Journal Onkologie

Hämatologie

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Hämatologie
 6 Min|
ALL

Spättoxizitäten erfolgreicher Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter

Die Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter hat in den vergangenen Jahrzehnten zu beeindruckenden Fortschritten geführt. Heute liegen die Heilungsraten bei über 90%. Dies ist auf die standardisierte, an die Risikogruppe angepasste multimodale Polychemotherapie von ALL-Patient:innen und deutlich verbesserte Supportivmaßnahmen zurückzuführen [1]. Nur noch in wenigen Fällen ist eine hämatopoetische Stammzelltransplantation im Rahmen der Erstlinienbehandlung notwendig. Bei Patient:innen mit einer refraktären oder rezidivierten Erkrankung ist dies weiterhin ein wichtiger Baustein der Therapie [2]. Daneben sind in den letzten Jahren neue immuntherapeutische Therapieoptionen entwickelt worden, die zunehmend sowohl in der Rezidivsituation als auch in der Erstlinienbehandlung eingesetzt werden. Dieser Erfolg ist jedoch mit einem hohen Preis verbunden, da die intensive antileukämische Therapie nicht nur maligne Zellen zerstört, sondern auch gesunde Gewebe und Organe schädigt. Infolgedessen treten bei nahezu allen Patient:innen akute Nebenwirkungen während der Therapie auf, und ein großer Teil der Langzeitüberlebenden leidet unter Spätfolgen. Diese können entweder direkt im Zusammenhang der akuten Toxizitäten stehen oder sich erst Jahre nach Abschluss der Behandlung manifestieren (Abb. 1) [3]. Trotz der großen klinischen Bedeutung ist die systematische Erfassung dieser Spätfolgen bislang unzureichend standardisiert, was die Bewertung der Gesamtbelastung für die wachsende Gruppe von Überlebenden erschwert. Für den deutschsprachigen Raum fehlen bislang verlässliche Daten. Aus diesem Grund sind in diesem Artikel keine quantitativen Angaben zur Häufigkeit der auftretenden Spätfolgen angegeben.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE | EHA 2026

Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren

Umfangreiche Phase-III-Daten bei Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (CLL/SLL) im Alter von 80 Jahren und älter zeigen einen anhaltenden Nutzen von Zanubrutinib nach nahezu 6,5 Jahren Nachbeobachtung. Die Daten, die zu den bislang größten Datensätzen älterer Patient:innen mit therapienaiver CLL zählen, wurden auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) 2026 in Stockholm präsentiert. Im Fokus stehen damit gerade jene Patient:innen, die in der klinischen Praxis häufig behandelt werden, in zulassungsrelevanten Studien jedoch bislang nur begrenzt vertreten waren.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Akute Leukämien: Mutationen eröffnen gezieltere Therapieansätze

Forschende des NCT Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben erstmals systematisch ermittelt, wie bestimmte Mutationen Akute Myeloische Leukämien fördern. Die Ergebnisse zeigen, warum sich IDH1- und IDH2-mutierte Leukämien trotz ähnlicher molekularer Mechanismen unterschiedlich entwickeln, und eröffnen neue Ansätze für Diagnostik und zielgerichtete Therapien. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Thoraxklinik Heidelberg.Anzeige
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

KI-System unterstützt transparente Diagnostik von B-Zell-Lymphomen

Die Diagnose bestimmter Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen könnte künftig einfacher und transparenter werden. Forschende der Universität Marburg haben mit „FlowXAI“ ein neues KI-System entwickelt, das Ärzt:innen bei der Einordnung von B-Zell-Lymphomen unterstützt. Anders als viele bisherige Verfahren liefert die Anwendung nicht nur einen Diagnosevorschlag, sondern erklärt auch, welche Zellmerkmale dafür ausschlaggebend waren und wie verlässlich die Einschätzung ist. Dadurch können Mediziner:innen ihre Aufmerksamkeit gezielt auf schwierige oder unsichere Fälle richten, berichten die Forschenden um den Informatiker Prof. Dr. Michael Thrun und die Krebsmedizinerin PD Dr. Cornelia Brendel und PD Dr. Jörg Hoffmann. Die Forschenden veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLOS Medicine.
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Hämatologie
 16 Min|
3D-Darstellung des Blutes mit Eosinophilie
Eosinophilie und Hypereosinophilie

Klonale Eosinophilie

Die Genese einer Eosinophilie bzw. Hypereosinophilie reicht von häufigen reaktiven Ursachen hin zu seltenen, klonalen hämatologischen Neoplasien. Nach Ausschluss reaktiver Ursachen erfolgt die differentialdiagnostische Abklärung stufenweise unter Einbeziehung von Klinik, Blutbild, Knochenmarkmorphologie, Immunphänotypisierung, Zytogenetik und Molekulargenetik. Zu den wichtigsten klonalen Entitäten zählen die myeloischen/lymphatischen Neoplasien mit Eosinophilie und Tyrosinkinase-Fusionsgenen (MLN-TK), die chronische Eosinophilenleukämie (CEL) und die systemische Mastozytose (SM). Der Nachweis eines Fusionsgens ist therapeutisch entscheidend: PDGFRA- und PDGFRB-rearrangierte Neoplasien sprechen sehr gut auf Imatinib an, während FGFR1-, JAK2-, FLT3- und ETV6::ABL1-rearrangierte Neoplasien häufig aggressiver verlaufen und oft einer allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation bedürfen. Die Therapie der CEL ist nicht standardisiert. Für die SM stehen KIT-Inhibitoren zur Verfügung.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Asciminib: 3-Jahres-Daten bestätigen überlegenes Nutzen-Risiko-Profil bei de novo CML

Der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Asciminib hat sich seit seiner Zulassung 2022 als effektive und gut verträgliche Erstlinien-Therapie bei neu diagnostizierter, chronischer myeloischer Leukämie (CML) etabliert. Das belegen nicht nur die Daten der ASC4FIRST-Studie, sondern auch dass der G-BA dem TKI im Mai 2026 einen „beträchtlichen Zusatznutzen“ bei der Erstlinien-CML-Therapie zugesprochen hat [1].
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Hämatologie
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cGvHD: Einsatz des ROCK2-Inhibitors Belumosudil

Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) ist nach einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) eine bedeutende Komplikation; etwa 40% der erwachsenen Patient:innen entwickeln nach einer alloSCT eine cGvHD. Für die betroffenen Patient:innen steht in Europa nun Belumosudil zur Verfügung: Der ROCK2-Inhibitor wird zur Behandlung der cGvHD bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg angewendet, wenn andere Therapieoptionen nur begrenzten Nutzen bieten, nicht geeignet oder ausgeschöpft sind. Auf einem internationale Expertentreffen unter der Leitung von Prof. Mohamad Mohty, Paris, und Prof. Robert Zeiser, Freiburg, wurde über die rechtzeitige Integration von Belumosudil in die Behandlungspraxis sowie über Wirksamkeit, Sicherheitsdaten und Real-World-Erfahrungen diskutiert.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Isatuximab beim Myelom: Subkutane Gabe mit Einsparpotenzial

Nach EU-Zulassung der neuen Darreichungsform ist Isatuximab ab 1. Juli 2026 in Deutschland auch subkutan beim multiplen Myelom verfügbar. Die neue Applikationsweise gilt für alle bestehenden intravenösen Indikationen. Daten aus mehreren Settings stützen ihre klinische Einordnung. Das initial identische Induktionsschema für Personen mit und ohne Eignung für eine Hochdosistherapie ermöglicht Therapieflexibilität.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

R/R LBCL: Effektivität eines Bridging-Regimes beeinflusst Wirksamkeit und Sicherheit von CAR-T-Zelltherapien

Anlässlich des 31. EHA in Stockholm (Schweden) erläuterten Fachmediziner, unter anderem wie effektive Regime zur Überbrückung der Zeit bis zur CAR-T-Zelltherapie-Infusion (Bridging-Therapy), die Behandlungsergebnisse in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit beim rezidivierten/refraktären großzelligen B-Zell-Lymphom (R/R LBCL) zugunsten eines höheren Ansprechens und weniger Toxizität beeinflussen könnten [1].
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O-Ton Onkologie
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Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom: Praktische Anwendung von BCMA-Therapien im Fokus

Beim Multiplen Myelom (MM) kommt es im Knochenmark zu einer unkontrollierten Vermehrung von Plasmazellen,1 auf deren Oberfläche häufig das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) überexprimiert wird.2 Menschen mit MM erleiden häufig Rezidive und werden zunehmend refraktär gegenüber Substanzklassen. Damit wächst die Bedeutung an Behandlungsoptionen mit einem differenzierten Wirkmechanismus, die bereits möglichst früh anhaltende, tiefe Remissionen ermöglichen.1,3,4,5 Zielgerichtete Therapien gegen BCMA spielen bereits beim ersten Rezidiv des MM eine entscheidende Rolle im Therapiealgorithmus. In der Erstlinie werden mittlerweile bereits mehrere Targets adressiert, weshalb nachfolgend dringend neue Angriffspunkte benötigt werden.1 Welche BCMA-gerichteten Therapieoptionen stehen Patient*innen mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom im ersten Rezidiv heute zur Verfügung? Welche praktischen Aspekte in der ambulanten Anwendung und beim Therapiemanagement gilt es zu beachten? Jetzt anmelden und die Podcast-Folge anhören.
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O-Ton Onkologie
 2 Min|

Update zum rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom (RRMM) ab dem ersten Rezidiv

Das Multiple Myelom (MM) ist die häufigste onkologische Erkrankung des Knochenmarks und gilt aktuell als nicht heilbar. Im Krankheitsverlauf kommt es oft zu Resistenzen der Myelomzellen gegen die aktuelle Therapie, sodass Patient*innen häufig Rezidive erleiden und ein Therapiewechsel erforderlich wird.1-4 Bei Rezidiven ist die Folgetherapie abhängig von den zuvor eingesetzten Substanzklassen, patientenindividuellen Faktoren und dem Behandlungsablauf.1,2 Um die Lebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten, werden dringend neue wirksame Therapieoptionen mit einem differenzierten Wirkmechanismus benötigt. Welche Chancen bieten neue Therapien und für welche Patient*innen sind diese geeignet? Jetzt anmelden und die Podcast-Folge anhören.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Follikuläres Lymphom: EU-Zulassung für Epcoritamab + Rituximab und Lenalidomid

Die Europäische Kommission hat eine Zulassungserweiterung für Epcoritamab erteilt. Der subkutan zu verabreichende bispezifische Antikörper mit begrenzter Therapiedauer kann nun als Kombination mit Rituximab und Lenalidomid (R2) bei Erwachsenen mit rezidivierendem oder refraktärem (r/r) follikulärem Lymphom (FL) ab der zweiten Therapielinie eingesetzt werden. Die chemotherapiefreie Kombinationstherapie ist auf 12 Zyklen begrenzt. Mit ihr können FL-Patient:innen in der EU erstmals ab dem ersten Rezidiv eine auf einem bispezifischen Antikörper basierende Behandlung erhalten. In der Zulassungsstudie EPCORE FL-1 war Epcoritamab + R2 gegenüber R2 bereits bei einem medianen Follow-up von 14,8 Monaten in beiden primären Endpunkten signifikant überlegen: in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate (ORR). R2 zählt bislang zu den Standardtherapien des r/r FL.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE | EHA 2026

R/R LBCL: Neue Ansätze und eine differenzierte Tumorbiologie

Neue Konzepte jenseits von TCRTs (T-Cell redirecting therapies), wie ein niedermolekular-induzierter, zielgerichteter Proteinabbau (TPD, targeted protein degradation) zum Beispiel mit Golcadomid, haben das Potenzial den wirkstofftauglichen (druggable) Strukturraums und die therapeutischen Möglichkeiten beim großzelligem B-Zell-Lymphom (LBCL) zu erweitern, schilderte Prof. Dr. Eliza Hawkes, Fachärztin im Bereich Hämatologie und Onkologe in Melbourne (Australien) anlässlich des 31. EHA in Stockholm.
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EHA 2026
 4 Min|
EHA 2026

CEPHEUS-Studie bei NDMM: Hoher klinischer Nutzen für Daratumumab-basiertes Quadruplet in der nicht-Transplantations-geeigneten Situation

Moderne Quadruplet-Therapien unter Einbeziehen eine Anti-CD38-Antikörpers werden heute sowohl bei Erkrankten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM) eingesetzt, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sind (TE) als auch bei jenen, die Transplantations-ungeeignet (TI) sind – ein echter Paradigmenwechsel in der ersten Therapielinie. Wie groß der klinische Nutzen einer Vierfachtherapie aus dem Anti-CD38-Antikörper Daratumumab mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (Dara-VRd) speziell für TI-Erkrankte ist, bestätigten die finalen Daten der Phase-III-Studie CEPHEUS für diese Population, die beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellt wurden [1].
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Follikuläres Lymphom: Bispezifischer Antikörper wird in der Erstlinie vs. CIT untersucht

Die Erstlinienbehandlung (1L) beim follikulären Lymphom (FL) wird weitestgehend von Chemo-Immuntherapie (CIT)-Regimen bestimmt, wodurch ein langfristiger Vorteil im Gesamtüberleben (OS) erreicht werden kann. Dies betreffe jedoch nur eine Subgruppe der Patient:innen, bei den meisten Betroffenen schreite die Erkrankung dennoch fort, erklärte Dr. Tara Graff, Iowa, USA, auf dem EHA-Kongress 2026.
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EHA 2026
 4 Min|
EHA 2026

ATG/ATLG bleibt Standard zur GvHD-Prophylaxe bei allo-SCT

Sowohl Post-Transplant Cyclophosphamide (PTCy) als auch Anti T-Lymphozyten-Globulin (ATLG) oder Anti-Thymozyten-Globulin (ATG)– gewonnen aus Blut von Kaninchen, die mit der Jurkat-T-Zelllinie bzw. humanen Thymozyten immunisiert wurden – werden im Kontext einer allogenen Stammzelltransplantation (allo-SCT) zur Prophylaxe einer Graft-versus-host-Erkrankung (GvHD) bei HLA-kompatiblen nicht-verwandten oder verwandten Spender:innen eingesetzt. Erstmals wurden nun beide Strategien in einer großen Phase-III-Studie mit Nicht-Unterlegenheits-Design direkt miteinander verglichen, und zwar im Hinblick auf Überlebensparameter und ihre Fähigkeit, der GvHD vorzubeugen. Prof. Johannes Schetelig von der Bereichsleitung Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden, stellte die Daten, die mit ATG/ATLG einen Sieger hervorbrachten, beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vor [1].
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