Journal Onkologie

Bestrahlung

Entitätsübergreifend
Mediziner mit Schild Diagnostik Therapie und Nachsorge

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Entitätsübergreifend
Eine junge Krebspatinetn mit braunem Tuch und dem Kopf und blauem Pulli sitzt auf einem Sofa und lächelt in die Kamera.

Beschleunigte Alterung bei Krebsüberlebenden: Chronische Erkrankungen treten früher auf

Krebstherapien im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute überleben mehr als 85% der jungen Patient:innen mindestens 5 Jahre nach der Diagnose. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters sehen sich die Überlebenden jedoch erhöhten Risiken für Zweitkrebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse und andere behandlungsbedingte Spätfolgen gegenüber. Eine wegweisende Simulationsstudie beleuchtet nun erstmals systematisch das Phänomen der „beschleunigten Alterung“ bei über 22.000 Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin Testergebnisse auf einem Tablet-Bildschirm bei einem Termin im Onkologiezentrum erklärt.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Langzeit-Nachsorge für junge Krebsüberlebende

Junge Krebsüberlebende im Alter von 15-39 Jahren – die sog. AYAs (Adolescents and Young Adults) – benötigen eine spezifische Nachsorge, da sie nach intensiven Therapien ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen haben. Dr. Katharina Egger-Heidrich, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Uniklinik Dresden, stellt in dieser Podcast-Folge innovative Betreuungskonzepte und evidenzbasierte Empfehlungen für diese oft vernachlässigte Patientengruppe vor.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin mit organgefarbenem T-Shirt und Kopftuch emotionale Unterstützung bietet.
Podcastserie O-Ton Onkologie

S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“

Die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ wurde umfassend überarbeitet, da sie ein zentraler Baustein in der Krebsbehandlung ist und sich die Therapielandschaft seit der letzten Version von 2022 erheblich verändert hat. Dr. Franziska Jahn, Universitätsklinikum Halle/Saale, die maßgeblich an der Entwicklung der aktuellen Leitlinie beteiligt war, beleuchtet in der Podcast-Serie „O-Ton Onkologie“ die Bedeutung der supportiven Therapie und fasst die wichtigsten Neuerungen der Leitlinie zusammen.
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Medizin
Darmreparatur durch Immunzellen nach Krebsbehandlung

Darmreparatur durch Immunzellen nach Krebsbehandlung

Regulatorische T-Zellen (Tregs), eine Untergruppe von Immunzellen, gelten normalerweise als „Friedenswächter“, die eine Überreaktion des Immunsystems verhindern. Überraschenderweise zeigt eine neue Studie, veröffentlicht in Signal Transduction and Targeted Therapy, dass Tregs Entzündungssignale nutzen, um nach einer Krebstherapie Reparaturprozesse zu starten [1]. Die von der LIT-Kooperationsgruppe „Innate Immunstimulation bei Krebs und Transplantationen“ mit der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie der TU München (TUM) durchgeführte Untersuchung zeigt, wie das Immunsystem verwendet werden kann, um die Darmschleimhaut zu regenerieren und das Überleben zu verbessern.
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Sarkome
Auf dem Foto sieht man eine Wirbelsäule und mit einer Lupe wird eine Neoplasie der Wirbelsäule angezeigt.

Präklinische Daten eröffnen neue therapeutische Angriffspunkte bei Chordomen

Das Chordom, eine seltene Neoplasie der Wirbelsäule und Schädelbasis, stellt aufgrund begrenzter systemischer Therapieoptionen nach wie vor eine erhebliche klinische Herausforderung dar. Eine aktuelle präklinische Studie zeigt nun, dass der Transkriptionsfaktor TBXT (Brachyury), ein zentraler Treiber der Tumorentstehung, mithilfe von designed ankyrin repeat proteins (DARPins) gezielt blockiert werden kann. Dies führte in Chordomzellen zu einer deutlichen Hemmung des Tumorwachstums sowie zu Anzeichen von Seneszenz und Differenzierung. Auf Basis dieser Ergebnisse könnten gezielte Therapien entwickelt werden. Darüber hinaus deuten sie auf eine potenzielle Empfindlichkeit gegenüber Januskinase-2 (JAK2)-Inhibitoren hin.
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Kopf-Hals-Tumoren
Das Foto zeigt einen OP-Raum, in dem ein ein Arzt im grünen Kittel einen Patienten intubiert.

Atemwegsmanagement bei Tumoren der Mundhöhle

Laut den Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts nehmen Karzinome der Mundhöhle in Deutschland bei Frauen Platz 14 (1,8%) und bei Männern Platz 9 (3,5%) aller Krebserkrankungen ein. Das Atemwegsmanagement bei Patient:innen mit Karzinomen der Mundhöhle kann durch lokale, tumorbedingte anatomische Veränderungen erschwert werden. Weitere Einflussfaktoren sind eine neoadjuvante Strahlentherapie, patientenindividuelle Komorbiditäten, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) sowie ein hohes Lebensalter. Diese Faktoren können mit einer verminderten Mobilität, insbesondere einer eingeschränkten Mundöffnung, Zungenbeweglichkeit und Kopfreklination, einhergehen. Eine sorgfältige präoperative Evaluation ist daher essenziell, um Patient:innen mit einem potenziell schwierigen Atemweg zu identifizieren und Komplikationen beim Atemwegsmanagement zu vermeiden.
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Medizin
„World Radiotherapy Awareness Day“: Strahlentherapie als wichtige Säule der Krebstherapie allen zugänglich machen

„World Radiotherapy Awareness Day“: Strahlentherapie als wichtige Säule der Krebstherapie allen zugänglich machen

Mit dem „World Radiotherapy Awareness Day“, der am 7. September stattfand, soll auf die entscheidende Rolle der Strahlentherapie in der Krebstherapie hingewiesen werden sowie auf die Tatsache, dass es in vielen Ländern eine gravierende radioonkologische Unterversorgung gibt. So könnten laut Einschätzung der Initiatoren mit einer verbesserten Versorgung etwa eine Millionen Menschenleben gerettet werden. In Deutschland sind die Versorgungsstrukturen zwar sehr gut ausgebaut, dennoch werden nicht immer alle Patient:innen, für die eine Strahlentherapie eine gleichwertige Therapiealternative darstellt, ausreichend über diese Behandlungsoption informiert.
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Mammakarzinom
Schematische Darstellung Brustkrebs bei Frauen, Hände von Arzt

SGBCC Consensus Meeting 2025 zum frühen Mammakarzinom

Die 19. „Sankt Gallen Breast Cancer Conference“ (SGBCC) fand vom 12. bis 15. März 2025 im Austria Center Vienna in Wien, Österreich, statt und zog 5.000 Brustkrebs-Expert:innen aus über 100 Ländern an. Das Programm umfasste Fortschritte in der Behandlung des frühen Mammakarzinoms (eBC), darunter Präzisionsmedizin, gezielte Therapien und chirurgische Innovationen, neue systemische Therapien und Möglichkeiten zur Behandlungsdeeskalation. Die Veranstaltung endete wie immer mit der St. Gallen Consensus Session, bei der 80 Spezialist:innen globale eBC-Behandlungsempfehlungen formulierten.
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Uvea-Melanom
2 gezeichnete Augen eines gesund, eines mit Uveamelanom

Uveales Melanom des hinteren Augenabschnittes: Diagnostik, Therapie, Metastasierung und Nachsorge im klinischen Kontext

Das uveale Melanom ist der häufigste primäre maligne Augentumor bei Erwachsenen. Trotz lokaler Tumorkontrolle mittels Bestrahlung oder Enukleation (Entfernung des Auges) bleibt das Risiko früher hämatogener Metastasierung – insbesondere in die Leber – hoch. Man geht heute davon aus, dass mikroskopische Metastasen bereits zum Zeitpunkt der Primärdiagnose vorliegen und über Jahre in Dormanz verbleiben können. Die Liquid Biopsy aus Serum zur Detektion zirkulierender tumorassoziierter DNA (ctDNA) wird aktuell intensiv erforscht, um molekulare Reaktivierungsprozesse dieser schlafenden Metastasen frühzeitig zu erkennen. Ziel ist eine personalisierte Nachsorge, die frühzeitig therapeutische Interventionsfenster identifiziert. Parallel gewinnen Immuntherapien, lebergerichtete Verfahren und die strukturierte Rehabilitation zunehmend an Bedeutung im multimodalen Management.
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SCLC
Diagnostik und Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms

Aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms

Das kleinzellige Lungenkarzinom (small cell lung cancer, SCLC) ist durch eine hohe Proliferationsrate und frühe Metastasierungsneigung gekennzeichnet. Trotz der initial hohen Sensitivität gegenüber einer Strahlen- und Chemotherapie kommt es häufig früh zu Resistenzen mit einer entsprechend eingeschränkten Prognose. Aktuell gewinnt die Entwicklung der Therapielandschaft beim SCLC an Dynamik. Nachdem die Einführung der Kombination aus Chemo- und Immuntherapie eine signifikante Verlängerung des Überlebens gegenüber der alleinigen Chemotherapie ermöglichte und bereits als Standard im fortgeschrittenen Stadium des SCLC gilt, zeichnet sich jetzt auch im Stadium Limited Disease (LD-SCLC) ein neuer Standard ab: die konsolidierende Immuntherapie nach Platin-basierter Radiochemotherapie auf Basis der ADRIATIC-Studie.
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BNGO
Schematische Darstellung von Brustkrebs unilateral
Interview mit Dr. med. Steffi Busch, Mühlhausen

Neue Empfehlungen der AGO Kommission Mamma: Was war wichtig für die Praxis?

Das diesjährige State of the Art Meeting 2025 Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) fand am 08. März 2025 in Frankfurt am Main und online statt. Expert:innen der Kommission sichten alljährlich am Jahresende die Forschungsergebnisse des letzten Jahres und bewerten deren Relevanz. Es erfolgt die Integration in die aktuell gültigen Therapiealgorithmen. Die Empfehlungen werden deshalb jedes Jahr von Fachkreisen mit Spannung erwartet. Dr. Steffi Busch, Mühlhausen/Thüringen, niedergelassene Gynäko-Onkologin und BNGO-Vorstandsmitglied, war vor Ort. Sie kommentierte für uns die wichtigsten Empfehlungen für die gynäko-onkologische Praxis in der Niederlassung.
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Medizin
Protonentherapie: Mehr Sicherheit durch smarte Planung - Neue Methodik reduziert Risiken bei Hirntumoren deutlich

Protonentherapie: Neue Methodik reduziert Risiken bei Hirntumoren deutlich

Die Protonentherapie gilt als besonders präzise und gewebeschonende Methode zur Strahlentherapie von Hirntumoren. Doch gerade diese Präzision bringt Herausforderungen mit sich: Die biologische Wirksamkeit der Protonenstrahlen kann je nach Beschaffenheit des Gewebes und Lage des Tumors variieren. Forscher:innen des Nationalen Zentrums für Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay, einer gemeinsamen Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Dresdner Universitätsklinikums, ist es nun gelungen, die daraus resultierenden Nebenwirkungsrisiken besser abzuschätzen und durch neuartige Planungsverfahren deutlich zu senken (1).
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Medizin

NSCLC: Höhere Strahlendosis sicher und effektiv

Höhere Strahlendosen bei Standardbehandlungen des nicht-operablen Lungenkarzinoms können mit einer Immuntherapie kombiniert werden, ohne dass das Risiko für schwerwiegende Entzündungen des Lungengewebes (Pneumonitis) ansteigt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems). Betroffene, die vor der Gabe des Immun-Checkpoint-Inhibitors Durvalumab eine Strahlendosis von 70 Gy erhielten – also mehr als im Standardprotokoll vorgesehen – litten nicht häufiger an einer Pneumonitis als bei Behandlungen mit geringerer Strahlendosis. Gleichzeitig zeigte sich aber eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) (1).
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Medizin
ESTRO 2025

Strahlentherapie neu gedacht: Schutz für das Herz während Lungenkrebsbehandlung

Klassische randomisierte klinische Studien sind aufwendig, zeitintensiv und häufig nicht repräsentativ für reale Patientenkollektive. Die RAPID-RT-Studie, vorgestellt auf dem diesjährigen Kongress der europäischen Gesellschaft für Strahlentherapie und Onkologie (ESTRO), verwendet einen Rapid-Learning-Ansatz zur Bewertung der Auswirkungen von Behandlungsänderungen in der Strahlentherapie und bietet damit eine Alternative. Die Forschenden haben diese Methode bei Lungenkrebspatient:innen angewandt, um zu prüfen, ob eine Verringerung der Strahlendosis für den oberen Teil des Herzens – ein vermuteter Risikobereich – zu einer geringeren kardialen Toxizität führt (1).
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