Thorakale Tumoren
Dr. rer. nat. Marion AdamDie thorakale Onkologie umfasst bösartige Tumoren der Lunge, des Rippenfells, des Mediastinums sowie Lungenmetastasen. Sie gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Insbesondere bei unklaren Lungenbefunden sind eine schnelle Diagnostik und Therapie entscheidend.
Was sind thorakale Tumoren?
Unter dem Begriff thorakale Tumoren werden alle malignen Tumoren, die in den Organen, Drüsen oder Strukturen der Brusthöhle oder des Brustkorbs (Thorax) auftreten, zusammengefasst. Dazu gehören bekannte Krebsarten wie Lungenkrebs (derzeit die zweithäufigste Krebsart bei Männern und Frauen), aber auch weniger häufige Krebsarten, wie der Rippenfellkrebs.
Einige der häufigsten Tumoren im Brustraum:
nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): Etwa 85% der Patient:innen mit Lungenkrebs leiden an einem NSCLC. Dazu gehören:
Adenokarzinome, die von den Schleimhautzellen der Lunge ausgehen
Plattenepithelkarzinome, die von den Zellen der Lungenauskleidung ausgehen
großzellige Karzinome, die in jedem Teil der Lunge entstehen können
kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC): 10 bis 15% der Lungenkrebsfälle sind kleinzellig
Diese Krebsart kann überall in der Lunge entstehen und wächst in der Regel schnell, was die Behandlung erleichtert, aber auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Krebs im Laufe der Zeit wieder auftritt.
Mesotheliom: Mesotheliome beginnen im Rippenfell (Pleura), im Bauchfell (Peritoneum) oder in anderen Geweben, die die Bauchhöhle auskleiden
Thymom (auch Thymuskarzinom genannt): Die Thymusdrüse ist ein kleines Organ in der Brust, das direkt unter dem Brustbein liegt und das Lymphsystem reguliert
Andere Krebsarten: Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und einige andere Krebsarten, die anderswo im Körper entstehen, können manchmal Metastasen in der Lunge oder in anderen Organen des Thorax bilden.
Welche Symptome treten bei thorakalen Tumoren auf?
Die Symptome variieren je nach Art des Tumors und nach betroffenem Gewebe. In frühen Stadien treten häufig keine Symptome auf, so dass der Tumor erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden kann. Betroffene Patient:innen können unter folgenden Symptomen leiden:
Husten, der nicht verschwindet oder sich mit der Zeit verschlimmert
Veränderungen eines chronischen Hustens oder Raucherhustens
Schmerzen in der Brust, die sich beim Lachen, tiefen Atmen oder Husten verschlimmern
Aushusten von Blut oder blutigem oder rostfarbenem Schleim
Müdigkeit
Sodbrennen, Magenverstimmung oder Erbrechen
Heiserkeit
Kurzatmigkeit oder Keuchen
unerwarteter Gewichtsverlust oder unerklärlicher Appetitverlust
Schwäche
Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten, kann nur eine Untersuchung beim Arzt zu einer Diagnose führen.
Was sind die Ursachen thorakaler Tumoren?
Die Ursachen für die Entstehung von thorakalen Tumoren sind nicht eindeutig geklärt. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:
Vererbung
Alter
Hormonstatus
Umweltfaktoren, z.B. die Exposition gegenüber Sonnenlicht oder karzinogenen Stoffen wie Asbest und radioaktiven Stoffen, frühere Behandlungen wegen anderer Krebsarten
Lebensstilfaktoren wie Ernährung oder Körpergewicht
Rauchen: Der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Ca. 90% der Patient:innen mit Lungenkrebs sind oder waren früher Raucher:innen. Insbesondere der kleinzellige Lungenkrebs kommt bei Nichtraucher:innen selten vor.
Wie erfolgt die Diagnose von Tumoren im Thorax?
Die diagnostischen Maßnahmen von Patient:innen mit Verdacht auf einen thorakalen Tumor konzentrieren sich auf die Bestätigung der Diagnose und die Bestimmung des Stadiums der Erkrankung.
Zur Diagnostik können folgende Methoden herangezogen werden:
Anamnese: Körperliche Untersuchung
Laboruntersuchungen
Biopsie
Bildgebung: Röntgenaufnahme des Brustkorbs, CT-Aufnahme der Brust mit Kontrastmittelinfusion: Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT)
Wie erfolgt die Behandlung thorakaler Tumoren?
Die Therapie richtet sich nach dem histologischen Befund, dem Vorhandensein onkogener Treibermutationen, dem Stadium sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand und den Begleiterkrankungen der Patient:innen. Eine spezialfachärztliche Versorgung kann umfassen:
Operation: Der erste Schritt der Behandlung ist, sofern möglich, eine operative Entfernung des Tumors. Diese wird nach Möglichkeit minimal invasiv durch moderene Thoraxchirurgie durchgeführt.
Radiochemotherapie: Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie