Journal Onkologie

Bestrahlung

Mammakarzinom
 4 Min|
Frau erhält eine Bestrahlung der Brust als Krebsbehandlung
Interview mit Dr. med. Franziska Nägler, Universitätsklinikum Leipzig

SBRT bei Knochenmetastasen des oligometastasierten Mammakarzinoms

Die stereotaktische Körperbestrahlung (SBRT) gilt bei oligometastasierten Tumorerkrankungen als vielversprechender Ansatz zur Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle. Für Patientinnen mit ossären Metastasen eines oligometastasierten Mammakarzinoms liegen jedoch bislang nur begrenzte Daten vor. Eine multizentrische Analyse zeigt nun eine lokale Rezidivfreiheitsrate (FFLR) von nahezu 94% nach 3 Jahren und unterstreicht das Potenzial der SBRT zur Vermeidung skelettbezogener Komplikationen und zum Erhalt der Lebensqualität. Im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE erläutert Dr. Franziska Nägler von der Klinik und Poliklinik und MedVZ III für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Leipzig die klinische Relevanz der Ergebnisse, die Bedeutung der Kombination mit systemischen Therapien sowie die offenen Fragen, die künftige prospektive Studien beantworten müssen.
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Sarkome
 12 Min|
Medizinischer Linearbeschleuniger für die onkologische Krebstherapie in einem modernen Krankenhauslabor

Strahlentherapie von adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten
und Rumpfwand

Die perioperative Strahlentherapie verbessert die lokale Tumorkontrolle bei Patient:innen mit lokalisierten Weichgewebesarkomen (STS) der Extremitäten und der Thoraxwand. Die Therapieentscheidung sollte interdisziplinär an einem erfahrenen Sarkomzentrum erfolgen. Die Behandlung lokalisierter STS basiert auf einer adäquaten chirurgischen Resektion. Die perioperative Strahlentherapie ist insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Lokalrezidivrisiko indiziert. Dieses wird u.a. durch Tumorlokalisation, Tumorgröße, Grading, histologischen Subtyp und den zu erwartenden bzw. erreichten Resektionsrand bestimmt. Präoperative und postoperative Strahlentherapie erzielen vergleichbare onkologische Ergebnisse. Die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sich jedoch: Die präoperative Bestrahlung ist häufiger mit akuten, insbesondere Wundheilungskomplikationen, verbunden, die allerdings meist unkompliziert behandelbar sind. Nach postoperativer Bestrahlung treten dagegen häufiger Spätfolgen wie Fibrosen, Gelenksteifigkeit und Lymphödeme auf. Daher wird die präoperative Strahlentherapie heute favorisiert. Bevorzugt ist die präoperative konventionell fraktionierte Strahlentherapie mit anschließender Operation. Die präoperative Standarddosis beträgt 50-50,4 Gy bei 1,8-2 Gy pro Fraktion über etwa 5-6 Wochen. Präoperative hypofraktionierte Konzepte sind Gegenstand klinischer Studien, sollten aber derzeit nicht routinemäßig eingesetzt werden.
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Medizin
 3 Min|

Mixed Beams: Neues Verfahren in der Ionenstrahltherapie

In der Ionenstrahltherapie werden Atomkerne in einem Teilchenbeschleuniger (einem Synchrotron) auf hohe Energien beschleunigt und gezielt auf einen Tumor gelenkt. Dort schädigen sie Krebszellen und zerstören das Tumorgewebe. Ein neues, vielversprechendes Verfahren, das gerade erforscht wird, sind sogenannte „Mixed Beams“, die aus zwei unterschiedlichen Ionenarten bestehen: Kohlenstoffkerne zerstören die Tumorzellen, während Heliumkerne gleichzeitig helfen, die Anatomie der Patient:innen zu beobachten. Dafür muss man aber das Mischungsverhältnis von Kohlenstoff und Helium im Strahl sehr genau kennen. Doch wie soll man einen Ionenstrahl gleichzeitig vermessen und für die Therapie verwenden? Forschende der TU Wien und des MedAustron fanden dafür nun eine Lösung, die einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer Krebstherapie mit Mixed Beams darstellt [1].
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Ösophaguskarzinom
 8 Min|
Schematische Darstellung eines Mannes mit orange hervorgehobenem Ösophagus und Magen

Präoperative Radiochemotherapie vs. perioperative Systemtherapie bei AEG: Paradigmenwechsel nach ESOPEC und MATTERHORN

Bei Adenokarzinomen des distalen Ösophagus und des ösophagogastralen Übergangs (AEG) ohne Fernmetastasen konkurrierten lange zwei multimodale Konzepte: die präoperative Radiochemotherapie (RCT) nach CROSS* und die peri­operative Chemotherapie (CT) nach FLOT**. Mit der ESOPEC-Studie gab es einen direkten randomisierten Vergleich, der FLOT als bevorzugte Strategie etablierte. Gleichzeitig erweitert die perioperative Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren – insbesondere die mittlerweile zugelassene Kombination Durvalumab mit FLOT (MATTERHORN-Studie) – das therapeutische Spektrum für diese Tumorentität. Die RCT bleibt für einzelne ausgewählte Konstellationen relevant und ermög­licht bei histologischem Residualtumor eine adjuvante Nivolumab-Therapie. Künftig dürften Mikrosatelliteninstabilität bzw. Mismatch-Repair-Status (MSI-H/dMMR), HER2, Claudin 18.2 und weitere molekulare Zielstrukturen die perioperative Behandlung noch stärker individualisieren.
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Sarkome
 11 Min|
Weichgewebesarkom in Muskel in Bein

Grundlagen der interdisziplinären Behandlung von Weichteilsarkomen des Körperstamms und der Extremitäten

Weichteilsarkome (WTS) des Körperstamms und der Extremitäten sind seltene, biologisch heterogene Tumoren, deren optimale Behandlung ein spezialisiertes, interdisziplinäres Vorgehen erfordert. Dieser Übersichtsartikel stellt aktuelle evidenzbasierte Aspekte der Diagnostik, Therapie und Nachsorge dar. Schwerpunkte sind die leitliniengerechte Bildgebung, die histopathologische und molekulargenetische Charakterisierung sowie multimodale Therapiekonzepte aus Chirurgie, Strahlentherapie und systemischer Behandlung. Für eine optimale Therapie, den Funktionserhalt und eine möglichst gute Prognose sind zertifizierte Sarkomzentren und interdisziplinäre Tumorboards von zentraler Bedeutung.
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Sarkome
 4 Min|
Arzt mit Stethoskop hält Tablet-Computer in Hand, auf dem Leitlinie steht.

Neue europäische Leitlinie zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand

Mit der Veröffentlichung der ersten klinischen Praxisleitlinie der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand [1] liegt erstmals eine europaweit umfassende, evidenzbasierte und international abgestimmte Empfehlung für diesen Bereich vor. Die Leitlinie wurde durch ein internationales Expertengremium unter Einbeziehung von Spezialist:innen aus Europa und Nordamerika erarbeitet und durch die American Society for Radiation Oncology (ASTRO) unterstützt. Ziel der Leitlinie ist es, eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für die Indikationsstellung, Planung und Durchführung der Strahlentherapie zu geben. Grundlage bilden eine systematische Literaturrecherche sowie ein konsentierter Expertenprozess, in dem insgesamt 13 klinisch relevante Schlüsselfragen definiert und beantwortet wurden.
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Sarkome
 7 Min|
Computertastatur mit einem Knopf für "angiosarcoma of the breast"

Postradiogene Sarkome und Angiosarkome

Angiosarkome sind seltene, hochmaligne Weichgewebesarkome endothelialen Ursprungs mit ausgeprägter Metastasierungsneigung und insgesamt ungünstiger Prognose. Postradiogene Sarkome (PRS) stellen eine seltene, aber klinisch relevante Spätkomplikation nach Strahlentherapie dar und gewinnen aufgrund steigender Langzeitüberlebensraten von Patient:innen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere das postradiogene Angiosarkom der Brust tritt typischerweise mehrere Jahre nach Radiotherapie auf und ist durch diagnostische Verzögerungen sowie therapeutische Herausforderungen gekennzeichnet. Die Therapie basiert primär auf einer radikalen chirurgischen Resektion, während systemische Therapien ergänzend eingesetzt werden können. Die Patient:innen profitieren von einer frühzeitigen Behandlung in spezialisierten Sarkomzentren.
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Medizin
 3 Min|

FET-PET und MRT gleichwertig bei Bestrahlung von Glioblastom-Rezidiven

Eine präzise Bestrahlungsplanung ist entscheidend beim rezidivierten Glioblastom. Die deutsche, multizentrische GLIAA-Studie zeigte erstmals die Gleichwertigkeit von FET-PET sowie kontrastmittelverstärkter T1-MRT: Die Bestrahlungsvolumina, das mediane progressionsfreie Überleben (4,0 vs. 4,9 Monate) und die lokale Tumorkontrolle nach einem Jahr (22% vs. 20%) unterscheiden sich nicht signifikant. Die stereotaktische Re-Bestrahlung war gut verträglich. Die Ergebnisse bestätigen die Planungsqualität beider Verfahren und liefern Evidenz für die Rezidivtherapie.
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Mammakarzinom
 8 Min|
Eine Frau, die ein weißes Hemd trägt, erhält eine Strahlentherapie. Links neben ihr steht ein junger Arzt mit Bart, der einen weißen Arztkittel trägt.
Interview mit Prof. Mark De Ridder, Brüssel

Gemeinsam höhere Standards in der Strahlentherapie erreichen

Prof. Dr. Mark De Ridder ist CEO am Universitair Ziekenhuis (UZ) Brüssel und leitet dort die Abteilung für Radioonkologie. In dieser Funktion setzt er sich für den Einsatz fortschrittlicher Technologien und für höchste Standards in der Strahlentherapie ein. Im Folgenden spricht er über die Vorteile und Herausforderungen stereotaktischer Radiochirurgie und extrakranieller stereotaktischer Radiotherapie, die Rolle der Technologie in diesem Zusammenhang und den Stellenwert internationaler Netzwerke bei der Weiterentwicklung von Krebstherapien.
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Gynäkologische Tumoren
 6 Min|
Auf deinem Tablet mit schwarzen Rand und blauen Hintergrund steht englisch Vulvar Cancer und es sind noch ein Stethoskop, ein Handy und Tabletten zu sehen..

Primäre Radiochemotherapie beim fortgeschrittenen Vulvakarzinom

Das fortgeschrittene Vulvakarzinom stellt aufgrund der anatomischen Gegebenheiten und der häufig hohen Komorbiditätslast der meist älteren Patientinnen eine besondere therapeutische Herausforderung dar. Während die primäre Operation in frühen Stadien den Therapiestandard bildet, ist sie bei lokal fortgeschrittener Erkrankung häufig mit erheblicher Morbidität verbunden oder nicht möglich. In diesen Situationen hat sich die primäre Radiochemotherapie (RCT) als effektive, organerhaltende Behandlungsoption etabliert. Der vorliegende Übersichtsartikel fasst die aktuelle Evidenz zur primären RCT beim fortgeschrittenen Vulvakarzinom zusammen und beleuchtet insbesondere Überlebensdaten, Dosiskonzepte und die Rolle der simultanen Chemotherapie.
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Urologische Tumoren
 3 Min|
Nebennierenmetastasen: Strahlentherapie und interventionelle Therapie im Vergleich
ASCO-GU 2026

Nebennierenmetastasen: Strahlentherapie und interventionelle Therapie im Vergleich

Bei Nebennierenmetastasen im oligometastatischen Setting stehen neben der systemischen Therapie lokale Verfahren wie eine Strahlentherapie und eine interventionelle Therapie zur Verfügung. Eine multizentrische retrospektive Analyse mit 245 Patient:innen verglich nun direkt beide Ansätze hinsichtlich Überleben, lokaler Kontrolle und Verträglichkeit.
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Entitätsübergreifend
 12 Min|
Mediziner mit Schild Diagnostik Therapie und Nachsorge

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Eine junge Krebspatinetn mit braunem Tuch und dem Kopf und blauem Pulli sitzt auf einem Sofa und lächelt in die Kamera.

Beschleunigte Alterung bei Krebsüberlebenden: Chronische Erkrankungen treten früher auf

Krebstherapien im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute überleben mehr als 85% der jungen Patient:innen mindestens 5 Jahre nach der Diagnose. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters sehen sich die Überlebenden jedoch erhöhten Risiken für Zweitkrebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse und andere behandlungsbedingte Spätfolgen gegenüber. Eine wegweisende Simulationsstudie beleuchtet nun erstmals systematisch das Phänomen der „beschleunigten Alterung“ bei über 22.000 Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter.
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Entitätsübergreifend
 5 Min|
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin Testergebnisse auf einem Tablet-Bildschirm bei einem Termin im Onkologiezentrum erklärt.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Langzeit-Nachsorge für junge Krebsüberlebende

Junge Krebsüberlebende im Alter von 15-39 Jahren – die sog. AYAs (Adolescents and Young Adults) – benötigen eine spezifische Nachsorge, da sie nach intensiven Therapien ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen haben. Dr. Katharina Egger-Heidrich, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Uniklinik Dresden, stellt in dieser Podcast-Folge innovative Betreuungskonzepte und evidenzbasierte Empfehlungen für diese oft vernachlässigte Patientengruppe vor.
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Entitätsübergreifend
 3 Min|
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin mit organgefarbenem T-Shirt und Kopftuch emotionale Unterstützung bietet.
Podcastserie O-Ton Onkologie

S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“

Die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ wurde umfassend überarbeitet, da sie ein zentraler Baustein in der Krebsbehandlung ist und sich die Therapielandschaft seit der letzten Version von 2022 erheblich verändert hat. Dr. Franziska Jahn, Universitätsklinikum Halle/Saale, die maßgeblich an der Entwicklung der aktuellen Leitlinie beteiligt war, beleuchtet in der Podcast-Serie „O-Ton Onkologie“ die Bedeutung der supportiven Therapie und fasst die wichtigsten Neuerungen der Leitlinie zusammen.
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