Montag, 9. Dezember 2019
Navigation öffnen

Engmaschige Nachsorge ist beim Analkarzinom das A und O

© Anna Gutmann / Fotolia.com

Das Analkarzinom (Analkrebs) ist mit einer Inzidenz von 1/100.000 Einwohnern in Deutschland eine eher seltene Krebserkrankung. Wird es frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen sehr gut.

Die Entstehung eines Analkarzinoms ist häufig mit einer bestehenden Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) assoziiert, wie es auch beim Gebärmutterhalskrebs der Fall ist.

Obwohl ein Analkarzinom in enger Nachbarschaft zur Darmschleimhaut steht, unterscheidet es sich stark von Darm- bzw. Rektumkrebs. Denn diese gehören fast immer zu den Adenokarzinomen, während es sich beim Analkarzinom meist um Plattenepithelkarzinome handelt. Analkarzinome sind strenggenommen nur die Karzinome, die im Bereich des Analkanals entstehen, bösartige Tumoren, die am Übergang von Analkanal und Afterhaut entstehen, werden stattdessen als Analrandkarzinom bezeichnet und zu den Hauttumoren gezählt.

Symptome, die auf ein Analkarzinom hinweisen können, sind Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang oder analer Juckreiz. Bei Verdacht auf ein Analkarzinom wird eine Tastuntersuchung und/oder Enddarmspiegelung durchgeführt. Um das Tumorstadium zu bestimmen, kommen darüberhinaus Endosonographie mit Biopsie, CT/MRT des Beckens und Röntgen/CT des Thorax hinzu.

Die Therapie richtet sich dann nach dem Stadium. Bei einem Analrandkarzinom wird mit Hilfe einer primären Operation der Tumor im Ganzen reseziert. Bei den übrigen Analkarzinomen ist eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie (Radiochemotherapie) Mittel der Wahl. Als Zytostatika kommen vor allem Mitomycin C und 5-Fluorouracil zum Einsatz. In 80% der Fälle kann der Patient auf diese Weise von seinem Tumorleiden geheilt werden.

Innerhalb des ersten Jahres nach der Radiochemotherapie sollte eine engmaschige Nachsorge (alle 3 Monate) stattfinden, da die meisten Rezidive innerhalb der ersten 2 Jahre nach Behandlung auftreten. Im zweiten Jahr dehnt man die Untersuchungsintervalle auf etwa ein halbes Jahr aus, im Anschluss daran genügen jährliche Kontrollen.

Kommt es nach erfolgter Behandlung zu einem Tumorprogress, versucht man zunächst, das Rezidiv chirurgisch zu entfernen. Ist dies nicht möglich, kann man eine neoadjuvante Chemotherapie durchführen, mit dem Ziel, eine sekundäre Resektabilität zu erreichen. Eine erneute Radio- oder Radiochemotherapie ist meist auf Grund der Vorbelastung nicht möglich. Bei inoperablem Rezidiv wird eine palliative Chemotherapie empfohlen, bei massivem Sphinkterbefall kann eine palliative Kolostomie notwendig sein.

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung wurden bislang nur wenige Phase-II-Studien und Sammelkasuistiken zur Chemotherapie des metastasierten Analkarzinoms publiziert, diese und alle anderen Neuigkeiten zum Analkarzinom sind hier auf www.journalonko.de zu finden.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Phase-I-Studie mit Pembrolizumab bei Krebspatienten mit Komorbidität HIV

Menschen mit HIV sind von immunonkologischen Studien bisher ausgeschlossen worden. In der Phase-I-Studie CITN-12 wurden 30 HIV-Patienten (medianes Alter: 57 Jahre) mit einer Krebserkrankung im fortgeschrittenem Stadium (HIV-assoziiert: Kaposi-Sarkom, NHL; nicht-HIV-assoziiert: Analkarzinom, kutanes Plattenepithelkarzinom u.a.) eingeschlossen und erhielten Pembrolizumab 200 mg i.v.. Einschlusskriterien waren ECOG ≤ 1, eine CD4-Zellzahl ≥100/μl, ≥ 4 Wochen antiretrovirale Therapie...

STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen bestimmte HPV-induzierte Krebsarten jetzt auch für Jungen

Am 28. Juni 2018 hat das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Epidemiologischen Bulletin 26/2018 die vorgezogene Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO) kommuniziert, eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) auch für Jungen zu empfehlen. Diese Veröffentlichung erfolgt deutlich früher als zunächst angekündigt. Mit der STIKO-Empfehlung werden die nächsten Schritte angestoßen, um die HPV-Impfung für Jungen in wenigen Monaten zu einer...

HPV-Impfung – die oft versäumte Chance gegen Krebs

Nur gegen einzelne Viren gibt es antivirale Medikamente, die jedoch oft nicht ausreichend wirksam sind und auch Nebenwirkungen verursachen können. Daher hat die Impfprävention gegen virusbedingte Krankheiten, wie z.B. Masern, Mumps, Röteln oder Hepatitis B schon immer eine ganz besondere Bedeutung. Eines der erfreulichsten Ergebnisse dieser Bemühungen war die Entwicklung und Zulassung einer Impfung gegen humane Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs und...

IKF führt drei Immuntherapiestudien durch

Bei den drei am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) durchgeführten Studien handelt es sich um MK-3475-164 (Metastasiertes vorbehandeltes Kolonkarzinom mit MSI), MK-3475-061 (Metastasiertes Adenokarzinom des Magens oder des ösophagogastralen Überganges in Zweitlinie) sowie um die prospektive monozentrische Pilot-Studie zur Vakzinierung mit P16_37-63 begleitend zu einer Platin-haltigen Chemotherapie bei  HPV- und p16INK4a-positiven Tumoren...

ECC 2015: KEYNOTE-028 zeigt Antitumorwirkung von Pembrolizumab bei zwei Tumorentitäten des Gastrointestinaltraktes sowie beim fortgeschrittenen Nasopharynxkarzinom

Auf dem Europäischen Krebskongress (ECC) in Wien wurden aktuelle Daten aus der laufenden klinischen Phase‑Ib-Studie KEYNOTE-028 für den PD‑1 (programmed cell death receptor‑1)-Inhibitor KEYTRUDA® (Pembrolizumab) bei verschiedenen schwer zu behandelnden Arten von Malignomen präsentiert. Die Daten dieser Studie zeigten erstmals Erkenntnisse zur Anwendung von Pembrolizumab beim fortgeschrittenen, nicht resezierbaren Nasopharynxkarzinom (nasopharyngeal carcinoma,...