Journal Onkologie

Medizin

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JOURNAL HÄMATOLOGIE

Proteinhemmung schwächt Leukämiezellen erfolgreich

In einer Studie der Universitätsmedizin Mainz konnten Krebszellen bei akuter myeloischer Leukämie durch einen neu entdeckten Mechanismus gezielt geschwächt werden. Die Hemmung bestimmter Proteine, die die Genaktivität beeinflussen, löste eine starke Abwehrreaktion der Krebszellen aus. Diese Immunantwort ähnelte der einer Grippe, schwächte die Tumorzellen und konnte deren Zelltod auslösen. Mit immunstimulierenden Botenstoffen konnten die Forschenden diesen Effekt sogar verstärken. Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, eine neue, gezielt entwickelte Kombinationstherapie für akute myeloische Leukämie zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht.
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Medizin
Speiseröhrenkrebs: Neue Erkenntnisse zur Früherkennung

Speiseröhrenkrebs: Neue Erkenntnisse zur Früherkennung

Mit zunehmendem Alter sammeln sich im gesunden Gewebe Mutationen, die Krebs auslösen können. Allerdings entwickeln sich nur wenige dieser veränderten Zellen zu Tumoren. Erkenntnisse moderner Studien deuten darauf hin, dass die Entstehung von Tumoren von komplexen Wechselwirkungen zwischen den mutierten Zellen und ihrer Umgebung abhängt. Das Verständnis dieser Prozesse und der dazugehörigen Umweltfaktoren ist bislang jedoch begrenzt. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Cambridge und mit Beteiligung der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (TUD) sowie des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI‑CBG) hat nun einen bislang unbekannten Mechanismus beschrieben, der das Überleben von Tumorzellen in einem sehr frühen Stadium fördert. Die Erkenntnisse um diese frühen biologischen Hinweise können dazu beitragen, die Früherkennung von Speiseröhrenkrebs zu verbessern.
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UV-Strahlung wird intensiver – frühzeitiger Sonnenschutz immer wichtiger

UV-Strahlung wird intensiver – frühzeitiger Sonnenschutz immer wichtiger

In den vergangenen Jahrzehnten hat die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) in Mitteleuropa deutlich zugenommen und damit auch das Risiko für gesundheitliche Schäden. Das berichtet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf Grundlage aktueller Messdaten. Da UV-Strahlung die Hauptursache für Hautkrebs ist, werden Schutzmaßnahmen für den Alltag immer wichtiger – und das nicht nur im Hochsommer, sondern bereits im Frühjahr.
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Medizin
DocCheck-Umfrage: Tucatinib als relevante Option nach Therapieversagen
HER2-positives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom

Umfrage: Tucatinib als relevante Option nach Therapieversagen

Eine aktuelle DocCheck-Umfrage unter Hämato-Onkolog:innen in Deutschland zeigt, welche Faktoren die Therapieentscheidungen beim HER2-positiven, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom (HER2+ aBC/mBC) wesentlich beeinflussen können. Effektivität (94%) und Erhalt der Lebensqualität (88%) stellten die wichtigsten Parameter dar. Die Umfrage demonstrierte: Nach Therapieversagen wechselten alle Befragten die Wirkstoffklasse. Mehr als jede:r Dritte setzt dabei auf eine Tyrosinkinase-Inhibitor-basierte Therapie wie Tucatinib. Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) stellen für 84% der befragten Behandler:innen ebenfalls wichtige Entscheidungskriterien dar. Die AGO empfiehlt Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin mit dem höchsten Empfehlungsgrad (AGO++) je nach vorangegangener Therapie, zum Beispiel nach Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd).
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Medizin
Photodynamische Therapie auch ohne Sauerstoff wirksam

Photodynamische Therapie auch ohne Sauerstoff wirksam

Die photodynamische Therapie (PDT) gegen Krebs basiert darauf, Patient:innen eine inaktive Substanz zu verabreichen, die erst im Tumor durch gezielte Lichtbestrahlung aktiviert wird. Dann erzeugt sie reaktive Sauerstoffspezies, die die Krebszellen töten. Die Methode stößt an Grenzen, wo kein Sauerstoff vorhanden ist. Die Gruppe von Prof. Dr. Johannes Karges von der Ruhr-Universität hat einen Durchbruch erzielt, der die Behandlung solcher Tumore ermöglicht: Wo kein Sauerstoff vorhanden ist, tritt ein alternativer Wirkmechanismus in Kraft. Er nutzt Wasserstoffperoxid, ein natürliches Stoffwechselprodukt der Zellen. Die Forschenden berichten im Journal of the American Chemical Society [1].
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Metastasierungsmechanismus entschlüsselt

Metastasierungsmechanismus entschlüsselt

Metastasen sind bei vielen Krebsformen ein zentrales Problem. Als Abkömmlinge des Primärtumors können sie in entfernten Organen wachsen und sind oft schwer erkennbar. Ein Forschungsteam am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun molekulare Mechanismen entdeckt, die die Ansiedlung von Krebszellen in anderen Geweben ermöglichen können. Die Ergebnisse stellt das Team um Dr. Tobias Reiff in der Fachzeitschrift Nature Communications vor.
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Medizin
CHMP empfiehlt Lurbinectedin plus Immuntherapie bei kleinzelligem Lungenkarzinom

CHMP empfiehlt Lurbinectedin plus Immuntherapie bei kleinzelligem Lungenkarzinom

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme zur Zulassung von Lurbinectedin in Kombination mit Atezolizumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie für erwachsene Patient:innen mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkarzinom (ES-SCLC) abgegeben, deren Erkrankung nach einer Standard-Induktionstherapie keine Progression gezeigt hat.
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Medizin
KI-Modell sagt Leberkrebsrisiko auf Basis von Routinedaten voraus

KI-Modell sagt Leberkrebsrisiko auf Basis von Routinedaten voraus

Eine frühe Diagnose ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung von Leberkrebs. Dennoch werden viele Fälle erst zu spät erkannt, weil das individuelle Risiko schwer einzuschätzen ist. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der Technischen Universität Dresden (TUD) hat nun ein KI-Modell entwickelt, welches das Risiko für Leberkrebs auf Basis routinemäßig erhobener klinischer Daten, wie Vorerkrankungen, Laborwerte sowie Lebensstilfaktoren, vorhersagen kann. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cancer Discovery, dem führenden Journal der US-amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft (AACR), veröffentlicht.
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Pembrolizumab-Kombi senkt Sterberisiko bei Harnblasenkarzinom um 35%
ASCO-GU

Pembrolizumab-Kombi senkt Sterberisiko bei Harnblasenkarzinom um 35%

Auf dem diesjährigen Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) wurden neue Ergebnisse der Phase-III-Studie EYNOTE-B15 zu Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin bei Patient:innen mit muskelinvasivem Harnblasenkarzinom (muscle-invasive bladder cancer, MIBC) präsentiert, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignet sind. Es handelt sich um das bisher einzige Kombinationsregime aus einer Immuntherapie und einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das bei perioperativer Anwendung das Überleben bei diesen Patient:innen signifikant verlängerte.
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NSCLC
NSCLC: Neue Daten von der perioperativen Therapie bis zum metastasierten Stadium
DGP 2026

NSCLC: Neue Daten von der perioperativen Therapie bis zum metastasierten Stadium

Beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin standen unter anderem aktuelle Entwicklungen zur Immuntherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Mittelpunkt. Professor Severin Schmid beleuchtete Fortschritte der perioperativen Chemoimmuntherapie beim resektablen NSCLC, Professor Nils Reinmuth die Langzeitergebnisse von Pembrolizumab im metastasierten Setting.
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Neuer Kupfer-Wirkstoff zerstört Krebszellen gezielt

Neuer Kupfer-Wirkstoff zerstört Krebszellen gezielt

Erst 2022 wurde die sogenannte Cuproptose entdeckt: Eine zuvor unbekannte Art des Zelltods durch einen Überschuss an Kupfer. Diesen Mechanismus machte sich die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Johannes Karges an der Ruhr-Universität Bochum zunutze, um einen neuen Wirkstoffkomplex auf Kupferbasis zu entwickeln, der Zellen 100-mal effektiver tötet als im Einsatz befindliche Chemotherapeutika. Der Kupferkomplex ist eingebettet in Polymernanopartikel, die sich gezielt im Tumorgewebe anlagern. Erst durch eine Aktivierung mit Licht lösen sich die Partikel auf und geben den Wirkstoff frei. So tötet er gezielt Tumorzellen und verschont gesundes Gewebe.
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Medizin
Immuntherapie halbiert Rückfallrate bei bestimmten Formen von Darmkrebs

Immuntherapie halbiert Rückfallrate bei bestimmten Formen von Darmkrebs

Die Ergänzung der standardmäßigen adjuvanten Chemotherapie durch die Immuntherapie mit Atezolizumab verbessert deutlich die Behandlungsergebnisse bei Patient:innen mit bestimmten Formen von Darmkrebs nach einer Operation. Das ist das Ergebnis der ATOMIC-Studie (Alliance A021502/AIO-KRK-0317), die in Deutschland von Prof. Dr. Anke Reinacher-Schick vom St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, koordiniert wurde [1]. Die Studie zeigte eine 50%ige Verringerung des Risikos für ein Wiederauftreten der Erkrankung oder den Tod im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Damit ist ein neuer Behandlungsstandard für diese biologisch unterscheidbare Untergruppe etabliert.
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JOURNAL HÄMATOLOGIE

Der Einfluss der Lymphknoten-Architektur auf Lymphome

Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) gelang es erstmals, die Organisation von Immunzellen im menschlichen Lymphknoten zu kartieren. Die Studie wurde gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie Heidelberg (EMBL), dem Berlin Institute of Health (BIH) der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Basel durchgeführt. Sie konnten zeigen, warum die Architektur des Lymphknotens bei bösartigen Lymphomen schrittweise abgebaut wird. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden um Prof. Dr. Sascha Dietrich (UKD) in der Fachzeitschrift Nature Cancer.
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NSCLC
EGFR+ NSCLC: Hoher klinischer Nutzen von Osimertinib plus Chemotherapie auch bei TP53-Komutationen
ELCC 2026

EGFR+ NSCLC: Hoher klinischer Nutzen von Osimertinib plus Chemotherapie auch bei TP53-Komutationen

Erkrankte mit EGFR‑mutiertem nicht‑kleinzelligem Lungenkarzinom (EGFRm NSCLC) und begleitender TP53‑Mutation sprechen häufig schlecht auf eine Monotherapie mit EGFR‑Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) an. Die Phase‑III‑Studie FLAURA2 hatte im Erstliniensetting eine überlegene Wirksamkeit der Kombination aus dem Drittgenerations-TKI Osimertinib und Chemotherapie gegenüber einer Osimertinib‑Monotherapie gezeigt [1]. Unklar war jedoch, ob dieser Vorteil auch bei TP53‑Komutationen bestehen bleibt. Die Phase‑III‑Studie TOP, deren Interimsdaten beim Europäischen Lungenkrebskongress (ELCC) 2026 vorgestellt wurden, beantwortete dies nun mit „Ja“ [2].
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Fixdosis-Kombination aus Nivolumab und Relatlimab: Neue Erstlinienoption beim fortgeschrittenen malignen Melanom

Fixdosis-Kombination aus Nivolumab und Relatlimab: Neue Erstlinienoption beim fortgeschrittenen malignen Melanom

Zum 1. April 2026 wurde in Deutschland die Fixdosis-Kombination aus Nivolumab und Relatlimab eingeführt. Diese duale Immuntherapie stellt die bislang einzige zugelassene Kombination eines PD-1-Inhibitors (Nivolumab) mit einem LAG-3-Inhibitor (Relatlimab) dar und nutzt einen synergistischen immunologischen Wirkmechanismus [1]. Durch die gleichzeitige Blockade zweier inhibitorischer Signalwege wird eine verstärkte Aktivierung von T-Zellen angestrebt.
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