Journal Onkologie

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JOURNAL HÄMATOLOGIE

Chronische lymphatische Leukämie: EU-Zulassung für Pirtobrutinib in der Erstlinie

Die Europäische Kommission hat Pirtobrutinib als ersten und einzigen nicht-kovalenten (reversiblen) Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor für die Behandlung Erwachsener mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) ab der Erstlinie zugelassen [1]. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studien BRUIN-CLL-314 und BRUIN-CLL-313. Diese zeigten erstmalig die Wirksamkeit von Pirtobrutinib im Head-to-Head-Vergleich mit dem bisherigen Standard Ibrutinib bzw. Chemo-Immuntherapie (Bendamustin + Rituximab) bei Therapie- und BTKi-naiven CLL-Patient:innen bei bekanntem guten Verträglichkeitsprofil [2,3]. Künftig kann Pirtobrutinib damit auch bei therapie-naiven erwachsenen CLL-Patient:innen eingesetzt werden [1]. Bislang war Pirtobrutinib in Deutschland zur Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem Verlauf der CLL (r/r CLL) nach Vorbehandlung mit kovalenten BTKi (cBTKi) zugelassen sowie zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären Mantelzell-Lymphoms (MCL) nach BTKi-Vortherapie [1].
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Hämatologie
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Überlebensvorteile durch Teclistamab beim multiplen Myelom nach ein bis drei Vortherapien

Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper, der gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und CD3 gerichtet ist. Seine Wirksamkeit als Monotherapie in frühen Therapielinien beim rezidivierten oder refraktären multiplen Myelom (r/r MM) war bislang unklar. Eine internationale randomisierte Phase-III-Studie mit 593 Patient:innen, die zuvor ein bis drei Therapielinien einschließlich eines Anti-CD38-Antikörpers und Lenalidomid erhalten hatten, liefert nun neue Ergebnisse. Teclistamab verbesserte das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) signifikant im Vergleich zur Standardtherapie mit Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason oder Carfilzomib und Dexamethason. Die Rate kompletter Remissionen war unter Teclistamab deutlich höher, allerdings traten auch Infektionen vom Grad 3 oder 4 häufiger auf.
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Symbolbild Mammakarzinom: Eine Brust in 3D Grafik

Dato-DXd: EU-Zulassung zur Erstlinienbehandlung des inoperablen oder metastasierten TNBC

Datopotamab deruxtecan (Dato-DXd) als Monotherapie ist seit dem 30. Juli 2026 zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patient:innen mit inoperablem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs (TNBC) zugelassen, die nicht für eine PD-1-/PD-L1-Inhibitor-Therapie infrage kommen. Es ist das erste TROP2-gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) mit signifikantem Überlebensvorteil in dieser Indikation. Für rund 70% der Patient:innen, die für eine Immuntherapie nicht infrage kommen, eröffnet das eine neue Perspektive.
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Kürzere OP-Zeiten bei Leberkrebs dank neuer Analyse-Methode

Kürzere OP-Zeiten bei Leberkrebs dank neuer Analyse-Methode

In einem Forschungsprojekt konnte gezeigt werden, dass die Kombination von optischer Kohärenztomographie (OCT) mit KI-basierter Anomalie-Erkennung schnelle und gute Ergebnisse bei der Analyse von Lebergewebe liefert und das Potenzial hat, Operationen zur Entfernung von Lebertumoren in Zukunft zu beschleunigen. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin Scientific Reports veröffentlicht [1].
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S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung aktualisiert

S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung aktualisiert

Die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patient:innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ liegt in aktualisierter Fassung vor. Neu hinzugekommen sind Kapitel zur Angehörigenbetreuung und Spiritualität. Zahlreiche bestehende Empfehlungen wurden überarbeitet. Ziel der Leitlinie ist es, die Lebensqualität von Krebsbetroffenen in palliativen Situationen und die ihrer Angehörigen zu erhalten oder zu verbessern. Die Leitlinie entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) und unter Mitwirkung von 70 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen. Finanziert wurde das Leitlinienupdate von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie.
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Erfolgsfaktoren für CAR-T-Zelltherapien beim r/r DLBCL

Was ist das therapeutische Potenzial von CAR-T-Zelltherapien bei Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) ab der Zweitlinie? Das diskutierten Fachärzt:innen der Hämatoonkologie anlässlich der 52. Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) in Madrid, Spanien. Als kritische Faktoren für einen kurativ intendierten Behandlungsansatz mit etwa Axicabtagen ciloleucel nannten die Expert:innen unter anderem eine sorgfältige Patientenselektion, einen möglichst frühzeitigen Therapiestart sowie ein strukturiertes Management möglicher Nebenwirkungen. So seien mittlerweile laut Einschätzung von Dr. Birte Friedrichs, Düsseldorf, beispielsweise CAR-T-bedingte, höhergradige Toxizitäten größtenteils mit proaktiven Managementstrategien beherrschbar.
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Leichter Anstieg bei Darmkrebs unter 50 Jahren

Darmkrebs gilt als Erkrankung des höheren Lebensalters. Eine neue Auswertung deutscher Krebsregister zeigt jedoch, dass die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen bei jüngeren Erwachsenen in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht angestiegen ist. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 20 und 39 Jahren. Die Ergebnisse beruhen auf Daten aus zehn deutschen Krebsregistern und umfassen den Zeitraum von 2003 bis 2023 [1].
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Mikroskopische Aufnahme eines Rhabdoid-Sarkoms

Präzisere Sarkomtherapie: Forschungsteam entwickelt bildgestützte molekulare Therapie

Eine Herausforderungen der Krebstherapie ist die möglichst vollständige Entfernung selbst kleinster Tumorreste während der Behandlung. Für Sarkome verfolgt die Forschungsgruppe um Prof. Oliver Bruns am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden einen neuartigen Weg: Mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und moderner Infrarotbildgebung sollen verbliebene Tumorzellen während der Operation sichtbar gemacht und entfernt werden. Ist dies nicht möglich, kommt in einem zweiten Schritt eine molekular gezielte Alpha-Strahlentherapie zum Einsatz.
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Intervalltraining mobilisiert Immunzellen auch bei fortgeschrittenem Krebs

Eine aktuelle Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Instituts für Sport- und Bewegungstherapie am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikum Essen zeigt, dass bereits ein einziges 20-minütiges hochintensives Intervalltraining (kurz: HIIT) wichtige Immunzellen im Blut vorübergehend ansteigen lässt. Dieser Effekt ließ sich sowohl bei gesunden Menschen als auch bei 20 Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung nachweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst unter aktiver Chemotherapie eine gezielte Belastung zu einer signifikanten, wenn auch vorübergehenden Mobilisierung wichtiger Immunzellen führt [1].
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Neu entdeckte Proteinstruktur als potenzielles Ziel für Krebsmedikamente

Neu entdeckte Proteinstruktur als potenzielles Ziel für Krebsmedikamente

Mehrere Krebsarten werden durch Mutationen ausgelöst, die mit einem Protein namens B-Raf in Zusammenhang stehen. Forschende am Paul Scherrer Institut PSI haben eine bislang unbekannte Proteinstruktur gefunden und entschlüsselt, die B-Raf während der Zellteilung bildet. Ihre Studie, die nun in der Fachzeitschrift Molecular Cell veröffentlicht wurde, eröffnet neue Ansätze für Krebstherapien.
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ESMO GI 2026

TTFields eröffnen neue Perspektiven beim lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom

Vom 01. bis 04. Juli 2026 fand das ESMO Gastrointestinal Cancers Annual Meeting 2026 in München statt. Im Rahmen eines Symposiums diskutierten Experten die aktuellen Perspektiven und Herausforderungen in der Therapie des lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms (LAPC). Besonderes Augenmerk lag auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie PANOVA-3 sowie auf der Frage, wie Tumor Treating Fields (TTFields) als Behandlungsmodalität in das multidisziplinäre Therapiekonzept integriert werden können. Die Veranstaltung beleuchtete medizinisch-onkologische, radioonkologische und chirurgische Perspektiven und umfasste zudem interaktive Publikumseinbindungen sowie eine abschließende Podiumsdiskussion zu Schmerz, Lebensqualität und gemeinsamer Therapieentscheidung.
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Neues Gewebemodell zeigt, wie Glioblastomzellen in das Gehirn eindringen

Neues Gewebemodell zeigt, wie Glioblastomzellen in das Gehirn eindringen

Das Glioblastom ist ein aggressiver Hirntumor, der weit in das umliegende Hirngewebe einwächst. Auch nach der Operation bleiben deshalb Tumorzellen im Gehirn zurück und der Tumor tritt erneut auf. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben mit Core2Edge ein vollständig auf menschlichem Gewebe basierendes Modell entwickelt, das diese schwer zugänglichen Randbereiche des Tumors realitätsnah abbildet. Damit lässt sich die Invasionsfront untersuchen und neue Wirkstoffkandidaten lassen sich direkt an humanem Gewebe testen – und das ohne Tierversuche. Die Arbeit der Brain Tumor Translational Research Group wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Protocols veröffentlicht.
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Neue Software „spatialproteomics" vereinfacht Analyse komplexer Gewebebilder

Dank moderner Bildgebungsverfahren ist es inzwischen möglich, mit nur einer Gewebeprobe zu ermitteln, welche Zellen im Gewebe vorhanden sind und wie diese organisiert sind. Ein Fortschritt, der die Diagnostik und Erforschung verschiedener Erkrankungen maßgeblich vereinfacht hat. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) hat nun eine Software entwickelt, die bei der Analyse dieser Ergebnisse künftig unterstützen soll. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden nun in der Fachzeitschrift Nature Methods [1].
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ASCO 2026

Cabozantinib zeigt konsistenten Vorteil bei RCC und NET unabhängig von Tumormerkmalen

Auf dem Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 präsentierte Subgruppenanalysen zeigen einen relativen Therapievorteil für den Multi-Tyrosinkinaseinhibitor Cabozantinib bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (aRCC, Kombinationstherapie mit Nivolumab) vs. Sunitinib und neuroendokrinen Tumoren (NET, Monotherapie) vs. Placebo unabhängig von patientenindividuellen Tumorcharakteristika.
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CHMP empfiehlt Zulassung von Sacituzumab govitecan + Pembrolizumab bei PD-L1-positivem metastasiertem TNBC

CHMP empfiehlt Zulassung von Sacituzumab govitecan + Pembrolizumab bei PD-L1-positivem metastasiertem TNBC

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme verabschiedet und empfiehlt die Zulassung von Sacituzumab govitecan in Kombination mit Pembrolizumab zur Behandlung erwachsener Patient:innen mit nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs (TNBC), die keine vorherige systemische Therapie bei metastasierter Erkrankung erhalten haben und deren Tumoren PD-L1 mit einem kombinierten positiven Score von mindestens 10 exprimieren. Mit einer Entscheidung der Europäischen Kommission zu dieser Indikation wird im weiteren Verlauf des Jahres 2026 gerechnet.
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CROWN-Studie: 7-Jahres-Daten setzen neue Maßstäbe beim ALK+ aNSCLC

Kürzlich wurden aktuelle Langzeit-Follow-up-Daten aus der Phase-III-Studie CROWN veröffentlicht, in der Lorlatinib im Vergleich zu Crizotinib bei Patient:innen mit nicht vorbehandeltem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (ALK+ aNSCLC) in der Erstlinie untersucht wurde. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von sieben Jahren wurde das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) basierend auf der Beurteilung durch die Prüfärzt:innen mit Lorlatinib nicht erreicht. 55% der mit Lorlatinib behandelten Patient:innen waren nach sieben Jahren noch am Leben und progressionsfrei, verglichen mit 3% im Crizotinib-Behandlungsarm.
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Neue App zur personalisierten Unterstützung bei erblichem Brust- und Eierstockkrebs

Wer einen Verdacht auf familiären Brust- und Eierstockkrebs hat, braucht oft viel Unterstützung. Besonders nach einer genetischen Beratung und einer Mitteilung eines positiven Testergebnisses fühlen sich viele Frauen allein gelassen. Das macht oft großen seelischen Stress. Forschende der MHH haben die GenE³-App entwickelt, um Betroffenen zu helfen. Die digitale Anwendung funktioniert über einen Chatbot und bietet sichere, personalisierte und verlässliche Informationen rund um das Thema. Jetzt wird die App in einer Studie auf ihre Wirksamkeit getestet.
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Follikuläres Lymphom: Epcoritamab-Kombinationstherapie ab dem 1. Rezidiv zugelassen

Die Herausforderung in der Behandlung des follikulären Lymphoms (FL) liegt im Rezidiv. Hier kann ab sofort der bispezifische Antikörper Epcoritamab zusammen mit Rituximab und Lenalidomid (R2) in allen Therapielinien eingesetzt werden. Gegenüber R2 alleine zeigte sich die neue Therapiekombination sowohl beim progressionsfreien Überleben als auch bei der Gesamtansprechrate signifikant überlegen.
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