Journal Onkologie

Medizin

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Genetischer Hintergrund steuert individuelle Wege der Krebsentstehung

Warum entwickeln sich Krebserkrankungen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich – selbst, wenn sie denselben Risikofaktoren ausgesetzt sind? Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat nun an Mäusen gezeigt, dass die genetische Ausgangsausstattung eines Organismus den Verlauf der Krebsentstehung maßgeblich beeinflusst. Die in Nature veröffentlichten Ergebnisse liefern neue Einblicke in die frühesten Phasen der Tumorentwicklung und könnten langfristig einen wichtigen Schritt hin zu einer präziseren personalisierten Krebsmedizin bedeuten [1].
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE | EHA 2026

Langzeitdaten zu Zanubrutinib bei CLL ab 80 Jahren

Umfangreiche Phase-III-Daten bei Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (CLL/SLL) im Alter von 80 Jahren und älter zeigen einen anhaltenden Nutzen von Zanubrutinib nach nahezu 6,5 Jahren Nachbeobachtung. Die Daten, die zu den bislang größten Datensätzen älterer Patient:innen mit therapienaiver CLL zählen, wurden auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) 2026 in Stockholm präsentiert. Im Fokus stehen damit gerade jene Patient:innen, die in der klinischen Praxis häufig behandelt werden, in zulassungsrelevanten Studien jedoch bislang nur begrenzt vertreten waren.
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Urologische Tumoren
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EV+P perioperativ beim MIBC ohne Cisplatin-Option zugelassen

Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) haben nach radikaler Zystektomie mit Dissektion der pelvinen Lymphknoten ein hohes Metastasierungsrisiko. Kommt eine neoadjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht in Frage, sind die systemischen Optionen begrenzt. Jetzt wurde die perioperative Kombination von Enfortumab Vedotin in Kombination mit Pembrolizumab (EV+P) in dieser Situation zugelassen.
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Medizin
 3 Min|
Hautkrebs im Gesicht: Ultraschall zeigt Tumortiefe

Hautkrebs im Gesicht: Ultraschall zeigt Tumortiefe

Sommer, Sonne, UV-Strahlung: Für die Haut bedeutet die warme Jahreszeit besondere Belastung – vor allem im Gesicht. Nase, Ohren, Stirn und Kopfhaut sind der Sonne über Jahre oft ungeschützt ausgesetzt. Genau dort entstehen häufig Hautkrebsarten wie Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Müssen solche Tumoren operativ entfernt werden, zählt nicht nur, was an der Oberfläche sichtbar ist: Ebenso wichtig ist, wie tief der Tumor bereits gewachsen ist. Hochfrequenter Ultraschall kann bei bestimmten Hauttumoren helfen, diese Frage vor dem Eingriff besser zu beantworten, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM).
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Medizin
 3 Min|
Blutgefäße lotsen Immunzellen zur Metastase

Blutgefäße lotsen Immunzellen zur Metastase

Seit Langem vermuten Forschende, dass Endothelzellen entscheidend beeinflussen, wie das Immunsystem auf Tumoren reagiert. Wissenschaftler:innen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg haben nun bei Mäusen erstmals spezialisierte Endothelzellen entdeckt, die eine Immunabwehr von Krebsmetastasen in der Leber ermöglichen. Die Ergebnisse eröffnen Perspektiven für die Entwicklung neuartiger kombinierter Krebstherapien [1].
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Medizin
 2 Min|
Zulassung von Serplulimab auf NSCLC erweitert

Zulassung von Serplulimab auf NSCLC erweitert

Die Europäische Kommission hat die Zulassung des PD-1-Inhibitors Serplulimab erweitert: Dadurch umfasst das Anwendungsgebiet neben dem fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom (ES-SCLC) nun auch das nicht-plattenepitheliale NSCLC [1]. Die Zulassungserweiterung beruht auf der Phase-III-Studie ASTRUM-002 [2, 3]. Dabei führte die Ergänzung von Serplulimab zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben sowie Gesamtüberleben gegenüber der Chemotherapie allein mit einem gut kontrollierbaren Sicherheitsprofil [3]. Mit der Zulassungserweiterung steht für Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-plattenepithelialem NSCLC ohne EGFR-, ALK- oder ROS1-positive Mutationen eine zusätzliche immunonkologische Behandlungsoptionin der Erstlinie zur Verfügung.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Akute Leukämien: Mutationen eröffnen gezieltere Therapieansätze

Forschende des NCT Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben erstmals systematisch ermittelt, wie bestimmte Mutationen Akute Myeloische Leukämien fördern. Die Ergebnisse zeigen, warum sich IDH1- und IDH2-mutierte Leukämien trotz ähnlicher molekularer Mechanismen unterschiedlich entwickeln, und eröffnen neue Ansätze für Diagnostik und zielgerichtete Therapien. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Thoraxklinik Heidelberg.Anzeige
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Medizin
 3 Min|
Lynch-Syndrom: KI verbessert Vorsorge nicht

Lynch-Syndrom: KI verbessert Vorsorge nicht

Menschen mit Lynch-Syndrom, der häufigsten erblichen Veranlagung für Darmkrebs, haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko und erhalten daher regelmäßig Darmspiegelungen. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, der Universität Leipzig und des Amsterdam UMC untersuchten, ob künstliche Intelligenz (KI) die Erkennung von Krebsvorstufen verbessern kann. Das Ergebnis: In spezialisierten Zentren brachte die zusätzliche KI-Unterstützung keinen relevanten Vorteil. Die Studie erschien in The Lancet Gastroenterology & Hepatology [1].
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Entitätsübergreifend
 3 Min|
Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko möglicherweise deutlich unterschätzt

Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko möglicherweise deutlich unterschätzt

Übergewicht und Adipositas tragen möglicherweise zu deutlich mehr Krebserkrankungen bei als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Ihre Analyse zeigt: Werden aussagekräftigere Maße für Körperfett sowie methodische Verzerrungen berücksichtigt, sind mehr als 10% aller Krebserkrankungen auf erhöhtes Körpergewicht zurückzuführen – fast doppelt so viele wie bisherige Schätzungen vermuten ließen.
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Medizin
 2 Min|
ASCO 2026

TFI als Prognosefaktor beim HR+/HER2- a/mBC: Real-World-Daten aus der PERFORM-Studie

Beim ASCO 2026 wurden neue Daten zur Wirksamkeit aus der fünften Interimsanalyse (IA5) der deutschen/österreichischen Real-World-Studie PERFORM vorgestellt. PERFORM untersucht Palbociclib plus endokrine Therapie (ET) als Erstlinientherapie (1L) beim Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom (a/mBC) in der Routineversorgung und liefert damit Real-World-Evidenz unter den Bedingungen des klinischen Alltags. In der präsentierten Interimsanalyse wurden die Effektivitätsergebnisse in Abhängigkeit vom behandlungsfreien Intervall ausgewertet (Treatment-Free Interval, TFI), der sich als Prognosefaktor beim HR+/HER2- a/mBC erwies. Patient:innen mit einem TFI ≤ 12 Monate zeigten einen ungünstigeren Verlauf, die berichtete Lebensqualität (QoL) blieb in allen TFI-Subgruppen stabil.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

KI-System unterstützt transparente Diagnostik von B-Zell-Lymphomen

Die Diagnose bestimmter Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen könnte künftig einfacher und transparenter werden. Forschende der Universität Marburg haben mit „FlowXAI“ ein neues KI-System entwickelt, das Ärzt:innen bei der Einordnung von B-Zell-Lymphomen unterstützt. Anders als viele bisherige Verfahren liefert die Anwendung nicht nur einen Diagnosevorschlag, sondern erklärt auch, welche Zellmerkmale dafür ausschlaggebend waren und wie verlässlich die Einschätzung ist. Dadurch können Mediziner:innen ihre Aufmerksamkeit gezielt auf schwierige oder unsichere Fälle richten, berichten die Forschenden um den Informatiker Prof. Dr. Michael Thrun und die Krebsmedizinerin PD Dr. Cornelia Brendel und PD Dr. Jörg Hoffmann. Die Forschenden veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLOS Medicine.
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Urologische Tumoren
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KEYNOTE-905: EU-Zulassung beim muskelinvasiven Blasenkarzinom

Am 23. Juni 2026 hat die Europäische Kommission Pembrolizumab plus Enfortumab Vedotin zur neoadjuvanten und adjuvanten Behandlung nach radikaler Zystektomie bei Erwachsenen mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom zugelassen, die für Cisplatin ungeeignet sind. Damit steht in einem Setting mit hohem Rezidiv- und Progressionsrisiko erstmals ein zugelassenes perioperatives Therapieregime zur Verfügung. Grundlage sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-905.
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Medizin
 4 Min|

ESR1-Mutationen beim ER+/HER2– mBC: Treiber der endokrinen Resistenz? - Elacestrant überzeugt auch bei Co-mutierten PatientInnen1,2

Aktivierende ESR1-Mutationen sind ein zentraler Treiber der endokrinen Resistenz beim ER+/HER2-negaiven metastasierten Mammakarzinom (mBC) und mit einer ungünstigen Prognose verbunden. Post-hoc-Analysen der EMERALD-Studie sowie aktuelle Real-World-Daten untermauern den klinischen Nutzen von Elacestrant auch bei PatientInnen mit Co-Mutationen und heben die Bedeutung einer präzisen Mutationsdiagnostik hervor.
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Medizin
 2 Min|
Neuer Radiohybrid-Ansatz für passgenauere Prostatakrebs-Therapie

Neuer Radiohybrid-Ansatz für passgenauere Prostatakrebs-Therapie

Prostatakrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Bei fortgeschrittenen, metastasierten Tumoren fehlen jedoch oft präzise Werkzeuge, um Strahlentherapien individuell zu planen. Ein Forschungsteam um Dr. Constantin Mamat vom Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat nun einen neuartigen Diagnoseansatz erprobt, der zwei bildgebende Verfahren kombiniert und den Weg zu einer passgenauen Strahlentherapie ebnen könnte. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die Studie mit 166.000 Euro. Die Ergebnisse wurden im Journal of Medicinal Chemistry veröffentlicht [1].
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Medizin
 3 Min|
EU-Zulassung für Cetuximab-Kombination: Erstlinientherapie bei BRAF-V600E-mutiertem Darmkrebs

EU-Zulassung für Cetuximab-Kombination: Erstlinientherapie bei BRAF-V600E-mutiertem Darmkrebs

Die Europäische Kommission hat eine Zulassungserweiterung für Cetuximab in der Europäischen Union genehmigt. Cetuximab ist nun in Kombination mit Encorafenib für die Behandlung von BRAF-V600E-mutiertem metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) indiziert – sowohl in der Erstlinie in Kombination mit FOLFOX als auch bei Patient:innen, die zuvor eine systemische Therapie erhalten haben.
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Medizin
 3 Min|
Visugromab zeigt Potenzial bei Krebsimmuntherapie-Resistenz

Visugromab zeigt Potenzial bei Krebsimmuntherapie-Resistenz

Tumoren können das Immunsystem austricksen, indem sie das Oberflächenprotein PD-L1 bilden. Bindet dieses Protein an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen, wird deren Angriff auf den Tumor gebremst. Moderne Immuntherapien lösen diese Bremse und reaktivieren so die körpereigene Krebsabwehr. Dennoch sprechen viele Patient:innen nicht ausreichend auf diese Behandlung an. Ein Grund dafür sind weitere immunsuppressive Mechanismen, wie der von vielen Tumoren produzierte Botenstoff GDF-15. Die tumorimmunologische Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Wischhusen an der Würzburger Frauenklinik konnte gemeinsam mit ihrem Spin-off CatalYm in präklinischen Modellen demonstrieren, dass eine Blockade von GDF-15 die Wirksamkeit etablierter Immuntherapien deutlich verstärken kann.
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Gastrointestinale Tumoren
 6 Min|
Grafik: menschlicher Gastrointestinaltrakt
ESMO-GI 2026

Präzisionsmedizin, neue Wirkmechanismen und patientenzentrierte Therapieansätze im Fokus

Der ESMO-GI (European Society For Medical Oncology-Gastrointestinal Cancers) 2026 zeigte deutlich, wie sich die gastrointestinalen Tumorerkrankungen durch wissenschaftliche Innovationen neu ordnen. Über 4.000 Teilnehmende diskutierten aktuelle Daten zu Magen-, Leber-, Pankreas- und Kolonkarzinomen. Es ging auch um die Rolle moderner Tumorimpfstoffe, die Versorgung älterer Patient:innen sowie die Weiterentwicklung klinischer Studien. Die Kongressbotschaft war eindeutig: Präzise Biomarker, funktionelle Bewertung statt chronologischem Alter und intelligente Studiendesigns werden die gastrointestinale (GI) Onkologie der kommenden Jahre bestimmen.
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