Journal Onkologie
Prostatakarzinom
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Studiendesign mit über drei Jahrzehnten Nachbeobachtung

Die Analyse basiert auf Daten der Health Professionals Follow-Up Study, einer seit 1986 laufenden prospektiven Kohorte männlicher US-amerikanischer Gesundheitsfachkräfte. Die Ernährung wurde alle vier Jahre mittels validierter Food-Frequency-Questionnaires erfasst, wodurch sowohl prä- als auch postdiagnostische Fettaufnahme (gesättigt, einfach ungesättigt, mehrfach ungesättigt, Transfette sowie pflanzliche und tierische Fette) bestimmt werden konnte. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 12,8 Jahren (IQR 8,1-16,8 Jahre) wurden 3.040 Todesfälle jeglicher Ursache erfasst, darunter 441 durch Prostatakarzinom, 499 durch andere Krebserkrankungen und 803 durch kardiovaskuläre Erkrankungen.

Mittels multivariabler Cox-Regressionsmodelle wurde das Sterberisiko zwischen den Fettaufnahme-Gruppen verglichen, adjustiert für demografische, epidemiologische und klinische Faktoren. Zusätzlich kamen Ernährungsdichte-Substitutionsmodelle zum Einsatz, die abbilden, welchen Effekt es hat, wenn ein bestimmter Anteil der Kalorien aus Kohlenhydraten durch die jeweilige Fettsorte ersetzt wird.

Gesättigtes Fett steigert Gesamtsterblichkeit deutlich

Patient:innen im höchsten Quintil der Aufnahme gesättigter Fette wiesen im Vergleich zum niedrigsten Quintil eine höhere Gesamtmortalität auf (HR=1,24; 95%-KI: 1,05-1,47), mit signifikantem linearem Trend. Dieser Effekt war vorrangig auf eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität (HR=1,42; 95%-KI: 1,02-1,98) sowie eine erhöhte Mortalität durch andere Krebserkrankungen (HR=1,42; 95%-KI: 0,93-2,17) zurückzuführen. Der Ersatz von 5% der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten durch gesättigte Fette war mit einer Hazard Ratio von 1,15 (95%-KI: 1,03-1,28) für die Gesamtmortalität und 1,37 (95%-KI: 1,11-1,71) für kardiovaskuläre Mortalität assoziiert.

Tierisches Fett erhöht Risiko für andere Krebstodesfälle

Tierisches Fett als Hauptquelle gesättigter Fette zeigte ebenfalls eine positive Assoziation mit der Gesamtmortalität (HR=1,14; 95%-KI: 0,97-1,33) sowie insbesondere mit der Mortalität durch andere Krebserkrankungen (HR=1,49; 95%-KI: 1,00-2,21). Bei Modellen ohne Adjustierung für die prädiagnostische Aufnahme war der Ersatz von 10% der Kalorien aus Kohlenhydraten durch tierisches Fett mit einer HR von 1,12 (95%-KI: 1,02-1,22) für die Gesamtmortalität verbunden.

Fettsubstitution senkt Sterberisiko messbar

Der Ersatz von 10% der Kalorien aus tierischem Fett durch pflanzliche Fette war mit einer geringeren Gesamtmortalität assoziiert (HR=0,84; 95%-KI: 0,76-0,93). Ebenso ging der Ersatz von 5% der Kalorien aus gesättigten Fetten durch einfach ungesättigte Fette mit einer reduzierten Gesamtmortalität einher (HR=0,80; 95%-KI: 0,70-0,91). In modellstandardisierten Analysen betrug das absolute 10-Jahres-Sterberisiko 23,4% im niedrigsten versus 26,4% im höchsten Quintil der gesättigten Fettaufnahme, entsprechend einer absoluten Risikodifferenz von 3,0 Prozentpunkten.

Keine Assoziation mit prostatakarzinomspezifischer Mortalität

Für keine der untersuchten Fettarten – gesättigt, einfach ungesättigt, Transfette, tierisch oder pflanzlich – zeigte sich eine Assoziation mit der prostatakarzinomspezifischen Mortalität, weder in den Quintil- noch in den Substitutionsmodellen. Eine in den Hauptmodellen beobachtete Assoziation zwischen mehrfach ungesättigten Fetten und Prostatakarzinom-Mortalität (HR=1,39; 95%-KI: 0,97-1,99 bei 5%-Substitution) schwächte sich in Sensitivitätsanalysen ab und wurde nicht durch einen linearen Trend gestützt.

Studie liefert Grundlage für Ernährungsempfehlungen

Da die meisten Patienten mit nichtmetastasiertem Prostatakarzinom nicht am Tumor selbst, sondern an kardiovaskulären Ereignissen oder anderen Krebserkrankungen versterben, ist die Fettqualität nach der Diagnose relevant für die Survivorship-Betreuung. Die Autor:innen verweisen dabei auf die Empfehlung der American Heart Association, gesättigte durch pflanzliche und ungesättigte Fettquellen zu ersetzen, und sehen ihre Ergebnisse gemeinsam mit früheren epidemiologischen Studien als evidenzbasierte Grundlage hierfür. Da die Kohorte überwiegend aus weißen, medizinischen Fachkräften bestand, fordern sie zugleich eine Replikation in diverseren Patientenpopulationen.

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Quelle:

Zhang Y et al. (2026) Dietary Fat Intake and Mortality Among PatientsWith Nonmetastatic Prostate Cancer, JAMA Network, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2026.30693

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