Journal Onkologie

Urologische Tumoren

Beiträge zum Thema Urologische Tumoren

Urothelkarzinom
Avelumab-Erhaltungstherapie beim Urothelkarzinom: Langzeit-Real-World-Daten zeigen günstiges Überleben
ASCO-GU 2026

Avelumab-Erhaltungstherapie beim Urothelkarzinom: Langzeit-Real-World-Daten zeigen günstiges Überleben

Die Zulassung von Avelumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100. Doch wie sieht die Anwendung im klinischen Alltag aus? Die japanische JAVEMACS-Studie liefert nun umfassende Real-World-Daten mit einer medianen Beobachtungszeit von 34 Monaten. Die retrospektive Chartanalyse an 349 Patient:innen zeigt ein medianes Gesamtüberleben von 30,6 Monaten ab Start der Erhaltungstherapie und identifiziert prognostische Faktoren, die bei Therapieinitiierung berücksichtigt werden sollten.
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Urothelkarzinom
ASCO-GU 2026

Tumor-DNA im Urin und Blut als Biomarker bei muskelinvasivem Blasenkarzinom

Die NIAGARA-Studie hatte bereits gezeigt, dass die Zugabe von perioperativem Durvalumab zur neoadjuvanten Chemotherapie und radikalen Zystektomie (RC) das ereignisfreie (EFS) und Gesamtüberleben (OS) bei Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) signifikant verbessert. Eine explorative Biomarker-Analyse untersuchte nun den Stellenwert von Tumor-DNA im Urin (utDNA) und zirkulierender Tumor-DNA im Blut (ctDNA) als prognostische Marker. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des ASCO Genitourinary Cancers Symposium 2026 präsentiert.
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Nierenzellkarzinom
Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Metastasierungsort bestimmt Wirksamkeit von ICI-Kombinationen
ASCO-GU 2026

Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Metastasierungsort bestimmt Wirksamkeit von ICI-Kombinationen

Eine neue retrospektive Analyse, die auf dem ASCO Genitourinary Cancers Symposium vorgestellt wurde, untersucht die unterschiedliche Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI)-Kombinationen und ICI-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI)-Kombinationen in Abhängigkeit vom Metastasierungsort beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC). Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur personalisierten Therapieauswahl anhand des Metastasierungsmusters.
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Prostatakarzinom
CAPItello-281: Lebensqualität bleibt unter Capivasertib plus Abirateron bei mHSPC erhalten
ASCO-GU 2026

CAPItello-281: Lebensqualität bleibt unter Capivasertib plus Abirateron bei mHSPC erhalten

Bei Patient:innen mit PTEN-defizientem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) – einer Subgruppe mit Verlust des Tumorsuppressor-Gens PTEN – besteht ein hoher Bedarf an zielgerichteten Therapien. Die Phase-III-Studie CAPItello-281 zeigte bei Patient:innen mit de novo mHSPC bereits eine signifikante Verlängerung des radiografischen progressionsfreien Überlebens durch die Kombination aus Capivasertib und Abirateron. Nun wurden beim ASCO-GU 2026 die Ergebnisse zu den sekundären Endpunkten Lebensqualität und Verträglichkeit präsentiert.
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Urothelkarzinom
ELEVATE UC-I: Neue Real-World-Daten zu Nebenwirkungsprofilen von Erstlinientherapien beim Urothelkarzinom
ASCO-GU 2026

ELEVATE UC-I: Neue Real-World-Daten zu Nebenwirkungsprofilen von Erstlinientherapien beim Urothelkarzinom

Die aktualisierte Analyse der Studie ELEVATE UC-I liefert umfassende Real-World-Daten zur Sicherheit moderner Erstlinientherapien beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (la/mUC). Die retrospektive Kohortenstudie zeigt deutliche Unterschiede in den Nebenwirkungsprofilen zwischen den verschiedenen Behandlungsregimen anhand von 7.984 Patient:innen aus der Premier Healthcare Database.
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Urothelkarzinom
ASCO-GU 2026

Avelumab-Kombinationen als Erstlinien-Erhaltungstherapie beim Urothelkarzinom

Avelumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie ist eine etablierte Behandlungsoption für Patient:innen mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom ohne Krankheitsprogression nach platinbasierter Chemotherapie. Die Phase-II-Studie JAVELIN Bladder Medley untersuchte nun, ob die Kombination von Avelumab mit weiteren Wirkstoffen die Ergebnisse verbessern kann. Die primäre Analyse, die auf dem ASCO Genitourinary Cancers Symposium (ASCO-GU) pärasentiert wurde, zeigt, dass die Kombination aus Avelumab und Sacituzumab Govitecan das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant im Vergleich zur Avelumab-Monotherapie verlängert. Auch die Kombinationen mit M6223 und NKTR-255 zeigen vielversprechende Trends beim Gesamtüberleben, wenngleich diese Daten noch nicht ausgereift sind.
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Prostatakarzinom
"Prostate cancer" steht auf einem Tabletbildschirm, daneben ein Stethoskop

Risikoadaptiertes Screening gegen Überdiagnostik beim Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste maligne Tumorerkrankung des Mannes in Deutschland. Während ein Teil der Tumoren aufgrund ihres aggressiveren biologischen Verhaltens behandlungsbedürftig ist, ist von besonderer Bedeutung, dass rund 50% der detektierten Prostatakarzinome klinisch unbedeutsam sind und auch ohne Therapie keine klinische Manifestation zeigen würden. Ein opportunistisches, unstrukturiertes Testen des prostataspezifischen Antigens (PSA) führt daher häufig zu Überdiagnosen und unnötigen Therapien. Die S3-Leitlinie 2025 empfiehlt erstmals die Einführung eines systematischen, risikoadaptierten Früherkennungsprogramms. Zentrales Element ist die Bestimmung eines Baseline-PSA-Werts im Alter von 45 Jahren. Ein PSA-Wert < 1,5 ng/ml definiert eine Niedrigrisikogruppe, bei der eine erneute Untersuchung erst nach 5 Jahren erforderlich ist. Bei PSA-Werten von 1,5-3,0 ng/ml werden zweijährliche Kontrollen empfohlen. Erst bei bestätigten PSA-Werten ≥ 3 ng/ml erfolgt ein strukturiertes Risikoassessment und – bei persistierendem Risiko – die Durchführung einer multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT). Die mpMRT verbessert die Detektion klinisch signifikanter Prostatakarzinome und kann bis zu 70% unnötiger Biopsien vermeiden. Die digitale rektale Untersuchung (DRU) wird aufgrund ihrer geringen Sensitivität und Spezifität im Rahmen des Screenings nicht mehr empfohlen. Männer mit familiärer Belastung oder bekannten genetischen Risikovarianten benötigen ein früheres und engmaschigeres Früherkennungsprogramm. Ein wesentlicher Baustein zur Vermeidung von Übertherapie ist die Aktive Überwachung (Active Surveillance, AS). Niedrigrisiko-Tumoren (ISUP-Grad 1) sowie günstig-intermediäre Tumoren (ISUP-Grad 2 mit geringem Anteil an Gleason-Muster 4 und ohne cribriforme oder intraduktale Anteile) sollen bevorzugt aktiv überwacht werden. Langzeitdaten aus den Studien ProtecT und PRIAS zeigen unter strukturierter Überwachung eine extrem niedrige Metastasierungsrate sowie eine sehr geringe prostatakarzinomspezifische Mortalität und bestätigen damit die Sicherheit dieses Vorgehens. Insgesamt entsteht so ein präzisionsmedizinisches Screeningmodell, das Überdiagnosen reduziert, klinisch relevante Tumoren zuverlässiger erkennt und unnötige Therapien vermeidet – vorausgesetzt, die Qualität der mpMRT sowie die urologische Expertise sind flächendeckend gewährleistet.
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Urologische Tumoren
Ärztin zeigt mit Finger auf eine handgemalte Darstellung des Urogenitaltrakts

Präzisionsonkologie beim Urachuskarzinom: Molekulare Charakterisierung als Schlüssel zur personalisierten Therapie

Die systemische Therapie des Urachuskarzinoms (UrC) stellt aufgrund der Seltenheit der Erkrankung und der begrenzten hochrangigen Evidenz weiterhin eine Herausforderung dar. Obwohl die klinische Erfahrung mit systemischen Therapien zunimmt, sind prospektive Studiendaten selten und häufig limitiert. Diese Übersichtsarbeit gibt einen Überblick über systemische Therapieoptionen beim fortgeschrittenen UrC mit besonderem Fokus auf zielgerichtete Therapien. Retrospektive Metaanalysen sowie eine kürzlich publizierte prospektive Studie belegen die Wirksamkeit einer Platin/​5-Fluorouracil (5-FU)-Kombinationschemotherapie als Erstlinientherapie. Fallberichte und kleine Fallserien deuten darauf hin, dass präzisionsonkologische Ansätze bei ausgewählten Patient:innen wirksam sein können.
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d-uo
Die multiparametrische Magnetresonanz­tomographie der Prostata

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata: soll, soll, soll

Das Prostatakarzinom ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes in Deutschland [1]. Im Jahr 2023 wurden 79.610 Neuerkrankungen (mittleres Erkrankungsalter: 71 Jahre) und 15.196 Todesfälle (mittleres Sterbealter: 82 Jahre) registriert. Trotz dieser hohen Inzidenz und Mortalität existierte bis 2022 kein tumorspezifisches Register zur systematischen Erfassung der ambulanten Versorgungssituation. Diese fehlende Datenbasis stellte eine wesentliche Limitation für die urologische Versorgungsforschung dar. Vor diesem Hintergrund initiierten die Deutschen Uro-Onkologen (d-uo) im Oktober 2022 das Nationale Register Prostatakarzinom (ProNAT). Ziel des Registers ist die Generierung belastbarer Versorgungsdaten, deren wissenschaftliche Analyse sowie die kontinuierliche Qualitätssicherung und Optimierung der Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom in der ambulanten Versorgung [2-4]. Im Folgenden befindet sich eine Übersicht über aktuelle Empfehlungen und von d-uo erhobene Daten bzgl. der Anwendung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) beim Prostatakarzinom.
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Urothelkarzinom
Optimierte Therapiesequenzen beim UC: Vom lokalisierten bis zum metastasierten Stadium

Optimierte Therapiesequenzen beim UC: Vom lokalisierten bis zum metastasierten Stadium

Beim muskelinvasiven Urothelkarzinom (MIUC) steht ein Paradigmenwechsel bevor. Aktuelle Phase-III-Studiendaten etablieren neue Therapiestandards und erweitern das Behandlungsspektrum erstmals auch auf Cisplatin-ungeeignete Patient:innen. Die Kombination aus Immuncheckpoint-Inhibitoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) verändert die perioperative und die Erstlinientherapie im metastasierten Stadium grundlegend. Diese aktuellen Entwicklungen beim Urothelkarzinom (UC) wurden von Prof. Dr. Anja Lorch, Zürich, Schweiz, im Rahmen des Online-Seminars „expanda Onkologie" präsentiert.
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Medizin
Peniskrebs: Studie testet schonendere OP-Methode

Peniskrebs: Studie testet schonendere OP-Methode

Eine neue klinische Studie unter Leitung von Prof. Dr. med. Igor Tsaur, Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen, will die operative Behandlung von Männern mit Peniskrebs verbessern. In DEPECA-2 wird geprüft, ob eine roboter-assistierte Entfernung von Lymphknoten in der Leiste ebenso wirksam, aber deutlich schonender ist als das bisherige offene Standardverfahren. Für die bundesweite Studie erhält das Studienteam eine Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Die Ergebnisse könnten die chirurgische Therapie des Peniskarzinoms grundlegend verändern.
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Prostatakarzinom
Arzt sitzt vor Laptop, über seiner Hand mit Handschuh schwebt eine Blase mit Prostata
Interview mit Univ.-Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger, Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

Fortgeschrittenes Prostatakarzinom im Wandel: Moderne Strategien für ein individualisiertes Therapiemanagement

Die Diagnostik und Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms befinden sich im Umbruch. Mit der Einführung der Prostataspezifisches Membran-Antigen-Positronenemissions-/Computertomographie (PSMA-PET/CT) als Staging-Tool hat sich die Präzision der Stadieneinteilung deutlich verbessert – und eröffnet neue, individualisierte Behandlungswege. Parallel dazu erweitern innovative Substanzklassen wie PARP-Inhibitoren und Radioliganden-Therapien die Optionen für die Betroffenen. Im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE erklärt Prof. Dr. Axel S. Merseburger, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, wie Biomarker, Krankheitsdynamik und Patientenpräferenzen heute die Therapie­sequenz bestimmen und welche Entwicklungen die Zukunft der Präzisionsonkologie prägen werden.
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d-uo
Daten aus der VERSUS-Studie von d-uo

Tumorstadien und Grading bei Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms

Urologische Tumorerkrankungen machten in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2020 etwa 36% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. 5% bei Frauen aus [1]. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Tumorerkrankungen sind in Deutschland leider unzureichend untersucht. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation [2]. Ziel der VERSUS-Studie von d-uo ist daher die standardisierte Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität dieser Tumorerkrankungen. Eine aktuelle Analyse der VERSUS-Studie, die hier vorgestellt wird, betrachtet Tumorstadien und Grading, welche bei Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms vorliegen.
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