Mittwoch, 12. August 2020
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Engmaschige Nachsorge ist beim Analkarzinom das A und O

© Anna Gutmann / Fotolia.com

Das Analkarzinom (Analkrebs) ist mit einer Inzidenz von 1/100.000 Einwohnern in Deutschland eine eher seltene Krebserkrankung. Wird es frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen sehr gut.

Die Entstehung eines Analkarzinoms ist häufig mit einer bestehenden Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) assoziiert, wie es auch beim Gebärmutterhalskrebs der Fall ist.

Obwohl ein Analkarzinom in enger Nachbarschaft zur Darmschleimhaut steht, unterscheidet es sich stark von Darm- bzw. Rektumkrebs. Denn diese gehören fast immer zu den Adenokarzinomen, während es sich beim Analkarzinom meist um Plattenepithelkarzinome handelt. Analkarzinome sind strenggenommen nur die Karzinome, die im Bereich des Analkanals entstehen, bösartige Tumoren, die am Übergang von Analkanal und Afterhaut entstehen, werden stattdessen als Analrandkarzinom bezeichnet und zu den Hauttumoren gezählt.

Symptome, die auf ein Analkarzinom hinweisen können, sind Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang oder analer Juckreiz. Bei Verdacht auf ein Analkarzinom wird eine Tastuntersuchung und/oder Enddarmspiegelung durchgeführt. Um das Tumorstadium zu bestimmen, kommen darüberhinaus Endosonographie mit Biopsie, CT/MRT des Beckens und Röntgen/CT des Thorax hinzu.

Die Therapie richtet sich dann nach dem Stadium. Bei einem Analrandkarzinom wird mit Hilfe einer primären Operation der Tumor im Ganzen reseziert. Bei den übrigen Analkarzinomen ist eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie (Radiochemotherapie) Mittel der Wahl. Als Zytostatika kommen vor allem Mitomycin C und 5-Fluorouracil zum Einsatz. In 80% der Fälle kann der Patient auf diese Weise von seinem Tumorleiden geheilt werden.

Innerhalb des ersten Jahres nach der Radiochemotherapie sollte eine engmaschige Nachsorge (alle 3 Monate) stattfinden, da die meisten Rezidive innerhalb der ersten 2 Jahre nach Behandlung auftreten. Im zweiten Jahr dehnt man die Untersuchungsintervalle auf etwa ein halbes Jahr aus, im Anschluss daran genügen jährliche Kontrollen.

Kommt es nach erfolgter Behandlung zu einem Tumorprogress, versucht man zunächst, das Rezidiv chirurgisch zu entfernen. Ist dies nicht möglich, kann man eine neoadjuvante Chemotherapie durchführen, mit dem Ziel, eine sekundäre Resektabilität zu erreichen. Eine erneute Radio- oder Radiochemotherapie ist meist auf Grund der Vorbelastung nicht möglich. Bei inoperablem Rezidiv wird eine palliative Chemotherapie empfohlen, bei massivem Sphinkterbefall kann eine palliative Kolostomie notwendig sein.

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung wurden bislang nur wenige Phase-II-Studien und Sammelkasuistiken zur Chemotherapie des metastasierten Analkarzinoms publiziert, diese und alle anderen Neuigkeiten zum Analkarzinom sind hier auf www.journalonko.de zu finden.

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