Journal Onkologie

Urologische Tumoren

Beiträge zum Thema Urologische Tumoren

Urothelkarzinom
Das Bild zeigt die KI-3D-Darstellung einer Blase mit Krebszellen am männlichen Körper.
ASCO 2026

MIBC: Perioperatives EV + Pembro verbessert EFS, OS und pCR-Rate vs. Standard-Chemotherapie über relevante Subgruppen hinweg

Die Kombination aus Enfortumab Vedotin (EV) plus Pembrolizumab (Pembro) ist der etablierte Erstlinienstandard für das fortgeschrittene Urothelkarzinom und stellt darüber hinaus eine vielversprechende perioperative Behandlungsstrategie für Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) dar, die sich einer radikalen Zystektomie plus pelviner Lymphknotendissektion (RC + PLND) unterziehen und für eine cisplatinhaltige Chemotherapie geeignet sind. Das zeigen die Daten der PhaseIII-Studie KEYNOTEB15/EV304, die neoadjuvantes und adjuvantes EV + Pembro gefolgt von RC + PLND gegen neoadjuvante Chemotherapie gefolgt von RC + PLND beim MIBC geprüft hatte. Es zeigten sich signifikante Vorteile hinsichtlich verschiedener Wirksamkeitsparametern (1). Explorative Subgruppenanalysen, vorgestellt bei Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026, bestätigen nun, dass der klinische Nutzen von perioperativem EV + Pembro relevanten Subgruppen von MIBC-Patient:innen zugutekommt, unabhängig von Tumorstadium, PD-L1-Status und Nectin-4 H-Score (2).
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Prostatakarzinom
Ein Arzt im blauen Arztkittel hält in seiner rechten Hand mit weißen Handschuhen die Illustrazion einer Prostata mit kanzerösem Gewebe.
ASCO 2026

Neues Paradigma: Perioperative Intensivierung mit Apalutamid verbessert Krankheitskontrolle beim lokalisierten Hochrisiko-Prostatakarzinom

Etwa 75% der Prostatakarzinome (PC) sind bei der Diagnosestellung lokalisiert; 20% sind mit einem hohen Risiko assoziiert, gehen also – trotz radikaler Prostatektomie (RP) – mit erhöhtem Rückfallrisiko sowie höherer Mortalität einher. Nun zeigt die finale Analyse der Phase-III-Studie PROTEUS, dass die Einbeziehung des selektiven Androgenrezeptor-Inhibitors neuerer Generation Apalutamid zur Androgendeprivationstherapie (ADT) vor und nach der RP die pathologische Komplettremission und das metastasenfreie Überleben Betroffener mit lokalisierten oder lokal fortgeschrittenen Hochrisiko-Tumoren signifikant verbessert. Prof. Mary-Ellen Taplin vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, MA, USA, stellte die praxisverändernden Daten in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 als Late Breaking Abstract vor (1).
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Medizin
Cochrane Review: PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs

Cochrane Review: PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs

Ein aktualisierter Cochrane-Review zeigt: Bluttests zur Früherkennung möglicher Anzeichen von Prostatakrebs senken innerhalb der untersuchten Zeitspanne von 23 Jahren wahrscheinlich das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern. Ob die Tests auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) zur Früherkennung von Prostatakrebs mehr Nutzen als Schaden bringen, wird auch hierzulande seit Jahren kontrovers diskutiert.
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Medizin
Blasenkrebs: Weltweite Umfrage zeigt auch in Deutschland Kommunikationslücken und Wunsch nach neuen Therapieoptionen

Blasenkrebs: Weltweite Umfrage zeigt auch in Deutschland Kommunikationslücken und Wunsch nach neuen Therapieoptionen

Behandlungen, die traditionell zur Blasenkrebs-Therapie eingesetzt werden, können Betroffene psychisch und emotional erheblich belasten – ein Leid, über das im Praxisalltag oft nicht gesprochen wird. Dies und noch mehr zeigt eine aktuelle weltweite Umfrage unter Blasenkrebs-Betroffenen und Urolog:innen, durchgeführt vom Marktforschungsunternehmen The Harris Poll in Zusammenarbeit mit Johnson & Johnson sowie der International Bladder Cancer Group (IBCG), der World Bladder Cancer Patient Coalition (WBCPC) und dem Bladder Cancer Advocacy Network (BCAN). Die Ergebnisse wurden im Vorfeld der Jahrestagung der American Urological Association (AUA) veröffentlicht. Insgesamt nahmen 817 Patient:innen mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC) und 802 Urolog:innen in sechs Ländern an der Umfrage teil: USA, Mexiko, Brasilien, Japan, Frankreich und Deutschland [1].
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d-uo
Schematische Darstellung eines weiblichen Körpers mit Harnblasenkarzinom

Über das Grading des nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms

Nicht-muskelinvasive Harnblasenkarzinome (non-muscle invasive bladder cancer, NMIBC) machen etwa 75% aller Blasenkarzinome aus. Die vom Robert Koch-Institut (RKI) erstmals publizierten NMIBC-Daten für 2023 zeigen jedoch relevante Defizite: Es wird überwiegend das veraltete WHO Grading von 1973 verwendet, häufig fehlen Angaben zu Tumorkategorie und Grading. Real-World-Daten der Deutschen Uro-Onkologen e.V. (d-uo) belegen demgegenüber eine hohe Leitlinienadhärenz und sind für klinische Analysen besser geeignet.
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Prostatakarzinom
ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein
Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom (mHSPC)

ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein

Die Doublet-Therapie aus dem selektiven Androgenrezeptor-Antagonisten Darolutamid und Androgendeprivationstherapie (ADT) ist eine leitliniengerechte Behandlungsoption für Patienten mit mHSPC [1, 2]. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ARANOTE zeigte Darolutamid + ADT einen signifikanten Vorteil im radiologischen progressionsfreien Überleben (rPFS) gegenüber einer ADT-Monotherapie [3]. Nun bestätigen Daten der prospektiven US-amerikanischen Studie ARASEC – vorgestellt auf dem Kongress der American Urological Association (AUA) 2026 – die hohe Effektivität des gut verträglichen Darolutamid-Doublets und zeigen einen klinisch relevanten und signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben (OS)* vs. ADT allein [4]. Grundlage der Analyse ist ein innovatives Studiendesign mit einem externen ADT-Kontrollarm aus der CHAARTED-Studie [5] und einer adjustierten Auswertung mittels strengen 1:1-Propensity-Score-Matchings zur Vergleichbarkeit der Patientengruppen [4].
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Medizin
Darolutamid zeigt signifikanten Überlebensvorteil bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs

Darolutamid zeigt signifikanten Überlebensvorteil bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs

Primäre Ergebnisse der Phase-II-Studie ARASEC zeigen, dass Darolutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) das Risiko der Krankheitsprogression um 71% und das Sterberisiko um 50% bei Patient:innen mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) im Vergleich zur Behandlung mit ADT allein signifikant reduziert. ARASEC ist eine multizentrische, offene Studie in den USA, zur Ergänzung der zulassungsrelevanten ARANOTE-Studie und um zusätzliche Daten zu Darolutamid in Kombination mit ADT zu liefern. Als Vergleichsarm wurde hierbei der ADT-Arm der CHAARTED Studie herangezogen. Die Ergebnisse wurden in der Plenarsitzung „P2s: Praxisverändernde, Paradigmenwechselnde Klinische Studien in der Urologie“ auf der AUA-Jahrestagung 2026 in Washington D.C. präsentiert.
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Nierenzellkarzinom
Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Therapiefreies Intervall entscheidend für ICI-Rechallenge

Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Therapiefreies Intervall entscheidend für ICI-Rechallenge

Eine große retrospektive Real-World-Studie liefert erstmals systematische Daten zur Wirksamkeit einer erneuten Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) beim metastasierten klarzelligen Nierenzellkarzinom (mccRCC). Die Ergebnisse zeigen, dass der Zeitabstand zwischen zwei ICI-basierten Therapielinien – und nicht die Wahl des spezifischen Wirkstoffs – ein entscheidender Faktor für die klinische Wirksamkeit der erneuten ICI-Therapie sein könnte.
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Medizin
Update der EAU-Leitlinie Prostatakarzinom und neue Real-World-Daten zum PSA90-Ansprechen unter Apalutamid

Update der EAU-Leitlinie Prostatakarzinom und neue Real-World-Daten zum PSA90-Ansprechen unter Apalutamid

Auf dem Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO GU) und dem Jahreskongress der European Association of Urology (EAU), die im Februar und März 2026 stattgefunden haben, wurden neue Empfehlungen und Daten zu Apalutamid vorgestellt. Gemäß der beim EAU-Kongress veröffentlichten EAU-Leitlinie zum Prostatakarzinom von 2026 bleibt der moderne Androgenrezeptorsignalweg-Inhibitor (ARPI) in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) ein Standard in der Behandlung des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) [1]. Eine beim ASCO-GU präsentierte Real-World-Studie lieferte zudem Hinweise auf einen stärkeren PSA-Abfall unter Apalutamid/ADT im direkten Vergleich mit Darolutamid/ADT im US-amerikanischen Behandlungsalltag [2].
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Prostatakarzinom
DGN 2026

Wachsende Evidenz zur PSMA-Radioligandentherapie beim mCRPC und mHSPC

Mit der Zulassung von (177Lu)Lutetium-Vipivotidtetraxetan im Dezember 2022 gelang ein wichtiger Meilenstein im Bereich Radioligandentherapie (RLT) zur Versorgung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC), betonte Prof. Dr. Kambiz Rahbar, Facharzt für Nuklearmedizin in Münster. Vor diesem Hintergrund lud der Experte anlässlich der 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) in Münster dazu ein, die wachsende Evidenzlage im kollegialen Austausch zu diskutieren.
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Nierenzellkarzinom
Schematische Darstellung eines Körpers, die Nieren sind leuchtend hervorgehoben
Interview mit Prof. Dr. Martin Fassnacht, Würzburg

ACC: ROR1-CAR-T-Zellen und Standardtherapien im Vergleich

Das Nebennierenkarzinom (adrenokortikales Karzinom, ACC) ist ein seltener, bösartiger Tumor der Nebennierenrinde. Da er häufig lange symptomlos bleibt, erfolgt die Diagnose meist in fortgeschrittenem Stadium, oft durch Hormonüberproduktion (Cushing-Syndrom) oder Bauchschmerzen. Die primäre Therapie ist die chirurgische Entfernung, gefolgt von medikamentöser Behandlung (z.B. Mitotane). Die Prognose ist eher ungünstig, besonders bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium mit bestehender Fernmetastasierung. Ein aktuell untersuchter Ansatz ist eine ROR1-CAR-T-Zell-Therapie. Prof. Dr. Martin Fassnacht, Leiter des Lehrstuhls für Endokrinologie & Diabetologie sowie Leiter des Bereichs Forschung des Zentrallabors am Universitätsklinikum Würzburg, beantwortet im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE Fragen dazu.
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Medizin
Radioligandentherapie bei mCRPC: Real-World-Daten zeigen regionale Versorgungsunterschiede

Radioligandentherapie bei mCRPC: Real-World-Daten zeigen regionale Versorgungsunterschiede

Auf dem diesjährigen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) wurde die erste Interimsanalyse der laufenden, nicht-interventionellen Real-World-Studie PSMAreal präsentiert. Die Daten geben Aufschluss über die klinische Routineversorgung von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), die mit (177Lu)Lutetiumvipivotidtetraxetan behandelt werden [1]. Zudem wurden Daten des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beleuchtet, die regionale Unterschiede in der Versorgungslandschaft im mCRPC mit der PSMA-Radioligandentherapie in Deutschland aufzeigen [2].
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Urothelkarzinom
Nicht resezierbares bzw. metastasiertes Urothelkarzinom

Enfortumab vedotin + Pembrolizumab als ­Goldstandard in der 1L etabliert

Mit der Zulassung der Kombination aus dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Enfortumab Vedotin (EV) und dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (P) im August 2024 wurde die Erstlinien (1L)-Therapie des nicht resezierbaren bzw. metas­tasierten Urothelkarzinoms (mUC) grundlegend verändert [1]. Die in der Phase-III-Studie EV-302/KEYNOTE-A39 gezeigte hohe Wirksamkeit [2, 3] führte dazu, dass die Leitlinien von EAU (European Association of Urology), ESMO (European Society for Medical Oncology) und die Onkopedia-Leitlinie die Kombination übereinstimmend als Goldstandard empfehlen [4-6]. Aktuelle Real-World-Daten bestätigen den klinischen Nutzen und auch das managebare Sicherheitsprofil im Versorgungsalltag – selbst bei älteren und komorbiden Patienten# [7-10].
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d-uo
Schematische Darstellung von Nierenoperation, Nephrektomie
Aktuelle Real-Life-Daten aus VERSUS

Positiver Absetzungsrand bei Nierenteilresektion vs. Nephrektomie

Urologische Tumorerkrankungen machen in Deutschland 39,2% aller Krebsneuerkrankungen bei Männern bzw. 4,4% bei Frauen aus [1]. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation. Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo (Deutsche Uro-Onkologen e.V.) urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie (VERSorgUngsStudie) [2, 3]. Dies erfolgt über die d-uo-Dokumentationsplattform, über die zum einen die Meldung an das Krebsregister erfolgt und zum anderen die Daten ohne doppelten Aufwand in die eigene Datenbank von d-uo überführt werden [4-6]. d-uo vergütet seinen Mitgliedern dabei weiterhin den Dokumentationsaufwand und stellt ihnen Software und Support kostenlos zur Verfügung [7]. Ebenso kostenlos sind Wartung und Pflege der Software sowie eine Hotline. Bei allem ist sichergestellt, dass die Datenhoheit ausschließlich bei den Mitgliedern von d-uo liegt [8].
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