Journal Onkologie

Urologische Tumoren

Beiträge zum Thema Urologische Tumoren

Urologische Tumoren
 12 Min|
Auf Handydisplay steht "Erinnerungen: Tumornachsorge"

Risikogesteuerte Nachsorge bei testikulären Keimzelltumoren

Ziel der Nachsorge bei Keimzelltumoren ist das frühzeitige Erkennen von Rezidiven. Aufgrund der klinischen Vielfalt der Keimzelltumoren gibt es mehr als 20 verschiedene Risikokonstellationen mit jeweils spezifischen Häufigkeiten, Zeitfenstern und Lokalisationen für Rezidive. In der Praxis werden 3 Risikogruppen unterschieden: (1) Seminome, (2) Nichtseminome im Stadium I und (3) Nichtseminome alle anderen Stadien. In entsprechenden Nachsorgetafeln werden die erforderlichen Untersuchungen schematisch aufgelistet. Die hier vorgestellten Nachsorgeempfehlungen unterscheiden sich von den Empfehlungen der S3-Leitlinie (2020) vor allem durch Ersatz der Computertomographie (CT) durch Magnet­resonanztomographie (MRT) aus Strahlenschutzgründen und durch Verzicht auf Röntgen-Thorax in der Nachsorge des Seminoms. Die Nachsorge zielt auch auf die Erkennung von Sekundärerkrankungen und Spättoxizitäten, wie Hypogonadismus, Metabolisches Syndrom, kardiovaskuläre Erkrankungen und Zweitneoplasien ab.
Lesen Sie mehr 
Urologische Tumoren
 10 Min|
Die 3D-Abb. zeigt Penis und Hoden, im rechten Hoden ist eine tumoröse Masse.

Testikuläre Keimzelltumoren: Neue molekulare Erkenntnisse zur Tumorentstehung und Therapieresistenz

Testikuläre Keimzelltumoren (KZT) des Typs II sind die häufigste maligne Erkrankung junger Männer und stellen im klinischen Alltag trotz in den meisten Fällen hoher Heilungsraten eine Herausforderung bei metastasierten oder therapieresistenten Verläufen dar. Neue molekulare Erkenntnisse zeigen, dass zelluläre Plastizität und therapieinduzierte Differenzierungsprozesse maßgeblich zur Entstehung resistenter Tumorpopulationen beitragen, einschließlich seltener Entitäten wie dem sarkomatoiden Dottersacktumor (sarkDST), dem „Growing Teratoma“-Syndrom (GTS) oder der somatisch malignen Transformation (STM). Die Identifikation molekularer Marker und die Entwicklung zielgerichteter Therapien sind daher entscheidend, um die Behandlung und Prognose von diesen Hochrisiko-Patienten in Zukunft zu verbessern.
Lesen Sie mehr 
Weitere Inhalte:
Urologische Tumoren
 10 Min|
Arzt hält Schild mit "Germ cell tumours". Symbolisiert digitale Medizin

Langzeit-Lebensqualität nach Therapie von Keimzelltumoren: Einfluss von Behandlungsstrategie und Tumortyp

Keimzelltumoren des Hodens zählen zu den onkologischen Erkrankungen mit exzellenter Prognose, insbesondere bei jungen Patienten. Mit Heilungsraten von über 90% rückt die langfristige Lebensqualität zunehmend in den Fokus der klinischen Versorgung. Therapieassoziierte Spätfolgen betreffen vor allem kardiovaskuläre Risiken, Sekundärmalignome, metabolische Veränderungen, Neuro- und Ototoxizität sowie Fertilität und endokrine Funktion. Darüber hinaus spielen psychosoziale Aspekte eine zentrale Rolle. Die Art und Intensität der Therapie erweisen sich als entscheidende Einflussfaktoren auf die Langzeitmorbidität. Moderne Strategien zielen daher auf eine risikoadaptierte Therapie unter Vermeidung von Übertherapie sowie auf strukturierte Survivorship-Konzepte. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Lebensqualität und diskutiert deren Relevanz für die klinische Praxis.
Lesen Sie mehr 
Weitere Inhalte:
Nierenzellkarzinom
 4 Min|

Systemtherapie beim nccRCC – Aktuelle Daten und klinische Implikationen

Das metastasierte, nicht-klarzellige Nierenzellkarzinom (nccRCC) macht etwa 25% aller RCC aus und umfasst mehr als 20 histologisch und molekular definierte Subtypen. Aufgrund des historischen Ausschlusses dieser Patient:innen aus prospektiven Studien bleibt die Evidenzgrundlage für die Systemtherapie begrenzt; Leitlinien empfehlen daher eine Therapiestrategie analog zum klarzelligen Nierenzellkarzinom (ccRCC). Die Studien SUNNIFORECAST, KEYNOTE-B61 und CheckMate-920 konnten zuletzt die Wirksamkeit Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI)-basierter Regimes in einem reinen nccRCC-Kollektiv nachweisen, wobei der PD-L1-Status ein potenziell relevanter prädiktiver Biomarker zu sein scheint.
Lesen Sie mehr 
Urologische Tumoren
 13 Min|
Hand in blauem Handschuh hält Röhrchen mit Beschriftung TUmormarker

M371-Test – ein Meilenstein in der Diagnostik und Therapiesteuerung testikulärer Keimzelltumoren

Die Serumtumormarker Alpha-Fetoprotein (AFP), β-humanes Choriongonadotropin (β-hCG) und Laktatdehydrogenase (LDH) sind seit Jahrzehnten ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Diagnostik und Therapieführung der testikulären Keimzelltumoren (KZT). Ein entscheidender Nachteil dieser Tumormarker ist jedoch deren limitierte Sensitivität und Spezifität. Mit der microRNA miR-371a-3p (M371-Test) steht inzwischen ein leistungsfähiger neuer Biomarker zur Verfügung, der das Potenzial hat, die Hodentumordiagnostik grundlegend zu verändern.
Lesen Sie mehr 
d-uo
 3 Min|
Sektorenübergreifende Behandlung des
Urothelkarzinoms

Sektorenübergreifende Behandlung des
Urothelkarzinoms – 5 Jahre UroNAT von d-uo

Das Urothelkarzinom ist der zweithäufigste urologische Tumor und in Deutschland der 5.-häufigste Tumor bei Männern bzw. der 12.-häufigste bei Frauen [1]. Im Jahr 2023 erkrankten in Deutschland 17.800 Personen an einem invasiven Harnblasenkarzinom, davon ca. ein Viertel Frauen, zusätzlich ca. 13.680 an nicht-invasiven papillären Karzinomen und In-situ-Tumoren der Blase, welche nach ICD-10 derzeit nicht zu den bösartigen Tumoren gezählt werden, obwohl sie ein erhöhtes Risiko für einen Progress und/oder ein Rezidiv des Tumors aufweisen [1]. Harnblasenkarzinome gehen wie die Tumoren der übrigen ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnröhre) überwiegend vom Urothel aus. Für die ambulante Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser häufigen und auch gesundheitsökonomisch bedeutsamsten Tumorentität im Bereich der Urologie gab es lange kein nationales Register zur Erfassung der Versorgungs­situation in Deutschland. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Urothelkarzinoms sind in Deutschland bisher nur unzureichend untersucht.
Lesen Sie mehr 
Urologische Tumoren
 13 Min|
Das Bild zeigt eine weiße Computer-Tastatur, auf der ein Stethoskop liegt und eine Taste mit "Testicular Cancer" in rot beschriftet ist.

Die retroperitoneale Lymphadenektomie in der Therapie testikulärer Keimzelltumoren – offen oder robotisch?

Die retroperitoneale Lymphadenektomie (RPLA) ist ein zentraler Baustein der kurativen Therapie testikulärer Keimzelltumoren. Dieser Artikel bewertet die offene und robotisch assistierte RPLA in Abhängigkeit von Tumorhistologie, Krankheitsstadium und Indikation. Die offene RPLA bleibt insbesondere bei komplexen Befunden und in der postchemotherapeutischen Situation der onkologische Standard. Robotische Verfahren sind bei streng selektierten Patienten mit geringer Metastasenlast und hoher chirurgischer Expertise sicher durchführbar, zeigen jedoch bislang keinen gesicherten onkologischen Vorteil. Aufgrund limitierter Evidenz sollte die robotische RPLA ausschließlich in spezialisierten Zentren erfolgen.
Lesen Sie mehr 
Urologische Tumoren
 2 Min|

EV+P perioperativ beim MIBC ohne Cisplatin-Option zugelassen

Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) haben nach radikaler Zystektomie mit Dissektion der pelvinen Lymphknoten ein hohes Metastasierungsrisiko. Kommt eine neoadjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht in Frage, sind die systemischen Optionen begrenzt. Jetzt wurde die perioperative Kombination von Enfortumab Vedotin in Kombination mit Pembrolizumab (EV+P) in dieser Situation zugelassen.
Lesen Sie mehr 
Urologische Tumoren
 2 Min|

KEYNOTE-905: EU-Zulassung beim muskelinvasiven Blasenkarzinom

Am 23. Juni 2026 hat die Europäische Kommission Pembrolizumab plus Enfortumab Vedotin zur neoadjuvanten und adjuvanten Behandlung nach radikaler Zystektomie bei Erwachsenen mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom zugelassen, die für Cisplatin ungeeignet sind. Damit steht in einem Setting mit hohem Rezidiv- und Progressionsrisiko erstmals ein zugelassenes perioperatives Therapieregime zur Verfügung. Grundlage sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-905.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 2 Min|
Neuer Radiohybrid-Ansatz für passgenauere Prostatakrebs-Therapie

Neuer Radiohybrid-Ansatz für passgenauere Prostatakrebs-Therapie

Prostatakrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Bei fortgeschrittenen, metastasierten Tumoren fehlen jedoch oft präzise Werkzeuge, um Strahlentherapien individuell zu planen. Ein Forschungsteam um Dr. Constantin Mamat vom Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat nun einen neuartigen Diagnoseansatz erprobt, der zwei bildgebende Verfahren kombiniert und den Weg zu einer passgenauen Strahlentherapie ebnen könnte. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die Studie mit 166.000 Euro. Die Ergebnisse wurden im Journal of Medicinal Chemistry veröffentlicht [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|
Visugromab zeigt Potenzial bei Krebsimmuntherapie-Resistenz

Visugromab zeigt Potenzial bei Krebsimmuntherapie-Resistenz

Tumoren können das Immunsystem austricksen, indem sie das Oberflächenprotein PD-L1 bilden. Bindet dieses Protein an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen, wird deren Angriff auf den Tumor gebremst. Moderne Immuntherapien lösen diese Bremse und reaktivieren so die körpereigene Krebsabwehr. Dennoch sprechen viele Patient:innen nicht ausreichend auf diese Behandlung an. Ein Grund dafür sind weitere immunsuppressive Mechanismen, wie der von vielen Tumoren produzierte Botenstoff GDF-15. Die tumorimmunologische Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Wischhusen an der Würzburger Frauenklinik konnte gemeinsam mit ihrem Spin-off CatalYm in präklinischen Modellen demonstrieren, dass eine Blockade von GDF-15 die Wirksamkeit etablierter Immuntherapien deutlich verstärken kann.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 2 Min|

EU-Zulassung: Enfortumab Vedotin plus Pembrolizumab bei muskelinvasivem Blasenkarzinom

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Enfortumab Vedotin in Kombination mit Pembrolizumab als neoadjuvante Therapie und anschließend nach einer radikalen Zystektomie als adjuvante Therapie, für Erwachsene mit resektablem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC), die für eine Cisplatin-haltige Chemotherapie nicht in Frage kommen, erteilt. Mit dieser Zulassung wird die erste zugelassene perioperative (neoadjuvante und adjuvante) Behandlungsoption für diese Patientengruppe in der EU geschaffen.
Lesen Sie mehr 
d-uo
 5 Min|
Nierenzellkarzinom, 3D-Illustration mit Histologiebild
Daten aus der VERSUS-Studie von d-uo

Was führt zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms?

Urologische Tumorerkrankungen machten in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2023 38,8% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. 4,1% bei Frauen aus, darunter waren 2023 14.760 Fälle mit der Neudiagnose Nierenzellkarzinom [1]. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge urologischer Tumorerkrankungen sind in Deutschland leider unzureichend untersucht. Ziel der VERSUS-Studie ist daher die standardisierte Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität dieser Tumorerkrankungen. Diese aktuelle Auswertung der Studie untersucht den Anlass, der zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms geführt hat.
Lesen Sie mehr