools (1).
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Primäre und sekundäre Immundefekte

Das menschliche Immunsystem ist ein hochkomplexer Verteidigungsmechanismus, der gezielt Krankheitserreger wie Viren und Bakterien erkennt und bekämpft. Dieses System kann an verschiedenen Stellen gestört sein. Liegt ein solcher Defekt vor, spricht man von einem Immundefekt. Betroffene weisen eine Immunschwäche auf, das heißt, sie sind anfälliger für Infektionskrankheiten und leiden häufig an wiederkehrenden Infektionen, die länger und schwerer verlaufen als bei gesunden Menschen. Während primäre Immundefekte angeborene, seltene Erkrankungen darstellen, entwickeln sich sekundäre Immundefekte im Laufe des Lebens und sind besonders relevant im onkologischen und hämatologischen Kontext. Sie entstehen als Folge von Grunderkrankungen oder therapeutischen Interventionen und betreffen eine deutlich größere Patientenpopulation mit erheblicher klinischer Relevanz [1-3].
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Frau sitzt mit Decke um die Schultern auf Sofa und ist erschöpft

Krebsassoziierte Fatigue – ­Integrativmedizinische Behandlungsansätze

Krebsbedingte Fatigue (CRF) ist eines der häufigsten und beeinträchtigendsten Symptome in allen Stadien der Krebs­erkrankung. Sie wird definiert als ein belastendes, anhaltendes Gefühl körperlicher, emotionaler und/oder kognitiver Müdigkeit oder Erschöpfung im Zusammenhang mit Krebs bzw. einer Krebsbehandlung, das die normale Funktionsfähigkeit beeinträchtigt und durch Ruhe nicht gelindert wird. Fatigue hat tiefgreifende emotionale Folgen für die Patient:innen, sie behindert eine Rückkehr an den Arbeitsplatz und hat Auswirkungen auf die Überlebensrate. Häufig bleibt Fatigue unerkannt und somit unbehandelt. Unterstützung bieten multimodale Therapiekonzepte. Konventionelle und Integrative Medizin sind wesentliche Bestandteile dieser Konzepte. Gemeinsames Ziel ist die Verbesserung der ­Lebensqualität durch Linderung der Fatigue-Symptomatik.
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Ärztin erklärt Patientin im Gespräch etwas

Shared Decision Making in der Hämatologie und Onkologie

Shared Decision Making (SDM, deutsch: Partizipative Entscheidungsfindung) gilt als Goldstandard der medizinischen Entscheidungsfindung zwischen Patient:innen und Ärzt:innen und nimmt insbesondere in kommunikationsintensiven Fächern mit oft komplexen Entscheidungsprozessen wie z.B. der Hämatologie und Onkologie eine zentrale Rolle ein. Der Einsatz von SDM wirkt sich nachweislich positiv auf das Befinden der Patient:innen und die Qualität der Versorgung aus. Bei präferenzsensitiven Therapieentscheidungen ist der aktive Einbezug der Patient:innen essenziell.
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Frau mit Krücken, ihr Schatten läuft sportlich

Zurück ins Leben – Onkologische Rehabilitation

Nach einer Krebserkrankung kämpfen viele Betroffene mit langfristigen Folgen der Behandlung – körperlich, psychisch und sozial. Die onkologische Rehabilitation setzt hier an und hilft, Lebensqualität zurückzugewinnen, Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Prof. Dr. Oliver Rick, Leiter der Klinik Reinhardshöhe in Bad Wildungen, erläutert im Podcast-Gespräch, was onkologische Reha leisten kann, wer sie nutzen sollte und wie der Weg dorthin gelingt.
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Frau mit zugewandter Krankenschwester
Pflegeberatung stärkt Patientenorientierung

Erfahrungen aus der hämato-onkologischen Ambulanz und neue Perspektiven im Tumorboard

Im Kontext der ambulanten onkologischen Versorgung gewinnt die strukturierte Pflegeberatung zunehmend an Bedeutung. Eine am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen/Universitäts KrebsCentrum Dresden (NCT/UCC) durchgeführte Evaluation untersuchte den Einfluss ergänzender pflegerischer Beratungsgespräche auf die Zufriedenheit und Informiertheit von Patient:innen mit ambulanter Chemo- oder Antikörpertherapie. Die Ergebnisse der Patientenbefragung zeigen eine signifikante Verbesserung der wahrgenommenen Versorgungsqualität sowie der therapiebezogenen Informationssicherheit. Darüber hinaus ermöglicht das interprofessionell organisierte supportive Tumorboard eine sys­tematische Identifikation patientenspezifischer Bedarfe und eine gezielte Zuweisung zu geeigneten supportiven und palliativen Angeboten. Die gewonnenen Erkenntnisse können von der Pflege zur strukturierten Vorbereitung zukünftiger Patientenkontakte und zur Weiterentwicklung der Pflegeberatung genutzt werden und leisten somit einen wichtigen Beitrag zu einer patientenorientierten, qualitätsgesicherten onkologischen Versorgung.
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Cancer Survivorship Langzeitnachsorge

Langzeitüberleben nach Krebs: aktuelle und zukünftige Herausforderungen

Dank verbesserter Behandlungs- und Früherkennungsmaßnahmen leben immer mehr Menschen mit und nach einer Krebserkrankung. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jede:r 20. ein Krebsüberlebender bzw. eine Krebsüberlebende ist [1]. Höchste Zeit, sich in Versorgung und Forschung mehr mit dieser großen und stetig wachsenden Personengruppe zu beschäftigen und herauszufinden, welche Themen das Leben nach Krebs prägen und beeinflussen.
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Frau sitzt auf Sofa im Schneidersitz und liest ein Buch
Buchvorstellung

„Berührungsräume öffnen – Dialog und Verständnis in der Survivorship-Phase“

Krebs ist kein abgeschlossenes Kapitel: Für viele Betroffene bleibt die Erkrankung ein lebenslanger Begleiter, der körperlich, emotional und sozial nachwirkt. In der Zeit nach der Akutbehandlung – dem sog. Survivorship – verändert sich die Beziehung zwischen Patient:innen und Behandler:innen. Patient:innen wollen informiert sein, ihre Erfahrungen einbringen und aktiv an Entscheidungen teilnehmen. Sie suchen Dialog auf Augenhöhe, Wahrnehmung, Anerkennung mit ihren Ängsten und Unsicherheiten, in dem medizinische Fakten und persönliche Bedürfnisse gleichermaßen Raum finden. Damit Patient:innen langfristig handlungsfähig und selbstbestimmt bleiben, ist es entscheidend, dass die Krebserkrankung bewusst in die eigene Lebensgeschichte eingearbeitet wird. Sie soll nicht als isoliertes Ereignis verstanden werden, sondern als Teil der Biografie, der das Leben prägt und neue Perspektiven eröffnet. Psychoonkologin und Cancer Survivor Dr. Antje Petershagen hat das Buch „Berührungsräume öffnen – Dialog und Verständnis in der Survivorship-Phase“ geschrieben. Im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE beantwortet sie gemeinsam mit Monika Hesse-Haake, Arbeitsrechtlerin, Mediatorin und MHFA-Ersthelfende, Fragen zum Thema „Cancer Survivorship“.
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Seniorin sitzt mit Tochter im Frühling mit Tochter auf einer Bank im Park

PartnerCARE – eine innovative Online-­Intervention zur psychosozialen Unterstützung von Partner:innen krebskranker Menschen

Die Diagnose Krebs betrifft nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch ihre familiären Bezugspersonen – v.a. Partner:innen, die häufig als eine primäre informelle Unterstützung fungieren. Trotz hoher psychosozialer Belastung gibt es bislang nur wenige niederschwellige, evidenzbasierte Unterstützungsangebote, die sich gezielt an diese Zielgruppe richten. Das Online-Training PartnerCARE wurde entwickelt, um diese Versorgungslücke zu schließen und den Partner:innen eine psychosoziale Begleitung zugänglich zu machen, die flexibel, ortsunabhängig und evidenzbasiert ist.
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Medizin
Mehr Arzneimittelsicherheit bei oraler Krebstherapie

Mehr Arzneimittelsicherheit bei oraler Krebstherapie

Immer mehr Krebsmedikamente sind in oraler Form, also als Tabletten oder Kapseln verfügbar und werden von Erkrankten zu Hause eingenommen. Nehmen sie viele verschiedene Medikamente gleichzeitig ein, kann es zu unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen kommen. Um Betroffenen mehr Sicherheit zu geben, sind umfassende Aufklärung, Beratung und engmaschige Begleitung erforderlich. Dafür plädierten der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums und die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) zum Tag der Pharmazie am 25. März 2026.
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Medizin
Patient Reported Outcomes verbessern Nebenwirkungserfassung von Krebstherapien

Patient Reported Outcomes verbessern Nebenwirkungserfassung von Krebstherapien

Patient-Reported Outcomes (PROs) – von Patient:innen selbst berichtete Angaben zu Nebenwirkungen und Lebensqualität – sind in der Onkologie seit Jahren Bestandteil von klinischen Studien. Eine neue internationale Studie unter der Leitung des klinischen Psychologen Bernhard Holzner zeigt nun, dass der systematische Einsatz elektronisch erhobener PRO‑Daten die Zuverlässigkeit der Nebenwirkungsbeurteilung für viele Symptome verbessert.
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Medizin
Markteinführung von Retifanlimab beim fortgeschrittenen Analkarzinom und beim fortgeschrittenen Merkelzellkarzinom

Markteinführung von Retifanlimab beim fortgeschrittenen Analkarzinom und beim fortgeschrittenen Merkelzellkarzinom

Die Europäische Kommission hat Retifanlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patient:innen mit metastasiertem oder inoperablem lokal rezidivierendem Plattenepithelkarzinom des Analkanals (SCAC) zugelassen [1]. Mit der Markteinführung steht der PD-1-Inhibitor zudem als Monotherapie zur Erstbehandlung des metastasierten oder rezidivierenden, lokal fortgeschrittenen Merkelzellkarzinoms (MCC) zur Verfügung. Beide Erkrankungen sind durch eine steigende Inzidenz und einen hohen Therapiebedarf gekennzeichnet.
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Onkologie von morgen – welche neuen Entwicklungen sind am Horizont?
DKK 2026

Onkologie von morgen – welche neuen Entwicklungen sind am Horizont?

Der Fortschritt in der Onkologie ist gekennzeichnet durch Sprunginnovationen. Ein Symposium beim 37. Deutschen Krebskongress beleuchtete zunächst, welche Substanzklassen in jüngerer Vergangenheit zu einem Paradigmenwechsel geführt hatten, und warf dann einen Blick in die Zukunft: Welche innovativen Substanzen könnten zu weiteren Therapiedurchbrüchen führen und wie wird Künstliche Intelligenz (KI) die Onkologie von morgen prägen?
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Neurofibromatose Typ 1 – Selumetinib ergänzt Behandlung in jeder Altersgruppe ab 1 Jahr
DKK 2026

Neurofibromatose Typ 1 – Selumetinib ergänzt Behandlung in jeder Altersgruppe ab 1 Jahr

In Deutschland leben schätzungsweise rund 500.000 Menschen mit einem Krebsdispositionssyndrom. Während hereditärer Brust- und Eierstockkrebs oder familiärer Darmkrebs gut bekannt sind und nationale Konsortien für eine standardisierte Versorgung der Betroffenen sorgen, sind seltenere Syndrome weitgehend unbekannt und landesweite Netzwerke fehlen. Die Therapie der seltenen Neurofibromatose Typ 1 (NF1) sollte mit Zentrumsanbindung erfolgen, wobei die systemische Therapie mit einem MEK-Inhibitor heimatnah erfolgen kann. Seit kurzem können auch erwachsene Betroffene und Kinder ab 1 Jahr mit dem MEK-Inhibitor Selumetinib behandelt werden.
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