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Medizin

27. Juni 2014 Erste zertifizierte Onkolotsin in Sachsen-Anhalt im Einsatz

Wenn ein Mensch an Krebs erkrankt, stürzen nicht nur medizinische Fragen auf den Betroffenen ein. Betreuung der Kinder, Reha-Maßnahmen, Unterstützung im Haushalt - oftmals stehen die Patienten vor einem Berg an Herausforderungen. Für viele Betroffene ist es schwer, allein diese Fragen zu bewältigen. Unterstützung erhalten Frauen nun durch die erste ausgebildete Onkolotsin Sachsen-Anhalts. Schwester Karla Dieckmeyer von der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie (Direktor: Prof. Dr. Christoph Thomssen) hat sich im Rahmen einer über sieben Monate verteilten Weiterbildung durch die Sächsische Krebsgesellschaft ein entsprechendes Zertifikat erworben.

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Fachinformation

"Wir sind stolz darauf, dass unsere Klinik einen weiteren Service für unsere Patientinnen anbieten kann", sagt Professor Thomssen, der auf zahlreiche weitere Aktivitäten seiner Klinik über die medizinische Betreuung hinaus für Frauen mit Brustkrebs oder gynäkologischen Krebserkrankungen verweisen kann. Seine gesamte Klinik - mit Brustkrebszentrum und Gynäkologischem Krebszentrum - ist nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. zertifiziert. Neben medizinischem Wissen seien Informationen zu Strukturen und Prozessen im Rahmen der Behandlung besonders wichtig. Prof. Thomssen: "Patientinnen benötigen Fürsorge, Verständnis und Beratung." Die Onkolotsin soll die Patientin auf dem besten Weg durch die verschiedenen Versorgungsangebote führen.
 
"Eine Okolotsin muss helfen, trösten, aufklären, unterstützen und den Überblick behalten, welche Hilfen eine Patientin über die medizinische Behandlung hinaus benötigt", umreißt Fachkrankenschwester Karla Dieckmeyer, die seit 40 Jahren in der Universitätsmedizin arbeitet, grob ihr Aufgabengebiet. Sie vermittelt zum Beispiel den Kontakt zu Sozialarbeitern, wenn eine Rehabilitationsmaßnahme (Kur) beantragt werden soll oder die betroffene Patientin eine Haushaltshilfe benötigt. "Ein wichtiges Thema bei jungen Betroffenen ist zudem immer die Betreuung der Kinder", konnte Schwester Karla feststellen. Was viele Betroffene zudem nicht wüssten, sei, dass es bestimmte Härtefallfonds von karitativen Verbänden gibt, die Patienten auch finanziell unterstützen können. Schwester Karla, die seit etwa 15 Jahren für an Brustkrebs erkrankte Frauen tätig ist, kümmert sich um die ambulanten und stationären Patientinnen der Klinik. "Viele Patientinnen begleite ich schon seit vielen Jahren." Die Nachkontrollen im Rahmen der Krebstherapie finden im Laufe von 10 Jahren statt. Dabei können immer wieder neue Fragestellungen auftauchen. "Oftmals baut sich ein Vertrauensverhältnis auf", stellt die zertifizierte Onkolotsin fest. "Viele Frauen brauchen einen Ansprechpartner, dem sie bei nichtmedizinischen Fragen vertrauen können." Um auf die unterschiedlichen Fragen und Situationen vorbereitet zu sein, war die Ausbildung zur Onkolotsin ein wichtiger Baustein.

Quelle: Universitätsklinikum Halle


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