Journal Onkologie

Nebenwirkung

Ovarialkarzinom
 10 Min|
Schematische Darstellung eines Ovarialkarzinoms, Hand in OP-Handschuh zeigt mit Stift auf Ovarntergrund

Therapeutischer Standard: PARPi in der Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom ist nach dem Mammakarzinom die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung in Deutschland und wird bei ca. 75% der Patientinnen erst spät diagnostiziert [1]. Auch in den FIGO-Stadien III/IV bleiben Betroffene häufig lange asymptomatisch. Mögliche Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen sind unspezifisch, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. Trotz Fortschritten in der operativen und systemischen Therapie bleibt die Prognose mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von etwa 43% weiterhin ungünstig. Der aktuelle Therapiestandard in der Erstlinie (1L) des fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinoms umfasst nach primärer Operation eine Platin-basierte Chemotherapie [1-3]. Bei Patientinnen mit vollständiger oder partieller Remission wird anschließend eine Erhaltungstherapie mit einem Poly(ADP-Ribose)-Polymerase-(PARP)-Inhibitor (PARPi) und/oder Bevacizumab (Bev) empfohlen [1, 4, 5]. Die Auswahl der Erhaltungstherapie erfolgt unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, darunter patientenindividuelle Charakteristika, Komorbiditäten, potenzielle Arzneimittelinteraktionen sowie insbesondere die Ergebnisse molekulargenetischer Testung [1]. Dennoch zeigen Versorgungsdaten, dass etwa 20% der hierfür geeigneten Patientinnen keine Erhaltungstherapie erhalten [6]. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die aktuellen evidenzbasierten Therapieempfehlungen beim fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinom, erläutert die zentralen Entscheidungsfaktoren und beleuchtet die gegenwärtige Versorgungssituation in Deutschland.
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Sarkome
 12 Min|
Medizinischer Linearbeschleuniger für die onkologische Krebstherapie in einem modernen Krankenhauslabor

Strahlentherapie von adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten
und Rumpfwand

Die perioperative Strahlentherapie verbessert die lokale Tumorkontrolle bei Patient:innen mit lokalisierten Weichgewebesarkomen (STS) der Extremitäten und der Thoraxwand. Die Therapieentscheidung sollte interdisziplinär an einem erfahrenen Sarkomzentrum erfolgen. Die Behandlung lokalisierter STS basiert auf einer adäquaten chirurgischen Resektion. Die perioperative Strahlentherapie ist insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Lokalrezidivrisiko indiziert. Dieses wird u.a. durch Tumorlokalisation, Tumorgröße, Grading, histologischen Subtyp und den zu erwartenden bzw. erreichten Resektionsrand bestimmt. Präoperative und postoperative Strahlentherapie erzielen vergleichbare onkologische Ergebnisse. Die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sich jedoch: Die präoperative Bestrahlung ist häufiger mit akuten, insbesondere Wundheilungskomplikationen, verbunden, die allerdings meist unkompliziert behandelbar sind. Nach postoperativer Bestrahlung treten dagegen häufiger Spätfolgen wie Fibrosen, Gelenksteifigkeit und Lymphödeme auf. Daher wird die präoperative Strahlentherapie heute favorisiert. Bevorzugt ist die präoperative konventionell fraktionierte Strahlentherapie mit anschließender Operation. Die präoperative Standarddosis beträgt 50-50,4 Gy bei 1,8-2 Gy pro Fraktion über etwa 5-6 Wochen. Präoperative hypofraktionierte Konzepte sind Gegenstand klinischer Studien, sollten aber derzeit nicht routinemäßig eingesetzt werden.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Ältere Dame mit Rollator leidet unter Übelkeit und Bauchschmerzen
Supportive Therapien – Teil 5

Therapieassoziierte Nausea und Emesis

Übelkeit und Erbrechen ist ein hochkomplexes Krankheitsbild, an dem das zentrale und periphere Nervensystem sowie klassische Konditionierung beteiligt sind. Das Wissen um tumortherapiespezifische und patientenindividuelle Risikofaktoren, das emetogene Potenzial von Chemotherapeutika und Strahlentherapie sowie ein immer besseres Verständnis der Pathophysiologie bieten eine breite Basis für die Entwicklung effektiver Antiemetika, wie 5-Hydroxytryptamin-Typ-3-(5-HT3)-Rezeptor-Antagonisten, Neurokinin-1 (NK1)-Rezeptor-Antagonisten und Kortikosteroide.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Junge Krebspatientin mit blauer Bluse und beiger Mütze wird von einer Angehörigen oder Freundin, die lange braune Haare hat und eine helle Jacke trägt, umarmt.

Was haben Krebs und Ghosting gemeinsam?

Der Begriff Ghosting stammt aus den sozialen Medien und bedeutet das plötzliche Verschwinden einer Person ohne Erklärung. Cancerghosting ist weniger geläufig und beschreibt das Verhalten von Familienangehörigen, vom Freundes- und Bekanntenkreis oder von Kolleg:innen, die sich nach einer Krebsdiagnose zurückziehen, den Kontakt abbrechen oder vermeiden. Was macht das mit den Betroffenen? Und was kann man in so einer Situation besser machen? Diese Fragen beantwortet die Familienberaterin und Onkolotsin Daniela Tennie im Podcast O-Ton Onkologie. Lesen Sie im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen.
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Urothelkarzinom
 2 Min|
ELEVATE UC-I: Neue Real-World-Daten zu Nebenwirkungsprofilen von Erstlinientherapien beim Urothelkarzinom
ASCO-GU 2026

ELEVATE UC-I: Neue Real-World-Daten zu Nebenwirkungsprofilen von Erstlinientherapien beim Urothelkarzinom

Die aktualisierte Analyse der Studie ELEVATE UC-I liefert umfassende Real-World-Daten zur Sicherheit moderner Erstlinientherapien beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (la/mUC). Die retrospektive Kohortenstudie zeigt deutliche Unterschiede in den Nebenwirkungsprofilen zwischen den verschiedenen Behandlungsregimen anhand von 7.984 Patient:innen aus der Premier Healthcare Database.
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Entitätsübergreifend
 3 Min|
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin mit organgefarbenem T-Shirt und Kopftuch emotionale Unterstützung bietet.
Podcastserie O-Ton Onkologie

S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“

Die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ wurde umfassend überarbeitet, da sie ein zentraler Baustein in der Krebsbehandlung ist und sich die Therapielandschaft seit der letzten Version von 2022 erheblich verändert hat. Dr. Franziska Jahn, Universitätsklinikum Halle/Saale, die maßgeblich an der Entwicklung der aktuellen Leitlinie beteiligt war, beleuchtet in der Podcast-Serie „O-Ton Onkologie“ die Bedeutung der supportiven Therapie und fasst die wichtigsten Neuerungen der Leitlinie zusammen.
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Hämatologie
 9 Min|
Zwei Forscherinnein mit Schutzbrille, weißen Kitteln und blauen Handschuhen arbeiten an einem biomedizinischen Projekt in einem modernen Hightech-Labor.

Hämatologische Neoplasien: Ansätze zur Bewertung der Therapieverträglichkeit

Mit dem rasanten Einzug von CAR-T-Zellen, Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI), bispezifischen Antikörpern und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) in frühere Behandlungslinien verändert sich die hämatologische Therapielandschaft grund­legend. Deren Nebenwirkungen können sich erheblich von den bekannten der klassischen Chemo- oder Radiotherapie ­unterscheiden und verlangen nach neuen Bewertungsmaßstäben. Ein aktueller Beitrag in Lancet Haematology fordert deshalb eine ­patientenzentrierte Bewertung der Verträglichkeit: Von standardisierten Definitionen akuter, subakuter bis Langzeit-Toxizität über Infektionen und Zweitmalignome bis hin zur Frage nach der optimalen Dosis und Behandlungsdauer.
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Hämatologie
 20 Min|

Praxis-Therapieleitfaden: Ambulante Aufdosierung bispezifischer Antikörper beim Multiplen Myelom

Durch die Einführung von bispezifischen Antikörpern (bsAK) konnte die Therapie des rezidivierten/refraktären Multiplen Myeloms (RRMM) in den letzten Jahren deutlich verbessert werden, was sich durch hohe Ansprechraten und ein tiefes, langanhaltendes Ansprechen auszeichnet. bsAK bieten die Möglichkeit einer vollständig ambulanten Therapie, doch erfolgte die initiale Aufdosierung bisher meist stationär, vor allem aus Sorge vor potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen wie dem Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) und immuneffektorzellassoziierter Neurotoxizität (ICANS). Jüngste Real-world-Daten und erste Versorgungsmodelle belegen nun jedoch die Sicherheit und Machbarkeit einer ambulanten Therapieeinleitung für die meisten Patient:innen. Voraussetzungen sind eine sorgfältige Patientenselektion, standardisierte Überwachungsprotokolle und eine enge Abstimmung mit Notfallstrukturen. Dieser Leitfaden bündelt die aktuelle Evidenz und gibt praxisnahe Empfehlungen für eine sichere ambulante Aufdosierung in Deutschland.
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Entitätsübergreifend
 4 Min|
Interview mit Dr. med. Cecilia Lund, Kopenhagen, Dänemark

Interview: Wie kann die Krebsbehandlung bei älteren Menschen verbessert werden?

Altersspezifische Begleiterkrankungen, kognitive Einschränkungen und funktionelle Defizite bei Krebspatient:innen müssen bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. JOURNAL ONKOLOGIE hat mit Dr. Cecilia Lund, Fachärztin für Geriatrie am Universitätsklinikum Kopenhagen, Dänemark, über individualisierte, altersgerechte Versorgung und deren Einfluss auf den Therapieerfolg gesprochen.
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Entitätsübergreifend
 8 Min|
Ein kleines Kind mit braunen Haaren trägt auf dem rechten Ohr ein Hörgerät.
Interview with Dr. Penelope Brock, London, UK

Cisplatin-induced ototoxicity in children

Cisplatin is a chemotherapy drug commonly used to treat various cancers. One of its major side effects is ototoxicity which can lead to permanent hearing loss. So patients who receive chemotherapy with cisplatin as part of their cancer treatment can expect their hearing to be impaired. Children are particularly vulnerable to cisplatin-induced hearing damage due to their developing auditory systems. ­Hearing loss from cisplatin can affect speech, language development, and overall quality of life. Ongoing research aims to find protective strategies or alternative treatments to reduce this risk in pediatric cancer patients. Dr. Penelope Brock, London, UK, explains how often children are affected, what treatment options are available and what aftercare looks like.
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Medizin
 2 Min|
CAR-T-Zelltherapie: Nebenwirkungen im Fokus

CAR-T-Zelltherapie: Nebenwirkungen im Fokus

Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen findet immer neue Anwendungen und wird neben dem Einsatz in der Hämatologie inzwischen auch für solide Tumore und verschiedene Autoimmunerkrankungen untersucht. Mit den zunehmenden Indikationen und Patientenzahlen rückt das Thema der Nebenwirkungen dieser innovativen Therapie noch dringlicher in den Fokus. Forschende haben nun eine Strategie vorgeschlagen, um auch neuartigen Nebenwirkungen systematisch und schneller als bisher zu begegnen [1].
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Medizin
 4 Min|
Bewegung, Sport und Krebs: Aktiv Nebenwirkungen reduzieren

Bewegung, Sport und Krebs: Aktiv Nebenwirkungen reduzieren

Eine Krebserkrankung wirft viele Fragen auf – auch zu körperlicher Aktivität. Darf ich mich noch körperlich belasten? Wenn ja, wie viel? Studien belegen: Bewegung und Sport helfen vor, während und nach einer Krebstherapie Nebenwirkungen zu verhindern und zu lindern, die körperliche Funktions- und Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Art und Umfang der körperlichen Aktivität sollten individuell angepasst werden. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums erklärt, was zu beachten ist.
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BNGO
 6 Min|
Ärztin redet mit Patientin und hält ein Klemmbrett
Eine neue Umfrage des BNGO

Patient:innenzufriedenheit und Adhärenz bei oraler Antitumortherapie in gynäko-onkologischen Praxen in Deutschland

Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung von Patient:innen mit gynäkologischen Malig­nomen bei gleichzeitiger Erhaltung ihrer Lebensqualität ist ein zentrales Ziel des Berufsverbands niedergelassener und ambulant tätiger gynäkologischer Onkologen in Deutschland (BNGO). Im Einklang mit diesem Ziel führt der BNGO regelmäßig im Abstand von 2-3 Jahren Umfragen zur Qualitätssicherung durch, um die Zufriedenheit der in den BNGO-Praxen behandelten Patient:innen zu evaluieren. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die 6. in den BNGO-Praxen durchgeführte Umfrage unter Patient:innen seit Beginn dieser Initiative im Jahr 2012.
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Entitätsübergreifend
 14 Min|
Patientin beim Arzt müde gähnt

Insomnie bei onkologischen Patient:innen

Schlaflosigkeit tritt bei onkologischen Patient:innen häufig auf. Die Ätiologie ist vielfältig und der Krankheitsverlauf, die Nebenwirkungen onkologischer Therapien und/oder Begleiterkrankungen können eine Rolle spielen. Tagesmüdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche etc. können die Folge sein. Neben der pharmakologischen Behandlung haben sich auch nicht-pharmakologische und komplementärmedizinische Therapieoptionen als ebenbürtig wirksam und z.T. mit weniger Nebenwirkungen behaftet herausgestellt. Im Folgenden werden optimale Behandlungsstrategien aus dem Gebiet der komplementären-integrativen Medizin vorgestellt und mit wissenschaftlichen Daten und Erfahrungswerten unterlegt.
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