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Organspende ja oder nein - Entscheidungen nach dem großen Skandal
Vom 1. November an werden Krankenkassen Info-Briefe über Organspende verschicken - weil es viel zu wenige Spender gibt. Das platzt mitten in die Ermittlungen zum größten Organspende-Skandal in Deutschland. Was fühlen Ärzte und Patienten dabei? Eine Reise durch Berlin.
Therapieresistentes Melanom: Entzündung schützt Tumor
Schwarzer Hautkrebs ist so gefährlich, weil er dazu neigt, früh Metastasen zu bilden. Neue Behandlungsansätze nutzen unter anderem die Fähigkeit der Immunabwehr, bösartige Zellen aufzuspüren und zu zerstören. Doch diese Strategie ist oft nur vorübergehend wirksam. Warum dies so ist, haben Forscherteams der Universität Bonn und der Universitätsmedizin Mainz herausgefunden: In der durch die Behandlung verursachten Entzündungsreaktion wandeln die Tumorzellen vorübergehend ihre äußere Gestalt und werden dadurch für Abwehrzellen unsichtbar. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Verbesserung von Kombinationstherapien.
Direkter Nachweis von Tumorstammzellen im Blutbild
Medizinern der Arbeitsgemeinschaft Transfusionsmedizinisches Zentrum Bayreuth (TZB) ist es nun erstmals gelungen, Tumorstammzellen im Patientenblut von Krebspatienten direkt nachzuweisen. Mit dem verwendeten maintrac-Verfahren werden zirkulierende Tumorzellen von Krebspatienten identifiziert, von denen ein Anteil Tumorstammzellen sind. Tumorstammzellen sind wachstumsbefähigte Zellen, die unter Verdacht stehen, für das Entstehen von Metastasen verantwortlich zu sein. Sie verfügen über typische Stammzelleigenschaften, können sich demnach selbst erneuern und teilen.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
US-Zulassung für Regorafenib zur Behandlung von metastasiertem Darmkrebs
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat das Krebsmedikament Stivarga® (Wirkstoff: Regorafenib) von Bayer zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom zugelassen, die bereits mit den derzeit verfügbaren Therapien (einer Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan basierten Chemotherapie, einer Anti-VEGF-Therapie und - bei KRAS-Wildtyp - einer Anti-EGFR-Therapie) behandelt wurden. Die Zulassung für Stivarga basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie CORRECT.
Landarzt im Münsterland: Volles Wartezimmer und doch in den Miesen
Am Donnerstag verhandeln Ärzte und Krankenkassen wieder über die Honorare. Im Gegensatz zu den Spezialisten in den Städten beklagen Hausärzte in der Fläche unzumutbare Zustände. Peter Wacker im Münsterland macht in manchen Monaten sogar Verlust.
Mindestens 21 europäische Sprachen vom digitalen Aussterben bedroht
Die meisten europäischen Sprachen werden in der digitalen Welt unter Umständen nicht überleben, warnt eine Studie der führenden europäischen Sprachtechnologie-Experten. In der Studie „Europe’s Languages in the Digital Age“ haben Wissenschaftler den Stand der Sprachtechnologie für 30 der ca. 80 europäischen Sprachen bewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass bei 21 der 30 untersuchten Sprachen ein digitaler Rückhalt nicht existiert oder bestenfalls schwach ist. Durchgeführt wurde die Studie von META-NET, einem europäischen Exzellenz-Netzwerk, in dem 60 Spitzenforschungszentren in 34 Ländern an den technologischen Grundlagen für ein multilinguales Europa arbeiten.
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Intensivierte Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms mit Panitumumab
Die Therapie des kolorektalen Karzinoms hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, vor allem auch durch die Einführung neuer, zielgerichteter Therapien, wie monoklonale Antikörper gegen den Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR). Der vollhumane Anti-EGFR-Antikörper Panitumumab (Vectibix®) ist mittlerweile für alle Therapielinien beim kolorektalen Karzinom mit KRAS-Wildtyp zugelassen. Zur Intensivierung der FOLFOX-Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung eingesetzt, hat er in einer Phase-III-Studie numerisch die bislang längsten Überlebenszeiten bei Tumoren mit KRAS-Wildtyp erzielt und kann außerdem den Anteil der Patienten erhöhen, bei denen eine R0-Resektion von Lebermetastasen möglich ist.
Prostatakarzinom: Tamoxifengabe könnte Therapie-Abbruchrate reduzieren
Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Deutschen Cochrane Zentrums (DCZ) haben nachgewiesen, dass der Arzneistoff Tamoxifen - bekannt aus der Brustkrebstherapie - auch männlichen Patienten zugutekommen könnte: Er mildert die Nebenwirkungen einer hormonellen Prostatakrebs-Therapie wie etwa die Entwicklung einer Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie). Dieser Effekt könnte die Zahl der Therapie-Abbrüche deutlich reduzieren. Die jüngsten Forschungsergebnisse werden jetzt im Fachmagazin „BMC Medicine“ veröffentlicht.
Fixierung im Heim: Richterliche Genehmigung ist keine Anordnung
Pflegebedürftige Senioren werden im Heim manchmal mit Bettgittern oder Gurten fixiert. Das soll etwa Stürzen vorbeugen. Genehmigt werden müssen diese Maßnahmen vom Betreuungsrichter, den Antrag stellen in der Regel Angehörige oder Vorsorgebevollmächtigte.
Fixierung im Pflegeheim lässt sich oft vermeiden
Ein Tisch am Rollstuhl oder ein Bettgitter sollen Senioren im Pflegeheim vor Stürzen schützen. Wirkungsvoll sind sie aber oft nicht. Angehörige sollten die Heimleitung deshalb auf Alternativen ansprechen.
Krankenkassen: Ärztepreise zu hoch – Vergütung deutlich senken
Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Kriegsbeil ausgegraben: Sie wollen die Preise der 130.000 niedergelassenen Ärzten drücken – und zwar deutlich. Die Kassenärzte haben dagegen Nachholbedarf angemeldet und warnen vor der Schließung von Landarzt-Praxen.
Langzeiterfahrung mit Dasatinib bei CML: Gesamtüberleben über 6 Jahre bei 71%
Aktuelle 6-Jahres-Follow-Up Daten der Dosisoptimierungsstudie mit Dasatinib (Sprycel®) zeigen eine Gesamtüberlebensrate von 71% bei erwachsenen Philadelphia-Chromosom-positiven CML-Patienten. Dabei wurden 670 Patienten untersucht, die gegenüber Imatinib (Glivec®) resistent oder intolerant sind. Bristol-Myers Squibb und Otsuka Pharmaceutical Europe Ltd. stellten die Studienergebnisse im Rahmen des EHA-Kongresses in Amsterdam (European Hematology Ass.) vor.
Hormonrezeptor-positives metastasiertes Mammakarzinom: mTOR-Inhibition mit Everolimus – eine neue Therapieoption
Die Phase-III-Studie BOLERO-2 hat gezeigt, dass bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs das progressionsfreie Überleben durch Everolimus (Afinitor®) in Kombination mit Exemestan mehr als verdoppelt und das Progressionsrisiko des Tumors im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Exemestan um 57% gesenkt werden konnte. Inzwischen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA Everolimus für die Behandlung von Hormonrezeptor-positivem, fortgeschrittenem Mammakarzinom zugelassen. Auf einem wissenschaftlichen Symposium von Novartis im Rahmen des diesjährigen Senologie-Kongresses in Stuttgart diskutierten die Referenten über den zentralen Stellenwert des Targets mTOR in der Tumorgenese, die Therapieoptionen beim Hormonrezeptor-positiven metastasierten Mammakarzinom sowie über den Umgang mit Everolimus in der klinischen Praxis.
Neuropathie: Unter retardiertem Oxycodon/Naloxon weniger opioidtypische Nebenwirkungen und Verbesserung der Lebensqualität
Eine prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie hat gezeigt, dass die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon/Naloxon (Targin®) bei neuropathischen Schmerzen wirksam und verträglich ist (1), so Dr. Uwe Junker, Remscheid. 1.488 Patienten mit neuropathischen Schmerzen verschiedener Genese erfuhren innerhalb von vier Wochen unabhängig von der Vormedikation eine signifikante Schmerzreduktion. Neben einer signifikanten Verbesserung der Darmfunktion gingen auch abdominelle Schmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen und Schwindel nach der Einstellung auf retardiertes Oxycodon/Naloxon deutlich zurück, sagte Junker. Zusätzlich verbesserte sich die Lebensqualität der Patienten um durchschnittlich 47%.
T-DM1 beim HER2-positiven Mammakarzinom: Erste Phase-III-Daten bestätigen das große Potenzial des innovativen Antikörper-Wirkstoff-Konjugats
Trotz aller Fortschritte in der Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms schreitet die Erkrankung bei etwa der Hälfte aller Patientinnen innerhalb eines Jahres fort (1). Das innovative Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) hat das Potenzial, die Prognose der betroffenen Frauen entscheidend zu verbessern: Bei vorbehandelten Patientinnen verlängerte T-DM1 das progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber der Kombination Capecitabin (Xeloda®) plus Lapatinib signifikant um 3,2 Monate – und dies bei erheblich besserer Verträglichkeit. Das belegen aktuelle Ergebnisse aus der zulassungs-relevanten Phase-III-Studie EMILIA, die erstmals auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert wurden (2).
Bevacizumab beim Ovarialkarzinom: Aktuelle Phase-III-Daten bestätigen erneut das Wirkprinzip der Angiogenesehemmung
Der Angiogenesehemmer Bevacizumab (Avastin®) wird seit Dezember 2011 erfolgreich in der Primärtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms eingesetzt. Nun zeigen die Ergebnisse der ersten Phase-III-Studie bei Patientinnen mit bereits vorbehandeltem platinresistenten Ovarialkarzinom erneut einen signifikanten Benefit mit Bevacizumab: Die zusätzliche Gabe von Bevacizumab zur Chemotherapie verlängert das progressionsfreie Überleben (PFS) der betroffenen Frauen signifikant um 3,3 Monate. Die AURELIA-Studie, die nun erstmals auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert wurde, bestätigt damit bereits als vierte Phase-III-Studie die hohe Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab (1).
Mechanismus für Oxaliplatin-assoziierte Nervenschmerzen gefunden
In einem Artikel in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichten Dr. Richard Carr und Kollegen über die Ursache von Missempfindungen, unter denen Patienten, die mit dem Krebsmedikament Oxaliplatin behandelt werden, leiden. Die Wissenschaftler konnten eine übersteigerte Erregung von Nervenzellen bei diesen Patienten auf die Funktionsweise eines bestimmten Natriumkanals zurückführen, der unter der Einwirkung von Oxaliplatin und Kälte nicht mehr korrekt schließt und damit Dauererregungen der Nervenzellen verursacht.
Verband Deutsche Nierenzentren: „Behandlung dialysepflichtiger Bewohner von Pflegeheimen – Dialyse im (Pflege)heim ist nicht gleich Heimdialyse“
Der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V. nimmt mit Besorgnis Bestrebungen zur Kenntnis, dass dialysepflichtige Bewohner von Pflegeheimen dazu bewegt werden, die notwendige Dialysebehandlung nach Schulung von Angehörigen und Pflegekräften vor Ort am Standort des Pflegeheims durchzuführen. Aktuell sind der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt im Saarland und die Arbeitsgemeinschaft Heimdialyse Saar e.V. übereingekommen, zukünftig ein landesweites Serviceangebot für dialysepflichtige Heimbewohner bereitzuhalten, dessen Ziel eine eigenständige „Heim“-Hämodialyse vor Ort ist. Ähnliche Bestrebungen sind bundesweit insbesondere für die Durchführung von Heimverfahren mit der ambulanten Bauchfelldialyse (CAPD) festzustellen.
Mechanismus identifiziert, wie sich metastasierende Darmkrebszellen von den Blutgefäßen in die Organe einschleusen
Nicht Primärtumore, sondern deren Metastasen sind für die Mehrzahl der Krebstoten verantwortlich. Physiologen und Neuropathologen der Universität Zürich identifizieren jetzt den Anfang der Metastasenbildung. Sie können als Erste den Weg von metastasierenden Darmkrebszellen aus den Blutbahnen nachweisen. Die Erkenntnisse erlauben neue Ansätze bei der Entwicklung von Krebstherapien. Weltweit sterben jedes Jahr über sieben Millionen Menschen an Krebs. Dank wirksameren Therapien und besserer Früherkennung sind in den Industrienationen die Primärtumore nur noch für zehn Prozent der Krebstoten verantwortlich. Die überwiegende Mehrheit stirbt heute an den Folgen von Metastasen, d.h. Tochtergeschwulsten. Diese entstehen aus Absiedlungen des Primärtumors, indem sie sich über die Blutbahnen des Kranken verbreiten. Bis heute war der eigentliche Grund für die Metastasierung in bestimmten Organen unbekannt. Unklar war, wie die Tochterzellen aus den Blutbahnen in das Gewebe von anderen Organen eindringen können.
Smartphones: App enttarnt Datenmissbrauch auf mobilen Endgeräten
Immer häufiger tun Mini-Programme auf internetfähigen Mobiltelefonen und Tablet-Rechnern mehr, als sie vorgeben. Im Verborgenen leiten die „Apps“ private Daten an Dritte weiter. Gegen diesen Datenmissbrauch haben Saarbrücker Informatiker nun einen neuen Ansatz entwickelt. Sie können mit der App „SRT AppGuard“ dem Datenklau einen Riegel vorschieben. Der Clou: Für den Schutz müssen die verdächtigen Programme weder vorab bekannt sein, noch muss das Betriebssystem des Smartphones verändert werden. Stattdessen greift die kostenlos erhältliche App den Programmcode der digitalen Spione an.