Journal Onkologie

Kongressberichte | Beiträge ab Seite 5

Mammakarzinom
 4 Min|
Eine junge Krebspatientin mit rosa Kopftuch und pinkem Shirt reckt den linken Arm hoch, um auf Brustkrebs-Awareness hinzuweisen.
ASCO 2026

Primäres Mammakarzinom mit bis zu 2 Sentinel-Metastasen: Kein Überlebensnachteil durch Verzicht auf Axilladissektion

Die internationale randomisierte Nicht-Unterlegenheitsstudie SENOMAC evaluierte, ob Patientinnen mit primärem Brustkrebs jeglicher Größe (T1-T3) und 1-2 Sentinel-Lymphknoten (SLN) mit Makrometastasen > 2 mm (n=2.540) eine ausgeprägtere axilläre Chirurgie in Form einer axillären Lymphknotendissektion (ALND) benötigen oder darauf verzichtet werden kann. Eingeschlossen waren neben brusterhaltend Operierten auch Erkrankte nach Mastektomie sowie solche mit Tumoren > 5 cm Durchmesser, für die bislang Evidenz für einen ALND-Verzicht fehlte. Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurde die Analyse für den primären Endpunkt Gesamtüberleben (OS) vorgestellt, die keine Unterlegenheit für den ALND-Verzicht hinsichtlich des 5-Jahres-OS ergab (1); im Vorfeld war dies bereits für das 5-Jahres-krankheitsfreie Überleben gezeigt worden (2). Damit kann Erkrankten mit geringem Sentinel-Lymphknotenbefall unabhängig von der Art der Brustoperation die zusätzliche Morbidität durch eine ALND bei gleicher onkologischer Sicherheit erspart werde – allerdings im Kontext einer adjuvanten lokoregionären Strahlentherapie.
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Endometriumkarzinom
 3 Min|
Das Foto zeigt den Körper einer Ärztin mit weißem Kittel, Stethoskop und einer Tafel, die sie in der linken Hand mit blau lackierte Fingernägeln hält. Auf dieser steht "Endometrial Cancer".
ASCO 2026

Langzeitüberleben mit hoher Heilungsrate unter Dostarlimab + Chemotherapie beim dMMR/MSI-H Endometriumkarzinom

Beim primär fortgeschrittenen oder rezidivierten Endometriumkarzinom (EC) ist eine Erstlinientherapie mit der Kombination aus Chemotherapie und Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI) alleiniger Chemotherapie überlegen. So verlängerte der ICI Dostarlimab zusammen mit Carboplatin/Paclitaxel in diesem Setting das progressionsfreie Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) gegenüber Placebo plus Carboplatin/Paclitaxel, mit besonderen Überlebensvorteilen und verbesserter Lebensqualität für die Population mit Defizienz der Mismatch-Reparatur (dMMR) bzw. hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) [1, 2]. Eine bei dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellte 4-Jahresanalyse der Phase-III-Studie RUBY (NCT03981796) bestätigte für diese Patientinnen erneut anhaltende Remissionen und Langzeitüberleben – mit hohem kurativem Potenzial, bestätigt durch ein sogenanntes Mixture Cure Model [3].
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Dermatologische Tumoren
 3 Min|
In dieser gezeichneten Darstellung untersuchen 2 Ärzte mit Lupen in der Hand die Haut einer jungen Frau mit langen braunen Haaren und mehreren Muttermalenim Halsbereich.
ASCO 2026

Melanom mit asymptomatischen Hirnmetastasen: Korrelation von 10-Jahres-Überleben und zellfreier DNA-Methylierung

Die Ergebnisse der auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentierten Phase-III-Studie NIBIT-M2 zeigen erstmals 10-Jahres-Daten für Melanom-Patient:innen mit asymptomatischen Hirnmetastasen unter dualer Checkpoint-Blockade: 31% der mit Ipilimumab (I) + Nivolumab (N) behandelten Patient:innen leben nach 10 Jahren noch. Plasmabasierte Biomarker wie Tumorfraktion und tumorspezifischer Methylierungs-Score könnten künftig helfen, Langzeitüberlebende frühzeitig zu identifizieren [1].
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Hämatologie
 3 Min|
ASCO 2026

CLL/SLL: Erstlinientherapie mit Sonrotoclax + Zanubrutinib zeigt hohe Raten nicht-nachweisbarer MRD in Phase-I-Studie

Orale BTKi-BCL2i-Kombinationen mit fester Therapiedauer sind wirksame und praktikable Optionen für die Erstlinienbehandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Allerdings sind alle derzeitigen Regime, einschließlich jener mit BTKi der zweiten Generation, durch niedrige uMRD-Raten von 29-47% limitiert. Bei Patient:innen mit therapienaiver CLL oder kleinzelligem lymphatischen Lymphom (SLL) war die Kombination des BCL2-Inhibitors Sonrotoclax und des BTK-Inhibitors (BTKi) Zanubrutinib gut verträglich und erreichte Raten nicht-nachweisbarer minimaler Resterkrankung bei 10⁻⁴-Sensitivität (uMRD4) von über 80%, Hochrisiko-Zytogenetik eingeschlossen. Dies geht aus aktualisierten Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten einer Phase-I/Ib-Studie hervor, die auf dem ASCO 2026 als Poster präsentiert wurde.
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Mammakarzinom
 3 Min|
DESTINY-Breast09-Subanalyse: Therapieansprechen und Sicherheit unter Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven Mammakarzinom
ASCO 2026

DESTINY-Breast09-Subanalyse: Therapieansprechen und Sicherheit unter Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven Mammakarzinom

Eine explorative Analyse der Phase-III-Studie DESTINY-Breast09, präsentiert auf dem ASCO-Kongress 2026, untersucht den Zusammenhang zwischen Therapieansprechen und klinischen Outcomes bei Patientinnen mit HER2-positivem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom unter Erstlinientherapie mit Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) plus Pertuzumab (P). Ziel der auf dem ASCO 2026 vorgestellten Analyse war es zu klären, ob Tiefe und Dauer des Ansprechens mit dem progressionsfreien Überleben und der Sicherheit assoziiert sind.
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Prostatakarzinom
 2 Min|
DGN 2026

Wachsende Evidenz zur PSMA-Radioligandentherapie beim mCRPC und mHSPC

Mit der Zulassung von (177Lu)Lutetium-Vipivotidtetraxetan im Dezember 2022 gelang ein wichtiger Meilenstein im Bereich Radioligandentherapie (RLT) zur Versorgung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC), betonte Prof. Dr. Kambiz Rahbar, Facharzt für Nuklearmedizin in Münster. Vor diesem Hintergrund lud der Experte anlässlich der 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) in Münster dazu ein, die wachsende Evidenzlage im kollegialen Austausch zu diskutieren.
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Sarkome
 6 Min|
Foto "Herzlich Willkommen zur 15. Sarkomkonferenz"

Sarkomkonferenz 2026 – Drei Tage Input, Austausch und neue Perspektiven in der Behandlung von Sarkomen

Vom 19.-21. März 2026 fand in Berlin im Langenbeck-Virchow-Haus die 15. Sarkomkonferenz statt. Diese ist seit 2011 die zentrale und interdisziplinäre Veranstaltung für alle Mediziner:innen, darunter u.a. Onkolog:innen, Chirurg:innen, Orthopäd:innen, Psychoonkolog:innen, interessierte Teilnehmer:innen und Patientenvertreter:innen, die sich mit der Erforschung und Behandlung von Sarkomen beschäftigen. Die rund 200 Expert:innen berichteten über innovative Therapieansätze, Verbesserungen von Versorgungs- und Behandlungsqualität sowie über aktuelle Forschungsprojekte der deutschen Sarkom-Community und zeigten auf, wie entscheidend der interdisziplinäre Austausch für die Sarkombehandlung ist. Initiator der jährlichen Konferenz ist die gemeinnützige Deutsche Sarkom-Stiftung.
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Magenkarzinom
 3 Min|
Resektable Karzinome des gastroösophagealen Übergangs und des Magens
DCG 2026

Resektable Karzinome des gastroösophagealen Übergangs und des Magens

Karzinome des Magens und des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) treten mit über 110.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland auf. Trotz erheblicher Fortschritte in der Systemtherapie bleibt die Chirurgie die zentrale Säule der kurativen Behandlung. Neue Entwicklungen in der perioperativen Therapie und die Teambildung der verschiedenen Disziplinen aus Onkologie, Chirurgie und Endoskopie verbessern die Prognose für Patient:innen deutlich und wurden anlässlich des Deutschen Chirurgenkongress in Leipzig nicht nur diskutiert, sondern im Panel der Vortragenden gleich abgebildet.
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NSCLC
 2 Min|
Die Ilustrationzeigt eine rot-gelb-grün dargestellte Lunge mit tumörösem Anteil und grünem Hintergrund.
DGP 2026

NSCLC: Platin-ungeeignete Patient:innen profitieren von Mono-Immuntherapie mit Atezolizumab

Wenn selbst ein bisschen Chemo bei älteren, vulnerablen Patient:innen zu viel ist: PD Dr. Diego Kauffmann-Guerrero vom Klinikum Großhadern der LMU in München erläuterte, dass in diesem metastasierten NSCLC-Kollektiv im Stadium IV mit Komorbiditäten oder reduziertem Allgemeinzustand eine platinhaltige Chemotherapie oft nicht möglich sei. Die Daten der IPSOS-Studie zeigen, dass diese Patient:innen von einer Mono-Immuntherapie mit Atezolizumab mit einer nahezu Verdopplung der Zwei-Jahres-Überlebensrate (24,3% vs. 12,4%) profitieren können [1].
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Medizin
 3 Min|
Pembrolizumab-Kombi senkt Sterberisiko bei Harnblasenkarzinom um 35%
ASCO-GU 2026

Pembrolizumab-Kombi senkt Sterberisiko bei Harnblasenkarzinom um 35%

Auf dem diesjährigen Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) wurden neue Ergebnisse der Phase-III-Studie EYNOTE-B15 zu Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin bei Patient:innen mit muskelinvasivem Harnblasenkarzinom (muscle-invasive bladder cancer, MIBC) präsentiert, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignet sind. Es handelt sich um das bisher einzige Kombinationsregime aus einer Immuntherapie und einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das bei perioperativer Anwendung das Überleben bei diesen Patient:innen signifikant verlängerte.
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NSCLC
 2 Min|
NSCLC: Neue Daten von der perioperativen Therapie bis zum metastasierten Stadium
DGP 2026

NSCLC: Neue Daten von der perioperativen Therapie bis zum metastasierten Stadium

Beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin standen unter anderem aktuelle Entwicklungen zur Immuntherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Mittelpunkt. Professor Severin Schmid beleuchtete Fortschritte der perioperativen Chemoimmuntherapie beim resektablen NSCLC, Professor Niels Reinmuth die Langzeitergebnisse von Pembrolizumab im metastasierten Setting.
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NSCLC
 2 Min|
EGFR+ NSCLC: Hoher klinischer Nutzen von Osimertinib plus Chemotherapie auch bei TP53-Komutationen
ELCC 2026

EGFR+ NSCLC: Hoher klinischer Nutzen von Osimertinib plus Chemotherapie auch bei TP53-Komutationen

Erkrankte mit EGFR‑mutiertem nicht‑kleinzelligem Lungenkarzinom (EGFRm NSCLC) und begleitender TP53‑Mutation sprechen häufig schlecht auf eine Monotherapie mit EGFR‑Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) an. Die Phase‑III‑Studie FLAURA2 hatte im Erstliniensetting eine überlegene Wirksamkeit der Kombination aus dem Drittgenerations-TKI Osimertinib und Chemotherapie gegenüber einer Osimertinib‑Monotherapie gezeigt [1]. Unklar war jedoch, ob dieser Vorteil auch bei TP53‑Komutationen bestehen bleibt. Die Phase‑III‑Studie TOP, deren Interimsdaten beim Europäischen Lungenkrebskongress (ELCC) 2026 vorgestellt wurden, beantwortete dies nun mit „Ja“ [2].
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Mammakarzinom
 9 Min|
Empfehlungen der AGO Kommission Mamma
State of the Art Meeting 2026

Empfehlungen der AGO Kommission Mamma

Im März stellte die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) wie jedes Jahr ihre aktualisierten Empfehlungen zur Therapie des Mammakarzinoms beim State of the Art Meeting in Frankfurt am Main vor. In folgendem Bericht mit dem Fokus Systemtherapie finden Sie eine Zusammenfassung wichtiger neuer Empfehlungen. Die umfangreichsten Änderungen betrafen das metastasierte Mammakarzinom (mBC).
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