Journal Onkologie
Gesundheitspolitik

Darmkrebsfrüherkennung: Budgetierung endoskopischer Leistungen

Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) und die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben in einer gemeinsamen Stellungnahme davor gewarnt, dass die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehene Budgetierung endoskopischer Leistungen die organisierte Darmkrebsfrüherkennung gefährdet.

Hintergrund der Stellungnahme

Hintergrund ist eine aus Sicht der beiden Organisationen paradoxe Entwicklung: Nach aktuellen Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) wurden 2025 bundesweit rund 695.000 Früherkennungskoloskopien durchgeführt – ein Plus von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Kampagne, die seit 2002 ihre Erfolge zeigt.

„Wir sehen ein Präventionsprogramm, das gerade jetzt an Fahrt gewinnt – und eine Gesetzgebung, die genau in diesem Moment die Bremse zieht", sagt Dr. med. Ulrich Tappe, 1. Vorsitzender des bng. „Die Budgetierung endoskopischer Leistungen läuft dem gesetzlichen Sicherstellungs- und Präventionsauftrag zuwider.“

Verbände: Prävention muss machbar bleiben

„Die Budgetierung betrifft nicht lediglich die Honorierung ärztlicher Leistungen, sondern die Finanzierung eines gesetzlich normierten Präventionsprogramms“, schreiben bng und DGVS in der Stellungnahme, „Während der Gesetzgeber den Leistungsanspruch der Versicherten begründet und der Gemeinsame Bundesausschuss Inhalt und Umfang dieses Programms verbindlich festlegt, dürfen nachgelagerte Vergütungsregelungen dessen praktische Umsetzung nicht beeinträchtigen.“ Der Leistungsanspruch müsse tatsächlich erfüllbar sein.

Darmkrebsvorsorge: DGVS und bng befürchten perspektivisch Mehrausgaben

Es bestehe die Sorge, dass durch die Budgetierung endoskopischer Leistungen nicht nur ein Wertungswiderspruch zwischen dem gesetzlichen Präventionsauftrag und dessen praktischer Umsetzung entstehe, sondern sich unmittelbar negative Folgen zeigen, so die Verbände. Durch die frühzeitige Erkennung und Entfernung prämaligner Adenome werden zum einen Darmkrebserkrankungen verhindert und Morbidität sowie Mortalität gesenkt und zum anderen auch erhebliche Behandlungskosten vermieden. Die Darmkrebsfrüherkennung zähle zu den medizinisch wirksamsten und gesundheitsökonomisch effizientesten Präventionsmaßnahmen der GKV, so bng und DGVS. Die Budgetierung werde perspektivisch zu Mehrausgaben führen. 

Eine zeitnahe Evaluation der neuen Vergütungsregeln sei daher essentiell, „ damit nicht erst nach mehrjähriger Geltung des Gesetzes erkennbar wird, welche Auswirkungen die Neuregelung tatsächlich entfaltet hat“.

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Quelle:

bng und DGVS

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